Fuchs und Hase auf gemeinsamer Mission: Disneys Parabel mit Unmengen an Film Noir-Anspielungen und dem Herz am richtigen Fleck hat vor fast 10 Jahren Kritiker wie Fans begeistert. Nun kommt mit Zoomania 2 die Fortsetzung. Kann erneut ein zweiter Teil eines Animationsfilms die Qualitäten des Erstlings bestätigen?
Darum geht’s in Zoomania 2
Ex-Gauner-Fuchs Nick Wilde und Polizeianfänger-Häsin Judy Hopps haben gemeinsam den bis dato größten Fall in der Geschichte von Zoomania gelöst und wollen ihre ungewöhnliche Zusammenarbeit nun als frischgebackene Partner fortsetzen. Doch das ist längst kein Selbstläufer und die beiden hadern miteinander. Chief Bogo schickt die beiden deshalb zum Therapieprogramm „Partner in Krisen“. Doch es dauert auch nicht lange, bis das Duo direkt in einen richtigen Fall und damit das nächste Abenteuer stolpert. Die Giftschlange Gary De’Snake taucht in der tierischen Metropole auf und sorgt für Chaos und Panik, schließlich wurde ein solches gefährliches Reptil seit vielen Jahren nicht mehr in der Stadt gesichtet. Nick und Judy wollen herausfinden, was es damit auf sich hat, und müssen sich dafür auf einen gefährlichen Undercover-Einsatz in Ecken von Zoomania begeben, die selbst ihnen unbekannt sind.

Disney Animation hat die Sequel-Formel raus!
Waren zu klassischen Zeichentrickfilmzeiten die zweiten Teile von Filmen wie Pocahontas, Arielle und Co. lediglich stiefmütterlich zu behandelnde Direct-to-Home-Veröffentlichungen, hat man seit einigen Jahren auch bei Walt Disney sich vom Sequel-Potenzial auf der großen Leinwand überzeugen lassen – und hierfür wohl bei den Kollegen von Pixar die Erfolgsformel abschauen können: So wie bei Pixar beispielsweise Alles steht Kopf 2 den ersten Teil nochmal kassentechnisch überflügeln konnte, gelang es auch mit Vaiana 2 oder Die Eiskönigin 2 mindestens den Erfolg der Erstlinge zu wiederholen. So ist es also nicht überraschend, dass man hier nun die aufgetane Goldader weiterschürfen will – und entsprechend in die Welt von Zoomania mit einiger Zeit der Vorbereitung zurückkehrt.
Der 2016er Streifen hat seinerzeit gut eine Milliarde weltweit einspielen können und ist in der Liste der erfolgreichsten Animationsfilme bis heute in der Top 10 zu finden. Die Geschichte punktete damals mit der denkbar einfachen Prämisse, zwei – im Tierreich – inkompatible Partner zusammenzubringen, die dann einen geradlinigen Kriminalfall, der jedoch mit sehr viel Easter Eggs und Popkulturanspielungen gespickt war, lösen und dafür ihre Differenzen hintenanstellen mussten, um am Ende natürlich zur Erkenntnis zu gelangen, dass diese Unterschiede und Vorurteile unbegründet oder zumindest nicht nachteilig sind – und im Zusammenspiel der größere Benefit liegt.
Simpel, aber erstaunlich liebevoll, gewitzt und atemberaubend animiert vorgetragen. Aufbauend auf dieser Ausgangslage lässt sich mit den Charakteren natürlich noch viel mehr erzählen, denn an Krimi-Grundstoffen mangelt es in Hollywoods Studios ja am allerwenigsten. Zoomania 2 ist nun also der zweite Fall, aber bringt er die Beziehung der Protagonisten auch auf eine neue Stufe, sodass es mehr als „nur“ eine weitere Challenge mit etablierten Mitteln ist?
Der Charme ist direkt wieder da,…
Alles, was den ersten Teil so gut gemacht hat, findet sich auch in Zoomania 2 wieder: Die smarten Wortspiele, der flotte, pointiert Schnitt, der mehrdeutige Umgang mit den Klischeebildern bestimmter Tiere, die gleichzeitig auch eine vor allem fürs erwachsene Publikum erkennbare Stellvertreterfunktion innehaben, während die Kids sich rein über die offensichtlicheren Anspielungen und Gags amüsieren können. Dazu gibt es eine Reihe von Running Gags aus dem Erstling, die weiterhin gut funktionieren, neue Elemente in Bezug auf die Politik und die Polizei der Welt von Zoomania, wodurch das Worldbuilding noch etwas feingeschliffen wird und auch wieder eine Menge Spielereien mit den Größenunterschieden der unterschiedlichen Gattungen.
Vor allem aber funktioniert das Herzstück von Teil 1, die unwahrscheinliche Partnerschaft zwischen Nick und Judy, auch in der Fortsetzung exzellent, wobei tatsächlich die Weiterentwicklung der besonderen Beziehung als Beweis für die Botschaft, die die Reihe vermitteln will, im Fokus steht – und der Fall hierfür immer wieder nur wie ein Vehikel wirkt. Die kleine Verschwörungsgeschichte ist zweckdienlich, kurzweilig und durchaus unterhaltsam, aber im Vorgänger ist gefühlt hier rein etwas mehr Aufwand geflossen.
… doch es fehlt die Frische
Beileibe ist Zoomania 2 nun kein schlechter Film oder eine schlechte Fortsetzung, aber man merkt schon deutlich, dass man hier auf Nummer sicher gehen wollte und den Fans genau das Gefühl des ersten Teils nochmal geben will. Dadurch fühlt sich dieses Abenteuer an der ein oder anderen Stelle etwas repetitiv an, wirkt durchschaubarer und weniger frisch als erhofft. Hier kommt dann noch dazu, dass die wichtigen neuen Charaktere manchmal etwas über der Schwelle zum Nervigsein agieren und der ein oder andere Witz etwas zu lang ausgespielt wird. Das ist allerdings Meckern auf hohem Niveau, denn grundlegend hat auch das Sequel wieder ein überdurchschnittlicher Genrebeitrag, macht mehr richtig als falsch und ist eine gute Entschädigung für die enttäuschten Fans von Elio oder auch Lilo und Stitch in diesem Jahr.

Manchmal ist hier das Pacing etwas unausgewogen, vieles wirkt überhastet, sodass nicht jedes Detail voll zur Geltung kommen kann und auf der anderen Seite nervige Elemente deutlich negativer im Gedächtnis bleiben werden. Und dass man erneut zweimal einen Shakira-Song fast in Gänze ausspielt, ist schon ziemlich frech. Doch wenn dann Nick und Judy sich gegenseitig ihre Gefühle offenbaren, dann kann man nicht anders, als mit einem wohligen Gefühl den Kinosaal zu verlassen. Und nicht nur legt man schon im Film genug Hinweise auf eine mögliche dritte Geschichte aus, sondern auch in puncto Entwicklungspotenzial der beiden Hauptfiguren ist noch Raum für weitere Fälle in Zoomania.
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Unser Fazit zu Zoomania 2
Zoomania 2 schafft nicht ganz an den ersten Teil anzuknüpfen, weil man in Teilen zu sehr auf ähnliche Tropes und die etablierten Elemente setzt. Doch das Herz der Reihe, also die Partnerschaft zwischen Fuchs und Hase, ist mehr als vital, viele Gags sitzen und die Welt bietet wieder so viel zum Entdecken, dass keiner bereuen wird, dieser Fortsetzung eine Chance zu geben.
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

