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    Unidentified Objects

    Jan Wernervon Jan Werner3. Oktober 2022Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Peter in Neonfarben geschminkt im Wald
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    Die Science-Fiction-Produktion Unidentified Objects eines Kolumbianers sticht beim Queer Film Festival 2022 allein schon durch ihre schrillen Farben hervor. Ist das Spielfilmdebüt aber tatsächlich auch ein gelungener Genrebeitrag?

    Peter und Winona liegen im tiefen Gras und blicken gen Himmel.
    Peter und Winona träumen zusammen davon akzeptiert zu werden © The Film Collaborative

    Unidentified Objects – Offizielle Handlungsangabe

    Als Peter, ein arbeitsloser, kleinwüchsiger und recht griesgrämiger schwuler Mann, vom wilden Klopfen an seiner New Yorker Apartmenttür geweckt wird, vermutet er erstmal seinen wütenden Vermieter auf dem Flur. Stattdessen steht seine Nachbarin Winona auf der Matte, eine quirlige Sexarbeiterin, die dringend eine Mitfahrgelegenheit für einen mysteriösen Notfall benötigt: Im ländlichen Kanada vermutet sie die Landung eines Raumschiffs, an dessen Bord sie unbedingt muss. Nach anfänglicher Irritation willigt Peter dann trotz des unwirklichen Ziels ein, Winona auf der abenteuerlichen Odyssee zu begleiten. Und bald stellen die beiden fest: Gemeinsam von Aliens entführt zu werden, wäre allemal besser, als einsam auf der Welt zu bleiben.

    Bizarrer Roadtrip im rosa Geländewagen

    Rein oberflächlich betrachtet ist Unidentified Objects ein klassischer Roadtrip-Film, bei dem zwei sehr unterschiedliche Charaktere zusammen von Station zu Station – oder besser von Kapitel zu Kapitel – fahren und dabei jeweils einen Reifeprozess durchlaufen und auch in ihrer Verbindung zueinander verschiedene Etappen abhaken. Das wird hier aber allein schon durch die sanfte Variation der Standardparameter deutlich vom 08/15-Genrebeitrag abgesetzt: Die beiden Protagonisten sind beide Außenseiter, werden von der Gesellschaft deutlich als solche behandelt und leiden in ihrem Selbstwertgefühl so sehr, dass sie fast schon in eine Resignationsstarre zu verfallen drohen. Peter lernt man als mürrisch und stets mit der Handbremse in soziale Interaktion gehenden Menschen kennen und Winona sieht gar die Flucht weg von der Erde als ultima ratio, da sie sich ebenfalls missverstanden fühlt. Und dann fahren die beiden auch noch in einem extrem auffälligen rosafarbenen SUV von New York gen Norden.

    Die einzelnen Begegnungen, die die beiden Schicksalsgenossen auf ihrer Reise machen, sind symbolbeladen und voller Aussagekraft – zweifelsohne aber allesamt recht bizarr vorgetragen. Dadurch ergibt sich fast eine Episodenfilm-artige Struktur, bei der man die Kapitel jeweils für sich als kleine Parabeln deuten darf. Eine albtraumhafte Sequenz, bei der polizeiliche Willkür markerschütternd angeprangert wird, sticht dabei hervor. Aber auch die Dialoge in den Motels auf der Reiseroute haben jeweils viel Botschaften in sich. Und in einer Szene, in der in einer Bar der schwule Peter tagträumerisch sein Seelenleben nach außen tragen darf, ehe er von der Realität schlagartig wieder eingefangen wird, offenbart sich binnen weniger Momente katalysiert, das traurige Schicksal, für das der Außenseiter absolut nichts kann.

    Zwei starke Hauptdarsteller auf einer Odyssee, die Mut machen soll

    Unidentified Objects wirft in manchen Momenten ein Schlaglicht auf gesellschaftliche Missstände aus der Perspektive der Benachteiligten und macht deren Situation eindrucksvoll spürbar. In anderen Momenten verschwimmen aber dann Realität und Traumebene und lassen auch das Publikum in eine Utopie eintauchen, die eigentlich gar nicht so fern wäre. Der Minimalismus der Inszenierung und die Betonung der Schönheit der Natur in den langsamen Einstellungen, unterlegt von einem passenden Indie-Soundtrack, im Kontrast zu den düsteren Szenen, stehen für die Aussage des am Ende doch optimistischen Sci-Fi-Dramas: Schon die kleinen Veränderungen in der Gesellschaft können viel bewirken. Es fängt beim Einzelnen an.

    Die Themen Demütigung und (Selbst-)Akzeptanz können in Filmen schnell zu plakativ angeprangert werden. Aber hier gelingt es auch durch die starken Darsteller, dass diese Felder so verhandelt werden, wie sie es verdienen. Vor allem die Darstellung von Matthew Jeffers ist genau deswegen so gut, weil man stets das Gefühl hat, dass er in der Rolle des Peter ein Stück weit für sich selbst einsteht, aber ohne zu verbissen und mit erhobenem Zeigefinger darauf hinweisen zu wollen, dass die Gesellschaft im Umgang mit Menschen wie ihm nicht schon maßgebliche Fortschritte gemacht hat. Und seine filmische Reisebegleiterin Sarah Hay strahlt einen sagenhaften Optimismus aus, aber weiß auch in den Momenten, in denen es um die Ächtung ihrer gesellschaftlichen Randgruppe geht, einen Gang zurückzuschalten und mit ruhigen Tönen zu überzeugen.

    Zwei Männer zwischen zwei Billardtischen eng umschlungen. Unidentified Objects.
    Peter (links) träumt von Akzeptanz – und ist doch immer ein wenig gehemmt © The Film Collaborative

    Je weniger man weiß, desto intensiver ist der Trip

    Auch Identified Objects fällt in die Kategorie der Filme, über die man im Vorfeld gar nicht viel wissen muss. Im Gegenteil: Diese kleine Reise zur Selbstakzeptanz mit den beiden sympathischen Außenseitern sollte man gänzlich unvoreingenommen mitmachen. Dann werden die kleinen Überraschungen ihre Wirkung bestmöglich entfalten und dann wird auch das Ende mitunter noch zu der Interpretationsdebatte anstoßen, die der Macher beabsichtigt hat.

    Unser Fazit zu Unidentified Objects

    Unidentified Objects ist ein kleiner, aber immens wichtiger, weil aussagekräftiger Genrebeitrag zum Roadtrip-Film. Mit Science-Fiction-Elementen angereichert und in die Lebensrealität zweier Außenseiter verpflanzt, sollte man sich die Gelegenheit, falls sie sich demnächst auch außerhalb des Festivalprogramms ergibt, diese Indie-Perle zu entdecken nicht entgehen lassen. Die kleinen Humorspitzen sitzen, die erschütternden Szenen schaffen es das intendierte Unwohlsein beim Publikum zu bewirken und die beiden Hauptdarsteller wachsen einem innerhalb der kurzen Zeit ans Herz. Kein Spektakel, aber ein wichtiger Film, der entsprechenden Personen Mut machen wird.

    Unidentified Objects läuft im Programm des Queer Film Festival Munich 2022. Über einen Deutschlandstart herrscht noch Unklarheit.


    © The Film Collaborative

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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