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Jurassic World 2: Das gefallene Königreich

Der erste Jurassic World war für einige die Wiederbelebung eines totgeglaubten Franchises und für andere ein eingestaubtes, ausgegrabenes Fossil. Meiner Meinung nach hat sich der Vorgänger wunderbar der Neuzeit angepasst und interessante Details hinzugefügt. Leider ist Jurassic World 2: Das gefallene Königreich eine Fortsetzung die wieder eingebuddelt werden müsste.

TitelJurassic World 2: Das Gefallene Königreich
Jahr2018
ProduktionslandUSA, Spanien
RegieJuan Antonio Bayona
DrehbuchDerek Connolly, Colin Trevorrow
GenreAction, Abenteuer, Sci-Fi
DarstellerBryce Dallas Howard, Chris Pratt, Ted Levine, Jeff Goldblum, Toby Jones, James Cromwell, BD Wong, Rafe Spall, Daniella Pineda, Justice Smith, Isabella Sermon
Länge128 Minuten
FSKAb 12 Jahren freigegeben
VerleihUniversal Pictures
Filmplakat zu "Jurassic World: Das gefallene Königreich" © Universal Pictures
Filmplakat zu „Jurassic World: Das gefallene Königreich“ © Universal Pictures

Plot:

3 Jahre nach dem Zusammenbruch von Jurassic World ist die Insel Isla Nublar von einem Vulkanausbruch bedroht. Um die gefährdeten Saurier an diesem Ort vor dem erneuten Aussterben zu schützen, plant ein Team eine Rettungsmission.

Inhalt:

Wem der Nebenplot, über Dinos als Waffengebrauch, im vorigen Teil nicht zusagte-  Willkommen zurück. Es ist jetzt die Haupthandlung. Einerseits öffnet der Kerngedanke mehr Raum für eine ansprechende Thematik. Doch die Umsetzung lässt dermaßen zu wünschen übrig, dass man sich fragt, warum Saurier besser töten sollen als herkömmliche Waffen. Das Thema Tierausbeutung wird hier komplett verschenkt, da die Dinos in sämtlichen Situationen auf Killermaschinenniveau herab gestuft werden. Bei einem Vulkanausbruch ist die Kacke am dampfen und ein Raubtier möchte, trotz Verbrennungen Menschen fressen. Die Hauptfiguren wollen die prähistorischen Wesen retten, doch setzen sie die Tiere auch gegen ihre Widersacher ein. Denn die bösen Söldner sind im größten Chaos, ebenfalls mehr am Töten interessiert als an ihr eigenes Überleben. Eventuell kriegen sie ja eine Bonuszahlung für jeden Extrakill. Denn Geld spielt in Jurassic World 2 ebenso eine Nebenrolle. Kritik an einem skrupellosen Finanzmarkt ist allerdings eher dem Film selbst, als dem Plot zuzuschreiben. Denn um den Gewinn zu steigern wird uns nicht nur eine Fortsetzung mit mehr Wumms präsentiert, sondern auch ein Szenengemisch von anderen Filmen. Das Anfangsszenario erinnert an Vergessene Welt. Die Begegnung mit einem Brachiosaurus an Jurassic Park. Die Flucht vor vulkanisches Gestein könnte aus 2012 stammen. Ein Faustkampf gegen entwertbare Söldner hat was von The Expendables. Es ist schon unglaublich wie Regisseur J.A. Bayona diese Blockbusterorgie wenigstens noch übersichtlich inszeniert. Ansonsten beinhaltet Jurassic World 2 mehr einen künstlich erschaffenen Film, als künstlich erschaffene Dinos.

Trotz der Gefahr- Ein Fleischfresser muss Menschen essen ©Universal Pictures
Trotz der Gefahr- Ein Fleischfresser muss Menschen essen ©Universal Pictures

 

Figuren:

Die bereits bekannten Charaktere aus dem Vorgänger versprühen in Jurassic World 2 wieder den gleichen Charme. Owen Grady (Chris Pratt) überzeugt als lockerer Draufgänger und Claire Dearing (Bryce Dallas Howard) zeigt ihren logischen Pragmatismus, der für einen herrlichen Beziehungsklinch zwischen den beiden sorgt. Leider kommt der Wortwechsel zwischen diesem ungleichen Pärchen viel zu kurz. Jeff Goldbloom erhält noch weniger Screentime und dient hier nur als Aussage-Gimmick. Die Sidekicks überzeugen mit einer selbstbewussten, durchsetzunsstarken Ärztin (Daniella Pineda) und enttäuschen wiederum mit einem klischeehaften Nerd (Justice Smith). Ein Kind ist auch wieder mit dabei. Doch zum ersten Mal in einem Jurassic Park-Film nervt es nicht. Denn die junge Schauspielerin Isabella Sermon verkörpert ihre Figur verdammt gefühlsecht, wodurch ein glaubwürdiger Charakter entsteht. Das Drehbuch verpasst ihr allerdings, mit einem aufgezwungenen Plottwist eine derbe Ohrfeige, was die Glaubwürdigkeit wieder mildert. Der fragwürdigste Charakter Eli Mills (Rafe Spall) ist eine geldgierige 1:1 Kopie vom Vergessene Welt-Bösewicht, dem jedoch jede Menschlichkeit fehlt. Eindimensionale Antagonisten auf diesem niedrigen Level dürften 2018 nicht mehr im Kino auftauchen.

Ein kurzer Monolog von Jeff Goldblum ©Universal Pictures
Ein kurzer Monolog von Jeff Goldblum ©Universal Pictures

Form:

Rein technisch funktioniert Jurassic World 2 mit seinem fetten Budget. Das Setting und die dazugehörigen Effekte sehen ansprechend aus, jedoch macht der Film daraus zu wenig. Ein großer Actionmoment, wie der gigantische Monsterkampf in Jurassic World fällt aus. Stattdessen gibt es jede Menge standardisierte Chase&Run-Passagen. Der Aufbau ist sehr schlicht gehalten, musikalisch leistet dieser Film so wenig wie möglich. Keine Szene wird irgendwie spektakulär untermalt. Selbst die Jurassic Park Main Theme von John Williams kommt nur in den Credits vor. Ein paar Horrorelemente haben sich in Jurassic World 2 ebenso eingeschlichen. Ihnen fehlt es allerdings ebenso an Spannung, teilweise sind sie sogar etwas lachhaft. Stichwort: Saurierkralle.

Spannend? Eine nachgedrehte Szene aus jurassic Park ©Universal Pictures
Spannend? Eine nachgedrehte Szene aus jurassic Park ©Universal Pictures

 

Fazit:

Saubere Technik kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Jurassic World 2: Das gefallene Königreich ein uninspirierender Blockbusterbrei ist, der lieblos bekannte Szenen zusammenrührt. Die Action bietet keine Höhepunkte, spannende Momente sind vorhersehbar, moralische Vorstellungen werden oberflächlich genannt und ergeben oft keinen Sinn. Dieses auferstandende Franchise sollte wieder aussterben.

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Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion: [yasr_multiset setid=0] Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten: [yasr_visitor_multiset setid=0]

©Universal Pictures

 

 

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