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    Startseite » Imperium
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    Imperium

    Jonas Hellrungvon Jonas Hellrung3. Juni 2020Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Nate steht zwischen Nazis auf einer Demonstration, er sieht unglücklich aus
    Das Drehbuch liefert wirklich interessante Momente, die aber nicht auserzählt werden. Bestes Beispiel: Der Undercover-Cop auf der Nazi-Demo © Ascot Elite Home Entertainment
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    Schon viele Filme haben versucht, einen packenden Thriller über die Neo-Nazi-Szene zu erzählen und damit den Erfolg von Filmen wie American History X zu wiederholen. Auch Imperium ist ein solcher Film, legt den Fokus aber auf einen Undercover-Cop, der einer gigantischen Verschwörung auf der Spur ist. Doch ist der Film auch ein Meisterwerk wie sein Vorbild oder eher ein mittelmäßiger Crime-Thriller?

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=9KgWvvz3U-A“]

    Blu-ray von Imperium, Daniel Radcliffe sieht mit Polizeimarke um den Hals in die Kamera
    Offizielles Boxart zu Imperium © Ascot Elite Home Entertainment

    Worum geht’s in Imperium?

    FBI-Agent Nate hat genug von seinem langweiligen Büro-Job. Auch wenn er eher zur sanftmütigeren Sorte gehört, träumt er davon, etwas zu verändern und würde alles tun, um dieses Ziel zu erreichen. Glücklicherweise taucht die erfahrenere Angela auf und weiht ihn in einen geheimen Plan ein: Über einen Untergrund-Radiosender verbreitet ein rechtsextremer Aktivist Informationen darüber, dass sich radioaktive Waffen in seinem Besitz befinden. Außerdem droht er damit, diese auch einzusetzen. Da das FBI alle Gründe hat, dem offensichtlich verrückten Nazi zu glauben, brauchen sie einen Undercover-Agenten, der sich in die örtliche Extremisten-Szene einschleust und die Lage entschärft. Nate fackelt nicht lange und schon wenige Tage später geht er undercover. Doch die Lage ist nicht so eindeutig, wie sie zunächst scheint. Der Agent muss sich erstmal in der Szene beweisen und wird mit Menschen konfrontiert, auf deren extreme Einstellung er nicht vorbereitet war.

    Nate und ein Nazi sehen sich in die Augen, Radcliffe ist kleiner als sein gegenüber in Imperium
    Besonders einer der Nazis traut Nate nicht über den Weg © Ascot Elite Home Entertainment

    Schwache Figuren

    Gerade bei der Darstellung der Neonazis bleibt Imperium leider unangenehm oberflächlich. Obwohl der Film ganz klar in die Kerbe eines American History X oder Skin schlägt, hat er zu keiner Zeit dieselbe Wucht oder geht derart in die Tiefe wie seine Vorbilder. Zwar wird hier auch versucht, die Nazis als durchaus fehlgeleitete Menschen darzustellen und nicht als hirnlose Grobiane. Allerdings gelingt dies nicht einmal annähernd mit einer solchen Glaubwürdigkeit wie bei den genannten zwei Filmen. Stattdessen bekommen wir hier einige Charaktere, die fast schon cartoonhaft böse sind und andere, die einfach nur eindimensional und langweilig sind. Kurzzeitig sieht es sogar so aus, als wolle der Film in eine sehr mutige Richtung gehen und Hauptcharakter Nate selbst zu den Nazis konvertieren lassen. Wie so vieles andere laufen diese Szenen aber auch ins Leere und plötzlich sieht es aus, als wäre nie etwas geschehen.

    Imperium versucht verkrampft, etwas anderes zu sein als er ist. Bereits mit dem Eröffnungszitat soll klar werden: Nichts ist so wie es scheint, hinterfrage deinen Blick auf die Dinge. Allerdings tut der Film das genaue Gegenteil und wird immer dann klischeehaft, wenn man es gerade am wenigsten gebrauchen kann. Und das spiegelt sich leider zu vielen Zeitpunkten auch in den Figuren wider.

    Glaubwürdige Darstellung

    Trost für die schwächelnden Charaktere ist allerdings das tolle Schauspiel. Einzige Ausnahme ist hier die sonst eigentlich immer hervorragende Toni Collette (Hereditary), die in Imperium leider ein bisschen zu dick aufträgt. Ihre übertriebene Gestik und coole Cop-Attitüde überspannen den Bogen etwas zu sehr und stören dabei ein wenig die Immersion. Ansonsten können aber alle Darsteller durch die Bank überzeugen, allen voran Hauptdarsteller Daniel Radcliffe. Der ehemalige Harry Potter-Darsteller hat wirklich jede Chance genutzt, um das Image vom Teenie-Fantasy-Star loszuwerden, und es mit genau solchen Filmen geschafft. Er legt sich in jeder Szene ins Zeug und zeigt eine weite Spannbreite, die stets nachvollziehbar und authentisch rübergebracht wird.

    Daniel Radcliffe sitzt mit Toni Collette in einem Auto, er sieht angespannt aus in Imperium
    Daniel Radcliffe kann als Undercover-Agent überzeugen © Ascot Elite Home Entertainment

    Das wird besonders in den tollen Dialogen deutlich. Immer wieder schafft es der Film, wie aus dem Nichts eine ungeheure Spannung allein durch Dialoge aufzubauen, bei denen es besonders um die Enttarnung von Nate als FBI-Agent geht. Nun könnte man denken, dass man als Zuschauer ja stets weiß, dass die Nazis ihn nicht entdecken werden und alles gut ausgeht. Tatsächlich kriegt es Imperium aber hin, diese Klischee-Vorstellung immer wieder zu hinterfragen und wirklich das Gefühl zu erzeugen, dass die Handlung gleich in eine völlig neue Richtung gelenkt wird. Gerade in diesen Szenen können die Darsteller glänzen, hier ist der Film am besten.

    Zu klischeehaft

    Leider plagt den Film aber ein gewaltiges Problem. Eben hatte ich noch angesprochen, dass Imperium immer wieder Spannung aufgrund seiner Dialoge aufbauen kann, weil man nicht weiß, in welche Richtung sie gehen. Tja, eben genau in die Richtung, in die man es bei einem Hollywood-Film erwarten würde. Die Gespräche des Films ziehen den Zuschauer immer wieder wegen ihrer scheinbaren Unberechenbarkeit in den Bann, lösen den Konflikt dann aber jedes einzelne Mal nach Schema F auf. Am Anfang bleibt das noch spannend und man schaut gebannt zu, wie Nate sich aus einer scheinbar unlösbaren Situation befreien kann. Das nutzt sich aber relativ schnell ab und sorgt für Langeweile in den zwar toll geschriebenen, irgendwann aber einfach ihre Wirkung verlierenden Dialogen.

    Nate steht zwischen Nazis auf einer Demonstration, er sieht unglücklich aus
    Das Drehbuch liefert wirklich interessante Momente, die aber nicht auserzählt werden. Bestes Beispiel: Der Undercover-Cop auf der Nazi-Demo © Ascot Elite Home Entertainment

    Halbgares Drehbuch

    So ähnlich verhält es sich auch mit dem Rest des Drehbuchs. Imperium klappert nach und nach die Stereotypen des Genres ab und wirft den Undercover-Agenten in allerlei verzwickte Situationen, die man so oder so ähnlich schon unzählige Male gesehen hat. Das macht sie nicht per se schlecht, schlägt aber in die gleiche Kerbe wie die Dialoge. Umso überraschender ist dann aber der relativ ungewöhnliche Twist, den so nur die Wenigsten kommen sehen dürften. Allerdings kommt der auch ziemlich aus dem Nichts und wird vom Film für wichtiger gehalten, als er eigentlich ist.

    Im Endeffekt ist es eigentlich nur das typische „Wir haben uns gestritten, aber jetzt vertragen wir uns wieder“, wie man es aus fast jedem Film kennt, nur eben in einem neuen Gewand. Leider täuscht das aber auch nicht darüber hinweg, dass das Ganze schnell wieder vergessen ist. Stattdessen steuern wir fröhlich aufs Happy End hinzu. Es ist wirklich schwer zu sagen, wie es zu diesem Problem kommen konnte. Allgemein wirkt Imperium aber so, als wollte man eine wirklich außergewöhnliche Geschichte erzählen, durfte oder konnte dann aber aus irgendwelchen Gründen nicht.

    Unser Fazit zu Imperium

    Mit Imperium haben wir einen ambitionierten Film vor uns, der im Kern eine wirklich interessante Geschichte erzählt. Mit einem für viele Menschen merkwürdig faszinierenden Milieu hat man einen Ankerpunkt, und mit namhaften sowie meist tollen Darstellern auch einen Grund zu bleiben. Allerdings bremst sich der Film immer wieder selber aus und löst Situationen nach Schema F auf, die extrem stark anfingen und wirklich mutig hätten werden können. Durch die Abziehbildern gleichenden Charaktere und die selbst verschuldete Durchschaubarkeit seiner Handlung verpasst Imperium die Chance, großes Kino zu werden, und liefert allenfalls einen unterhaltsamen, wenn auch nicht bahnbrechenden Thriller für zwischendurch.


    © Ascot Elite Home Entertainment

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