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Wyatt (Ilan Mitchell-Smith) und Gary (Anthony Michael Hall) bereiten die Zeremonie vor. Beide sitzen im Schneidersitz auf dem Fußboden und schauen sich an. Gary, rechts im Bild, trägt ein lila T-Shirt und hält in der Hand eine Barbie-Puppe, die später zu Lisa wird. Wyatt trägt ein Hemd und auf dem Kopf einen weißen BH. In der Hand hält er ein Buch.

L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn

L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn ist die dritte Regiearbeit von John Hughes, der zuvor mit Das darf man nur als Erwachsener und The Breakfast Club große Erfolge feierte. Inwiefern sich die Sci-Fi-Komödie lohnt und speziell die Neuauflage zum 35. Jubiläum inklusive Extended Cut, erfahrt ihr hier!

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TitelL.I.S.A. – Der helle Wahnsinn (OT: Weird Science)
Jahr1985
LandUSA
RegieJohn Hughes
DrehbuchJohn Hughes
GenreKomödie, Sci-Fi/Fantasy
DarstellerAnthony Michael Hall, Kelly LeBrock, Ilan Mitchell-Smith, Bill Paxton, Robert Downey Jr., Suzanne Snyder, Judie Aronson, Robert Rusler, Vernon Wells
Länge94 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihCapelight Pictures
Das deutsche Cover von "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn" zeigt zentral und über das ganze Cover ragend, Kelly LeBrock als Lisa. Diese trägt ein langärmliges aber bauchfreies weißes Oberteil und nur eine blau-weiße Unterhose. Im unteren Bereich verdreckt der Schriftzug "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn" ihre Beine. Links und rechts vom Schriftzug erkennt man die beiden Teenager Gary und Wyatt, die sich erstaunt und jubelnd anschauen. Der Hintergrund ist knallig rosa und am oberen Rand steht in weißer Schrift "Extended Cut".
Das deutsche Cover von “L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn” © capelight pictures

Worum geht es in L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn?

Die beiden Freunde Gary (Anthony Michael Hall) und Wyatt (Ilan Mitchell-Smith) sind unbeliebt und werden ständig schikaniert von ihren Schulkameraden. Als Wyatts Eltern über das Wochenende verreisen und Gary bei Wyatt übernachtet, kommen sie durch einen Frankenstein-Film auf eine Idee. Mit Wyatts neuem Computer erschaffen die einsamen Teenager aus dem Nichts eine wunderschöne und anreizende Frau (Kelly LeBrock). Die Schöpfung bekommt den Namen Lisa und weist magische Fähigkeiten auf. Diese nutzt sie, um das Leben der beiden „Maniacs“ an dem Wochenende gehörig auf den Kopf zu stellen.

Frankensteins Monster meets Teenager-Fantasien

L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn hält sich nicht unnötig lange mit der Vorstellung der Protagonisten auf und legt ein zügiges Tempo vor. Als Vorstellung reicht bereits die Eröffnungszene, welche anschaulich offenbart, dass die beiden Teenager Außenseiter sind. Viel mehr benötigt es nicht, denn aus den Dialogen ergibt sich das Charakterbild der beiden Jungs von selbst. Gary hat eine lockere Zunge und gibt von den beiden den Ton an. Dabei dirigiert er den doch eher schüchternen und dabei zurücksteckenden Wyatt, nutzt ihn aber auch nicht aus. Die beiden träumen davon mit Mädchen auszugehen, wissen aber, dass sie aufgrund ihres Status keine Chance beim anderen Geschlecht haben.

Inspiriert durch den Frankenstein-Film, den sie an jenem Abend schauen, beschließen die beiden, sich ihre Traumfrau zu basteln. Kurzerhand wird sich in alter WarGames – Kriegsspiele-Manier in einen Regierungscomputer gehackt und für mehr Power gesorgt. In schönster 80er-Animationstechnik kommen Erinnerungen an Tron hoch, wenn das Cyberspace durch gepixelte endlose Raster dargestellt wird. Die beiden füttern ihren Computer mit Parametern und Covern von Magazinen, unter anderem von Einstein und Houdini. Umgeben von Kerzen liegt eine präparierte Barbie-Puppe auf der Verpackung vom Brettspiel „Das Spiel des Lebens“, während die beiden „aus rein rituellen Gründen“ BHs auf dem Kopf tragen. Der Himmel färbt sich knallrot und die Apokalypse scheint über der Stadt einzubrechen. Anderenorts hängt plötzlich ein Hund an der Decke oder Gullydeckel explodieren. Plötzlich schlägt ein Blitz ein und die perfekte Frau steht in der Tür.

LIsa (Kelly LeBrock) lehnt hier nach vorne gebeugt über ein Holzgeländer. Sie trägt hier in einem schulterfreien rosa Abendkleid und am rechten Ohr ein oval geformte Diamant-Ohrringe. Sie trägt außerdem schwarze Handschuhe, die bis zu den Ellenbogen reichen. Um ihr rechtes Handgelenk trägt sie ein mit Diamanten besetztes Armband.
Kelly LeBrock spielt Lisa © capelight pictures

Das Universum von John Hughes

Durch die kurze Einleitungsphase mag L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn fleischlos wirken und augenscheinlich wenig Tiefe besitzen. Allerdings stammt die Komödie von niemand geringerem als John Hughes, dem Regisseur und Autor von The Breakfast Club oder Ferris macht blau. Wie in fast allen Filmen Hughes dreht sich die Handlung um Teenager, sowie deren Hoffnungen und Ängste. Sicherlich bekommt L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn nie denselben Tiefgang wie The Breakfast Club, aber ganz ohne zentrale Message kommt auch Hughes dritte Regiearbeit nicht aus.

Der Regisseur und Autor verlagert, wie bei den meisten seiner Drehbücher (Kevin allein zu Haus, Allein mit Onkel Buck), den Handlungsort wieder in einen Vorort von Chicago, genauer gesagt nach Shermer, wo auch schon die Handlung von The Breakfast Club stattfand. Mit nicht immer gut gealterten, aber doch äußerst charmanten Spezialeffekten und jeder Menge Witz stellt L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn definitiv leichtere Kost dar. Insbesondere im Vergleich mit Hughes‘ vorherigen Werken, die tiefer in die Charaktere eintauchen und aus deutlich mehr Dialogen bestehen. Die meisten Witze amüsieren dabei ganz gut, was hauptsächlich an der unterhaltenden Besetzung liegt.

Gary (Anthony Michael Hall) und Wyatt (Ilan Mitchell-Smith) werden bloßgestellt, indem ihnen von den beiden Rowdies Max (Robert Rusler) und Ian (Robert Downey Jr.) die kurzen Hosen heruntergezogen werden und sie folglich nur noch in Unterhose dastehen. Die beiden Rowdies stehen hinter Gary und Wyatt und lachen hämisch. Die beiden bloßgestellten stehen schockiert in ihren grauen ärmellosen Sportshirts. Gary versucht seine Unterhose mit seinen Händen zu verdecken.
Gary (Anthony Michael Hall) und Wyatt (Ilan Mitchell-Smith) werden bloßgestellt © capelight pictures

Immer mit dabei: Anthony Michael Hall

Anthony Michael Hall spielte bereits in Hughes‘ Das darf man nur als Erwachsener und The Breakfast Club den intellektuellen Außenseiter. Hall ist überdreht und spricht schnell, was besonders herrlich lustig ist, wenn er angetrunken und lallend beginnt wie ein Hafenarbeiter zu schimpfen. Mit den gewöhnlichen Begierden eines Teenagers hofft er, mit der perfekten Frau den Status der beiden in der High School dramatisch ändern zu können. Lisa wird im Film von Kelly LeBrock gespielt, die mir ihren vollen Lippen nicht nur den beiden Teenagern den Kopf verdreht. Aber sie ist wesentlich mehr als die Gespielin ohne Hirn, die sich Gary und Wyatt zunächst ersonnen haben. Stattdessen zeigt sie sich als eine intelligente und auch einfühlsame Frau, die in den Teenagern ihre wahren Qualitäten sieht und diese versucht zum Vorschein zu bringen.

Besonders die von Wyatt, der mehr als schüchtern und zurückhaltend ist, und überhaupt nicht an seine Fähigkeiten glaubt. Ilan Mitchell-Smiths Auftritt in L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn stellte den Höhepunkt seiner Karriere dar, denn danach folgten nur wenige Anfragen und beendeten seine Filmkarriere, bevor sie richtig begann. Was für den Einen der Höhepunkt war, war für zwei andere Nebendarsteller nur eine weitere Zwischenstation auf dem Weg zu einer großartigen Karriere: Bill Paxton und Robert Downey Jr. Paxton spielt Chet, den militanten älteren Bruder von Wyatt, der sich stets wie ein Ekel benimmt. Downey Jr., hier noch mit Zahnlücke, spielt einen der beiden Mobber, die nichts unversucht lassen, um Gary und Wyatt zu schikanieren.

Robert Rusler und Robert Downey Jr.spielen in "L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn" die beiden Mobber. Beide stehen nebeneinander, Rusler links und Downey Jr. rechts. Rusler ist gekleidet mit einer schwarz-grauen Jacke, Krawatte und einer Art Lederband um die rechte Hand. Er steht mit verschränkten Armen und blickt selbstsicher auf etwas außerhalb des Bildes. Downey Jr. trägt ein schwarzes Sakko und ebenfalls eine Krawatte. Auch er blickt in dieselbe Richtung, aber sein Gesichtsausdruck zeigt Verblüffung, denn seine Augenbrauen sind hochgerissen und seine Augen weit geöffnet.
Robert Rusler und Robert Downey Jr. in “L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn” © capelight pictures

Mediabook mit Extended Cut

Das neuaufgelegte Mediabook kommt in einem schönen Retrolook daher (siehe Filmtoast Unboxing). Neben vielen Extras beinhaltet sie drei verschiedene Fassungen des Films. Hierzu gehört die normale Kinofassung, die etwas kürze TV-Fassung und erstmals ein gut drei Minuten längerer Extended Cut. Die neuen Szenen des Extended Cuts sind auch gleich zu Beginn zu sehen: Während sich die beiden Frankenstein in schwarz-weiß anschauen, fallen bereits ein paar mehr Andeutungen auf die kurzdarauf folgende Idee. Die neuen Szenen wurden mit den deutschen Originalsprechern nachsynchronisiert, was in zwei der drei Fälle zu erkennen ist. Bei Wyatts Synchronsprecher Oliver Rohrbeck beispielsweise hört man die Stimmveränderung heraus. Im späteren Verlauf folgt eine weitere Extended Szene, die allerdings keinen Mehrwert bietet. In dieser Szene ist ebenfalls die Nachsynchronisation herauszuhören, wenn Lisa (gesprochen von Heike Schroetter) plötzlich statt Wyatt „Wade“ ausspricht.

Das Bild basiert auf einem 4K-Scan des originalen Filmmaterials, wodurch die Optik der Neuauflage von L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn insgesamt ordentlich ausfällt. Dennoch fallen immer wieder Mängel bei der Schärfe auf, die sich erstmals offenkundig zeigen, wenn Lisa erscheint und in der Türe steht. An dieser Stelle muss man allerdings auch nochmals bedenken, dass es sich um einen 35 Jahre alten Film handelt und die Szene nur wenige Sekunden dauert. Der Ton wurde ebenfalls auf 5.1 überarbeitet, was dagegen nur selten zu Tage tritt, da L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn wenig relevante Sounds zu bieten hat. Hörbar wird dieser lediglich, wenn der Titelsong gespielt oder Lisa erschaffen wird.

Unser Fazit zu L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn

L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn ist nicht in allen Belangen gut gealtert, aber als John Hughes-Film wohnt ihm jede Menge Kult bei, weswegen ihm ein paar zeitbedingte Mängel zugestanden werden. Die Sci-Fi-Komödie ist herrlich abgedreht und weiß ohne ausgedehnte Einleitung in seinen knapp 90 Minuten Laufzeit durchweg zu unterhalten. Hierdurch wird L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn zu einem kurzweiligen Spaß mit einem gut aufgelegten Cast, angeführt von Anthony Michael Hall und Kelly LeBrock. Ebenfalls immer wieder spaßig sind die Auftritte der jungen Bill Paxton und Robert Downey Jr., auch wenn diese nur in Nebenrollen auftauchen. Der auf dem Mediabook erstmals auf Deutsch verfügbare Extended Cut bietet keine neuen Einsichten, die dem Filmerlebnis einen Mehrwert liefern. Die Überarbeitung dagegen verabreicht dem Kultfilm einen ordentlichen und angemessenen neuen Anstrich, der sich sowohl beim Bild als auch phasenweise beim Ton zeigt.

Der Film erscheint am 28.08.2020 als DVD und als 2-Disc Limited Collector’s Edition im Mediabook (Blu-ray + DVD).

Unsere Wertung:

 

L.I.S.A. - Der helle Wahnsinn (Extended Cut) - 2-Disc Limited Collector's Edition im Mediabook (Blu-ray + DVD)
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© Capelight Pictures

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