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    Startseite » Mein Ende. Dein Anfang.
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    Mein Ende. Dein Anfang.

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt6. Juni 2020Keine Kommentare8 min Lesezeit
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    Aron, gespielt von Julius Feldmeier, und Nora, gespielt von Saskia Rosendahl, stehen sich in der U-Bahnstation gegenüber und lernen sich kennen.
    Der Anfang am Ende: Aron (Julius Feldmeier) und Nora (Saskia Rosendahl) lernen sich in der U-Bahnstation kennen. © EuroVideo
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    Mariko Minoguchi schildert in ihrem hochgelobten Erstlingswerk Mein Ende. Dein Anfang. die schicksalhaften Verstrickungen mehrerer Menschen. Die Liebe zwischen Arno und Nora wird gewaltsam beendet, und der reuige Täter hat eine Schuld abzutragen. Ob der virtuos inszenierte Film die Erwartungen auch im Heimkino erfüllen kann, erfahrt Ihr in unserer Rezension.

    Das Cover der Blu-ray von Mein Ende. Dein Anfang.
    Das Cover der Blu-ray von Mein Ende. Dein Anfang. © EuroVideo

    Darum geht es in Mein Ende. Dein Anfang.

    Nora (Saskia Rosendahl) und Aron (Julius Feldmeier) lieben sich. Für den jungen Physik-Doktoranden, der an Vorsehung glaubt, ist es eine Schicksalsbeziehung. Die in Mein Ende. Dein Anfang. jäh endet, als beide in einen Bankraub verwickelt werden. Aron will Nora schützen und wird erschossen. So weit, so tragisch.

    Tragisch aber ist auch die Geschichte von Bankräuber Natan (Edin Hasanović), dessen kleine Tochter Ava an Leukämie erkrankt ist. Er lässt sich von seinem Kindergartenkumpel Max (Leonard Kunz) zu dem Überfall überreden, um die Behandlungskosten bezahlen zu können. Der tödliche Schuss löst sich versehentlich. Zumal Natan glaubte, die Waffe sei ungeladen.

    Noras und Natans Wege werden sich im Laufe von Mein Ende. Dein Anfang. mehrfach kreuzen. Von Gewissensbissen geplagt, kehrt Natan an den Tatort zurück. Dort sieht er Nora, die wie in Trance auf die Straße laufen will. Er rettet sie. Und noch ein weiteres Mal kann er ihr beistehen, als ein zwielichtiger Typ sie abschleppen will. Schließlich kommen sich die beiden näher – und noch näher. Doch dann erfährt Nora die Wahrheit.


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    Altmodisch und doch modern

    Mein Ende. Dein Anfang. ist klassischer Dramenstoff, eine tragische Verstrickung zwischen Täter und Opfer. Ähnliches gab es bereits in vielerlei Variationen zu sehen, etwa in der Tostoi-Verfilmung Die Auferstehung von Paolo und Vittorio Taviani. Wobei das Adjektiv klassisch schon anzeigt – Dieser Konfliktstoff beschäftigte eher etwas ältere Semester. Insofern kommt Mein Ende. Dein Anfang. thematisch fast altmodisch daher. Was auch für den Aspekt der schicksalhaften Verstrickung gilt, doch dazu später mehr. Neu an dem Film von Mariko Minoguchi ist allerdings die Art, wie sie diese Geschichte erzählt.

    Aron, gespielt von Julius Feldmeier, und Nora, gespielt von Saskia Rosendahl, stehen sich in Mein Ende. Dein Anfang. gegenüber und blicken sich verliebt in die Augen.
    Ungleiches Paar: Für Aron (Julius Feldmeier) ist die Liebe zu Nora (Saskia Rosendahl) vorherbestimmt. © EuroVideo

    Die Handlung folgt keinem chronologisch geordnetem Faden. Es geht ziemlich turbulent zu in der Erzählstruktur. Minoguchi springt zwischen den Zeit- und Handlungsebenen hin und her, die so einen eher thematisch orientierten Bilderstrudel erzeugen, der die Zuschauer einzusaugen trachtet. So wird auch Aron in häufigen Flashbacks wieder lebendig, etwa wenn Nora sich beim Tanzen in einer Diskothek an romantische Momente mit ihrem Liebsten auf einer Party erinnert – und die hämmernden Techno-Beats von seligen Schlagertönen der Münchner Freiheit („Ohne Dich will ich heut‘ Nacht nicht sein“) verdrängt werden.

    Innovative Erzählweise in Mein Ende. Dein Anfang.

    Auch die Erzählebenen Noras und Natans sind achronisch miteinander verschränkt, was dem Zuschauer ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit abverlangt. Dies ist eine innovative Erzählweise, wie man sie etwa aus Filmen Gaspar Noés kennt. Sie zieht unweigerlich in ihren Bann, konzentriert den Blick auf thematische Zusammenhänge. In Mein Ende. Dein Anfang. wird dieser Kunstgriff indes leicht überstrapaziert, sodass der Faden gelegentlich verloren geht.

    Es ist jedoch nicht nur ein rein stilistisches Mittel. Die ineinander verschachtelten Zeitstränge reflektieren auch eine inhaltliche Ebene. Denn Kern der Geschichte von Mein Ende. Dein Anfang. ist die physikalisch begründete Aufhebung der Zeit. Der Film fängt mit einem Vortrag Arons an: „Hatten Sie schon mal ein Déjà-vu?“, fragt er sein Publikum. Für ihn sind Déjà-vus keine neurologischen Phänomene, sondern Erinnerungen an die Zukunft. Ausgehend von Relativitätstheorie und Quantenphysik ist für ihn Zeit nur eine Form der Wahrnehmung durch das Bewusstsein. Doch wenn Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft letztlich eins sind, ist auch das Schicksal zwangsläufig vorherbestimmt. So sagt Aron auch an anderer Stelle: „Alles, was Du gemacht hast, hat Dich hierher geführt.“

    Natan, gespielt von Edin Hasanović, kuschelt mit seiner Tochter Ava.
    Zärtlicher Vater: Natan (Edin Hasanović) würde alles für seine Tochter Ava geben. © EuroVideo

    Diese Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen legitimiert zum einen die filmische Struktur von Mein Ende. Dein Anfang., gibt so aber auch der Handlung, die an sich höchst unwahrscheinlich und konstruiert ist, ein erzählerisches Fundament. Es sind halt die unerklärlichen Wege des Schicksals. So gesehen ist Minoguchis Film zwar formal überaus modern, inhaltlich jedoch Romantik pur.

    Mehr Märchen als Drama

    Manche Fragen klammert der Film bewusst aus. Eine die sozialen Grenzen sprengende Liebe zwischen Akademiker und Supermarktkassiererin hätte einer ausführlicheren Begründung bedurft. Dass sich Nora verzweifelt in das betäubende Getümmel einer Disco stürzt, ist nachvollziehbar, aber weniger, dass sie so kurz nach Arons Tod mit Natan schläft. Auch die letztliche Auflösung des Konflikts, die hier nicht verraten werden soll, ist an Unglaubwürdigkeit kaum zu überbieten. Minoguchi erzählt in Meine Ende. Dein Anfang. kein aus dem Leben gegriffenes Drama, sondern eher ein Märchen.

    Das kontrastiert erstaunlicherweise mit den um Authentizität bemühten Dialogen. Die könnten direkt dem Alltag der Autorin entnommen sein, was sich leider auch durch fürchterliche Banalität bemerkbar macht. Wenn sich Nora und Aron im Bett über Ängste unterhalten, wirkt dies wie dummes Gequassel einer Scripted-Reality-Show. Von einem künstlerisch gestalteten Film würde ich mir etwas geschliffenere Zeilen wünschen. Doch da mögen die Meinungen auseinander gehen.

    Virtuos inszenierte Szene macht Schwindel spürbar

    Doch gibt es auch immer wieder großartig inszenierte Szenen. Als Nora die Wahrheit über Natan erfährt, umkreist sie die Handkamera in enger werden Umrundungen auf der Toilette, geht ganz dicht an sie heran, hautnah. Spiegelungen, schnelle Schnitte und Unschärfen lassen ihren Schwindel spürbar werden. Eine andere Szene nach dem Bankraub zeigt Natan und Max im Taxi. Ihr langes, ratloses Schweigen sagt dabei mehr als alle Worte.

    Nachdem Bankraub sitzen Max, gespielt von Leonard Kunz, und Natan, gespielt von Edin Hasanović, verstört nebeneinander im Fond eines Taxis.
    Nach dem tödlichen Verlauf des Bankraubs sitzen Max (Leonard Kunz) und Natan (Edin Hasanović) verstört im Fond eines Taxis. © EuroVideo

    Überhaupt sind es die beiden Hauptdarsteller, die Mein Ende. Dein Anfang. tragen. Insbesondere Saskia Rosendahl vermag die gesamte Palette der Gefühle so glaubhaft wie unprätentiös auszudrücken. In ihrem noch unverbrauchten Gesicht spiegeln sich Liebe und Angst, Verwirrung und Zorn, Verletztheit, Apathie und Leidenschaft. Und auch Edin Hasanović gibt den mal verlegenen, mal aufbrausenden, mal liebevoll und zärtlichen Natan mit großer Glaubwürdigkeit. Julius Feldmeier dagegen neigt zum Overacting, insbesondere in der Bankraubszene. Und auch Leonard Kunz legt seinen Max ein wenig zu schleimig an, was allerdings eine Nominierung als bester Darsteller nicht verhinderte. In einer winzigen Rolle ist übrigens Charaktermime Hanns Zischler als Arons Vater zu sehen. Eine Rolle, die ihm bei kaum Text und wenig Screentime nicht viel abverlangte und wohl in erster Linie als Unterstützung einer hoffnungsvollen jungen Filmemacherin zu werten ist.

    Dennoch: Mein Ende. Dein Anfang. hat viele gute Ideen. Es gibt eine Vielzahl von genau beobachteten Details, sei es eine Packung Haferflocken oder ein Kassenbon, die Bedeutung erlangen. Auch Noras Versuch, dem inneren Schmerz eine äußere Entsprechung zu geben, wenn sie ihren Finger in heißes Kerzenwachs taucht. Oder eben in selbstzerstörerischer Manier den Taumel im Nachtleben sucht. Der Film ist als ambitioniertes Erstlingswerk beachtlich, wenn auch die Schraube mitunter ein wenig überdreht wird.

    Schrödingers Geschirrschrank hakt

    Ein gelungener Gag ist Arons Schrödinger-Schrank in der Küche der gemeinsamen Wohnung. Ein Stapel Geschirr ist darin so abgelegt, dass er beim Öffnen herausfallen und kaputt gehen muss. Ein Versuch, das Gedankenexperiment um Schrödingers Katze zu veranschaulichen. Das hakt zwar etwas, geht es bei der Katze doch um die Beschreibung des unbestimmten Zustands von Elementarteilchen, solange sie nicht beobachtet werden. Erst wenn die Kiste geöffnet wird, wird die Katze tot oder lebendig sein. Ihr Zustand entscheidet sich aber nicht durch die Öffnung, sondern durch die Beobachtung. Das Geschirr war durch die Glastüren schon immer sichtbar. Hier wurde durch das Öffnen der Tür nur das vorbestimmte Schicksal erfüllt, mithin eine Umkehr der Schrödingerschen Anordnung. Die aber wiederum der Schicksalsgläubigkeit Arons entspricht. Und der seltsame Titel? Der erklärt sich ganz zum Schluss, der auch der Anfang der Geschichte ist.

    Nora, gespielt von Saskia Rosendahl, steht mit gezogener Pistole und gekleidet mit einer Kapuzenjacke in einer baumbestandenen Landschaft.
    Will Nora (Saskia Rosendahl) Rache für den Tod von Aron nehmen? © EuroVideo

    Mein Fazit zu Mein Ende. Dein Anfang.

    So ganz mag ich mich den teils enthusiastischen Kritiken nach der Kinopremiere von Mein Ende. Dein Anfang. nicht anschließen. Allerdings ist  Mariko Minoguchis Erstlingswerk ein durchaus frischer, spannender und experimentierfreudiger Beitrag zur deutschen Filmlandschaft. Manches ist überzogen, mancher Dialog zu flach, auf den ein oder anderen Witz hätte man verzichten können. Doch der insgesamt virtuose Inszenierungsstil in Verbindung mit großartigen schauspielerischen Leistungen heben den Film deutlich aus der Masse hervor. Sehenswert.

    Mein Ende. Dein Anfang. ist seit dem 4. Juni 2020 als DVD, Blu-ray und VoD erhältlich.


    © EuroVideo

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

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