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    Hunters

    Jan Wernervon Jan Werner3. März 2020Keine Kommentare9 min Lesezeit
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    Eine sehr gut besetzte Serie mit einer ebenso vielversprechenden Idee für eine alternative Geschichtsschreibung hat Amazon uns nun mit Hunters serviert. Bereits in unserer Vorschau haben wir erwähnt, dass dieses Projekt, an dem auch Jordan Peele beteiligt ist, eines der spannendsten des ersten Halbjahrs ist. Lest in dieser Kritik also, ob man die neue hochambitionierte Nazijagdgeschichte beim Streamingdienst ein- oder wegschalten sollte.

    [su_youtube url=“https://www.youtube.com/watch?v=KuZfYsE0IgM“]

    Plakat zu Hunters
    Das Titelplakat zur Serie © 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

    Welche Geschichte erzählt Hunters?

    Wir schreiben das Jahr 1977 und der junge Jonah Heidelbaum (Logan Lerman) lebt bei seiner Großmutter (Jeanine Berlin) in Brooklyn. Eines Nachts wird diese von einem Einbrecher ermordet und als der Enkel auf der Trauerfeier den mysteriösen, reichen Juden Meyer Offerman (Al Pacino) kennenlernt, muss er feststellen, dass seine Safta wohl einige Geheimnisse vor ihm hatte. Er erfährt, dass es eine Gruppe von Nazijägern gibt, angeführt von eben diesem Offerman, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, in den USA untergetauchte ehemalige Führungskräfte des NS-Regimes ausfindig und unschädlich zu machen. Motiviert von Rachegedanken und der Perspektive, sein Talent für das Erkennen komplexer Zusammenhänge endlich sinnvoll einsetzen zu können, will sich Jonah den Jägern anschließen.

    Schnell stellt sich allerdings heraus, dass nicht nur diese Fraktion hinter der anderen her ist, sondern dass auch die Nazis schon alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, um die Jäger zu bekämpfen. Jonah gerät in einen Kampf, dessen Ausmaße er erst schrittweise erkennen kann. Je tiefer er Teil des Ganzen wird, desto mehr wird er vor moralische Herausforderungen gestellt: Sind die Methoden der Jäger tatsächlich die richtigen oder begibt man sich damit nicht sogar auf eine Ebene mit dem Feind? Wie weit reicht die Verschwörung der Nazis in die politischen Kreise der USA? Und erzählt ihm der Anführer auch wirklich die ganze Wahrheit?

    Jonah und seine Großmutter in Hunters
    Jonah (Logan Lerman) wohnt mit seiner Großmutter (Jeannie Berlin)zusammen © 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

    Unsere Kritik zu Hunters

    Gleich zu Beginn muss eine Lanze für die Macher der Serie gebrochen werden. Denn auch heute ist es noch ziemlich heikel, wenn man in einer Serie, die vornehmlich doch der Unterhaltung dient, die Themen Nationalsozialismus und Holocaust in den Mittelpunkt rückt. Hunters hat an sich einige hochveranlagte Ansätze, um das erforderliche Fingerspitzengefühl zu wahren. Trotzdem war es eine schwierige Aufgabe, diese Amazon-Serie einzuordnen. Die Einzelteile sind bis auf Kleinigkeiten dem hohen Anspruch entsprechend sehr gut, aber irgendwie ist im Gesamtwerk einiges an Sand im Getriebe. Im Folgenden wird daher darauf einzugehen sein, wieso der Eindruck bleibt, dass in Hunters die Rädchen nicht vollends ineinander greifen.

    Al Pacino und Logan Lerman in Hunters
    Al Pacino führt die Gruppe von Nazijägern an © 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

    Hunters ist extrem stylisch

    Schon in den ersten Minuten macht Hunters optisch klar, dass man hier weder Kosten noch Mühen gescheut hat, um einen hochwertigen Look zu schaffen. Die Kameraarbeit ist kinowürdig, die Sets und Locations so authentisch ausgestattet, dass man sich in die 70er versetzt fühlt und die farbliche Gestaltung macht ebenfalls deutlich, dass man hier mit Sinn und Verstand gearbeitet hat, um eine Atmosphäre wie bei Tarantino aufzubauen.

    Ein bei Serien besonders beachteter Aspekt ist seit jeher das Intro. Und auch hier kann Hunters viele Punkte sammeln. Die Schachfiguren-Animation ist sowohl ein innovativer Einfall, der gut zur Handlung passt, als auch technisch exzellent umgesetzt.

    Die alternative Realität hat großes Potenzial

    Die Welt, die man hier etablieren will, schlägt in eine Kerbe, die zuletzt in Watchmen in Perfektion ausgeführt wurde. Auch Hunters fällt in die Kategorie der alternativen Geschichtsschreibung. So, wie Quentin Tarantino in Inglourious Basterds Adolf Hitler getötet hat oder in Once Upon A Time In Hollywood die Geschichte der Manson-Morde umgeschrieben hat, stellt sich uns als Zuschauer auch hier die „Was wäre wenn…?“-Frage. In diesem Fall geht es um die spannende Frage, was wäre, wenn in den USA die Nazis, die sich rechtzeitig abgesetzt haben, versucht hätten, im Exil einen weiteren Anlauf auf die Weltherrschaft zu planen. In der Wirklichkeit der Serie hätten die Juden diesen Braten gerochen und sich dagegen formiert. Ein interessanter Ansatz für eine Serie. Auch The Man In The High Castle hat bewiesen, dass diese Gedankenspiele über mehrere Staffeln tragfähig sind.

    Lena Olin spielt eine der Bösen in Hunters
    The Colonel (Lena Olin) © 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

    Kämpfe im Stil der Kingsman-Filme

    Schon der Prolog weckt Erinnerungen an die Vorbilder mit comicartiger Ästhetik, was die Choreografie von Kampfsequenzen betrifft. Einige dieser Szenen sind schon ziemlich deutlich an Kingsman oder den Filmen von Guy Ritchie orientiert. Die Wahl der poppigen Musik, die dynamische Kamera, vereinzelte Zweckentfremdung von Alltagsgegenständen als Waffen, etc. Wer die rasante und doch etwas übertriebene Action dieser Filme liebt, wird in Hunters eine Serie vorfinden, die sich hierbei und auch im hohen Gewaltgrad mit den Kinofilmen durchaus messen kann.

    Ein harter Kontrast in Rückblenden

    Während die Geschichte in den 70ern stilistisch eher wie ein Comicfilm mit leichtem Trash-Charme anmutet, geht man mit den Rückblenden in die Zeit, als die Protagonisten in den Konzentrationslagern gefangen waren, inszenatorisch einen ganz anderen Weg. Der Kontrast könnte größer nicht ausfallen. Manch ein Kritiker hat es mit „In der Erzählzeit Tarantino, im Rückblick Schindlers Liste“ umschrieben. Diesen totalen Bruch hat man natürlich einerseits deswegen wählen müssen, um pietätvoll die Szenen in Auschwitz und anderen Lagern abzubilden. Der pulpige Stil wäre dem nicht angemessen gewesen.

    Zwischen Tarantino und Schindlers Liste

    Andererseits entsteht aber auch ein wenig der Eindruck, dass man versucht, die Serie durch die Härte in den Szenen aus der Nazizeit mit dem Brecheisen zum Gesprächsthema aufzubauschen. Nicht ganz erfolglos, denn sogar das Museum aus Auschwitz hat inzwischen Kritik an einigen Szenen öffentlich gemacht. Leider kann man nicht ausschließen, dass man diese Kontroverse ganz bewusst provoziert hat, um die Aufmerksamkeit für die Serie zu vervielfachen.

    Die Szenen gehen nichtsdestotrotz wirklich nahe und sorgen für drastische Bilder, die beim Publikum wahrscheinlich doch länger im Gedächtnis bleiben als die eher austauschbaren Kampfszenen.

    Dylan Baker als Biff Simpson in Hunters
    Biff Simpson (Dylan Baker) ist ein fieser Nazi © 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

    Mal pulpig, mal seriös, mal satirisch

    Doch auch sonst fällt auf, dass die Serie ein Problem hat, sich auf eine Tonalität über einen längeren Zeitraum festzulegen. Das sorgt dafür, dass man manchmal durch einen unerwarteten stilistischen Umschwung plötzlich komplett aus der Stimmung gerissen wird, die zuvor minutenlang aufgebaut worden ist. Der Fluss gerät vielfach ins Stocken.

    Die Figuren in Hunters passen teils nicht zusammen

    Die Schauspieler in Hunters sind äußerst namhaft und sicherlich ziehen diese schon von allein den ein oder anderen Zuschauer an. Al Pacino (The Irishman), Logan Lerman (Percy Jackson), Lena Olin (Chocolat) oder auch Josh „Ted“ Radnor sind in den zentralen Rollen dabei.

    An den darstellerischen Leistungen hapert es definitiv nicht, die Schauspieler passen gut in die Rollen und spielen gewohnt überzeugend. Besonders das Ehepaar Markowitz hat sich ein Sonderlob verdient. Die Figuren, gespielt von Carol Kane (The Dead Don’t Die) und Saul Rubinek (Erbarmungslos) bekommen den interessantesten Sideplot und sorgen wahrscheinlich für die ergreifendsten Momente, die in der 1977er-Zeitebene stattfinden.

    Radnor kann den „Ted“ nicht ablegen

    Allerdings sind die Rollen teilweise so geschrieben, dass man meinen könnte, sie sollen in unterschiedlichen Genres stattfinden. Während Pacino und Lerman, aber auch andere „Jäger“ sehr seriös wirken, fällt beispielsweise die Figur Lonny Flash, die Radnor spielt, aus dem stilistischen Schema. Teils geht sein Charakter über den klassischen Comic Relief hinaus und wirkt wie eine Figur aus einer Satire.

    Dass man die Nazis gerne mal etwas dümmlicher darstellt, ist man ja schon gewohnt, aber in Hunters entsteht trotzdem der Eindruck, dass auch hier die Ausgewogenheit nicht gefunden wurde. Dylan Baker (Elizabeth Harvest) ist einerseits ein gut gewählter, wirklich bösartiger Antagonist, aber wenn er in Szenen für Lacher sorgen soll, passt das oftmals überhaupt nicht mehr zu der Figur, wie sie vorher eingeführt wurde.

    Josh Radnor spielt einen Schauspieler
    Lonny Flash (Josh Radnor) ist der Schauspieler unter den Jägern © 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

    Teilweise redundanter Folgenaufbau

    Der 90minütige Pilot ist gut gelungen und auch nicht zu lang geraten. Die Zeit, die man sich zur Exposition nimmt, ist der Geschichte angemessen und verleiht dem Protagonisten Jonah Nachdruck für seine Motivation. In den weiteren Folgen ist man jedoch etwas zu schablonenhaft beim Storytelling. Der Aufbau gleicht sich vielfach: Ein Nazi wird aufgespürt, muss gefunden werden, leugnet irgendetwas zu wissen, gibt unter Folter zu, wird ausgeschaltet. Dazwischen werden die Fortschritte bei der Gegenseite abgebildet. Das bewirkt, dass man selten überrascht wird und sich die ein oder andere Folge doch länger anfühlt als die einstündige Lauflänge.

    Das Team der Hunters
    Ein Gruppenbild der „Hunters“ © 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

    Hunters braucht einiges an Anlaufzeit

    Bis den Zuschauern klar wird, wie die Einzelstränge zusammengeführt werden sollen, vergeht doch einige Zeit. Die Serie braucht etwas, um ins Rollen zu kommen. Womöglich verliert der ein oder andere schon das Interesse, noch dranzubleiben, bevor es sich endlich verdichtet. Wenn man allerdings das nötige Durchhaltevermögen mitbringt, so macht die Serie dann doch hinten raus immer mehr Spaß und sorgt mit einigen dramatischen Szenen und auch der ein oder anderen Wendung für gute Unterhaltung.

    Tiffany Boone ist auch Teil des Hunters Teams
    Roxy (Tiffany Boone) ist auch mit auf der Jagd © 2019 Amazon.com Inc., or its affiliates

    Unser Fazit zu Hunters:

    Mit Hunters hat Amazon erneut bewiesen, dass man sich an komplexe Serienprojekte herantraut. Die erste Staffel hat wahnsinnig viele spannende Ansätze und schafft mit Rückblenden Bilder, die haften bleiben. Trotzdem ist es einem nicht gelungen, sich klar zu positionieren.

    Will man eine Nazijagd im Kingsman-Stil zeigen? Sollen den Zuschauern hier nur wieder die Gräuel des Nationalsozialismus vor Augen geführt werden? Will man einfach auf der Watchmen-Welle reiten?

    Die Unsicherheit bei der Ausrichtung ist leider zu offensichtlich. Die Serie erfordert zudem einiges an Mitdenken vom Zuschauer. Es ist nicht die leichte Unterhaltung, die man sich womöglich anhand des Marketings und den Trailern verspricht.

    Wer jedoch eine Serie sehen will, die den moralischen Fragen in weiten Teilen doch gerecht wird, da man insbesondere auf die Darstellung von Graustufen abzielt, sollte Hunters doch eine Chance geben. Denn auch wenn natürlich die Nazis die Bösen sind, werden nicht alle Entscheidungen der Nazijäger unreflektiert belassen. Speziell die Szenen, in denen die Guten die Konflikte innerhalb ihres Teams oder gar mit dem eigenen Gewissen austragen müssen, machen das Ganze dann doch ziemlich sehenswert und sogar Lust auf mehr!

    Hunters kann man seit dem 21. Februar bei Amazon Prime Video streamen.


    © Amazon Prime Video
    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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