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Eine erschrockene Frau im Nachthemd ist von einigen Katzen umgeben, die sie mit ausgefahrenen Krallen angreifen auf dem Cover von Grüne Augen in der Nacht

Grüne Augen in der Nacht

Grüne Augen in der Nacht starren in diesem Thriller auf die reiche Tante, die von erbwilligen Verwandten umkreist wird. Ob das genauso gruselig und spannend ist, wie es sich anhört, erfahrt ihr hier!

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TitelGrüne Augen in der Nacht (OT: Eye of the Cat)
Jahr1969
LandUSA
RegieDavid Lowell Rich
DrehbuchJoseph Stefano
GenreThriller, Horror
DarstellerMichael Sarrazin, Gayle Hunnicutt, Eleanor Parker, Tim Henry
Länge102 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihExplosive Media/Koch Films
Eine erschrockene Frau im Nachthemd ist von einigen Katzen umgeben, die sie mit ausgefahrenen Krallen angreifen auf dem Cover von Grüne Augen in der Nacht
Das BD-Cover von Grüne Augen in der Nacht © 2020 Koch Films

Grüne Augen in der Nacht – Handlung

Wylie (Michael Sarrazin) ist ein Playboy, der in den Tag hinein lebt. Doch eines Tages sucht ihn Kassia (Gayle Hunnicutt) auf, die ihn ohne viel Federlesens einspannt, sich herauszuputzen und mit ihr zu kommen. Erst auf dem Weg erzählt sie ihm, dass sie die Frisörin seiner Tante Danny (Eleanor Parker) sei und ihm ein Geschäft vorzuschlagen hat. Denn Wylie war immer der Lieblingsneffe der nicht wirklich alten, aber sehr kranken Frau. Nun soll er wieder bei ihr einziehen, und das liebe Tantchen davon überzeugen, dass er wieder als Erbe eingesetzt wird. Denn diese Ehre ist in seiner Abwesenheit nicht etwa seinem Bruder Luke (Tim Henry) zugefallen, sondern den Dutzenden von Katzen, die Danny inzwischen um sich geschart hat. Um den Rest will Kassia sich dann kümmern, für die Hälfte des zu erwartenden Vermögens.

Wylie ist nicht wirklich wohl bei dem Gedanken, was aber nicht an irgendwelchen Skrupeln liegt, die ihm dabei plagen. Er kann Katzen nicht ausstehen, leidet unter panischen Angstzuständen, wenn er in ihrer Nähe verweilen muss. Nichtsdestotrotz nistet er sich bei Tante Danny ein, argwöhnisch beäugt von Bruder Luke, der hier seit Jahren nur als besserer Hausdiener fungiert. Ohne Umwege stellt er die lungenkranke Frau vor die Wahl: er oder die Katzen. Und tatsächlich sind die Katzen damit schnell aus dem Haus vertrieben, aber das neue Testament ist noch nicht beglaubigt und Danny nicht nur einmal einem Herzanfall nahe…

Ein mörderischer Plan, Spuren von Inzest… und Katzen

Als Location wählte man ein abgelegenes Haus, es thront sogar etwas abseits gelegen auf einem Berg in der Westküstenmetropole San Francisco. Die Beziehung der schwer kranken Tante zu ihren Neffen erscheint ein wenig ungewöhnlich. Gerade gegenüber Wylie wirkt es so, als ob sie mehr amouröse Gefühle hegte, wohl wissend, dass sie in ihrem Zustand als Partnerin für ihn kaum in Betracht kommt. Der Ton zwischen den beiden gestaltet sich vertraut, manchmal schon schamlos. Schwingungen von Inzest sind nicht zu verleugnen. Es würde auch erklären, warum sie so schnell nachgibt, die Katzen aus dem Haus wirft und einwilligt, wieder Wylie als Erben einzusetzen. Warum dagegen Luke fortlaufend von ihr übergangen wird, lässt sich nicht klar sagen.

Sowieso belässt es Grüne Augen in der Nacht häufig bei Andeutungen, wenn es um mysteriöse Vorkommnisse oder den Hintergrund der Familie geht. Die Wendungen, die der Thriller-Teil des Films parat hält, sind eher leicht zu durchschauen. Doch dies wird immer wieder ergänzt durch nebulöse Vorgänge und rätselhafte Konversation. Und wenn dann die Katzen zum Zuge kommen, lässt der Film, trotz einer Erklärung, zum Schluss offen, ob eventuell ein unbenanntes übernatürliches Element eine Rolle spielt. Die Katzen stehen für ein ungeklärtes Geheimnis, sie marschieren immer mal wieder am Rande durchs Bild oder werfen ihren bedrohlich wirkenden Schatten, der durch ein aggressives Miauen wirkungsvoll unterlegt wird. In den besten Augenblicken verfällt der Film in kleine, aber sehr effektive Alptraumszenarien, gerade weil man auch von der Angst Wylies vor den Katzen weiß.

Zwischen Krimi und Horror

Mit Grüne Augen in der Nacht drehte Regisseur David Lowell Rich einen ungewöhnlichen Zwitter zwischen herkömmlichem Thriller und Gruselfilm. Das Drehbuch dazu schrieb Joseph Stefano, der für Alfred Hitchcock 1960 Robert Blochs Roman Psycho für den gleichnamigen Film adaptierte. 1962/63 schrieb er einige Folgen für die Mystery-Serie The Outer Limits. In dieser Geschichte vermengte er nun die Thriller-Handlung mit Mystery und Horror. Beider Karriere verlief im Folgenden eher unauffällig und zumeist im Fernsehen. David Lowell Rich drehte u.a. noch Airport ’79 – Die Concorde (1979), den vierten und letzten Teil der Airport-Saga.

Man kann jetzt nicht sagen, dass jeder für sich bei diesem Film explizit gute Arbeit geleistet hat, aber sie harmonisieren jedenfalls ungewöhnlich gut. Natürlich sollte man erwähnen, dass mit Ellsworth Fredericks (Die Dämonischen) und Russell Metty (Spartacus) zwei hervorragende Kameramänner zur Verfügung standen. Der tolle Score stammte von Lalo Schifrin (Amityville Horror, Mission: Impossible).

Aber auch die Chemie innerhalb des überschaubaren Casts stimmt. Gayle Hunnicutt gibt die sinistre Antreiberin hinter dem Komplott wunderbar schroff. Michael Sarrazin gibt in der Hauptrolle den lustlosen Lebemann etwas sehr unbedarft, hat dafür aber den einen oder anderen Schmunzler auf seiner Seite. Er galt damals als “der heiße Scheiß” und nach einer weiteren Hauptrolle in Sidney Pollacks gefeiertem Tanz-Drama Nur Pferden gibt man einen Gnadenschuss (1969) wurde ihm eine große Karriere prophezeit, die dann nie wirklich eingetreten ist. Seine Szenen mit Eleanor Parker als Tante Danny bewegen sich oftmals an der Grenze zur Komödie, was die surreale Note des Films sogar noch unterstützt. Parker hatte ihre beste Zeit schon hinter sich, war in den 50ern dreimal für den Oscar nominiert. Tim Henry kann in der Rolle des Luke kaum glänzen, sie gestaltet sich über weite Strecken ziemlich langweilig.

Unser Fazit zu Grüne Augen in der Nacht

Wenn man sich darauf versteift, einen raffinierten Thriller sehen zu wollen, wird man hier wahrscheinlich schnell gelangweilt sein, da die Handlung an sich recht vorhersehbar ist. Und wer dagegen von einem Grusel- oder gar Tierhorrorfilm ausgeht, wird sowieso enttäuscht. Grüne Augen in der Nacht ist kein Film, der es darauf anlegt, es seinem Publikum recht zu machen, sondern offenbart seine Stärken dann, wenn man ein Gespür für Stimmungen, ein Ohr für Dialoge, die ins Nichts laufen, und ein Auge für Kleinigkeiten hat, die nicht erklärt werden. Dann kann man durchaus viel Spaß mit diesem komischen Zwitter haben, der gerade davon lebt, was nicht zusammenpasst, und dann Spannung aufbaut, wenn etwas nicht erklärt wird.

Das HD-Bild zeigt sich gut, es ist scharf und mit gutem Kontrast. Einige altersbedingte Beschädigungen und Verunreinigungen waren wohl nicht zu vermeiden. Der Ton gestaltet sich glücklicherweise rauschfrei, der wuchtige Score besitzt den benötigten Druck. Als interessantes Extra befindet sich noch die US-TV-Fassung mit auf der Scheibe, für die seinerzeit ein neues Ende gedreht wurde. Allerdings muss man hier in SD und einzig auf Englisch einige qualitative Abstriche machen.

Blu-ray und DVD sind am 20. Mai 2020 im Handel erschienen!

Unsere Wertung:

 

 

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© Explosive Media/Koch Films

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