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    Soft & Quiet

    Jan Wernervon Jan Werner14. Januar 2023Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Ein weiteres Mal hat es Beitrag ins Programm des Fantasy Filmfest geschafft, der das Potenzial für reichlich Gesprächsstoff hat. Bei den White Nights 2023 läuft mit Soft & Quiet ein Film, der sich auf eine Art und Weise aktuellen Entwicklungen annimmt, die viele Zuschauer vor den Kopf stoßen wird. Werden die Grenzen nur ausgelotet oder überschritten?

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    Das Poster von Soft & Quiet
    Das Poster von Soft & Quiet © 2022 | Blue Finch Films Releasing | All rights reserved

    Soft & Quiet – Offizielle Handlungsangabe

    Grundschullehrerin Emily trifft sich mit ein paar gleichgesinnten Ladies zum Lunch. Alle sind extrem beunruhigt: Wie lässt sich die Bedrohung aufhalten, die von all den ausländischen Arbeiter:innen in der kleinen Nachbarschaft ausgeht? Von den vielen multikulturellen Einflüssen ganz zu schweigen. Gemeinsam schmieden sie Pläne, wie man das anständige, weiße Amerika vor der feindlichen Invasion retten kann. Um die optimistische Zukunftsvision gebührend zu feiern, verschlägt es die angestachelten Frauen in einen Liquor Store. Als wenig später zwei asiatisch-stämmige Amerikanerinnen den Laden betreten, sehen sie sich unerwartet einem aggressiven Mob gegenüber und die Situation gerät außer Kontrolle.

    Je weniger man weiß, desto intensiver ist dieser One Cut of Cruelty 

    Die Floskel mag abgedroschen sein, aber im Falle von Soft & Quiet trifft sie tatsächlich den Nagel auf den Kopf: das Regiedebüt von Beth de Araújo sollte man mit so wenig Vorwissen wie möglich sichten. Denn nach dem Einstieg würde man wohl nie damit rechnen, wie sich hier im Verlauf alles entwickelt und in welcher Art es zur Eskalation kommt. Dementsprechend sei an dieser Stelle auch um Verständnis gebeten, falls diese Rezension an der ein oder anderen Stelle etwas vager bleibt als üblich. Nichtsdestotrotz, sollte, wer komplett unbeeinflußt an den Film herangehen mag, womöglich ab hier nicht mehr weiterlesen.

    *** Achtung, ab hier wird zumindest an der Oberfläche der Handlung gekratzt, sodass eine sanfte Spoilerwarnung angebracht ist***

    Soft & Quiet ist als One Take gedreht worden. Manchmal nur ein Gimmick ohne Zusatznutzen, ist diese inszenatorische Entscheidung hier jedoch ein wesentlicher Faktor: Die Unmittelbarkeit und vor allem das Gefühl von Echtzeit unterstreicht exzellent, wie schnell es – wie in diesem fiktiven, aber vermutlich traurigerweise gar nicht so realitätsfernen Fall – zu so einem Fall von Gewaltexzess kommen kann.

    Desperate Housewives der anderen Art

    Von „Das wird man wohl doch noch sagen dürfen“ zum Hakenkreuz-Pie ists manchmal nur ein kurzer Weg. Wer bis hierhin gelesen hat, der ist vor potentiellen Spoilern gewarnt worden. Denn was man, um überhaupt etwas zur Story sagen zu können, aufklären muss, ist, was in der Synopsis mit „gleichgesinnte Ladies“ genauer gemeint ist: Die Damen sind ohne zu übertreiben Rassistinnen, ganz tief in Verschwörungsideologien der „Überfremdung im eigenen Land“ verstrickt – und allesamt haben sie längst ihre Passivität gegen eigene Militanz ausgetauscht.

    „These are facts.“

    Dies kommt vor allem nach der doch eher noch liebevoll anmutenden Einführung der Lehrerin Emily mittels eines Dialogs mit einem Schüler recht unverblümt und direkt heraus. Die Damen halten in ihrem Kreis nichts zurück, gehen offen mit KKK-Vergangenheit und -Sympathie um. Die Pläne sind rasch ausgesprochen – nur braucht es eben noch etwas angetrunkenen Mut und eine Verkettung von Zufällen, damit die Situation eskaliert. Kaum ist ein Tropfen Alkohol geflossen, fallen die letzten Hemmungen.

    Ein Debütfilm, der einen fassungslos zurücklässt

    Der Grad an Sadismus ist jedoch alles andere als zu erwarten, selbst wenn man grob weiß, worauf man sich mit Soft & Quiet eingelassen hat. Was hier ab einem gewissen Punkt den Zuschauerinnen und Zuschauern zugemutet wird, ist schwer zu ertragen. Mit Schlagzeilen aus den USA seit dem Betreten eines gewissen Donald Trump im Hinterkopf fühlt sich dieses Szenario extrem greifbar an. Man mag sich gut vorstellen können, dass es in einem Land, in dem verwirrte Anhänger eines Demagogen mit Wikingerhelm versuchen die höchsten Regierungsgebäude zu erstürmen, es tatsächlich viele Menschen gibt, die das Gedankengut der hier exemplarisch gewählten Hausfrauen teilen. Die Bedrohlichkeit strahlt direkt auf das Publikum ab.

    „There is nothing left for me in this country.“

    Gruppendynamik, gesellschaftliche Verrohung, unreflektierter Hass aus Frust – Beth de Araújo lässt all dies in Echtzeit, transportiert von erschreckend authentisch spielenden Darstellerinnen und ohne doppelten Boden auf ihr Publikum los. Wegschauen kann man kaum, obwohl man es möchte. Es soll weh tun. Es tut weh. Ein Debütwerk, das ohne irgendwelche Form von Interpretationsspielraum eine Mahnung darstellt und als ein Kommentar auf Fehlentwicklungen, die immer noch viele für eine Randnotiz abtun, verstanden werden muss.

    Protagonistin Emily im Porträt von einer Lampe angestrahlt. Soft & Quiet
    Soft & Quiet © 2022 | Blue Finch Films Releasing | All rights reserved

    Unser Fazit zu Soft & Quiet

    „Soft & Quiet ist quasi ein Paradoxon: der Horror(?)-Thriller arbeitet ohne Schnitte, schneidet aber tatsächlich richtig tief ins Fleisch seines Publikums.“ Bis zum Abspann ertränkt die Regisseurin ihre Zuschauer:innen mit Bildern, die fassungslos machen sollen. Da dieses Anliegen unmissverständlich erfüllt wird, kann man diese knapp anderthalbstündige Tortur allen, die sich darauf einlassen wollen, nur ans Herz legen. Trotz der Drastik über das Vorgehen der hier exemplarisch gewählten White-Supremacy-Gruppe, bleibt am Ende aber doch vor allem auch das letzte Bild haften – und gibt dem Ganzen doch noch eine Pointe, die förmlich aus dem Nichts kommt.

    Soft & Quiet läuft im Programm der Fantasy Filmfest White Nights 2023. Einen Termin für eine Kino- oder Heimkinoveröffentlichung gibt es noch nicht.


    © 2022 | Blue Finch Films Releasing | All rights reserved

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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