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    Filme

    Schock

    Stefan Brüningvon Stefan Brüning11. Juni 2024Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Die Filmemacher Denis Moschitto und Daniel Rakete Siegel haben mit Schock einen Beitrag zum Genrekino abgeliefert, weil sie nach eigenen Aussagen diese Art von Film lieben. Ob sich diese Liebe in ihrer ersten gemeinsamen Regiearbeit bemerkbar macht?

    Filmposter ©Bon Voyage Films

    Die Inhaltsangabe von Schock

    Bruno (Denis Moschitto) ist aufgrund von Drogenproblemen in die Illegalität gerutscht. Er hat seine Lizenz als Arzt verloren und praktiziert nun in Gangsterkreisen, um sein Lebensunterhalt zu verdienen. Als ein krebskranker Mafioso ihm ein Angebot unterbreitet, das er nicht ablehnen kann, entwickelt sich der scheinbar einfache Therapieauftrag zu einem Albtraum.

    Ausbruch aus dem Einerlei

    Filme wie Schock entfachen immer wieder die Diskussion, um fehlendes Genrekino in Deutschland. Dem deutschen Film der Nachkriegsära hängt im Allgemeinen der Ruf von Mutlosigkeit an. Erfolgreiche einheimische Filme sind meistens Crowd-Pleaser – ohne Tiefgang. Seien es die Heimatfilme der 50er-Jahre, die platten Komödien der 70er-Jahre, die noch platteren Komödien der 80er-Jahre oder die unlustigen Komödien unserer Zeit. Die gängige Meinung der Filmkritik ist natürlich verkürzt, polemisch und provokativ Es gibt viele positive Gegenbeispiele von Rainer Werner Fassbinder über Wim Wenders bis hin zu Werner Herzog. Außerdem: wer kann es einer Branche verdenken, dass sie Geld verdienen möchte? Das Gefühl speist sich auch aus der geringeren Aufmerksamkeit, die Filme aus einer bestimmten Nische bekommen und aus dem Bedürfnis mancher Kinogänger:innen nach mehr Abwechslung. Wenn wir uns selbst hinterfragen, fallen einem bestimmt auf Anhieb zwanzig Komödien ein – aber kaum ein Genrefilm aus Deutschland. Warum also nicht mal Science-Fiction, Fantasy, Action oder Horror aus hiesigen Landen?

    Diesem Wunsch nach Abwechslung sind Dennis Moschitto und Daniel Rakete Siegel nachgekommen. Schock ist einer der ersehnten Ausbrecher aus gängigen Erzählmustern und ein Beispiel für das Potenzial der Kinolandschaft in Deutschland: Ein reinrassiger Gangsterthriller, der sich nicht einem Massengeschmack unterwirft.

    Bruno wird bedroht  ©Bon Voyage Films Paul Pieck

    Erwartungshaltung managen

    Zuerst muss ich den Elefanten im Raum benennen: Schock ist kein Schocker – auch wenn man dies aufgrund des Namens denken könnte. Vielmehr erzählt das Autoren- und Regie-Duo ein Drama über einen jungen Mann in einer Abwärtsspirale. Dem Drehbuch sind Figurenzeichnung und die Regeln der Filmwelt wichtiger als Gewaltdarstellung. Eine gute Entscheidung für den Verlauf der Geschichte, denn sonst würde Brunos Antiheldenreise nicht funktionieren. Die Inszenierung ist sehr nüchtern und beobachtend. Man erlebt das gesamte Geschehen ausschließlich aus der Protagonistensicht. Der Sog in seine Welt speist sich daher aus dem Wissen der Zuschauer:innen, dass seine Ideen zu nichts Gutem führen können. Es ist eine konsequente Entscheidung, denn hier wird im Prinzip nur „der Alltag“ aller Handelnden gezeigt – und Realismus geht hier vor Thrill. Dadurch kann der Film auf die gesamte Laufzeit etwas langatmig sein.

    Es wird glücklicherweise auf Informationsdialog verzichtet. Alle Motivationen werden in realistisch wirkenden Dialogfetzen eingebettet und überflüssige Informationen werden dem Publikum erspart.

    Natürlich ist ein Film im Gangstermilieu nicht frei von Gewalt und blutigen Effekten. Schock zeigt dementsprechend heftige Szenen, die dazu führen, dass man seinen Snack nicht weiter in den Mund schiebt und den Blick schmerzverzehrt vom Bildschirm abwendet. Die Kamera weiß auch, wenn sie mal wegblenden muss, denn ein Geräusch kann auch eine Reaktion auslösen.

    Prominente Besetzung

    Das Filmplakat wirbt mit einer Prominenten und gleichzeitig ungewöhnlichen Besetzung, zumindest in den Nebenrollen. Anke Engelke und Fahri Yardim erwartet man eigentlich eher in den viel geschmähten Mainstream-Komödien, auch wenn beide schon ernste Rollen gespielt haben. Während Yardims Charakter Giulis sich in die Filmwelt einpasst, fühlt sich Engelkes Besetzung ein bisschen nach Gimmick an, obwohl sie ihre kleine Rolle gut ausfüllt. Der Rest der Nebendarstellerriege ist ebenfalls passend besetzt, fällt aufgrund der geringen Prominenz weniger auf. Neben Regie und Drehbuch übernahm Moschitto auch die Hauptrolle. Da die Handlung allein aus Brunos Sicht erzählt wird, liegt die Hauptlast dementsprechend auf ihm allein. Er trägt diese und ihm gelingt es die Balance zwischen seinen unmoralischen Handlungen und seinem verpflichtenden Dienst an der Menschheit darzustellen, sodass er als Sympathieträger funktioniert. Wenn ihm die Situation entgleitet, verfällt er nicht ins Overacting und seine Sinneswandel werden glaubhaft vermittelt.

    Bruno und seine Schwester Laura ©Bon Voyage Films Paul Pieck

    Bekannter Stil

    Brunos Welt ist düster, roh und brutal. Die Bilder sind es dementsprechend auch. Der eingesetzte Stil ist nicht neu, aber passend. Dazu kommt eine Ästhetik, wie sie Nicolas Winding Refn populär gemacht hat. Kein Wunder, denn in einem Interview geben Rakete Siegel und Moschitto die Pusher– Trilogie als Inspirationsquelle an. Diese Ästhetik funktioniert für diese Gattung, denn dadurch wird die passende Atmosphäre geschaffen. Innovativ ist es aber heute nicht mehr. Bei Schock lohnt sich auch der Blick in den Hintergrund, wo ab und zu kleine Wortspielereien eingebaut sind. Es ist bestimmt kein Zufall, wenn beispielsweise ein todkranker Mafioso vor einer Kiste mit dem Aufdruck „Fragile – Made in Italy“ sitzt.

    Unser Fazit zu Schock

    Schock lockt im ersten Moment auf die falsche Fährte. Wer aufgrund des Titels auf dauerhafte Brutalo-Action hofft, der ist fehl am Platze. Stattdessen bekommt man eine nüchtern erzählte und kompetent inszenierte Gangsterballade im Stile von Drive oder Taxi Driver. Ähnlich wie bei den Vorbildern ist die Action und Gewalt punktuell aber heftig eingesetzt, die Liebe der Filmemacher zum Genrekino zu jeder Zeit spürbar. Leider war dem Film der Erfolg an den Kinokassen nicht vergönnt, obwohl man clever den Genrebegriff in die Berichterstattung eingebunden hat. Umso besser, dass man ihn nun im Heimkino nachholen kann, denn Beachtung verdient Schock auf jeden Fall, auch wenn der Film nicht ganz an seine Vorbilder heranreicht.

    Schock ist ab dem 20. Juni 2024 fürs Heimkino erhältlich


    © Filmwelt

    Stefan Brüning

    Stefan ist in der Nähe von Wolfenbüttel beheimatet, von Beruf Lehrer und arbeitet seit Mai 2024 bei Filmtoast mit. Seit seiner Kindheit ist er in Filme vernarrt. Seine Eltern haben ihn dankenswerterweise an Comics und Disneyfilme herangeführt. Bis zu seinem 8. Lebensjahr war es für ihn nicht nachvollziehbar, wie man Realfilme schauen kann. Aber nach der Sichtung des Films Police Academy und natürlich der Star Wars- Filme hat sich das geändert. Natürlich waren in seiner Kindheit auch die Supernasen, die Otto- und Didifilme Pflichtprogramm, denn worüber sollte man sonst mit den Anderen reden? Deswegen mag er einige dieser Filme bis heute und schämt sich nicht dafür.

    Stefan setzt sich für die Erhaltung der Filmwirtschaft ein. Sei es durch Kinobesuche, DVD/ Blu- Ray/ UHD oder Streaming, je nach dem welches Medium ihm geeignet erscheint. Sein filmisches Spektrum und seine Filmsammlung hat sich dadurch in den letzten 30 Jahren deutlich erweitert, weswegen er sich nicht auf ein Lieblingsgenre festlegen kann.

    • Stefan Brüning
      https://www.filmtoast.de/author/stefan-bruning/
      Playdate
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      No Hit Wonder
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      Springsteen: Deliver Me from Nowhere
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