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    Startseite » Pig Killer
    Filme

    Pig Killer

    Tobias Theißvon Tobias Theiß20. November 2023Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    | © Busch Media Group
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    Chad Ferrin, seines Zeichens Regisseur des „schmutzigsten Films des 21. Jahrhunderts“ (gemeint ist Someone’s Knocking at the Door), fühlt sich mit Pig Killer berufen eine True Crime-Story zu verfilmen – räudige Exploitation oder feinfühlige Autopsie einer aufsehenerregenden Mordserie?

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    Das Cover des deutschen Mediabooks
    Das Cover des deutschen Mediabooks fällt…offensiv explizit aus. | © Busch Media Group

    Die Handlung von Pig Killer

    Willy Pickman (Jake Busey) lebt in einem Trailer auf seiner Schweinefarm. Bei abendlichen Besuchen im örtlichen Pub oder bei den auf seinem Farmgelände veranstalteten Partys, knüpft er stets zuverlässig neue Kontakte zu den verschiedensten Frauen. Wenn diese ihn jedoch nach Hause begleiten, nimmt das anfängliche Techtelmechtel allzu bald weniger romantische Züge an. Parallel ermittelt ein Polizisten-Duo (u. a. Michael Paré) im Falle von mehreren verschwundenen Frauen.

    Der „echte“ Robert „Willie“ Pickton

    Oben erwähnter Willy Pickman basiert auf den realen Geschehnissen rund um den kanadischen Serienmörder Robert „Willie“ Pickton. 2002 erfolgte Picktons Verhaftung aufgrund des Verdachts des Mordes an 26 Prostituierten, schlussendlich wurde 2007 vom Gericht eine lebenslange Haftstrafe (nach kanadischem Maßstab mindestens 25 Jahre) aufgrund des Totschlags an 6 Frauen verhängt. Eine enorme Differenz hinsichtlich der Opferzahl, die sich aus Picktons abscheulichem Modus Operandi ergab. So fanden sich auf Picktons Anwesen zwar die DNA-Spuren zahlreicher weiterer vermisster Frauen, doch da Pickton regelmäßig gut besuchte Partys in einer Scheune auf seinem Grundstück abhielt, der sogenannten „Piggy Palace Good Times Society“, einem Bikerclub, ließen sich die verschiedensten DNA-Spuren begründen. Seine tatsächlichen Opfer wurden, so mutmaßt man, entweder direkt zu Fleischerzeugnissen verarbeitet und verkauft oder an die Schweine verfüttert und somit indirekt als Ware verkauft. Durch diese perfide Art der Beseitigung der Leichen konnten Pickton kaum Morde nachgewiesen werden.

    Einziger Anhaltspunkt über die wahre Höhe seiner Mordtaten bietet eine Aussage gegenüber einem Mitgefangenen, welcher übrigens Undercover-Polizist war, in welcher er sich rühmte, 49 Frauen ermordet zu haben und gleichzeitig traurig darüber sei, nicht die 50 Opfer erreicht zu haben.

    Im Film Pig Killer sitzt Jake Busey als Willy Pickman an der Bar in einem Pub und raucht eine Zigarette, vor sich ein Glas Whisky-Cola auf dem Tresen stehend.
    Pickman (Jake Busey) späht im lokalen Pub nach neuen Opfern. © Busch Media Group

    Krampfhafte Provokation

    Angesichts des zugrundeliegenden Inhalts und hinsichtlich Ferrins früheren Films Someone’s Knocking at the Door, mag man sich nun entweder in froher Erwartung auf expliziten Schmutz die Hände reiben oder selbige voller Entrüstung vor die Stirn schlagen. Schließlich lautete der Alternativtitel zu Someone’s… frei weg Corpse Rapist – eine Namensgebung, die sich wiederum beim hier besprochenen Pig Killer geradezu anbieten, bei allzu exploitativer Ausschlachtung aber wohl deutlich übers Ziel hinausschießen würde.

    Doch man kann aufatmen: Ferrin ist zwar nicht um offensive Gewalt und Ekel verlegen, feiert seinen „Willie“ aber nicht ab, sondern bietet einen eher schwarzhumorigen Blickwinkel, ohne ihn zum Antihelden zu stilisieren. Ob Angehörige damaliger Opfer aber mit der Darstellung einverstanden wären, darf sicherlich bezweifelt werden.

    Denn so wird in einigen Momenten demonstriert, wie Pickman seine Opfer zerteilt, ausweidet und Hausschwein Balthazar zum Fraß vorwirft – im Falle der toten Prostituierten Brenda (Bai Ling) wird diese noch als bestes chinesisches Essen angepriesen, das es jemals gab. Wirklich grenzüberschreitend wird Ferrin bei den Gewalttaten allerdings nie – vielleicht doch noch aus einem Restrespekt gegenüber den Betroffenen. Dafür wissen die (wenigen) weitestgehend vernünftig getricksten Gewaltmomente zu überzeugen und sind in der ansonsten enorm zähen und geschwätzigen Handlung bitter nötig, um das Publikum aus lethargischer Schläfrigkeit zu erwecken. Zwischendurch versucht Pig Killer das Geschehen mit debilem Humor aufzulockern, für den die Sidekicks des Killers herhalten dürfen: Fleischlieferant Pat beispielsweise, darf von seinem durch Oralverkehr mit einem Schwein zerkauten Gemächt schwafeln und es natürlich auch bei einem Kameraschwenk durchs Bild schwingen. Ferrin bemüht sich, mittels nackter Tatsachen eine anstößige Atmosphäre zu erschaffen – aber offensichtliche Penis-Attrappen schocken heute wohl niemanden mehr.

    Im Film Pig Killer ist Jake Busey als Willy Pickmann mit einer Schweinemaske auf dem Kopf tragend zu sehen. Mit nacktem Oberkörper steht er im Türrahmen seines Wohnwagens.
    In Schweinemaske gehüllt macht Pickman Jagd auf seine Opfer…  © Busch Media Group

    Fehlender Tiefgang

    Chad Ferrin hat mit Pig Killer also kein True Crime-Drama der seriösen Sorte abgeliefert, sondern einen waschechten Genrefilm. Dennoch hat er es sich nicht nehmen lassen, in seinen Film zumindest Eckdaten aus Picktons realer Lebensgeschichte einfließen zu lassen. Seien es die Partys auf dem Farmgelände, Frostschutzmittel als tödliche Injektionen, die Aussage gegenüber dem vermeintlichen Mitinsassen oder auch seine, wenn auch nur teilweise, der familiäre Background seiner Kindheit. Es ist nett, dass Ferrin seinen Film mit derlei kleinen Details anreichert, doch trotz dessen wirkt vieles davon beliebig und substanzlos.

    Statt Pig Killer dadurch um irgendeine Form des Kommentars zu ergänzen, bleiben Picktons/Pickmans Verhalten nebulös. Sämtliche Handlungen wirken episodisch, es gibt, bis auf bestenfalls küchenpsychologische Rückblicke rund um den als Kind sexuell und seelisch missbrauchten Pickman, keinerlei Erklärungsansätze für dessen späteres Handeln. Nicht einmal die gegenwärtig gezeigten Morde fußen auf irgendeinem bestimmten Grund. Er ist einfach nur ein Mörder, der von Stimmen verfolgt wird, sich dauerhaft latent aggressiv zeigt und stets auf der Suche nach weiteren Opfern ist.

    Unser Fazit zu Pig Killer

    Pig Killer beginnt noch relativ stimmungsvoll in von Obdachlosen und Prostituierten bevölkerten Straßen, ködert mit etwas Anstößigkeit und Gewalt, versandet danach aber in belanglosen Dialogen, spannungsarmer wie sprunghafter Handlung und langweilt als extrem zäher „Exploiter“, der es kaum schafft zu schocken. Da hatte das veröffentlichende Label Busch Media Group in der Vergangenheit mit Werken wie dem CAT III-Klassiker Ebola Syndrome oder dem abgefahrenen Cat Sick Blues deutlich bessere Schocker im Angebot.

    Pig Killer ist ab dem 9.11.2023 als VoD, DVD und Blu-ray im Handel erhältlich, am 16.11. folgt noch ein limitiertes Mediabook mit wenig subtilem Covermotiv.


    © Busch Media Group

    Tobias Theiß

    Tobi ist bereits gute 7 Jahre an Bord und teilt so fast 20% seiner Lebenszeit mit Filmtoast. Wie es ursprünglich dazu kam ist so simpel wie naheliegend. Tobi hatte unregelmäßig auf Seiten wie Schnittberichte Reviews zu Filmen verfasst und kam über diverse facebooksche Filmgruppen und –diskussionen in Berührung mit dem damaligen Team von Filmtoast (die Älteren erinnern sich: noch unter dem Namen Movicfreakz) und wurde daraufhin Teil dessen.
    Thematisch ist er aufgeschlossen, seine feste Heimat hat er jedoch im Horrorfilm gefunden, da für ihn kein anderes Genre solch eine breite Variation an Themen und Spielarten zulässt. Kontroverser Ekelschocker, verstörender Psychothriller oder Elevated Horror – fast alles ist gern gesehen, auch wenn er zugeben muss, dass er einen Sweet Spot für blutrünstig erzählte Geschichten besitzt.
    Tobi geht zum Lachen jedoch nicht (nur) in den blutverschmierten Keller, sein Herz schlägt unter anderem bei Helge Schneider, dänischem schwarzen Humor oder den Disyneyfilmen seiner Kindheit höher.
    Kinogänge vollzieht er am liebsten im städtischen Programmkino, zum Leidwesen seiner filmisch weniger affinen Freunde, meidet er große Kinoketten wie der Teufel das Weihwasser. Am liebsten geht er seiner Filmleidenschaft jedoch in den eigenen vier Wänden nach, um den viel zitierten Pile of Shame seiner physischen Filmsammlung abzuarbeiten.
    Tobi lebt in Sachsen-Anhalt, ist beruflich in einer stationären außerklinischen Intensivpflege verankert und hat mit der Begeisterung zum Film und dem Schreiben darüber den für sich perfekten Ausgleich zum oftmals stressigen Arbeitsalltag gefunden.

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