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    Luzifer

    Tobias Theißvon Tobias Theiß6. April 2022Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    | Luzifer © Indeed Films
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    Peter Brunners neuester Film Luzifer entführt vor malerischer Alpenkulisse in ein düsteres Geflecht einer bizarren Mutter-Sohn-Beziehung.

    https://youtu.be/_pe6lffSDIA

    Der glatzköpfige Franz Rogowski als Johannes in Luzifer mit einem Adler auf dem Arm.
    Johannes (Franz Rogowski) ist den Vögeln auf der Alm sehr verbunden. | Luzifer © Indeed Films

    Die Handlung von Luzifer

    Maria (Susanne Jensen) lebt mit ihrem Sohn Johannes (Franz Rogowski) in völliger Abgeschiedenheit auf einer Alm. Vor Jahren hat sie nach dem Dasein als exzessive Alkoholikerin Zuflucht im Glauben gefunden und sich mit ihrem Sohn fernab der teuflischen Zivilisation in der kargen Berghütte zurückgezogen. Doch die Moderne holt ihr vom Glauben bestimmtes Leben ein: Ein Investor möchte die Berghänge für ein Skigebiet aufkaufen und roden…

    Die Kraft der Bilder

    Wer hierbei eine popkulturelle Auffrischung von Heidi denkt, irrt sich gewaltig. Peter Brunners neuester Film ist ein betörend schön bebildertes, aber auch ein extrem intensives Werk rund um religiösen Glauben und Beziehungen von Menschen zueinander.

    Brunner und sein Kameramann Peter Flinckenberg wissen um die inszenatorische Bedeutsamkeit filmischer Bilder. Die gigantischen Bergkämme der Alpen, die unwirtliche Umgebung der Alm, nebelumspielte Wälder und ein in allen Farben leuchtendes Firmament – die Schönheit der Natur wird in all ihren Facetten eingefangen. In Verbindung mit dem teils tief dröhnenden Sounddesign ergibt sich eine stets unheilvolle Grundstimmung, die den fantastischen Naturaufnahmen entgegenläuft und dabei zeitweise an Lars von Triers düstere Waldkulisse in Antichrist erinnert.

    Die Bedrohung kommt anfangs auf subtilen Sohlen, mit fortschreitender Laufzeit spitzen sich die Geschehnisse auf der Alm stetig zu und kulminieren in einem schockierenden Finale. Anfangs sind es noch schnöde Telefonanrufe, die den heiligen Frieden auf dem Berg stören, später Drohnen und Helikopter und sogar Hausfriedensbruch.

    Maria fragt Johannes sehr häufig, wo der Teufel sich versteckt hält. In der Art und Weise, wie hier gesellschaftlich anerkannte und alltägliche Dinge wie Drohnen und Hubschrauber präsentiert werden, fühlt man sich als Publikum genau wie die Familie überfordert. Die dröhnende Lautstärke und Aufdringlichkeit wähnt man beim bloßen Zusehen als Störung der (religiösen) Einkehr.

    Luzifer wird dabei allerdings kein Ökothriller, der die Skisportlobby kritisiert und religiösen Glauben als probaten Problemlöser anpreist. Stattdessen werden das durch den Glauben nahezu gänzlich fremdbestimmte Leben in völliger Isolation und die daraus entstehende groteske Mutter-Sohn-Beziehung kritisch beäugt.

    Schauspielerische Meisterleistungen

    Susanne Jensen als Mutter und Franz Rogowski als Sohn reißen den Film von der ersten Sekunde an sich. Beide sind in ihren Rollen eine Wucht: Jede noch so kleine Geste oder mimische Regung sitzt und vertieft die Charaktere.

    Vor allem Jensen, tatsächlich nur Laiendarstellerin und im realen Leben Pastorin, ist eine Urgewalt. Ihren ausgemergelten aber großflächig und wunderschön tätowierten Körper präsentiert sie völlig ohne Scham. Beliest man sich etwas zu ihrer Biografie, kommt schnell der Verdacht auf, dass in ihrer Rolle als Maria eine gehörige Portion Susanne Jensen steckt. Ihre Darstellung der verzweifelten und zusehends hilflosen Mutter und Gläubigen jedenfalls ist beängstigend authentisch und gerade deshalb fesselnd.

    Rogowski legt ebenfalls eine beachtliche Leistung vor, die bei aller Liebe dennoch im Schatten Jensens steht. Aber auch sein Johannes ist eine denkbar spannende Figur: geistig zurückgeblieben (die Gründe hierfür bleiben offen, aber man kann mutmaßen), kaum zum Sprechen fähig und hörig zu seiner Mutter. Rogowski spielt Johannes ebenfalls erschreckend intensiv. Beide liefern Leistungen ab, die allein Grund genug sind, Luzifer zu sehen.

    Unser Fazit zu Luzifer

    Mit Luzifer hat Regisseur Brunner einen beachtlichen Film vorgelegt. Fraglich ist nur, ob er sein Publikum finden wird, da die Genreversatzstücke fast schon minimalistisch eingestreut werden. Für Horrorfans wird es zu wenig schaurigen Grusel geben, für ein Drama ist Luzifer sehr spröde und sperrig.

    Aufgeschlossene Filmfreunde, die gerne von ausgetretenen Pfaden abweichen, finden mit Luzifer aber unter Garantie einen audiovisuellen Genuss mit schlichtweg fantastischem Schauspiel, der seine Faszination weniger aus seiner Handlung erfährt. Vielmehr bestechen die rohe Körperlichkeit, so wie die beim Zuschauen erlebten Emotionen. Ein Film also, der gespürt werden möchte.

    „Wo ist der Teufel?“

    Luzifer feiert derzeit seine Deutschlandpremiere bei den Fantasy Filmfest Nights 2022.


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    © Indeed Films

    Tobias Theiß

    Tobi ist bereits gute 7 Jahre an Bord und teilt so fast 20% seiner Lebenszeit mit Filmtoast. Wie es ursprünglich dazu kam ist so simpel wie naheliegend. Tobi hatte unregelmäßig auf Seiten wie Schnittberichte Reviews zu Filmen verfasst und kam über diverse facebooksche Filmgruppen und –diskussionen in Berührung mit dem damaligen Team von Filmtoast (die Älteren erinnern sich: noch unter dem Namen Movicfreakz) und wurde daraufhin Teil dessen.
    Thematisch ist er aufgeschlossen, seine feste Heimat hat er jedoch im Horrorfilm gefunden, da für ihn kein anderes Genre solch eine breite Variation an Themen und Spielarten zulässt. Kontroverser Ekelschocker, verstörender Psychothriller oder Elevated Horror – fast alles ist gern gesehen, auch wenn er zugeben muss, dass er einen Sweet Spot für blutrünstig erzählte Geschichten besitzt.
    Tobi geht zum Lachen jedoch nicht (nur) in den blutverschmierten Keller, sein Herz schlägt unter anderem bei Helge Schneider, dänischem schwarzen Humor oder den Disyneyfilmen seiner Kindheit höher.
    Kinogänge vollzieht er am liebsten im städtischen Programmkino, zum Leidwesen seiner filmisch weniger affinen Freunde, meidet er große Kinoketten wie der Teufel das Weihwasser. Am liebsten geht er seiner Filmleidenschaft jedoch in den eigenen vier Wänden nach, um den viel zitierten Pile of Shame seiner physischen Filmsammlung abzuarbeiten.
    Tobi lebt in Sachsen-Anhalt, ist beruflich in einer stationären außerklinischen Intensivpflege verankert und hat mit der Begeisterung zum Film und dem Schreiben darüber den für sich perfekten Ausgleich zum oftmals stressigen Arbeitsalltag gefunden.

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