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Timothée Chalamet steht an einem Geldschaletr und schaut zur Seite.

Hot Summer Nights

Nach drei Jahren Wartezeit bekommt Hot Summer Nights mit Timothée Chalamet nun endlich auch einen deutschen Heimkinostart. Wir haben den Film gesehen und verraten Euch in unserer Kritik, ob sich ein Blick lohnt.

Hot Summer Nights | Official Trailer HD | A24

TitelHot Summer Nights
Jahr2017
LandUSA
RegieElijah Bynum
DrehbuchElijah Bynum
GenreDrama, Krimi, Romanze
DarstellerTimothée Chalamet, Maika Monroe, Alex Roe, Emory Cohen, Thomas Jane, Maia Mitchell, William Fichtner, Jeanine Serralles
Länge108 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihKoch Films
Das Blu-ray-Cover von Hot Summer Nights zeigt die drei Protagonisten des Filmes. Im Vordergrund ist in Großaufnahme Timothée Chalamet zu sehen.
Hot Summer Nights erscheint am 18. März digital, am 25. März auf Blu-ray und DVD © Koch Films

Darum geht es in Hot Summer Nights

Der 17-jährige Daniel (Timothée Chalamet) hat es nicht einfach. Erst starb sein Vater, nun muss er den Sommer des Jahres 1991 auch noch im Touristen-Örtchen Cape Cod bei seiner Tante verbringen. Daniel fällt es nur schwer, Anschluss zu finden. Doch dann lernt er Hunter (Alex Roe) kennen, den charismatischen Drogendealer der Stadt, und dessen Schwester, die umwerfende McKayla (Maika Monroe), die allen Jungs den Kopf verdreht.

Nicht nur die Schmetterlinge im Bauch treiben Daniel plötzlich an, auch die Idee, wie man mit Drogen so richtig Patte machen kann, katapultiert ihn in ganz neue Sphären. Zusammen mit Hunter baut er innerhalb weniger Tage ein kleines Drogen-Imperium auf – hat sich dabei jedoch mit kompromisslosen Gaunern auf einen gefährlichen Deal eingelassen.

Unübersehbarer Griff in die Nostalgie-Box

Timothée Chalamet gehört mittlerweile zu den gefragtesten Stars in Hollywood. Die Vorfreude auf Dune ist riesig, mit Call Me By Your Name schaffte er 2017 den Durchbruch. Im selben Jahr drehte er an der Seite von Regisseur Elijah Bynum aber eben auch den bis hierhin unbekannten Hot Summer Nights. Und auch hier wird wieder mal ersichtlich, woher der Hype um Chalamet kommt. Seine Figur Daniel entwickelt sich vom unsicheren Jungen hin zum „coolen“ Drogendealer – natürlich eine Prämisse, die nicht neu ist. Chalamet gibt diesem jungen Mann, den man als Zuschauer mehr als nur einmal so richtig durchschütteln will, den perfekten Anstrich. Aber auch Alex Roe als Hunter, Chalamets Partner in crime, macht seine Sache mehr als ordentlich – und man entwickelt schnell eine Faszination für das ungleiche Duo.

Timothée Chalamet steht in Hot Summer Nights an einem Geldschalter und schaut zur Seite.
Daniel (Timothée Chalamet) erlebt einen Sommer, den er so schnell nicht mehr vergessen wird © Koch Films

Daniels love interest McKayla, gespielt von Maika Monroe, entspringt dagegen direkt der 90er-Klischee-Kiste: Minirock, pinke Bubblegum-Blasen, Buffalo Boots. Das ist aber okay, generell greift Hot Summer Nights doch sehr unübersehbar immer wieder in die Nostalgie-Box. Da wird im Autokino Terminator 2 geschaut, wenig später liefern sich Daniel und McKayla ein Street Fighter-Duell in der Aracde-Halle. Kids der 90er werden da natürlich schwach. Auch wenn ein bisschen weniger Dampfhammer hier gut getan hätte.

Fluffigkeit geht verloren

Hot Summer Nights ist gerade in der ersten Hälfte ein sehenswerter Ausflug in eine unvergessene Zeit. Coming Of Age mischt sich mit Krimi mischt sich mit Romanze – dazwischen immer mal wieder feinste Musikstücke von David Bowie, The Modern Lovers oder Baltimora. Klar: Wer einen dieser Filme kennt, kennt alle. Und so kann es sein, dass der kritische Gucker schon bald keinen Spaß mehr verspürt ob der To Do’s, die hier alle nacheinander abgehakt werden. Ich für meinen Teil hatte bis hierhin jedoch meine Freude.

Das änderte sich dann aber leider in der zweiten Filmhälfte. In dem Moment, in dem Daniels perfekter Sommer nach und nach anfängt zu bröckeln, bekommt auch der Film Schwierigkeiten. Daniel will mehr, der Film will mehr. In beiden Fällen geht der Schuss jedoch nach hinten los. Das Drehbuch verlässt den fluffigen Weg und nimmt immer wieder Abzweigungen, die eine zu konstruierte Dramatik aufkommen lassen. Dies passt jedoch hinten und vorne nicht und wird auch noch dadurch nervig, dass Daniel plötzlich anfängt, hanebüchene Entscheidungen zu treffen – und auch andere Charaktere nur wenig smart handeln.

Timothée Chalamet liegt in Hot Summer Nights auf einer Picknickdecke in den Armen von Maika Monroe.
Daniel (Timothée Chalamet) und McKayla (Maika Monroe) kommen sich immer näher © Koch Films

Auch die Abarbeitung der Liebesgeschichte nimmt mehr und mehr Wind aus den Segeln. Was großartig begann, endet leider als ziemliches Luftloch. Der negative Höhepunkt wird erreicht, als plötzlich William Fichtner als Koks-Dealer auftaucht und das so fein aufgebaute Konstrukt zum Einstürzen bringt.

Unser Fazit zu Hot Summer Nights

Leider verkalkuliert sich Hot Summer Nights in seiner zweiten Hälfte so dermaßen, dass der starke Beginn am Ende des Tages nicht mehr zählt und man mit einem unguten Gefühl aus dem Film entlassen wird. Das Darsteller-Trio rund um den glänzenden Timothée Chalamet wird leider von einigen dämlichen Drehbuchentscheidungen ausgehebelt, der Film verliert mehr und mehr seinen Reiz.

Und wenn man dann sogar zu der Personengruppe gehört, die auch mit 90er-Nostalgie nichts anfangen kann, landet Hot Summer Nights auf der „Schnell-wieder-vergessen“-Liste. Schade, denn im Grunde macht Hot Summer Nights wirklich viel richtig, nur um dann am Ende die falsche Abzweigung zu nehmen.

Hot Summer Nights erscheint am 18. März digital, am 25. März auf Blu-ray und DVD.

Unsere Wertung:

 

 

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