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    Startseite » Phase IV
    Filme

    Phase IV

    Simon Eultgenvon Simon Eultgen17. August 2022Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Kendra schaut aus nächster Nähe auf eine eingesperrte Ameise in Großaufnahme.
    Eine unerwartete Bedrohung: Superintelligente Ameisen © Capelight
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    Ein psychedelisch-surreal angehauchter Sci-Fi-Horrorfilm aus den 70er-Jahren hat eine aufwändige Restauration erhalten. Capelight lässt Phase IV in neuem Glanz erstrahlen und zeigt uns den ungewöhnlichen Kampf zwischen Wissenschaftlern und superintelligenten Ameisen. Wie hat uns der fast 40 Jahre alte Film gefallen?

    Das Mediabook von Capelight zu Phase IV mit FSK-12-Aufkleber
    Phase IV erscheint restauriert im Mediabook © Capelight

    Die Handlung von Phase IV

    Nach einem rätselhaften kosmischen Ereignis entwickeln die Ameisenvölker in der Wüste Arizonas eine kollektive Superintelligenz. Noch bleiben sie von der großen Weltöffentlichkeit unbemerkt. Lediglich der Wissenschaftler Dr. Ernest Hubbs (Nigel Davenport) erkennt das drohende Unheil, sollten die Ameisen den Menschen als Bedrohung sehen und gefährlich werden. Zusammen mit dem Kommunikationsforscher James Lesko (Michael Murphy) reist er in die trockene Region der USA, um vor Ort die Ameisen zu erforschen. Hermetisch abgeschottet in einer Forschungsstation beginnt ein ungewöhnlicher, zermürbender Kampf zwischen Mensch und Ameise, bei dem sich nach und nach die Frage stellt, wer hier eigentlich wen beobachtet und untersucht.

    Ein typischer Monsterfilm?

    Die Handlung von Phase IV klingt im ersten Moment reichlich trashig und weckt Erinnerungen an die typischen Monsterfilme, die vor allem in den 50er-Jahren als Mischung aus Horror und Sci-Fi Hochkonjunktur feierten. Ob gigantisch große Spinnen (Tarantula), Riesenameisen (Formicula) oder ungewöhnlich große Mäuse (Die Nacht der unheimlichen Bestien), Insekten, Reptilien und anderes Getier waren die bösartigen Monster, die den Menschen als Leder wollten. Die kritische Botschaft dieser Filme lag auf der Hand: Häufig waren diese Mutationen das Resultat entarteter Forschungsexperimente, sinnbildlich brachten aber vor allem Vertreter wie Formicula auch die Angst des Menschen vor den Auswirkungen der Kernenergie, speziell der Atombombe, zum Ausdruck. Godzilla lässt grüßen!

    Doch Phase IV gehört zwar auch zu dem etwas breiter zu fassenden Subgenre des Öko-Horrors (Die Natur schlägt wortwörtlich zurück), geht aber einen eigenen Weg. Denn die Ameisen bleiben bei ihrer gewöhnlichen Größe und werden stattdessen mit außerordentlicher Intelligenz ausgestattet. Damit sollte auch die Erwartungshaltung an Saul Bass ersten und einzigen Langfilm klar sein. Phase IV verzichtet nahezu völlig auf den Thrill, die Ameisen als tötungswillige Monster darzustellen. Tatsächlich entsteht eher ein Kampf auf intellektueller Ebene. In einer länger andauernden Sequenz schaffen es die Ameisen beispielsweise, die Sonnenstrahlen auf die Forschungskuppel weiterzuleiten, unter der die Wissenschaftler mächtig ins Schwitzen kommen. Auch die Kommunikation nach draußen zum Rest der Menschheit ist bald von den Insekten gekappt. Isolation macht sich breit und für Hubbs und Lesko wird die sichere Basis mehr und mehr zur Mausefalle.

    Dr. Ernest Hobbs und James Lesko stehen aufgestützt auf einem Tisch und schauen auf ihre Forschungsgeräte.
    Dr. Ernest Hobbs und James Lesko in der abgeschotteten Forschungsstation © Capelight

    Ein fiebrig-surreales Standoff

    Was die eigentliche Stärke von Phase IV ist, ist schwer zu beschreiben und dürfte sicherlich nicht jeden überzeugen. Denn wirklich beeindruckend ist die fiebrig-psychedelische Stimmung, die der Film von Anfang an mit der nervenkitzelnden Musik und den schwülen, mit Unschärfe spielenden Bildern erzeugt. Nicht nur die vielen absolut beeindruckenden Aufnahmen aus dem Ameisenbau, die sich unkommentiert teilweise mehrere Minuten hinziehen und den Film wie eine Tierdokumentation wirken lassen, sorgen nachhaltig dafür, in eine ganz andere unbekannte Welt abzutauchen. Auch die dargestellte Welt der Menschen, radikal runtergekürzt auf zwei Forscher, die in einer hermetisch abgeriegelten Forschungsstation unter der brütenden Sonne Arizonas mitten in der Wüste hocken, ist so herausgelöst aus jeglicher Zivilisation, dass bald der Eindruck entsteht, die letzten Reste der Menschheit im Widerstand gegen superintelligente Ameisen zu beobachten.

    Ein Gefühl von Thrill entsteht natürlich nicht dadurch, dass Dr. Hubbs und James Lesko an riesigen Forschungsgeräten hantieren, Köpfe drücken, Hebel ziehen und Daten analysieren. Es ist mehr die Gesamtstimmung einer Endzeit für die Menschen, denn die Ameisen lernen so rasant dazu, dass sie sich aller Voraussicht nach zur neuen dominierenden Spezies aufschwingen werden. Zumindest ist dies die vorgefertigte Meinung des schrittweise in den Wahnsinn abdriftenden Dr. Hubbs, wodurch Phase IV noch einmal treffend auf den Punkt bringt, dass der Mensch gar nicht zur Koexistenz fähig zu sein scheint, sondern jederzeit Beherrschung bzw. Unterwerfung und Dominanz anstrebt.

    Kendra schaut aus nächster Nähe auf eine eingesperrte Ameise in Großaufnahme.
    Eine unerwartete Bedrohung: Superintelligente Ameisen © Capelight

    Wer erforscht hier eigentlich wen?

    Trotz seiner Handlungsarmut ist Phase IV nicht per se unspannend. Lesko schafft es, mit den Ameisen eine Art Kommunikation über ein computerunterstütztes Schreibgerät herzustellen. Die abstrakten, meist auf geometrische Formen beschränkten Zeichen befeuern die Phantasie derjenigen Zuschauer:innen, die gerne mit Dr. Hubbs und James Lesko mitdenken und miträtseln möchten. Was genau wollen diese Ameisen eigentlich? Der Schlusskniff kommt diesbezüglich in der Kinofassung reichlich abrupt, wenngleich die finale Botschaft dennoch verständlich erscheint und eine kluge Pointe setzt. Das im Bonusmaterial mitgelieferte, längere Ende schlägt noch mal deutlich in die Kerbe Surrealität und führt mit den fantastisch-abstrakten Bildern eindrücklich vor Augen, wie sich das Machtverhältnis Mensch und Ameise umkehrt. Alles in allem ist Phase IV trotz nur 84 Minuten Laufzeit eine echte, sich deutlich länger anfühlende Geduldsprobe, an der sich die Geister definitiv scheiden, ob das Geschehen jetzt faszinierend, spannend, rätselhaft oder einfach stinklangweilig und zäh ist.

    Dr. ErnestHubbs und James Lesko in Quarantäneanzügen vor der Forschungsstation und einem auf dem Dach liegenden Auto.
    Nur im Schutzanzug geht es nach draußen © Capelight

    Unser Fazit zu Phase IV

    Phase IV ist aus heutiger Sicht eine ungewöhnliche bis skurrile Seherfahrung, die absolut nicht jedem zu empfehlen ist. Allein schon, weil die Konfrontation Mensch vs. Ameise ohne wirkliche Action, Gewalt und Dramatik auskommt, wie man im ersten Moment auch anhand der notwendigen, aber letztlich unbefriedigenden Genrezuordnung annehmen könnte. Stattdessen inszeniert Saul Bass ein fiebrig-surreales, handlungsarmes Standoff zwischen Forschungsstation und Ameisenbau, bei dem sich nach und nach das Machtverhältnis umkehrt und die vermeintlich intelligentere Spezies selbst zum Versuchsobjekt wird. Damit verlangt der Film seinem Publikum zwar sehr viel ab, wer allerdings erfolgreich in der eigenartigen Atmosphäre versinkt und sich selbst seine Gedanken macht, wird keinesfalls enttäuscht zurückgelassen.

    Phase IV ist am 12. August als 3-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook und auf DVD erschienen.


    © Capelight

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