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Leatherface

Ursprung einer Horror-Ikone. Im Schocker Leatherface erleben wir die Entsetehungsgeschichte des kultigen Kettensägen-Killers.

Titel Leatherface
Jahr 2017
Produktionsland USA
Regie Julien Maury, Alexandre Bustillo
Drehbuch Seth M. Sherwood
Genre Horror-Thriller
Darsteller Stephen Dorff, Vanessa Grasse, Sam Strike, Lili Taylor
Länge 90 Minuten
FSK Ab 18 Jahren freigegeben
Verleih EuroVideo Medien GmbH
Blu-ray-Cover zu Leatherface von 2017
Blu-ray-Cover zu Leatherface von 2017 von © EuroVideo Medien GmbH

Story:

Texas im Jahr 1955:
Der berühmt-berüchtigte Sawyer-Clan pflegt eine ebenso lange wie grausame Familientradition. Der jüngste Spross soll dieser Tradition gerecht werden und so wird der kleine Jed Sawyer an seinem Geburtstag zum ersten Mord mit einer Kettensäge angestiftet. Das klappt allerdings nicht wie geplant, da Jed für sein Alter noch zu unbeholfen wirkt und (noch) nicht den nötigen Killerinstinkt mitbringt.

Jahere später:
Jed befindet sich lange Zeit in einer geschlossenen Einrichtung für psychisch kranke Jugendliche und trägt eine neue Identität. Mutter Verna versucht seit Jahren das Besuchsrecht für ihren Sohn zu erwirken, bisher jedoch vergeblich. Aus Frust zettelt diese einen Klinikaufstand an, wodurch die zum teil hochgefährlichen Insassen freikommen. Darunter auch die vier Jugendlichen (Jessica Madsen, Sam Coleman, Sam Strike und James Bloor), die noch eine Krankenschwester (Vanessa Grasse) entführen.

Ein klärendes Gespräch. Mit den Insassen ist nicht zu spaßen in Leatherface
Ein klärendes Gespräch. Mit den Insassen ist nicht zu spaßen in Leatherface von © EuroVideo Medien GmbH

Das Gespann erweist sich als äußert brutal und zieht bei einem Road Trip durch Texas eine blutige Spur hinter sich her – steht’s verfolgt vom sadistischen Texas Ranger Hal Hartman (Stephen Dorff) und seinen Gesetzeshütern. Die Lage spitzt sich immer weiter zu, denn unter den Flüchtigen weilt eine „schlafende Bestie“, die nur darauf wartet geweckt zu werden. Doch wem gehört die Identität des Monsters, das einst auf den Namen „Jad Sawyer“ hörte?

Angriff auf eine Krankenschwester in Leatherface
Angriff auf eine Krankenschwester in Leatherface von © EuroVideo Medien GmbH

Hintergrund:

Leatherface“ entstand unter der Regie der französischen Filmemacher Julien Maury und Alexandre Bustillo. Das Regie-Duo machte sich im Jahr 2007 mit dem umstrittenen Genre-Beitrag „À l’intérieur“ (Inside-Was sie will ist in Dir) einen Namen. Chronologisch bildet Leatherface die Vorgeschichte zu Tobe Hooper‘s Kult-Klassiker „Blutgericht in Texas“ von 1974. Dieser wurde mit „Texas Chainsaw 3D“ im Jahr 2013 fortgesetzt. Alle Zwischenteile, sowie die von Michael Bay produzierte Neuinterpretation von 2003 und dessen Vorgeschichte „Texas Chainsaw Massacre: The Beginning“ von 2006, werden durch die erweiterte Entstehungsgeschichte in Leatherface quasi zu eigenständigen Werken erklärt.

Kritik:

Die ersten Todesopfer in Leatherface
Die ersten Todesopfer in Leatherface von © EuroVideo Medien GmbH

Bustillo und Maury konnten es angeblich kaum abwarten die Vorgeschichte zum Kettensägen-Kultklassiker zu verfilmen. Schaut man sich jedoch das Ergebnis des Stoffes an, so muss man leider feststellen, das dies nicht ganz so geglückt ist, wie man denken könnte. Handwerklich lässt sich dem Film nichts ankreiden. Auch schauspielerisch erfüllt das gewaltfreudige Treiben seinen Zweck. Problematisch ist hier das Drehbuch und somit die Story. Leatherface möchte die Entstehung eines amerikanischen Alptraum-Charakters repräsentieren. Das schafft der Film aber nur bedingt.

Vom Road Movie zur Verwandlung:

James Bloor als gewalttätiger Verbrecher in Leatherface
James Bloor als gewalttätiger Verbrecher in Leatherface von © EuroVideo Medien GmbH

Statt den Focus auf die Sawyer-Thematik auszurichten, bekommen wir es hier zu gefühlten 85% mit einem Kompromisslosen Road Movie zu tun, dessen Nebencharaktere eindeutig in den Vordergrund gedrückt werden. Das mag einerseits so gewollt sein, schließlich wissen wir bis zum entscheidenden Überraschungsmoment nicht einmal wer der zukünftige Leatherface überhaupt sein wird (auch wenn man hier voreilige Schlüsse ziehen könnte), andererseits will das Timing zu diesem Übergang mal so gar nicht stimmen.

Kurz gesagt: Der geschichtliche Teil zur Transformierung des texanischen Kult-Killers kommt hier eindeutig zu kurz, weswegen das Ganze doch recht aufgezwungen und weniger glaubwürdig vermittelt wird.

Das Motiv selbst, warum sich unser Protagonist letztlich in eine hünenhafte Kettensägen-schwingende Gestalt verwandelt, ist dann leider auch nicht so ganz überzeugend. Da präsentierten berühmte Genre Charaktere wie Hannibal Lecter (Hannibal Rising) oder Michael Myers (Rob Zombie’s Halloween) überzeugendere Motive zur Transformation. Allgemein erweist sich aber das entmystifizieren von bekannten Horror-Charakteren als zweischneidiges Schwert. Hier kommt es eben stark auf die Überzeugungskraft und das Timing an. In beiden Fällen ist dieser Part bei „Leatherface“ misslungen.

Bonnie & Clyde mal anders:

Stephen Dorff als sadistischer Texas Ranger Hal Hartman in Leatherface
Stephen Dorff als sadistischer Texas Ranger Hal Hartman in Leatherface von © EuroVideo Medien GmbH

Was bleibt vom Geschehen übrig? Ein, wie bereits erwähnt, sehr roher und gewaltbereiter Film, der sowohl Road Movie, als auch Horrorfilm miteinander vereint. Der Focus bleibt jedoch klar auf den Road Movie-Teil ausgerichtet. Dabei bekommen wir allerhand explizites Material auf unserem Trip durch Texas geboten, wobei das ganze thematisch als eine ziemlich makabare „Bonnie und Clyde“ Story angesehen werden kann. Das Paar unserer flüchtigen Horde lässt es hier nämlich besonders krachen und scheint neben reichlich krimineller Energie auch keine Probleme mit Tabu-Themen wie Nekrophilie zu haben und voll auszuleben. Das ist ebenso „Crazy“ wie unappetitlich anzusehen und generell lässt sich dem Film alles andere als Blutarmut bescheinigen. Der rote Lebenssaft fließt hier reichlich und die derben Effekte sind schön von Hand kreiert, was „Leatherface“ zumindest in dieser Kategorie einen Spitzenplatz sichert.

Fazit:

Die berühmt-berüchtigte Kettensäge im ersten Einsatz in Leatherface
Die berühmt-berüchtigte Kettensäge im ersten Einsatz in Leatherface von © EuroVideo Medien GmbH

Bonnie und Clyde“ Road-Movie meets „Sawyer Chainsaw“- Horror. Der Plot will leider nicht so recht zusammenpassen und die Verzahnung erweist sich als zu unausgeglichen. Der Part zur Entstehungsgeschichte einer Horror-Ikone hat hier keine Chance gegen die übermächtige Präsenz seiner Nebencharaktere und das ist sehr schade.

Nichtsdestotrotz haben wir es bei Leatherface immer noch mit einem handwerklich gut inszenierten Genre-Mix zu tun, der darüber hinaus schauspielerisch souverän daher kommt und absolut schonungslos und gewalttätig zu Werke geht. Den Gorehound wird’s erfreuen, den eingefleischten „Chainsaw-Fan“ wohl nur bedingt zufriedenstellen.

Hier die Bewertung der MovicFreakz – Redaktion:

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Hier könnt Ihr den Film selbst bewerten:

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© EuroVideo Medien GmbH

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