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    Startseite » FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter
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    FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter

    Ronja Rabevon Ronja Rabe14. Januar 2023Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Das Scooter Konzert in Bremen
    Das Scooter Konzert in Bremen © avanti media fiction
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    Die Doku von Cordula Kablitz-Post begleitet Scooter-Frontmann H.P. Baxxter durch die Zeit der Corona-Pandemie. Ob sich der Kinobesuch lohnt, erfahrt ihr in unserer Kritik!

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    Plakat Porttraits der Bandmitglieder in Scharz-Weiß, HP Baxxter im Vordergrund
    Das Plakat zu FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter © avanti media fiction

    Die Handlung von FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter

    Die Doku steigt mit einem Streaming-Konzert von 2020 ein. Während H.P. noch verkabelt wird, rufen Drehteam und Band ihm hektisch zu, dass es gleich losgeht. Der Frontmann ist jedoch die Ruhe selbst, um genau im letzten Moment auf der Bildfläche zu erscheinen und im leeren Studio zu performen, als wären die tausenden Streaming-Zuschauer auch vor Ort dabei. Die von der Musik hart getroffene Live-Branche und der leidenschaftliche Party-Gänger H.P. Baxxter, der nach seinen Konzerten gerne einen „Bar Zwang“ verordnet, um mit dem ganzen Team im Anschluss zu feiern, müssen 2020 erst einmal neue Wege finden weiterzumachen. Ein Besuch bei seiner Mutter, alte Filmaufnahmen und Interviews mit den Gründungsmitgliedern geben spannende Einblicke in die ersten Jahre der Band und dann sind auch wieder einige Open Airs im Ausland und ein Autokino-Konzert möglich. 2022 ist die Corona-Situation auch in Deutschland wieder entspannter und es geht endlich wieder auf die Bühnen. Doch obwohl zum Beispiel bei Rock am Ring 90.000 Fans mitfeiern, versteht sich die aktuelle Band-Besetzung hinter den Kulissen immer schlechter…

    George Angelopoulos und H.P. Baxxter im heimischen Wintergarten, eingerichtet wie bei einem englischen Landlord
    George Angelopoulos und H.P. Baxxter im heimischen Wintergarten © avanti media fiction

    Feiern auf und vor der Bühne

    Seit 1993 ist die Leidenschaft für das Feiern bei Scooter ungebrochen. Als eine der wenigen Bands ihrer Zeit sind sie nicht nur immer wieder auf Tour, sondern veröffentlichen auch in regelmäßigen Abständen neue Hits. Trotz Pandemie kann H.P. Baxxter nicht zu Hause hocken und fliegt in den Party-Urlaub nach St. Tropez. Auch wenn er alterstechnisch zur Risikogruppe gehört, nimmt er Corona gern in Kauf, wenn er nur weiter feiern kann – auch wenn seine, mittlerweile Ex-, Freundin so gar keine Lust auf diesen Lifestyle hat. Die Kameras immer dabei. Als sich in London und Tallin Möglichkeiten ergeben im Sommer große Open Airs zu spielen, geht es kurzerhand mit dem Privatjet auf und davon. In England wird H.P. dann kurz nostalgisch und erinnert sich, wie sehr ihn sein erster Nummer-Eins-Hit dort gefreut hat.

    Von Anfang an immer belächelt und gefeiert, hat es nicht nur in Deutschland ganze acht Jahre bis zu den ersten Erfolgen gedauert. Davor gab es jede Menge Büroarbeit und Musik an Feierabenden und dem Wochenende. Schon bald wird die Doku wieder laut, während auf dem Festival tausende Teenager zu Scooter feiern. Gerade wegen der Live-Auftritte, lohnt es sich wohl doppelt, diesen Film mit fettem Sound im Kino zu sehen.

    Musik als treibendes Stilmittel

    Die Musik ist perfekt in den Film eingeflochten, sodass die Dokumentation manchmal schon fast ein Musikfilm ist. Dabei passen die Auftritte jederzeit in die Handlung und genau wie Scooter ihre Füße nicht stillhalten können, setzt auch der Beat immer wieder ein und ruhige Momente bleiben nicht lange ruhig. Obwohl der Film während der Pandemie spielt, wird durchweg eine positive Grundstimmung gewährt. Es geht darum, sich individuell mit der Situation zu arrangieren und das Beste daraus zu machen. Aber wie viele andere Menschen auch, hat auch H.P. Baxxter im ersten Lockdown erst einmal sein Haus im Stil eines englischen Lords ein bisschen umdekoriert und neue Bilder aufgehängt.  Ordentlich war es nämlich vorher schon – sein inneres Chaos brauche einen Ausgleich, erklärt er.

    Scooter im Studio (v.l.n.r): H.P. Baxxter, Sebastian Schilde und Michael Simon
    Scooter im Studio (v.l.n.r): H.P. Baxxter, Sebastian Schilde und Michael Simon © avanti media fiction

    Der manchmal absurde Humor und die Ehrlichkeit H.P. Baxxters vor der Kamera unterhalten bestens

    Die abwechslungsreiche Mischung aus Doku und Musik bietet viele, auch ernste Themen, dennoch unterhält gerade der norddeutsche Humor von H.P. bestens. Die Offenheit, mit der er durchs Leben geht, sich selbst nicht zu ernst nimmt und dabei eine Anekdote nach der anderen zum Besten gibt, verhilft dem Film zu viel Leichtigkeit. Nur zu gern zeigt die Regisseurin Kontraste – ob die von Lockdown und Party oder einfach solche im Leben H.P. Baxxters. Dieser ist sich derweil nicht sicher, ob sein historischer Teppich wirklich aus Aserbaidschan ist, denn abgebildete Flora und Fauna sehen für ihn gar nicht typisch für die Region aus…

    Auch alte und neue Weggefährten kommen zu Wort. Ferris Bueller hat die Band schon 1998 verlassen, weil die anderen Mitglieder neben dem blonden Schreihals zu sehr in den Hintergrund traten und es gab so einige Nachfolger. Zwar immer ein Trio, war es nicht jedem Bandmitglied recht immer im Schatten des Frontmanns zu stehen und die Kamera ist live dabei, als im Studio die Fetzen fliegen. Wahrscheinlich der Grundstein für die beiden neusten Abgänge, die mit dem Kinostart zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt kommen. Aber die Doku gibt auch witzige Einblicke in das Songwriting von Scooter und das ist tatsächlich auf seine Weise beeindruckend. Wer also immer schon einmal wissen wollte, was es mit bestimmten Texten auf sich hat, findet hier die Antwort.

    HP Baxxter verlässt sein Privatflugzeug in Tallin
    H.P. Baxxter bei der Ankunft in Tallin © avanti media fiction

    Unser Fazit zu FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter

    Das Phänomen SCOOTER und ihr schillernder Frontmann sind, ob man will oder nicht, ein Stück Popkultur. Über die Jahre trotz einiger Wechsel in der Besetzung konstant erfolgreich, immerhin 28 Jahre mit gemeinsam mit Gründungsmitglied Rick J. Jordan und seit Beginn mit Manager Jens Thele im Hintergrund, waren Scooter als erste deutsche Band zwanzigmal in den Top Ten der deutschen Charts vertreten. Doch man muss nicht unbedingt  popkulturell interessiert oder Scooter-Fan sein, um sich die Doku anzusehen. Regisseurin Cordula Kablitz-Post hat ein Händchen für interessante Protagonist*innen und nach ihrer erfolgreichen Doku über die Toten Hosen liefert sie nun aus einem anderen musikalischen Bereich nach. Gerade weil es statt einer Doku über die geplante Tournee nun ein Film in der Zeit der Corona-Krise geworden ist, gibt es gleich zu Beginn Anknüpfungspunkte für das Publikum.

    Konzert-Feeling im Kino, guter Humor und ein Stück Musikgeschichte: FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter bietet nicht nur Fans des Trios gute Unterhaltung.

    FCK 2020 – Zweieinhalb Jahre mit Scooter startet am 12. Januar 2023 in den Kinos!


    © Wild Bunch Germany

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