It‘s Morbin time im Heimkino. Seit kurzem ist Morbius bereits als VoD-Kauf erhältlich. Bei uns erfahrt ihr, ob Jared Letos Vampir-Held einen Blick wert ist.

Die Story von Morbius
Der seit Kindesbeinen an kranke Michael Morbius (Jared Leto) widmet seinem Leben der Suche nach einem Heilmittel. Nicht nur aus Eigeninteresse, sondern auch, weil sein bester Freund Milo (Matt Smith) ebenfalls auf eine Heilung hofft. Als Morbius seine DNA mit der von Vampirfledermäusen mischt, kann er, der bisher auf Gehhilfen angewiesen war, plötzlich schmerzfrei laufen und wirkt gesund. Doch das Experiment hat auch ungeahnte Nebenwirkungen und Michaels plötzlicher Durst nach Menschenblut ist ebenso gefährlich wie der Neid Milos, der ebenfalls das Heilmittel nutzen möchte…

Ein Cast (fast) ohne Esprit
Der beste Umgang mit Morbius wäre wohl, ihn komplett zu ignorieren. Denn sonst hinterlässt Daniel Espinosas Vampir-Comic-Actioner eigentlich nur eine Frage: Was zur blutigen Hölle ist hier schiefgegangen? So gut wie alles: Jared Leto spielt lustlos und gelangweilt, dabei wäre die Rolle als zum Vampir mutierender Morbius doch die Gelegenheit, um dem Affen richtig Zucker zu geben und freizudrehen. Ebenso Tyrese Gibson, bei dessen Figur man sich ganz grundsätzlich fragt, warum er überhaupt im Film ist. Der einzig kleine Lichtblick ist Matt Smith, der als Milo durchaus Potenzial hat, auch wenn seine Spiegelung der Hauptfigur nicht gerade originell ist. Doch Smith scheut nicht dezentes over-acting und scheint somit als einziges Cast-Mitglied zu wissen, in welcher Art Film er ist. Sich an weiteren Figuren abzuarbeiten, wäre schlichtweg Zeitverschwendung, daher geht der Blick in Richtung Action und Effekte.
Morbius – ein filmischer Totalschaden
Und auch hier wird es nicht besser: Der meist in sehr dunkel ausgeleuchteten (oder nachbearbeiteten) Räumen spielende Film bietet keine einzige erinnerungswürdige Action-Szene. Die Bullet-Time ähnlichen Morbius-Fights sehen zwar noch einigermaßen okay aus, doch das furchtbare CGI, vor allem in Letos Gesicht, raubt jegliche Schaulust der Zuschauer:innen. Jetzt könnte man Morbius als hochbudgetiertes Studio-Trashfest abfeiern, aber auch dazu bietet Espinosas Film kaum Anlass. Denn dafür nimmt sich der Film einerseits viel zu bierernst und andererseits merkt man ihm an, dass er schlicht ohne künstlerische Idee oder Vision entstanden ist. Unzählige Male verschoben, Szenen mit J.K. Simmons als JJ Jameson wurden gedreht und wieder rausgeschnitten. Dazu fuhr Sony ein Marketing, welches die Verbindungen zur cash cow Spider-Man herausstellte, nur um davon im fertigen Film so gut wie nichts davon einzulösen.

Unser Fazit zu Morbius
Nach Venom – Let there be Carnage erreicht das Sony Spiderverse seinen nächsten Tiefpunkt. Einen derart belanglosen, generischen und austauschbaren Blockbuster auf das Publikum loszulassen, ist wahlweise mutig oder schlicht dreist. Es passt einfach so unheimlich wenig, denn weder Hauptdarsteller Leto noch die Action noch die Story können zu irgendeinem Punkt überzeugen. Stattdessen sieht man schlechte Effekte, egale Figuren und zwei Post-Credit-Szenen, die nahe an Etikettenschwindel grenzen. Eine völlig generische Comic-Adaption ohne Biss!
Morbius ist bereits jetzt als digitaler VoD-Kauf erhältlich und erscheint am 23. Juni 2022 als 4K-UHD im Steelbook und als Amaray sowie auf Blu-ra0-Disc und DVD.
Als Timo vor grauer Vorzeit wieder mal "Ducktales - Jäger der verlorenen Lampe" im Videorekorder vermutete, lag dort allerdings "Terminator 2". Und so schaute er, heimlich, allein und ohne es damals zu erahnen, einen der besten Filme aller Zeiten. Vermutlich war da seine Liebe für das Medium Film entfacht. In seiner Heimatstadt war Mitte der 90er bereits ein Kinosessel zu finden, der leichte Abdrücke seines Gesäßes aufwies, denn zu jener Zeit war die Frage, nicht ob, sondern was am Mittwoch für sieben Mark am Kinotag geguckt wird. Sobald Timo ein eigenes Zimmer besaß, wurde dieses mit einem Fernseher bestückt. Und das wohl größte Geschenk machte er sich dann zum 18. Geburtstag selbst - eine Mitgliedschaft in einer Videothek. Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch sein Alias "dervideothekar", welches seine Social-Media-Kanäle ziert. Doch dass Timo neben dem Regal "Actionfilme" geboren wurde, muss ins Reich der "urban legends" verbannt werden. Seit mehr als drei Jahren ist er vor den Mikrofonen von Filmtoast und Tele-Stammtisch. Dazu textet und spricht er über eigentlich jedes Genre, mit leichten Abstrichen beim deutschen Heimatfilm. Aber das er seine (recht lange) Nase auch mal bei Kino+ in die Kameras halten würde, war so nie geplant. Aber da einer seiner Lieblingsfilme "Besser geht´s nicht" ist, passt's ja. Wenn ihr ihn demnach mal trefft, sprecht ihn einfach an, er freut sich!
