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Der jamaikanische Kriminelle D auf den Straßen Londons © Studiocanal Home Entertainment

Yardie

Mit Yardie liefert der eigentlich als Schauspieler bekannte Idris Elba sein Regiedebüt über einen jamaikanischen Gangster, der sich in den 70er- und 80er-Jahren in London durchschlagen muss.

TitelYardie
Jahr2018
LandGroßbritannien
RegieIdris Elba
DrehbuchBrock Norman Brock, Martin Stellman
GenreDrama, Crime, Thriller, Coming-Of-Age
DarstellerAml Ameen, Antwayne Eccleston, Fraser James, Sheldon Shepherd, Shantol Jackson, Everaldo Creary
Länge101 Minuten
FSKAb 16 Jahren freigegeben
VerleihStudiocanal Home Entertainment
Offizielles Poster zu Yardie © Studiocanal Home Entertainment
Offizielles Poster zu Yardie © Studiocanal Home Entertainment

Worum geht’s in Yardie?

Kingston, 1970er Jahre: In der jamaikanischen Hauptstadt tobt ein blutiger Bandenkrieg. Nicht einmal Kinder sind sicher vor den schießwütigen Gangstern der Großstadt. Inmitten dieser Wirren findet sich der 13-jährige Dennis, der gemeinsam mit seinem Bruder Jerry für Frieden zu sorgen versucht. Bei einem groß angelegten Festival versucht Jerry mithilfe von Musik und warmen Worten die beiden Gang-Anführer zu versöhnen und dem Krieg ein Ende zu setzen. Alles scheint nach Plan zu laufen, als plötzlich aus der Menge gefeuert wird. Das Publikum flieht, und Jerry, der von der Kugel getroffen wurde, stirbt in Dennis’ Armen.

Sechs Jahre später arbeitet D, wie er von allen nur genannt wird, für King Fox, der aus dem Krieg als Sieger hervorgehen konnte. Er ist nun ein Yardie, ein Gangster. Alles scheint gut zu laufen, doch D verliert wegen des ungeklärten Mordes an seinem Bruder immer wieder die Beherrschung. Weil er mit seiner kurzen Zündschnur einen Drogendeal von King Fox platzen lässt, schickt ihn dieser zur Abkühlung erst einmal nach London. Dort soll er eine Kokain-Lieferung für den Drogenbaron übernehmen. Doch die Dinge laufen anders als geplant und schon bald verliert sich D in den Wirren des Londoner Untergrunds.

Der jamaikanische Gangster D auf den Straßen Londons © Studiocanal Home Entertainment
Der jamaikanische Gangster D auf den Straßen Londons © Studiocanal Home Entertainment

Reggae und Rastas

Trotz der Tatsache, dass Yardie größtenteils in London spielt, vermittelt der Film gehörige Reggae-Vibes. Dies ist einerseits der Musik geschuldet: Die lockeren Beats und der improvisierte Gesang des Reggae dienen nicht nur der musikalischen Untermalung, sondern sind auch aktiver Teil der Handlung. So spielen zum Beispiel Untergrundclubs und Soundsysteme eine elementare Rolle in der Auflösung des Konflikts. Andererseits wird die gewünschte Atmosphäre aber auch durch die absolut authentischen Darsteller vermittelt. Diese sind teils sogar jamaikanischer Abstammung und darüber hinaus auch noch tolle Schauspieler. Allerdings führt dieser Umstand auch zu einer dringenden Empfehlung, den Film mit Untertiteln anzusehen. Der Akzent der Darsteller ist vermutlich selbst für englische Muttersprachler nahezu unverständlich, da viel in Slang geredet und einige Wörter einfach weggelassen werden.

Musik spielt eine große Rolle in Yardie © Studiocanal Home Entertainment
Musik spielt eine große Rolle in Yardie © Studiocanal Home Entertainment

Das entscheidende Problem

Leider scheitert Yardie trotz gelungener Atmosphäre an seiner Handlung. Diese wirkt nicht selten uninspiriert und unentschlossen, weiß nicht so recht worauf sie hinaus will. Somit dümpelt der Film lange Zeit vor sich hin und schürt eher Langweile als Spannung. Auch gelegentliche Plotholes und teils abenteuerliche Wendungen auf wackliger Basis schmälern den Unterhaltungswert. Versalzt man diese filmische Suppe dann auch noch mit einem völlig unnötigen Plottwist, der überhaupt keinen Unterschied macht, ist das Story-Desaster perfekt. Mit seinem doch recht unverbrauchten Setting und den fantastischen Darstellern hätte Yardie so viel mehr sein können. Doch die Handlung driftet schnell ins Klischeehafte ab und hinterlässt somit einen faden Beigeschmack.

Hollywood-Star hinter statt vor der Kamera

Idris Elba ist im Filmgeschäft längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Schon seit vielen Jahren ist der Brite Schauspieler und mit Filmen wie Pacific Rim, dem Marvel Cinematic Universe oder auch Beasts Of No Nation bekannt geworden. Besonders bei letzterem scheint er sich aber bei seinem Langfilm-Regiedebüt Yardie Inspiration geholt zu haben. Die rohe Härte und die schockierende Gewalt wird in kalten, fast schon unbeeindruckt wirkenden Bildern wiedergegeben. Ein Stilmittel, dass schon Cary Fukunaga in seinem Werk über Kindersoldaten in Afrika eindrucksvoll nutzte. Schade nur, dass der vor der Kamera brillante Elba es nicht schafft, sein Talent auch hinter derselben unter Beweis zu stellen. Es bleibt zu hoffen, dass der sympathische Brite aus seinen Fehlern lernt und sein nächster Film so gut wird, wie Yardie hätte sein können.

Gewalt wird in Yardie sehr unverblümt gezeigt © Studiocanal Home Entertainment
Gewalt wird in Yardie sehr unverblümt gezeigt © Studiocanal Home Entertainment

Fazit

Idris Elbas Regiedebüt ist ein eher durchwachsener Streifen, der zwar mit tollen Darstellern und einer coolen Reggae-Atmosphäre punkten kann, allerdings besonders bei der Handlung schwächelt. Diese ist ebenso klischeehaft wie uninspiriert und in sich oft nicht schlüssig. Somit ist der Film solchen Zuschauern zu empfehlen, die Lust auf einen Thriller der anderen Art haben, von dem sie aber nicht allzu viel erwarten.

Yardie ist ab dem 20. Juni 2019 auf DVD, Blu-Ray und als Video on Demand verfügbar.

Unsere Wertung:

 

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© Studiocanal Home Entertainment

Jonas Hellrung

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