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    Startseite » Rimini
    Filme

    Rimini

    Tobias Theißvon Tobias Theiß19. April 2023Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Richie Bravo (Michael Thomas) auf großer Bühne. | © Neue Visionen Filmverleih GmbH
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    In Ulrich Seidls Rimini wird ein gealterter Schlagerstar vor der Kulisse des winterlichen Rimini mit den Geistern seiner Vergangenheit konfrontiert.

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    Das offizielle Plakat zum Film. | © Neue Visionen Filmverleih GmbH

    Die Handlung von Rimini 

    Richie Bravo (Michael Thomas), gealterter Schlagerstar und Lebemann, verbringt die Winter in den nebligen Strandhotels Riminis, um dort seine reiferen Fans mit Musik oder Liebesdiensten zu beglücken und schnelles Geld zu verdienen. Letzteres wird genutzt, um den verschwenderischen Lebensstil zu finanzieren und das Abbild eines Privatiers zu wahren. Doch sein augenscheinlicher Luxus findet ein jähes Ende, als plötzlich die nunmehr volljährige Tochter Tessa (Tessa Göttlicher) vor ihm steht und die ausgebliebenen Unterhaltszahlungen fordert…

    Michael Thomas steht Schlagerstar Richie Bravo mit ausgebreiteten Armen und in einen weißem Glitzeranzug gekleidet auf der Bühne vor seinem Publikum.
    Richie Bravo (Michael Thomas) badet im Applaus seiner Fans. | © Neue Visionen Filmverleih GmbH

    Die Casa Seidl

    Ulrich Seidl, hier auf der Website bisher sträflich vernachlässigt, gilt neben Michael Haneke als weiteres Enfant terrible der österreichischen Filmlandschaft. Beide Filmschaffenden zeichnet eine gewisse Kühle und Strenge in der Inszenierung ihrer Werke aus. Bei Seidl steht jedoch zudem häufiger der Begriff des Sozialpornos im Raum.

    Seine Filme, oftmals besetzt mit Laiendarstellern und improvisierten Szenen gedreht, würden ihre Protagonisten bloßstellen und sich an ihrem Elend ergötzen. Er würde in seinen Arbeiten das Hässliche und Unangenehme der bloßen Kontroverse opfern und zur Schau stellen. Unstrittig ist dabei sicherlich, dass Seidls Filme stets Emotionen beim Zuschauer wecken, selbst jedoch überraschend emotionslos inszeniert sind. Starre Totalen und Halbtotalen, akkurat angeordnete Szenarien und Personen sorgen stets für eine kühle Distanz zu den Figuren.

    Anstelle die Akteure also wie im Trash-TV der Marke Schwiegertochter gesucht (man denke an die geniale Unterwanderung des Formats durch das Neo Magazin Royale) und Konsorten tatsächlich vorzuführen, streut Seidl nicht noch bitteren Zynismus durch Kommentierungen ein. Sollten sich Protagonisten die Blöße geben, dann liegt das in erster Linie an ihnen selbst, wie beispielsweise in Seidls Dokumentarfilm Safari.

    Vielmehr beobachtet Ulrich Seidl seine Figuren, die verschrobene Außenseiter sind, folgt der für ihn dabei ganz einfachen Logik: es wäre spannender, denen bei der Suche nach dem Glück zuzuschauen, als jenen, die es bereits gefunden haben. Damit steht Seidls Filmografie ganz im Zeichen eines schonungslosen Realismus – entlarvend, beobachtend und nüchtern. Den moralischen Zeigefinger erhebt das Auditorium, jedoch nicht Seidl.

    Das Publikum des Schlagerstars Richie Bravo im Film Rimini ist als und vorzugsweise weiblich und sitzt stumpf in Hotellobbies, um ihrem Star zu lauschen.
    Richies tosende Mengen… | © Neue Visionen Filmverleih GmbH

    Richie Bravo

    Und genau so verhält es sich mit dem Star seines neuesten Films, Rimini. Richie Bravo, nach Aussagen Seidls, ist für seinen Darsteller Michael Thomas geschrieben worden und die Idee ihm solch eine Figur auf den Leib zu schreiben, ist bereits während der Dreharbeiten zu Import Export entstanden. So erzählt Ulrich Seidl im Presseheft zum Film:

    Die ursprüngliche Idee liegt lange zurück. Als ich vor etwa 17 Jahren im Zuge der Vorbereitungen für die Dreharbeiten zu IMPORT EXPORT mit ihm in der Ukraine unterwegs war, habe ich ihn erstmals als Sänger erlebt. Eines Abends in einem Restaurant, in dem eine Band den Saal mit Barmusik berieselte, stand er plötzlich auf, nahm sich das Mikrofon und begann „My Way“ von Frank Sinatra zu singen. Ich war völlig fasziniert, wie er mit seiner Ausstrahlung und seiner Stimme im Handumdrehen das Publikum gefesselt hat. Dieses Erlebnis hat mich nicht mehr losgelassen.

    Das Endergebnis ist entsprechend eine Wucht. Thomas spielt Bravo mit einer Hingabe und zu vermutenden Authentizität, dass das Publikum sein Scheitern und ständiges wieder auf die Beine kommen gleichermaßen mit Faszination, aber vielleicht auch Verachtung gebannt verfolgt. Seidl zeigt nicht mit ausgestrecktem Zeigefinger auf seine Hauptfigur, sondern lässt ihn einfach sein. Mit all seinen Schwächen und Fehltritten, aber auch seinem Charisma und einer gewissen Liebenswürdigkeit – er präsentiert ihn als Menschen.

    Generell kann festgehalten werden, dass die Einbindung von Laiendarstellern und Improvisation gehörig dem Realismus zuträglich ist und alle Darsteller durch die Bank weg abliefern, seien einige Szenen teilweise auch nur schwerlich zu ertragen. Denn auch in Rimini kommt Seidl nicht ohne verstörende Momente aus, wobei sich hier sicherlich das Katz und Maus-Spiel in einer düsteren und verlassenen Hotelanlage einbrennt.

    In den Wintermonaten liegt an den sonst so sonnigen Stränden Riminis zentimeterdicker Schnee auf Palmen, Strandbars und Liegestühlen.
    Ein seltenes Bild: die Adriaküste Riminis mit Schnee bedeckt. | © Neue Visionen Filmverleih GmbH

    Der Schlager als Weltflucht

    Die aufrichtige und hingebungsvolle Liebe, die feurige Leidenschaft körperlicher Vereinigung, all das Glück dieser Welt: Schlagermusik verkauft erfolgreich Sehnsüchte und Wünsche. Diese seichte Einstellung kann man belächeln, man kann sie mögen, aber so oder muss man attestieren, dass der Schlager extrem erfolgreich ist.

    Die in Rimini von Richie Bravo vorgetragenen Songs sind eigens für den Film komponiert (Fritz Ostermayer und Herwig Zamernik) und genau so, wie man sie als Ächter/Liebhaber erwarten würde: ein (falsches) Spiel mit vorgetäuschten Emotionen, schlussendlich die Hoffnung auf ein klein wenig Frieden und Geborgenheit. Also all das was Richie Bravo permanent als „Amore“ vermarktet und als Wärme in die Herzen seiner hoffnungslos vernarrten Zuhörerinnen pflanzt.

    Richie stellt sich nach Außen als Gönner dar, ist aber nichts anderes als ein Blender und Überlebenskünstler, der vom Ruhm vergangener Jahre zehrt. Einzige Überbleibsel sind die abgewetzten Klamotten, die Hits von damals und sein noch immer existierender Charme, der nicht nur die Portemonnaies, sondern zusätzlich die Schenkel seiner weiblichen Fans öffnet. Weiteres Geld für den notorisch klammen Sänger erhält er für die Untervermietung seiner mit Devotionalien vollgestopften Villa. Alle Versprechungen zum Trotz sind es dann aber doch wieder seine treuesten Fans, die von Richie ausgenutzt werden. Der versprochene Traum vom romantischen Eskapismus zerplatzt wie so oft am Materiellen.

    Fun Fact: Herwig Zamernik stammt musikalisch ursprünglich aus dem Grindcore- und Metalbereich, führt heutzutage unter anderem das Schlager-Label San Tropez Productions, auf welchem Richie Bravo mit Biografie und Best-Of-Album als Künstler aufgeführt wird.

    Unser Fazit zu Rimini

    Mit Rimini ist Regisseur Ulrich Seidl wieder einmal ein klassischer Seidl gelungen: ein Seidl-Tableau folgt auf das nächste, die Darsteller, allen voran Michael Thomas, liefern auf höchstem Niveau ab und die Figurenzeichnungen fallen gleichermaßen erschreckend wie mitreißend aus. Mit dem trostlos-winterlichen Rimini bietet der Film auch ein ganz besonderes Alleinstellungsmerkmal.

    Vorwerfen kann man Rimini höchstens, dass er auf narrativer Ebene kaum zu fesseln vermag. Eine klassische Spannungskurve vermag man hier kaum auszumachen, vielmehr folgt das Werk einzelnen Situationen in Bravos Leben. Da diese Figur aber allein spannend genug erscheint, folgt man seinem Lebens- und Leidensweg gebannt.

    Das klingt blöd, aber ich liebe dich

    Rimini erscheint am 20.04.2023 über das Label Neue Visionen auf DVD. Als Extra liegt neben dem Filmtrailer leider nur ein 10-minütiges Interview mit Seidl bei, was jedoch Aufschluss zu seiner filmischen Arbeitsweise gibt.


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    © Neue Visionen

    Tobias Theiß

    Tobi ist bereits gute 7 Jahre an Bord und teilt so fast 20% seiner Lebenszeit mit Filmtoast. Wie es ursprünglich dazu kam ist so simpel wie naheliegend. Tobi hatte unregelmäßig auf Seiten wie Schnittberichte Reviews zu Filmen verfasst und kam über diverse facebooksche Filmgruppen und –diskussionen in Berührung mit dem damaligen Team von Filmtoast (die Älteren erinnern sich: noch unter dem Namen Movicfreakz) und wurde daraufhin Teil dessen.
    Thematisch ist er aufgeschlossen, seine feste Heimat hat er jedoch im Horrorfilm gefunden, da für ihn kein anderes Genre solch eine breite Variation an Themen und Spielarten zulässt. Kontroverser Ekelschocker, verstörender Psychothriller oder Elevated Horror – fast alles ist gern gesehen, auch wenn er zugeben muss, dass er einen Sweet Spot für blutrünstig erzählte Geschichten besitzt.
    Tobi geht zum Lachen jedoch nicht (nur) in den blutverschmierten Keller, sein Herz schlägt unter anderem bei Helge Schneider, dänischem schwarzen Humor oder den Disyneyfilmen seiner Kindheit höher.
    Kinogänge vollzieht er am liebsten im städtischen Programmkino, zum Leidwesen seiner filmisch weniger affinen Freunde, meidet er große Kinoketten wie der Teufel das Weihwasser. Am liebsten geht er seiner Filmleidenschaft jedoch in den eigenen vier Wänden nach, um den viel zitierten Pile of Shame seiner physischen Filmsammlung abzuarbeiten.
    Tobi lebt in Sachsen-Anhalt, ist beruflich in einer stationären außerklinischen Intensivpflege verankert und hat mit der Begeisterung zum Film und dem Schreiben darüber den für sich perfekten Ausgleich zum oftmals stressigen Arbeitsalltag gefunden.

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