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Goodfellas

Goodfellas ist ein absoluter Klassiker des Gangsterfilms von Altmeister Martin Scorsese. Was den Streifen so besonders macht und ob er auch heute noch mithalten kann, erfahrt ihr in unserer Kritik.

TitelGoodfellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia
Jahr1990
LandUSA
RegieMartin Scorsese
DrehbuchMartin Scorsese, Nicholas Pileggi
GenreDrama, Crime, Thriller, Biopic
DarstellerRay Liotta, Robert De Niro, Joe Pesci, Lorraine Bracco, Paul Sorvino, Frank Sivero, Tony Darrow
Länge146 Minuten
FSKAb 16 freigegeben
VerleihWarner Home Video

Worum geht’s in Goodfellas?

Bereits früh ist für den Henry Hill klar, dass er einmal Gangster werden will. Der Junge, der in der Nachbarschaft einer italo-amerikanischen Mafia-Bande in New York aufwächst, bewundert die Mafiosi schon so lange er denken kann. Während sein Vater sich für einen Hungerlohn abrackern muss und sich ständig Höhergestellten unterordnen muss, machen die Goodfellas, wie sich die Gangster untereinander nennen, was immer sie wollen. Keiner traut sich, etwas dagegen zu unternehmen und die Mitglieder der Familie leben wie die Könige. Ehe seine Eltern sich versehen, jobbt der gerade mal 11 Jahre alte Henry für die Cosa Nostra. Autos einparken, Küchenhilfe und dergleichen sorgen dafür, dass der Jung-Gangster sämtliche Schwergewichte der Szene kennenlernt.

Nach einem Timeskip von einigen Jahren sehen wir den nun 21-jährigen Henry, der mittlerweile ordentlich in den Rängen der Mafia aufgestiegen ist. Gemeinsam mit seinen zwei engsten Vertrauten Jimmie und Tommy kümmert er sich besonders um Diebstähle, das Eintreiben von Schutzgeld und Brandstiftung. Alles ganz normal, wie er selbst sagt. Allerdings macht besonders der heißblütige und meist unüberlegt handelnde Tommy der Familie Probleme, und auch Henry und Jimmie können schon bald die Taschen nicht mehr voll genug bekommen. Das kann auf Dauer natürlich nicht gut gehen…

Grandiose Gangster-Stimmung

Scorseses Gangster-Epos wäre ohnehin schon ein guter Film geworden, doch was Goodfellas zu einem Meisterwerk macht, ist seine atemberaubende Atmosphäre. Seien es nun der Soundtrack, der Look der Charaktere oder die Etablissements, in denen die Mafiosi verkehren: Hier passt von vorne bis hinten einfach alles. Bei ersterem bedient sich Scorsese fast ausschließlich bei Klassikern aus allen möglichen Genres. Muddy Waters, Aretha Franklin und The Cadillacs drücken sich in ausreichenden Abständen die Klinke in die Hand und sorgen so für die ideale Umsetzung des Zeitgeists.

Natürlich ist auch die Wahl der Darsteller essentiell, und auch hier beweist Scorsese ein glückliches Händchen. Neben seinem Stammdarsteller Robert de Niro, über dessen schauspielerische Fertigkeiten man an diesem Punkt keine Worte mehr verlieren muss, zeigen sich auch Joe Pesci und besonders Ray Liotta von ihrer besten Seite. Besonders Letzterer hat durch Goodfellas einen ebenso großen Kultstatus erreicht wie der Film selbst. Doch auch abseits der Hauptcharaktere glänzt der Cast: Lorraine Bracco beispielsweise, die Henrys spätere Frau Karen spielt, liefert eine extrem glaubwürdige und anspruchsvolle Performance ab. Nur durch einen Cast wie den solchen können die facettenreichen Charaktere auch wirklich ihre volle Tiefe entfalten.

Erschreckend faszinierend

Im Laufe des Films werden wir immer wieder Zeuge von Henrys Entwicklung zu einem waschechten Kriminellen. Faszinierend ist hierbei, mit was für einer Selbstverständlichkeit teils erzählt wird. Gewalt und Korruption werden einfach zum Geschäft, man denkt nicht mehr darüber nach. Da kann es durchaus schon einmal zu Unbehagen führen, wenn Henry, den wir als kleinen Jungen mit kindlicher Begeisterung für die Mafia kennenlernten, scheinbar völlig kalt am Mord eines Menschen beteiligt ist.

Eben diese kindliche Begeisterung ist aber ein elementarer Teil des Films: Da wir die Geschichte durch Henrys Augen erzählt bekommen, wird das Verbrecherdasein verklärt, fast schon romantisiert. Es scheint keine Nachteile zu geben, man wird akzeptiert und kann tun und lassen was man möchte. Es entsteht eine familiäre Bindung zwischen den Goodfellas, die wir als Zuschauer sehr intim und nachvollziehbar miterleben können. Somit wird man selbst auch in diesen Sog aus Kriminalität und Verklärung gezogen und fühlt sich dabei keineswegs schlecht, ganz im Gegenteil. Das Gezeigte wird so deutlich nachvollziehbarer.

Eine wichtige Rolle bei der Inszenierung von Scorseses Gangster-Epos haben aber auch Kamera und Ton. Der mittlerweile verstorbene Kamera-Großmeister Michael Ballhaus zeichnet sich für erstere verantwortlich. Einige der eingefangenen Szenen gelten mittlerweile völlig zu Recht als ikonischste der Kinogeschichte. So beispielsweise die minutenlange Verfolgung von Henry und seiner Geliebten mit der Kamera, ohne auch nur einen Schnitt zu setzen. Ballhaus hat sich seine Oscarnominierung und den Gewinn bei den British Academy Film Awards also zweifelsohne verdient.

Zu schön um wahr zu sein?

So abenteuerlich das Leben des Henry Hill auch klingen mag: Goodfellas spiegelt die Geschichte seines Hauptakteurs mit fast schon biografischer Genauigkeit wieder. Dies liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass Scorsese sich bei Nicholas Pileggis Romanvorlage Wiseguy bedient hat. Dieser wiederum schrieb das Werk gemeinsam mit dem echten Henry Hill und ist damit so nah wie nur irgend möglich an der Realität. Allerdings wurde zu Gunsten der Inszenierung des Films der ein oder andere Sachverhalt ein wenig abgeändert: So soll zum Beispiel Robert de Niros Charakter deutlich weniger brutal als sein reales Vorbild gehandelt haben. Alles in Allem ist Scoreses Klassiker aber überraschend realistisch gehalten.

Unser Fazit zu Goodfellas

Über Goodfellas lässt sich kaum ein schlechtes Wort verlieren. Der Film ist ein absolutes Meisterwerk in beinahe jeder Hinsicht und besonders ein Aushängeschild für den Gangster-Film als Genre. Scorseses Epos erzählt seine Geschichte mit solcher Hingabe und in derart interessanter Weise, dass der Film sich nicht vor offensichtlichen Konkurrenten wie Der Pate verstecken muss. Ein absolutes Muss für jeden, der diesen Klassiker noch nicht gesehen hat!

Unsere Wertung:

 

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Jonas Hellrung

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