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    Startseite » Rustin
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    Rustin

    Luca Mattysvon Luca Mattys17. November 2023Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Rustin. Colman Domingo as Bayard Rustin, Melissa Rakiro as Yvette, Ayana Workman as Eleanor, Jordan-Amanda Hall as Charlene, Jakeem Dante Powell as Norm in Rustin. Cr. David Lee/Netflix © 2022
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    In der Pandemie beglückten uns Netflix und George C. Wolf mit Ma Rainey’s Black Bottom, jetzt erscheint die zweite Kollaboration des Regisseurs mit dem Streamer. Kann Rustin qualitativ an seinen Vorgänger anknüpfen?

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    Coleman Domingo als Rustin.
    Rustin hat große Pläne für den Marsch nach Washington. © Netflix

    Die Handlung von Rustin

    Bayard Rustin (Colman Domingo) ist eine der Schlüsselfiguren im Kampf gegen den Rassismus in den USA. Als enger Berater von Martin Luther King (Aml Ameen) beteiligt er sich entscheidend an der Organisation des Marschs nach Washington, D.C. im August 1963, der später für Dr. Kings „I Have a Dream“-Rede berühmt werden sollte. Entgegen stellen sich ihm dabei nicht nur weiße Rassist:innen und die Polizei. Auch Leute aus den eigenen Reihen wollen ihn aufgrund seiner Homosexualität verstoßen und spinnen Intrigen. Rustin jedoch ist fest entschlossen, weiter für seine Rechte zu kämpfen – sowohl als schwarzer Mann als auch als schwuler.

    Ist denn schon wieder Oscarzeit?

    Wie schnell doch so ein Jahr vergeht. Es fühlt sich an, als sei es gestern gewesen, als preisdurstige Filmschaffende uns durch spröde Stangenware wie Elvis, Blonde und Empire of Light prügelten, und schon sind wir wieder hier. Kein Jahr vergeht, ohne dass große Studios kurz vor Weihnachten plötzlich eine verdächtige Vorliebe für Biopics und Hollywood-Glorifizierung entwickeln. Sogar Netflix wagt von Zeit zu Zeit das mutige Experiment eines Films, der nicht aussieht wie mit dem Bügeleisen geglättet. Die gierigen Versuche, nach dem Gold zu greifen, sind so offensichtlich erkennbar, wie sie verzweifelt sind. Und doch befinden sich zwischen all dem Schund immer wieder Goldstücke, die die Formel auf den Kopf stellen und etwas Eigenes leisten.

    Nun bekommen wir also Rustin. Inszeniert von George C. Wolfe (Regisseur zweier oscarnominierter Darbietungen), mitgeschrieben von Dustin Lance Black (oscarprämiert), besetzt unter anderem mit Colman Domingo (längst überfällig für große Nominierungen). Das Rezept scheint perfekt. Und hier liegt auch schon das größte Problem des Films: Er ist streng nach Rezept gebacken. Jeder Satz, jeder Schnitt, jede Musiknote ist kalkuliert. Es ginge mit dem Teufel zu, wenn Domingo für Rustin nicht seine wohlverdienten Lorbeeren erhielte – allerdings vor allem deswegen, weil der Film eine 106-minütige Clipshow ist, die uns daran erinnern soll, dass sie ihm zustehen.

    Immer brav der Formel nach

    So bewegt sich der Film mit dem Tempo einer Best-of-Schauspiel-Montage durch große Monologe, schnittige Wortwechsel und überlang gehaltene Einstellungen auf das Gesicht des Protagonisten. Authentisch wirkt er dabei nur selten. Viel zu laut schreit eine Stimme die Zuschauer:innen an: „Siehst du nicht, wie wichtig ich bin? Wo ist nun meine Goldstatue?“ Statt der Geschichte einen emotionalen Kern zu verleihen, verkommen Themen wie Rustins kontroverse Homosexualität und die fehlende weibliche Repräsentation in der Bürger:innenrechtsbewegung zu puren Schlagworten. Sobald uns am Schluss eine Texttafel von den glorreichen Errungenschaften des realen Vorbilds erzählen darf, sind die Anstrengungen der Filmfigur vergessen.

    Der Protestmarsch zieht durch Washington.
    Die Bewegung fordert die Rechte ein, die ihnen zustehen. © Netflix

    Dabei wäre es durchaus möglich gewesen, vom vorgetrampelten Pfad abzuweichen. Das beste Beispiel hierfür ist nach wie vor Pablo Larraíns Spencer, der sich durch wenige Kniffe von der Masse abhob. Durch Einflüsse fremder Genres wie dem Thriller oder sogar dem Horrorfilm und eine unkonventionelle Präsentation avancierte dieser Film zum besten Biopic der 2020er. Rustin dagegen gibt sich zufrieden mit der Gewöhnlichkeit. Seine Bilder sind intuitiv, seine Erzählweisen altbekannt – wenig Risiko, wenig Belohnung. Eine Pflichtsichtung bleibt er damit wohl nur bis zum Abend der Oscarverleihung.

    Der Mensch hinter der Historie

    Zwischen alldem steht Domingo und wendet Bärenkräfte auf, um Rustin zusammenzuhalten. Ohne seine würdevolle und beeindruckende Darbietung ließe Wolfes neuestes Werk jeglichen Schwung vermissen, der es (auch dank der gnädigen Laufzeit) vergleichsweise leichtfüßig über die Ziellinie trägt. Wirken das leichte Lispeln und die eigenartige Betonung in den Momenten, in denen wir Bayard Rustin erstmals sehen, noch leicht aufgesetzt, so ist davon bald nichts mehr zu spüren. Domingo spielt mit aller Macht gegen die Konventionalität an, die ihm das Skript und die Inszenierung krampfhaft aufzudrücken gedenken. Sein Schauspiel ist frei von jenem Ego, welches Schauspieler:innen sonst dazu treibt, ebensolche Rollen anzunehmen. Anders als dem Film selber gelingt es ihm, seinen Protagonisten wie einen Menschen darzustellen und nicht wie einen laufenden Wikipedia-Artikel.

    Ändern kann dies allerdings auch nicht viel daran, dass sich der Nebencast um den Titelgeber nach kaum etwas anderem anfühlt als Beiwerk. Zwar ist die Rückkehr von Glynn Turman – wie auch Domingo bereits glänzend in Wolfes Vorgängerfilm – durchaus willkommen, doch mehr als Stichwortgeber für Bayard Rustin spielen darf er ebenso wenig wie andere vielversprechende Namen. Im Gedächtnis bleibt so lediglich ein auffällig fehlbesetzter Chris Rock, der die Gravitas, die seine Rolle ihm abverlangt, zu keinem Zeitpunkt aufbringen kann.

    Unser Fazit zu Rustin

    Falls es George C. Wolfes Intention war, die nächste große Geschichte in ein klassisches Kostüm zu zwängen, ist es ihm gelungen. Rustin tut nicht weh, langweilt erstaunlich selten und läuft angenehm herunter. Nachdrücklich – und das sollte ein Bürger:innenrechtsfilm wohl vor allem sein – wird er aber nie. Dass es Wolfe nicht schaffen würde, den glattgebügelten Netflix-Plastiklook abzuschütteln, war von vorneherein abzusehen; er ist kein Cuarón, kein Bong oder Fincher. Und dennoch kommt man nach dem sicher ebenso konventionellen, aber dennoch pointierteren Ma Rainey’s Black Bottom nicht umhin, enttäuscht zu sein. Bestimmt wäre hier mehr möglich gewesen – schade, dass es nicht einmal versucht wurde.

    Rustin erschien am 17. November 2023 auf Netflix!

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    © Netflix

    Luca Mattys

    Filmverrückter aus Leidenschaft, Oscar-Trivia-Lexikon auf zwei Beinen und vermutlich der Hauptgeldgeber aller Düsseldorfer Kinos. Jeden Dienstagmittag bastelt Luca sich gewissenhaft sein Wochenprogramm zusammen und gibt renommierten Klassikern dabei dieselbe Chance wie hoffnungslosem Müll. Für ihn gibt es keinen schöneren Ort auf der Erde als das Innere eines Kinosaals. Seit inzwischen zwei Jahren schreibt er Kritiken für Filmtoast und schaut auch ab und zu mal frech im Podcast vorbei, wenn niemand ihn aufhält. Wenn er nicht gerade über die diversen Gründe philosophiert, warum "Brügge sehen … und sterben?" der beste Film aller Zeiten ist, oder sich über die Sieger:innen der vergangenen Preissaison echauffiert, versucht er, seine DVD-Sammlung abzugrasen, von der noch immer ein schockierender Anteil originalverpackt ist.

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