Nach Evil Dead Rise erscheint nun der neue Film mit Lily Sullivan: Monolith. Was der sehr spezielle Thriller mit Mystery-Vibe zu bieten hat, klären wir jetzt.

Die Handlung von Monolith
Die Journalistin Sandra sucht nach einem folgenschweren Karrierefehler händeringend nach einer zweiten Chance. Diese scheint sich einzustellen, als sie im Rahmen ihres Podcast auf eine seltsame Verschwörung stößt. Ganz unterschiedliche Menschen überall auf der Welt sind im Besitz eines schwarzen Monolithen, von dem besondere Kräfte auszugehen scheinen.
Sandra stürzt sich immer tiefer in die Recherche und muss bald erkennen, dass auch ihr eigenes Leben in Gefahr gerät. Wird sie dem Mysterium ohne Rücksicht auf Verluste auf die Spur gehen?
Ein Ort, eine Person, ein Experiment
Monolith – Die Alien-Verschwörung von Langfilm-Debütant Matt Vesely ist absolut minimalistisch gehalten. Lily Sullivan, die bei Evil Dead Rise einen guten Eindruck hinterließ, ist in das Haus ihrer Eltern geflüchtet. Zu groß war der Shitstorm, der aus ihrem beruflichen Fehltritt resultierte.
Der gesamte Film spielt nun einzig und allein in diesem Haus, was mitten im Nirgendwo von Wiesen und Feldern umgeben liegt. Eine andere Person als Hauptfigur Sandra werden wir nie zu Gesicht bekommen und ihre Isolation ist der Nährboden für die Verschwörungsstory.

Aber, und das ist das Experiment, was Vesely eingeht: Wir hören andere Menschen. Denn Sandra telefoniert mit vielen verschiedenen Menschen rund um den Globus, um das Rätsel um die schwarzen Steine aufzuklären.
Weil wir das Gegenüber nie sehen, starren wir teilweise minutenlang in das Gesicht von Lily Sullivan. Wir registrieren jede Regung, jedes noch so kleine Zucken in ihrem Gesicht, während sie auf das reagiert, was die Menschen ihr Absonderliches erzählen.
Monolith ist also radikal reduziert auf Atmosphäre, die vor allem aus den Erzählungen der Betroffenen hervorgeht. Radikaler war nur Fede Alvarez Calls, die Apple-TV-Plus-Serie, die fast ausschließlich als Hörspiel aufgezogen war. Deshalb sei hier die erste von zwei Warnungen ausgesprochen: Dieser Film ist nur etwas für erprobte Genre-Fans, die das Kopfkino auch gut alleine zum Laufen bekommen.
„Fesselnd und intensiv“, sagt The Guardian
Wer kennt sie nicht, die lobpreisenden Zitate aus Filmkritiken, die auf jedem noch so schlechten Filmposter abgebildet sind. Der Verleih hat sich im Falle von Monolith auf ein Zitat des Guardian festgelegt, was zu 100 % auch mein Empfinden wiedergibt.
Matt Vesely ist nur zu beglückwünschen, wie er hier eine Sogwirkung über seine Inszenierung erzielt, die den Film über rund 90 Minuten trägt. Dabei klingt es furchtbar banal, zu schreiben, dass Lily Sullivan die meiste Zeit von vorne, von der Seite, von oben über die Schulter usw. abgefilmt wird, während sie telefoniert oder den Podcast aufnimmt.
Man muss es gesehen haben. Monolith ist, wenn man sich darauf einlässt, ein Film des ständigen Mitarbeitens und Miträtselns. Lügt die Person am anderen Ende der Leitung gerade? Verheimlicht sie etwas? Ist das alles ein großer Schwindel?
In diese großartige Grundstimmung bettet Vesely dann eine handvoll Sequenzen ein, für die mir auf Anhieb die Vergleiche fehlen, weil sie an Intensität kaum zu überbieten sind. In diesen Momenten erzählen die Betroffenen von ganz bestimmten Erlebnissen mit den Monolithen. Die Kamera zeigt aber nur die leere, sterile Szenerie wie zum Beispiel einen Büroflur und bringt damit das Kopfkino zum Überschäumen.
Kann Monolith diesem grandiosen Aufbau am Ende überhaupt mit einer Auflösung gerecht werden? Nein, absolut nicht. Und das ist die zweite Warnung: Der Weg ist das Ziel. Wer nur danach trachtet, die Auflösung zu bekommen, der wird arg enttäuscht sein.
Mein Fazit zu Monolith
Dem australischen Spielfilm-Debütant Matt Vesely gelingt mit Monolith ein beeindruckender Single-Location-Thriller, der trotz seines Minimalismus über die gesamte Laufzeit funktioniert.
Dazu reicht fast nur Lily Sullivans Gesicht sowie die Audiospur aus Podcast-Aufnahmen und Telefonaten, die phasenweise in Kombination eine umwerfende Wucht entwickeln. Nur das Ende wird dem spannenden Weg bis dorthin leider nicht gerecht, was für einen solchen Genre-Film aber auch typisch ist.
© Plaion Pictures
