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    Startseite » Jay Kelly
    Drama Filme Komödie

    Jay Kelly

    Kenan Hasicvon Kenan Hasic20. September 2025Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Adam Sandler und George Clooney in einem Film? Wie das wohl zusammenkommen soll… Nun ja, wenn das einer zusammenführen kann, dann ja wohl Regie-Ass Noah Baumbach. Oder?

    Darum geht’s in Jay Kelly

    Der berühmte Filmschauspieler Jay Kelly (George Clooney) weiß während einer kurzen Drehpause nicht, was er tun soll. Zu seinem großen Entsetzen reist Daisy, die jüngere seiner beiden Töchter, vor dem College-Beginn nach Italien. Die ältere Tochter Jessica will nichts mit ihm zu tun haben. Seine Arbeit scheint Kelly immer weniger zu erfüllen, und als er erst vom Tod eines alten Freundes erfahren muss und kurz später seinen ehemaligen Schauspielkollegen Tim wiedertrifft, beschließt er, dass es Zeit für einen Tapetenwechsel ist. Kelly und sein Gefolge, bestehend aus Assistenten, Visagisten, Stylisten und Sicherheitspersonal, begeben sich auf ein Interrail-Abenteuer durch Europa, angeblich, um ein Filmfestival in Italien zu besuchen. In Wirklichkeit will Kelly aber seine Tochter und ihre Freunde beschatten. Kellys alter Freund und Manager Ron (Adam Sandler) ist auch mit dabei. Er hat einen Großteil seines persönlichen und beruflichen Glücks geopfert, um Kelly stets zur Verfügung zu stehen.

    George Clooney als Jay Kelly in Jay Kelly © Netflix

    Auf der Suche nach Vergebung

    Jay Kelly erzählt von einer Lebensrealität, die viele Schauspieler:innen nur zu gut kennen: volle Terminkalender, endlose Drehtage, Premieren, Interviews, Festivals, Meetings mit Produzent:innen – und dabei bleibt kaum Zeit für Familie oder für sich selbst. Baumbach konfrontiert seinen titelgebenden Protagonisten mit genau dieser Problematik und stellt die Frage: War der Ruhm es am Ende wirklich wert?

    Der innere Konflikt von George Clooneys Figur entfaltet sich in Kulissen, die sein vergangenes Leben nachzeichnen. Kelly wird zum Zuschauer seiner eigenen Existenz verdammt und erlebt sein Schauspiel nun aus der Distanz, als Betrachter statt als Handelnder. Es wirkt, als würden diese Momente zum ersten Mal reflektiert, als hätten sie Jay Kellys Innerstes nun endgültig durchbrochen.

    Baumbach knüpft damit an große Vorbilder wie Fellini oder Bergman an, die ihre eigenen Ängste und Schuldgefühle stets selbstreflexiv ins Kino überführten, man denke nur an 8 ½.

    Milde Erdbeeren

    Wie bei seinen spirituellen Vorgängern entwirft Baumbach eine persönliche Odyssee. Ähnlich wie in Bergmans Klassiker Wilde Erdbeeren schickt er seinen Protagonisten auf eine Reise, die von der Jagd nach einer Auszeichnung geprägt ist, begleitet von einer unzufriedenen Tochter und umringt von Bewunderern, die ihm unterwegs begegnen.

    In einer langen Zugsequenz trifft Kelly auf zahlreiche Fans, vor denen er seine Schauspielpersona zelebriert. Gleichzeitig liefern auch die Menschen um ihn herum ihre besten Performances ab, um sich bei der Berühmtheit einzuschmeicheln. Getragen wird diese Passage von Clooneys Spiel, das virtuos zwischen seiner privaten und beruflichen Identität balanciert. Doch viele Dialoge wirken dabei überzogen, stellenweise künstlich aufgebläht und nicht immer stimmig mit der Situation. Den Höhepunkt findet die Fahrt in einer Verfolgungsszene, die fast eins zu eins an Jerzy Kawalerowiczs Klassiker Night Train erinnert.

    Baumbach jongliert hier zwischen selbstreflexivem Drama, leichtfüßiger Komödie und Zitaten aus der Filmgeschichte. Nur selten gelingt es ihm jedoch, alle drei Bälle zugleich in der Luft zu halten. Zu oft fällt einer herunter.

    … und findet Selbstvergebung

    Eins muss man Baumbach lassen: Er bemüht sich redlich, Jay Kelly nicht ungeschoren davonkommen zu lassen. Der Protagonist erhält selten die Reaktionen, nach denen er sich sehnt. Seine Suche nach Vergebung erweist sich vielmehr als Suche nach Bestätigung; ein weiterer Moment der Aufmerksamkeit, der ihn in seinem Lebensentwurf bestätigt. Kelly verlangt nicht nach Liebe von seinen Nächsten, er will lediglich hören, dass es richtig war, sein Leben einer vermeintlich höheren Aufgabe zu widmen. Diese Versicherung ist für ihn unverzichtbar.

    Doch Baumbach gelingt es nicht, diese Reise wirklich spannend oder emotional zu erzählen. Trotz aller inneren Konflikte beschreitet sein Held erstaunlich einfache Wege. Es bleibt eine zarte Abrechnung, die von einem seichten Moment in den nächsten gleitet. Am deutlichsten zeigt sich dieses Problem in der Beziehung zu Kellys Agenten Ron Sukenick. Für ihn ist Jay weit mehr als ein Klient. Er betrachtet ihn als Freund, fast als Familie. Gleichzeitig weiß er, wie einseitig diese Bindung ist. Sobald Kelly ein winziges Problem verspürt, muss Ron alles stehen und liegen lassen. Dadurch verpasst er selbst Chancen im Leben. In einer kurzen Szene mit Laura Derns Liz – einer der stärksten im Film – wird das spürbar: In wenigen Augenblicken entfalten sich Geschichte, Emotionen und Charakterentwicklung, wie man sie sich für den gesamten Film gewünscht hätte.

    Greta Gerwig als Lois Sukenick und Adam Sandler als Ron Sukenick © Netflix

    Hier liegt eigentlich das Potenzial für ein kraftvolles Drama: der Agent, der zu viel opfert für jemanden, der ihn kaum wertschätzt. Doch Baumbach bleibt auch hier an der Oberfläche, liefe einfache Lösungen, wo sich Abgründe hätten auftun können. Genau darin offenbart sich Jay Kellys Gesamtheit: ein Protagonist, dessen Konflikte zwar benannt, aber selten wirklich durchdrungen werden.

    © Netflix

    Unser Fazit zu Jay Kelly

    3.0 Okay

    Die finale Szene bringt es auf den Punkt:Ein vermeintlich emotionaler Moment wird ausgereizt, wirkt dabei jedoch egozentrisch, selbstvergebend und fast lächerlich. Und doch fällt am Ende ein Satz, der so präzise auf Film und Figur zugeschnitten ist, dass alles zuvor Gesehene plötzlich verblasst und einen wider Erwarten bewegt zurücklässt. Diese Ambivalenz zieht sich durch den gesamten Film.

    George Clooney liefert dabei eine Karrierebestleistung, wandelnd zwischen surrealen und kitschigen Momenten, zwischen scharfzüngigen Kommentaren auf die Schauspielindustrie und Augenblicken, die kaum selbstgefälliger sein könnten. Doch die große Abrechnung bleibt aus. Stattdessen dominieren Verwirrung und Mühseligkeit das Gesamterlebnis. Da helfen auch starkes Schauspiel, eindrucksvolle Sets und ein brillanter Schlusssatz nicht hinweg: Baumbach gelingt mit Jay Kelly nicht der große Wurf.

    Jay Kelly läuft ab Dezember bei Netflix im Streaming-Angebot.

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