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Beitragsbild_Insel_des_Schreckens_© Koch Films

Insel des Schreckens

Mit Insel des Schreckens veröffentlich Koch Films einen weiteren Brit-Horror als Blu-ray Premiere im Mediabook. Ob sich ein Ausflug mit Peter Cushing dorthin lohnt, erfahrt ihr hier.

TitelInsel des Schreckens (OT: Island of Terror)
JahrGroßbritannien
Land1966
RegieTerence Fisher
DrehbuchEdward Andrew Mann, Allan Ramsen
GenreSci-Fi, Horror
DarstellerPeter Cushing, Edward Judd, Eddie Byrne, Carol Grey, Sam Kydd, Niall MacGinnis, James Caffrey
Länge87 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihKoch Films
Cover A des Mediabooks zu Insel des Schreckens © Koch Films
Cover A des Mediabooks zu Insel des Schreckens © Koch Films

Tödliche Bedrohung auf der Insel des Schreckens

Auf der Insel Petrie’s Island sucht Mrs. Bellows eines Abends den Constable Harris (Sam Kydd) auf, denn ihr Mann Ian ist schon lange überfällig. Harris findet etwas, von dem er glaubt, dass es die Leiche des Landwirts ist, in einer Höhle. Der Arzt Dr. Landers (Eddie Byrne) stellt fest, dass es sich in der Tat um menschliche Überreste handelt, denen allerdings alle Knochen abhandengekommen sind. Um der Sache auf den Grund zu gehen, holt er Hilfe bei dem renommierten Pathologen Dr. Stanley (Peter Cushing) in London ein. Der zieht auch noch den Knochenspezialisten Dr. West (Edward Judd) hinzu, und sie fliegen mit dessen Freundin Toni (Carole Gray) zurück nach Petrie’s Island.

Ihre Untersuchungen dort führen sie in ein Labor auf der Insel, wo sie weitere Leichname finden. Die toten Wissenschaftler forschten dort nach einem Heilmittel für Krebs und erschufen dabei ein todbringendes Silikat-Wesen, das sich immerzu teilt und die Insel und sogar die ganze Welt zu überrennen droht…

Die tödliche Wissenschaft

In seiner Konstellation erinnert der vorliegende Insel des Schreckens verblüffend dem erst vor kurzem an dieser Stelle besprochenen Brennender Tod. Wir haben eine abgelegene Insel und eine todbringende Gefahr, die über sie hereinbricht. Doch sie gefährdet nicht nur die Einwohner dort, sondern im Endeffekt sogar die ganze Welt. Der Film folgt dabei im Groben den Regeln des Katastrophenfilms wie auch des Kriminalfilms. Das ist einleuchtend, denn die Silikat-Wesen verbreiten sich zuerst unentdeckt und ähnlich einer Pandemie. Der Unterschied ist, dass sie keinen Wirtskörper brauchen. Sie verzehren das Skelett ihrer Opfer, deren Ableben durch die Protagonisten untersucht wird. Aber ähnlich eines Virus und anderen Mikroorganismen vermehren sie sich durch Teilung, weswegen sich ihre Anzahl immer wieder verdoppelt.

Die Opfer können mangels Skelett keine Haltung in Insel des Schreckens © Koch Films
Die Opfer können mangels Skelett keine Haltung © Koch Films

Die Wissenschaftler, die diese Wesen erschaffen, fallen ihnen auch als erstes zum Opfer. Da sie sich hier der Abgeschiedenheit wegen auf der Insel eingenistet hatten, ist auch Hilfe vom Festland nötig, um die Lage einzuschätzen und ihr Herr zu werden. Es ist dann der eingeflogene Dr. Stanley, der zuerst mit kriminalistischem Geschick der Kreatur hinterher spürt und später mit seinem Kollegen Dr. West eine Lösung des Problems erörtert. Es mündet im letzten Drittel in einem Belagerungsszenario, in dem sich die überbelebenden Insulaner verschanzen. Interessant ist hier, dass der jüngere Dr. West tatsächlich mit dem Gedanken spielt, im Falle des Versagens seine Freundin selbst zu töten, um ihr den ungleichvoll qualvolleren Tod durch die Silikat-Wesen zu ersparen.

Die Insel des Schreckens und pseudowissenschaftliche Staubsauger-Monster

Terence Fisher nimmt sich Zeit, das Bedrohungsszenario zu etablieren, unsere Helden werden erst am Ende des ersten Drittels eingeführt. Dann geht es schlicht darum, die Gefahr zu ermitteln, ihren Schwachpunkt zu ergründen, um dann eine Gegenmaßnahme mit dem geeigneten Kampfmittel einzuleiten. Im Mittelteil ergibt sich daraus eine Schnitzeljagd über das Eiland, bei der Stanley, West und Merrill den Weg der Wesen anhand der Leichenfunde nachverfolgen. Das gestaltet sich nicht allzu gehetzt, aber auch nicht besonders aufregend und spannend. Und es bietet viel Platz für pseudowissenschaftliches Gebrabbel, das auch einen Teil des Reizes solcher Filme ausmacht. Wenn sich am Ende die Einwohner ängstlich verschanzen und der Dinge harren, die da kommen, macht sich durchaus Anspannung breit. Fisher strapaziert die Situation nicht übermäßig und löst sie rechtzeitig auf.

Fürchterlich im Sinne von hässlich - die Monster in Insel des Schreckens © Koch Films
Fürchterlich im Sinne von hässlich – die Monster in Insel des Schreckens © Koch Films

Wie  auch Brennender Tod wurde Insel des Schreckens von Planet Film produziert. In den Schlüsselpositionen hinter der Kamera werkelte größtenteils dieselbe Crew. Die Regie führte auch hier schon Terence Fisher, und in der Hauptrolle ist Peter Cushing als Dr. Stanley zu sehen. An seiner Seite agiert Edward Judd als Dr. West. Er hatte im Klassiker Der Tag an dem die Erde Feuer fing schon Lead-Qualitäten bewiesen und wirkt als Stichwortgeber der Ikone Cushing ein wenig verschwendet. Die Produktion kann auf reizvolle Settings, u.a. bei den Außendrehs nahe der Pinewood Studios, zurückgreifen. Allerdings reichte das Budget nicht für ein ordentliches Monster-Design, und so sehen die Silikat-Wesen eher wie ein futuristischer Staubsauger aus. Lustig ist auch der Name der Insel, denn Petrie’s Island erinnert nicht von ungefähr an die Petrischale (auf Englisch auch „Petrie Dish“). Hierin werden Mirkoorganismen und Zellkulturen auf einem Nährboden kultiviert.

Unser Fazit

Insel des Schreckens ist sicherlich kein Klassiker des Brit- oder gar des Sci-Fi-Horror an sich. Spätestens wenn man die Monster das erste Mal zu Gesicht bekommt, und das ist relativ früh, kann man das ganze Treiben kaum mehr ernst nehmen. Allerdings gestaltet sich der Film als flott, seine Mechanismen als mehr oder minder zuverlässig. Peter Cushing hat zudem die Gravitas, auch diesen Trash zusammenzuhalten. Er fungiert quasi als Gegenpol zum schlechten Monsterdesign und sorgt dafür, dass der Zuschauer am Ball bleibt. Wer ein Faible für Epoche und Genre mitbringt, wird damit einigermaßen Spaß haben können.

Hoffentlich weiß Peter Cushing Rat, er muss auf die Insel des Schreckens © Koch Films
Hoffentlich weiß Peter Cushing Rat, er muss auf die Insel des Schreckens © Koch Films

Die Veröffentlichung im Mediabook

Die Blu-ray von Koch Films bietet den Film in einem ansehnlichen Print mit kräftigen Farben und gutem Kontrast. Das ist zwar weit weg von Referenzwerten, lässt sich aber gut ansehen. Einige leichte Unschärfen sowie hin und wieder auftretende Verschmutzungen gehören halt zum Retro-Feeling dazu. Es gibt viele andere Werke dieser Zeit, von denen ich froh wäre, sie überhaupt in annähernd guter Qualität und dazu noch auf Blu-ray genießen zu dürfen. Das Release bietet zwei gut verständlich Tonspuren in Deutsch und Englisch. Die Extras-Sektion ist dafür wieder recht mager ausgefallen. Neben einem Audiokommentar findet sich hier wieder ein Interview mit Christopher Lee, der in Insel des Schreckens ja gar nicht mitspielt. Allerdings kann man Lees Anekdoten aus verschiedenen Jahrzehnten seines Schaffens immer wieder lauschen.

Das Mediabook mit Blu-ray und DVD von Koch Films erscheint in 2 Covervarianten mit einer Woche Verspätung am 20. Juni 2019!

Unsere Wertung:

 

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© Koch Films

Thomas Hortian

Thomas, Jahrgang '76. Ich bin schon von kleinauf Filmfan, klapperte ab frühester Kindheit die drei Programme ab, weil meine Mutter keinen Videorekorder im Haus wollte. Ich war und bin aufgeschlossen für alles, aber mit den Jahren haben sich natürlich Vorlieben herausgebildet. Ich steh auf japanische Regisseure wie Kitano, Sabu, Miike und ganz doll Tsukamoto. Außerdem fahre ich voll auf klassische Horrorfilme der Hammer Films ab und bin Sammler italienischer Exploitation im Bereich des Giallo und Poliziesco.

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