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    Rebel – In den Fängen des Terrors

    Jan Wernervon Jan Werner31. Oktober 2023Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Die Bad Boys for Life Regisseure haben Hollywood für ein politisch heikles, aber ungemein aktuelles Werk vorerst den Rücken zugewandt. Lohnt sich der dramatische Ausflug in den Nahen Osten in Rebel?

    Plakat zu Rebel - In den Fängen des Terrors
    Plakat zu Rebel – In den Fängen des Terrors © Busch Media Group

    Rebel – Offizielle Handlungsangabe

    Kamal, ein Rapper und Youtuber, hat sich in seiner belgischen Heimat auf riskante Drogendeals eingelassen. Als er deswegen von der Polizei gejagt wird, verlässt er die Familie und flüchtet nach Syrien. Zunächst als humanitärer Helfer tätig, schließt er sich im Chaos des Bürgerkriegs den Fanatikern des islamischen Staats an und filmt als deren Kameramann Propagandavideos inmitten von Tod, Bomben und Kugelhagel. Als er immer tiefer in die Schreckenstaten der Terroristen einbezogen wird, beginnt er, mit der Ärztin Noor Fluchtpläne zu schmieden. Doch die Agenten des Terrors haben bereits in Belgien seinen kleinen Bruder Nassim als Druckmittel ins Visier genommen, der seiner verzweifelten Mutter Leila zunehmend entgleitet. Es ist der Auftakt zu einer Reise ins Herz der Finsternis.

    Perspektivenwechsel …

    Wenn Rebel eines ohne jede Frage ist, dann ist es intensiv. Es gab schon so viele Kriegsfilme aus Hollywood, die sich den verschiedenen Krisen im Nahen Osten angenommen haben, aber die Zahl an Produktionen, die sich der anderen Seite annehmen, ist verhältnismäßig gering. Was bewegt junge Menschen sich Extremisten anzuschließen? Wie organisiert sich der Terror? Wie ist es im Kriegsgebiet für Unbeteiligte, Einheimische und diejenigen, die eigentlich humanitäre Ziele verfolgen und in Machenschaften verstrickt werden, von denen sie sich eigentlich fernhalten wollten? Über gut zwei Stunden geht die europäische Produktionen auch diesen Fragen auf den Grund und das aus nächster Nähe. In den typischen amerikanischen Betrachtungen kommt zwar gelegentlich auch diese Art von Hineingezogenen vor, aber oftmals braucht es dann, wie zum Beispiel in der ersten Staffel von Jack Ryan, doch wieder einen Helden aus dem Westen, um den Widerständlern letztlich bei ihrem Unterfangen zum Erfolg zu verhelfen.

    Die White-Savior-Unterstellung kann man hier einmal komplett außen vor lassen, denn auch wenn der Protagonist aus Belgien nach Syrien kommt, ist er doch von Anfang an akzeptiert unter den dort lebenden Parteien. Rebel funktioniert durch die Familiengeschichte, die sich gleichzeitig in Syrien und in der Heimat von Kamal entfaltet, auf dieser Ebene schon mal exzellent, da dadurch eine Dimension mit eingewoben wird, die auch nicht in vielen Kriegsdramen und Filmen über Extremismus so gut zur Geltung kommt. Hier kommen direkt Erinnerungen an den herausragenden Athena oder die Netflix-Serie Kalifat wach.

    … der nicht immer die richtige Balance wahrt, aber doch wichtig ist

    Adil El Arbi und Bilall Fallah haben jedoch in Hollywood nicht nur wegen ihres Gespürs für Familiendramen und sozialpolitische Krisenherde Anklang gefunden, sondern auch wegen ihrer Herangehensweise in Sachen Action. Auch in diesem Belang ist Rebel mitreißend, handwerklich einwandfrei umgesetzt und auf Augenhöhe mit vielen um Längen teureren Produktionen.

    „Musikalische und poetische Elemente erreichen das Publikum auf eine andere Art und Weise, als es normale Szenen können“, sagte Adil El Arbi zu der Entscheidung, auch sehr aktiv mit fast schon Musical-artigen Einschüben zu arbeiten. Er und sein Partner wollten so etwas wie Geschichte aus Tausendundeiner Nacht machen und diese als eine Art Albtraum-Parabel erzählen. Hierfür wählten sie einen zeitlosen und ins Surreale gehenden Ansatz. Der Film enthält daher eine Vielzahl von Musikszenen und dazu choreografierte Tanzeinlangen. Diese seien schwieriger als die Kriegsszenen zu drehen gewesen, da bei den Aufnahmen sowohl der Kameramann als auch die Schauspieler und Statisten im richtigen Tempo sein mussten.

    Wenn man dem Film eines aber doch vorwerfen kann, dann ist es eine gewisse Verlagerung einer Hollywood-Heroisierung auf die Stellvertreterfigur, die Kamal eigentlich darstellt. Die ein oder andere dramatische Überspitzung hätte man gar nicht nötig gehabt, um diese hohe Immersion zu erreichen. Irgendwie ist es aber auch wieder gut, dass man durch ein, zwei Drehbuchklischees aus der Tristesse einer fast schon dokumentarischen Aufarbeitung gerissen wird und so jederzeit klar ist, dass es sich doch nur um einen Spielfilm handelt und nicht um eine Form von filmischem Kommentar zur gegenwärtigen Lage.

    Kamal in der Mitte kniend, dahinter vier weitere Personen. Alle im Sand und mit gestreckten Armen.
    Kamal unter Druck in Syrien © Busch Media Group

    Durch Romantik entsteht Nähe

    Über Jahrzehnte hinweg hat der „typische“ Kriegsfilm mit dafür gesorgt, dass Ressentiments gegenüber Muslimen aufgebaut wurden. Es braucht Filme wie eben Rebel um die Menschlichkeit zurück in den Mittelpunkt zu rücken. Der Film soll keineswegs Rechtfertigungen für ein Engagement auf Seiten des Terrors liefern, aber Verständnis dafür erzeugen, wie fließend Übergänge sein können. In einem Moment ist man noch unterwegs in Sachen Frieden, im nächsten hat man selbst eine Waffe in der Hand, wird man dann zu überlebenswichtigen Entscheidungen genötigt, obsiegt unweigerlich der Instinkt. Das Drama verharmlost nichts hierbei. Die Gräuel bleiben grauenhaft, Unmenschlichkeit wird als solche demaskiert und angeklagt.

    „Du kennst die wahre Geschichte nicht! Sie töten auch unsere Menschen!“

    Doch durch die Entscheidung dem Protagonisten sowohl eine Familiengeschichte als auch eine Romanze zuzugestehen, entsteht eine einfachere Form der Identifikation als die, die nur Anhängern des selben Glaubens und der selben Identität möglich wäre. Auch wenn es an der ein oder anderen Stelle im Skript dabei etwas holpert, so ist doch das leicht Märchenhafte in Rebel entscheidend dafür, dass man sich vollends dem Film hingeben kann und über die deutlich mehr als zwei Stunden mitfiebert.

    © Busch Media Group

    Unser Fazit zu Rebel

    4.0 Stark

    Der Film ist nicht frei von Klischees und Überhöhungen, aber nichtsdestotrotz gelingt es den Bad-Boys-Machern einen aussagekräftigen Beitrag zum aktuellen Geschehen abzuliefern. Rebel geht unter die Haut - und so schnell nicht mehr aus dem Gedächtnis. Trotz kleinerer Mängel also eine klare Empfehlung!

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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