31 Manga-Bände, 105 Anime-Episoden, mehrere Kurzfilme – in den 90er-Jahren war die Geschichte um ein Basketball-Team der Shōhoku High School ein ganz großes Ding in Japan. Doch jetzt erst erscheint auch eine Verfilmung The First Slam Dunk für die große Leinwand.
Hat sich das lange Warten gelohnt und können auch Neueinsteiger den Film genießen?

Die Handlung von The First Slum Dank
The First Slam Dunk erzählt die Geschichte des 17-jährigen Ryota Miyagi, einem Point Guard der Basketballmannschaft von Shohoku. Ryota, der in Okinawa aufwuchs, lebt im Schatten seines älteren Bruders, der ein lokaler Basketballstar war, aber früh verstorben ist.
Trotz dieser großen Fußstapfen hat es Ryota mit seinem High-School-Team bis ins Finale der Inter High School National Championship geschafft. Gegen die lange Jahre ungeschlagene Sannoh High School sind sie aber krasser Außenseiter.
Nur wenn alle fünf Spieler um Ryota wirklich als Team auftreten und funktionieren, haben sie eine Chance, den begehrten Titel zu erringen.
Neues Modell. Originalteile
Warum es fast 30 Jahre brauchte, bis Manga-Schöpfer Takehiko Inoue endlich sein Einverständnis gab, die Verfilmung anzupacken, weiß wohl nur er selbst. Mutmaßlich soll es immer wieder am Animationsstil gelegen haben, am Ende hat sich die Wartezeit gelohnt.
Denn der Look von The First Slam Dunk ist absolut bemerkenswert. Hier kombiniert Inoue, der selbst als Regisseur verantwortlich war, 2D-Optik mit 3D-Cel-Shading-Figuren. So wirken die Hintergründe einerseits erstaunlich old school weil gezeichnet, während andererseits die Spieler im Vordergrund herausstechen. Ihre temporeichen Bewegungen auf dem Court werden flüssig und kraftvoll dargestellt.
Für westliche Augen mag es anfangs etwas gewöhnungsbedürftig sein, aber spätestens wenn das Finalspiel startet, ist die Dynamik mehr als einnehmend. Dafür sorgt generell die Action auf dem Court, die für Basketballfans alles bietet. Seien es schnelle Richtungswechsel, No-Look-Pässe, Dribblings und der titelgebende Slam Dunk.

Der Höhepunkt einer langen Geschichte
Die Hoch-Zeit von The First Slam Dunk liegt lange zurück. Deswegen stellt man sich als Neuling vor allem eine Frage: Kann ich den Film auch genießen, wenn ich weder den Manga noch den Anime kenne?
Klare Antwort: Ja. Inoue entscheidet sich dafür, das Finale seiner lang erzählten Geschichte zum Hauptthema des Films zu machen.
Im Mittelpunkt steht das entscheidende Spiel der beiden Schulen Shōhoku und Sannoh. The First Slam Dunk zeigt also in 2 Stunden nur ein einziges Basketball-Spiel? Das dürfte für viele nach den Fußballserien Captain Tsubasa oder Die Kickers aus den 90er-Jahren klingen.
Im Grunde ist es auch genauso. Die vier Viertel sind voll gepackt mit allen Höhen und Tiefen, unerwarteten Wendungen und tragischen Ereignissen, die man sich nur wünschen kann und das Spiel so spannend machen.
Gleichzeitig bietet The First Slam Dunk eine neue Perspektive auf die bekannte Geschichte, indem Ryota und nicht mehr der großmäulige Draufgänger Hanamichi im Mittelpunkt steht.
Die emotionale Reise von Ryota wird in vielen Flashbacks erzählt, die das Spiel immer wieder unterbrechen. Erst spät erhalten wir auch kleine Einblicke in die Hintergründe seiner Teamkollegen.
Diese erzählerische Krücke ist notwendig, um alles Wichtige in die doch zu knappen 2 Stunden hineinzuquetschen. Gleichzeitig ist es auch die größte emotionale Hürde für alle neuen Zuschauer:innen.
Den Figuren und vor allem Ryota als Hauptfigur nah zu sein ist schwierig, auch wenn der Film natürlich alles dafür tut und Ryotas Lebensweg vom Verlust des Vaters über den Bruder bis hin ins Endspiel immer wieder episodenhaft skizziert.
Trotz seiner klaren Hauptfigur ist The First Slam Dunk am Ende eine Geschichte über Teamsport und wie sich aus talentierten Einzelspielern ein größeres Ganzes formt. Umso schwieriger ist daher die Erzählweise, uns Fragmente aus allen Leben hinzuwerfen, während das Spiel schon läuft.

Mein Fazit zu The First Slam Dunk
Regisseur Takehiko Inoue gelingt ein erstaunlich kompakter Stand-Alone-Basketballfilm auf den Schultern seines Mangas, der mit seinem kreativen Mix aus 2D und 3D-Cel-Shading überzeugt und auch Neulinge einigermaßen gut an die Figuren heranführt.
Das ganze emotionale Potenzial transportiert sich am Ende leider nicht vom Bildschirm auf das Publikum, weil die vielen notwendigen Flashbacks zu den Hintergründen der Shohoku-Mannschaft nur Streiflichter sind und sein können.
Dafür ist das Endspiel um die Meisterschaft spannend, aufregend inszeniert und so voller Wendungen, dass The First Slam Dunk allen Sportfans bis zum Schluss Spaß machen kann.
© Plaion Pictures
