Close Menu
    Facebook Instagram YouTube
    Facebook Instagram
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    • Startseite
    • Kritiken
      • Filme
      • Serien
    • Features
    • News
    • Über uns
      • Wer sind wir?
      • Unsere Autor*innen
      • Filmtoast auf Social Media
      • Werde Teil des Teams
      • Finanzielle Unterstützung
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » Köln 75
    Drama Filme Musik

    Köln 75

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen7. Juli 2025Keine Kommentare5 min Lesezeit
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Reddit LinkedIn Copy Link
    Share
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Telegram Copy Link

    1975 spielte der begnadete Pianist Keith Jarrett ein legendäres Jazz-Konzert in Köln – der Mitschnitt ist bis heute das am meisten verkaufte Solojazzalbum der Welt.

    Doch beinahe wäre all dies niemals zustande gekommen, wäre da nicht eine junge Frau von 18 Jahren gewesen. Davon erzählt Köln 75.

    Das Postermotiv von Köln 75 mit Hauptdarstellerin Mala Emde, die durch die Tasten eines Keyboards hindurchbricht
    © Alamode Filmverleih

    Die Handlung von Köln 75

    Die 16-jährige Vera Brandes (Mala Emde) ist eine Rebellin, wie sie im Buche steht. Statt regelmäßig in die Schule zu gehen und in die medizinischen Fußstapfen ihres Vaters zu treten, schlägt sie sich die Nächte in Clubs und Musikschuppen um die Ohren.

    Als der Jazz-Musiker Ronnie Scott bei einem Auftritt gefallen an ihrer Art findet, bittet er sie kurzerhand, ihm weitere Konzerte zu organisieren. Das ist der Startschuss für Veras Karriere, die im titelgebenden Jahr 1975 in Köln ihren Höhepunkt findet.

    Denn der frei improvisierende Jazz-Pianist Keith Jarrett tourt durch Deutschland und soll – so hat es sich Vera in den Kopf gesetzt – in der Kölner Oper auftreten. Doch alles droht zu scheitern, als der Tag wirklich gekommen ist, und Vera muss eine Tugend an den Tag legen, die im Jazz essentiell ist: improvisieren.

    John Margaro sitzt als Keith Jarrett am Klavier, um sein legendäres Köln-Konzert 1975 zu spielen.
    Ende gut, alles gut: Keith Jarrett spielt sein legendäres Konzert © Alamode Filmverleih

    Nicht der Künstler, nicht die Kunst, sondern das „Gerüst“

    Was genau ist Köln 75 eigentlich? Ein Musikfilm? Ein Konzertfilm? Ein Biopic über Künstler aus der Jazzbranche?

    Die Antwort liefert der US-amerikanisch-israelische Regisseur und Autor Ido Fluk netterweise schon zu Beginn seines mittlerweile dritten Langfilms – und zwar mit einem anschaulichen Vergleich aus der Bildenden Kunst:

    Damit Michelangelo von 1508 bis 1512 die Decken der Sixtinischen Kapelle in Rom bemalen konnte, musste ein spezielles Gerüst gebaut werden. Nur durch dieses Gerüst konnte der Künstler Michelangelo seine Kunst, die aufwendige Deckenmalerei, entstehen lassen.

    Köln 75 ist nun ein Film über solch ein „Gerüst“, nicht über den Künstler Keith Jarrett (auch wenn Fluk einige Zeit darauf verwendet, ihm über einen Journalisten näher zu kommen) und auch nicht über dessen Musik.

    Kein einziger Ton des legendären Konzerts ist im Film zu hören, weil der Künstler selbst nicht mehr so sehr hinter seinem damaligen Auftritt stehen soll und ihn die mediale Überhöhung des Ganzen dementsprechend nicht behagt.

    Aber ist die Geschichte trotzdem spannend, wenn der Ausgang bekannt ist und das Konzert selber gar keine Rolle spielt?

    Klares Ja: Es lohnt sich, Vera Brandes Geschichte einmal fiktionalisiert nachzuerleben.

    The Big Short als Jazzfilm?

    The Big Short von Adam McKay war 2015 eine echte Glanzleistung: Die für Laien schwer zu durchdringende und cineastisch trockene Finanzkrise von 2008 wurde dank cleverer Einfälle zu einem echten Happening.

    McKay ließ die Figuren direkt in die Kamera sprechen (an sich nichts Besonderes mehr), um immer wieder komplexe Finanzthemen für das Publikum verständlich herunterzubrechen.

    Abrupte Schnitte, Archivaufnahmen Musikmontagen und visuelle Stilbrüche machten das ganze Thema leicht verdaulich und vor allem mächtig unterhaltsam.

    Im wohlgemerkt kleinen Stil bedient sich auch Ido Fluk dieser inszenatorischen Mittel. Da lügt Vera Brandes (Mala Emde) Ronnie Scott frech ins Gesicht, dass sie 25 Jahre alt sei, nur um dann uns Zuschauer anzusehen und zuzugeben: Ich bin eigentlich 16 Jahre.

    Mala Emde als Vera Brandes auf einer Party lacht ihre Freundin Wanda an
    Mala Emde als Vera Brandes © Alamode Filmverleih

    Oder der dazugedichtete amerikanische Journalist Michael Watts (Michael Chernus, Severance) durchbricht für uns die komplette Filmhandlung und erklärt einmal anschaulich, wie Jazz in einer Band eigentlich gespielt werden kann – wenn doch laut Allgemeinverständnis im Jazz so viel improvisiert wird.

    Auch hier zeigt sich also: Mal machen diese inszenatorischen Meta-Spielereien den Film einfach flotter und unterhaltsamer, mal lernen wir (= Jazzunkundige) etwas über die Musik oder auch einiges über den politisch-rebellischen Zeitgeist der 70er in Deutschland.

    Ganz so wild, stürmisch und vor allem improvisiert wie das Musikgenre ist Köln 75 leider nicht. Auch wenn Fluk als amerikanisch-israelischer Filmschaffender eine besondere Frische reinbringt, steckt dem Film trotzdem das typisch Deutsche in den Knochen.

    Schauspiel und Dialoge sind entsprechend so wie oft verschrien, sodass beim Schauen wieder das zweifelhafte Argument in den Kopf schießt: „Für einen deutschen Film ist das echt ganz gut.“

    Die wahre (und nur leicht frisierte) Geschichte einer beeindruckenden Frau

    Köln 75 erzählt im Endeffekt (neben einer kleinen erzählerischen Klammer) nur aus drei Lebensjahren von Vera Brandes. Weil es eben eine wunderbare Underdog-Geschichte ist, wie eine anfangs 16-, später 18-jährige hoch pokert, um namhafte Jazzkünstler auf deutsche Konzertbühnen zu bringen und dann den großen Coup zu landen.

    Mala Emde wirft sich hier mit einer bewundernswerten Spielfreude in diese mutige, selbstbestimmte Frauenfigur. Nur: Mit Ende 20 wirkt Emde leider deutlich zu alt, um als übersprudelnde Teenagerin zu erscheinen.

    Ja, es klingt vielleicht kleinlich, aber es sorgte bei mir in der ersten halben Stunde für echte Probleme, mich völlig in der Filmwelt zu verlieren. Auch Vera Brandes Bruder, gespielt von Leo Meier, geht zu keiner Zeit als Jugendlicher durch. Die Dialoge tun ihr Übriges, die Immersion ständig zu brechen.

    Wie gelegen kommt es da, dass der Film mehrsprachig ist (und auch so in der deutschen Fassung erhalten bleibt!). Zwei tragende Säulen des Films, Michael Watts und Keith Jarrett, sind mit Michael Chernus und John Margaro nämlich hervorragend besetzt.

    Und je mehr die Filmhandlung die Vorbereitungen für Jarretts Köln-Konzert in den Fokus nimmt, desto mehr kribbelt und pulsiert dieser Film auch. Eine minutenlang ohne Schnitt gefilmte Sequenz, in der Vera Brandes versucht, noch ein passendes Klavier im Opernhaus aufzutreiben, obwohl fast alle bis auf eine unmotivierte Sekretärin schon unerreichbar im Wochenende sind, treibt den Puls in die Höhe.

    Dass das Ende bekannt ist, spielt hier tatsächlich gar keine Rolle. „Das Wie“, also wie es am Ende doch entgegen aller Widerstände möglich gemacht wurde, ist Spannung genug. Und wie gesagt: Wir alle lieben eine gute Underdog-Geschichte. Dieses Pfund weiß Köln 75 in die Waagschale zu werfen.

    Mein Fazit zu Köln 75

    3.5 Sehenswert

    Köln 75 ist ein flott, frech und meta erzählter Auszug aus dem Leben einer rebellischen jungen Frau, die gegen alle Widerstände das legendäre Köln-Konzert von Keith Jarrett organisierte, dessen Mitschnitt bis heute das meist verkaufte Jazzsoloalbum und Klavieralbum der Welt ist.

    • User Ratings (0 Votes) 0
    Vorheriger BeitragJurassic World: Die Wiedergeburt
    Nächster Beitrag The Ritual (2025)

    Weitere Beiträge

    2.0

    Hi-Five

    von Louis Kiehl
    4.5

    Sentimental Value

    von Luca Mattys
    2.0

    Stromberg – Wieder alles wie immer

    von Felix Knorr
    4.0

    Im Schatten des Orangenbaums

    von Luca Mattys
    2.5

    Dead of Winter

    von Jan Werner
    4.5

    Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery

    von Jan Werner
    Kommentar hinzufügen
    Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply

    Neueste Beiträge

    Die große Netflix-Vorschau 2026 – Highlights aus Film und Serie 

    7. Dezember 2025

    Hi-Five

    6. Dezember 2025

    Sentimental Value

    5. Dezember 2025

    The Mighty Nein

    4. Dezember 2025
    We are social
    • Facebook
    • Instagram
    Über uns
    Über uns

    Filmkritiken, Serien-Reviews und Streaming-Tipps. Wir bieten Einblicke, aktuelle Besprechungen und ehrliche Meinungen zu allem, was auf Leinwand oder Bildschirm läuft. Einfach, direkt und ohne Hype.

    Links
    • Über uns
    • Filme
    • Serien
    • Features
    • News
    Facebook Instagram
    • Datenschutzerklärung
    • Impressum
    © 2025 Filmtoast.de

    Suchbegriff eingeben, um zu starten. Tippe X, um die Suche zu schließen.