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    Startseite » Perfect Skin
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    Perfect Skin

    Tobias Theißvon Tobias Theiß18. Oktober 2019Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Kevin Chicken mischt in seinem Regiedebüt Perfect Skin eine faszinierende Mixtur aus Horror, Drama und Thriller – Die Werbung um seinen Film macht ihm aber einen Strich durch die Rechnung.

    [su_youtube URL=“https://www.youtube.com/watch?v=UyXiUje_X50″]

    Das Cover des Mediabooks zu Perfect Skin
    Das Cover des deutschen Mediabooks. | PERFECT SKIN © Neue Pierrot le Fou

    Katia (Natalia Kostrzewa) wird von ihrer Freundin Lucy (Jo Woodcock) dem begnadeten Tattoo-Artist Bob (Richard Brake) vorgestellt. Nach einer durchzechten Nacht fasst Katia den Mut, Bob zu begleiten. Doch am nächsten Morgen wacht sie in seinem Keller auf – eingesperrt in einem Käfig. Der Tätowierer möchte auf ihrem Körper sein Meisterstück anfertigen…

    Dabei ist es vor allem Richard Brake, der im Gedächtnis bleibt. In seinen bisherigen Rollen (u. a. als Nachtkönig bei Game Of Thrones oder irrer Sadist unter der Federführung Rob Zombies in 3 From Hell) spielte er hauptsächlich weniger angenehme Figuren. Auch in Perfect Skin darf er sich als gefährliches und soziopathisches Individuum austoben. Dabei schafft er es, seinem Bob genügend bittere Persönlichkeit zu verleihen, sodass der Zuschauer durchaus mit seiner geschundenen Seele fühlen kann.

    Natalia Kostrzewa und Jo Woodcock schaffen es dabei leider nicht, mit Brakes Spiel mitzuhalten. Zu beliebig sind ihre Rollen, wobei immerhin Kostrzewas Katia eine drastische Figurenentwicklung zugestanden wird. Dennoch zieht Brake mit Leichtigkeit den Film an sich.

    Jo Woodcok als Lucy.
    Lucy (Jo Woodcock) führt Katia in die Tattoo-Szene ein. | PERFECT SKIN © Neue Pierrot le Fou

    Perfect Skin – Blick in die Szene der Tattoos und Body-Mods

    Tattoos und Körpermodifikationen sind schon länger etablierter Bestandteil der gesellschaftlichen Mitte. Vorbei sind die Zeiten, in welchen Tätowierte direkt als Knastbruder, raubeiniger Seefahrer oder schlicht Freak abgestempelt wurden. Natürlich gibt es auch heute noch sehr extreme Formen der Modifizierung des eigenen Körpers, aber selbst diese werden heute weitestgehend toleriert.

    Kein Wunder also, dass sich auch der Film hin und wieder thematisch in dieser Subkultur bewegt. Vorverurteilenderweise jedoch häufig in Horror- oder Folterfilmen: Strangeland, der deutsche Tattoo, American Mary oder Parlor. Dabei sind die Tätowierungen oder andere Modifizierung des menschlichen Körpers meist das Objekt der Begierde. Das heißt irgendeinem Psychopathen ist es daran gelegen, Tätowierungen für die eigene Sammlung aus der Haut seiner Opfer zu schnibbeln oder diesen unfreiwillige Cuttings, Piercings und ähnliches zuzuführen.

    Perfect Skin dreht den Spieß erfreulicherweise um. Zwar vollführt auch dort noch immer ein Soziopath unfreiwilliges Tätowieren seiner Opfer, Bob ist allerdings plastisch angelegt und nicht plakativ wahnsinnig.  Er muss sich mit seinen eigenen Dämonen auseinandersetzen. Beispielsweise leidet er unter einem Tremor, was sich für einen Tattoo-Artist als miserables Handicap erweist.

    Es sind vor allem diese ruhigen Momente, in denen Brake Bob mit seinem Schicksal hadernd zeigt, die überzeugen und dem Zuschauer sogar Mitgefühl abfordern können. Besonders überzeugend auch, dass das Setzen von Piercings nicht zum reinen Gewalt-Selbstzweck reduziert wird. Stattdessen bringt Bob Katia die Philosophie hinter Tattoos näher. Insbesondere seine Ausführungen zu den spirituellen Aspekten der Body-Suspension machen hellhörig.

    Richard Brake hängt als Tattoowierer mit Knien am Haken.
    Bob (Richard Brake) lebt die Körperkunst und -performance. | PERFECT SKIN © Neue Pierrot le Fou

    Unter die Haut gehendes Drama

    Dieser Ansatz hebt Perfect Skin angenehm vom gängigen Folter- und Horrorfilm ab. Denn statt Körperkunst quasi zu verteufeln, liefert Regisseur Chicken interessante Einblicke in diese Subkultur, deren Eigenheiten und Intentionen. Vielmehr tut er der realen Szene damit sogar einen Gefallen, so werden Tattoos und Veränderungen am eigenen Körper als Katharsis dargestellt.

    Die Erfahrung eines neuen, bewussteren Körpergefühls steht im Vordergrund. Wo sonst möglichst qualvolle Tode und Folterungen als Höhepunkt präsentiert werden, ist es hier das Verständnis für den eigenen Körper. Trance, Meditation, Bewusstseinserweiterung oder auch nur die Verstärkung des Selbstbewusstseins sind bei Body-Suspensions, Tattoos und Piercings das Ziel.

    Elemente eines Horror-Thrillers finden sich beiläufig in der Form, dass Bob sein Handwerk nicht nur legal im Geschäft verrichtet, sondern sich auch Nachschub an zu verschönernder Haut im privaten Kellerverlies hält. Der sich daraus ergebende Plot rund um Entführung streckt das Werk leider mehr, als das er Spannung aufbaut. Denn sind wir doch einmal ehrlich: Wer sich Farbe unter die Haut jagen lässt, würde sich freudigst bei so einem talentierten Künstlers wie Bob auf die Pritsche legen.

    So ist es bisweilen verschenktes Potential, wenn das spannende Psychogramm eines maroden Künstlers auf der Suche nach Erlösung in seinem Meisterstück durch Anleihen an Horrorfilme verwässert wird. Perfect Skin funktioniert deshalb als dunkles Drama, welches die Stigmatisierung einer Szene umgeht und stattdessen versucht, hinter die Fassade aus Metall, Ketten und Farben zu blicken. Dieses Vorhaben wird aber leider glorreich von der Vermarktung des Films torpediert…

    Richard Brake als Bob beim tattoowieren der Perfect Skin
    Bob ist gefragter Tattoo-Artist. | PERFECT SKIN © Neue Pierrot le Fou

    Fragwürdige Werbung

    Nachdem Puppet Master – Das tödlichste Reich die Uncut-Reihe aus dem Hause Pierrot le Fou wieder in ursprüngliches Fahrwasser navigierte (von der FSK abgelehnte Titel mit Siegel der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft zu veröffentlichen), rudert Nummer 17 wieder tüchtig zurück.

    Denn leider gehört Perfect Skin zu den Filmen, die durch ihr Marketing in befremdliche Genrekorsetts gezwängt werden und damit völlig falsche Erwartungen wecken. Die auf dem Cover gedruckten Pressezitate sprechen eindeutig Fans der härteren Gangart an:

    „Testet definitiv, wie zimperlich du bist!“ (Entertainment Focus)

    Oder wie im Presseheft zu lesen und noch einen Zacken schärfer:

    „Horrorfans, die es sadistischer als der Mainstream mögen, werden Perfect Skin genießen.“ (Flickering Myth)

    Spätestens, wenn dann auch noch der Begriff des Torture-Porn in den Raum geworfen wird, sollte deutlich sein, welches Zielpublikum anzusprechen versucht wird. Nicht falsch verstehen, ich bin selber kein Kind von Traurigkeit im Bezug auf filmische Gewalttaten – Wer meine Review-Historie verfolgt, wird sich dessen bewusst sein. Entpuppt sich der vorliegende Film dann jedoch als Drama mit düsterem Anstrich, ist der Shitstorm auf Bewertungsportalen und sozialen Netzwerken (Stichwort Filmgruppen) vorprogrammiert.

    Doch zurück zu Perfect Skin. Das, wider geschürter Erwartungen, recht stille Drama erscheint am 18.10.2019 als DVD, Blu-ray, VOD und eben Mediabook #17 der Uncut-Reihe von Pierrot le Fou. Abhängig von der geschürten Vorstellung, was Perfect Skin für ein Film sein solle, wird die Bewertung höchst flexibel ausfallen – weshalb hier eine neutrale Wertung zum Besten gegeben wird.


    © Pierrot le Fou

    Tobias Theiß

    Tobi ist bereits gute 7 Jahre an Bord und teilt so fast 20% seiner Lebenszeit mit Filmtoast. Wie es ursprünglich dazu kam ist so simpel wie naheliegend. Tobi hatte unregelmäßig auf Seiten wie Schnittberichte Reviews zu Filmen verfasst und kam über diverse facebooksche Filmgruppen und –diskussionen in Berührung mit dem damaligen Team von Filmtoast (die Älteren erinnern sich: noch unter dem Namen Movicfreakz) und wurde daraufhin Teil dessen.
    Thematisch ist er aufgeschlossen, seine feste Heimat hat er jedoch im Horrorfilm gefunden, da für ihn kein anderes Genre solch eine breite Variation an Themen und Spielarten zulässt. Kontroverser Ekelschocker, verstörender Psychothriller oder Elevated Horror – fast alles ist gern gesehen, auch wenn er zugeben muss, dass er einen Sweet Spot für blutrünstig erzählte Geschichten besitzt.
    Tobi geht zum Lachen jedoch nicht (nur) in den blutverschmierten Keller, sein Herz schlägt unter anderem bei Helge Schneider, dänischem schwarzen Humor oder den Disyneyfilmen seiner Kindheit höher.
    Kinogänge vollzieht er am liebsten im städtischen Programmkino, zum Leidwesen seiner filmisch weniger affinen Freunde, meidet er große Kinoketten wie der Teufel das Weihwasser. Am liebsten geht er seiner Filmleidenschaft jedoch in den eigenen vier Wänden nach, um den viel zitierten Pile of Shame seiner physischen Filmsammlung abzuarbeiten.
    Tobi lebt in Sachsen-Anhalt, ist beruflich in einer stationären außerklinischen Intensivpflege verankert und hat mit der Begeisterung zum Film und dem Schreiben darüber den für sich perfekten Ausgleich zum oftmals stressigen Arbeitsalltag gefunden.

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