Die Event-Serie basiert auf dem preisgekrönten Bühnenstück von Peter Shaffer und wurde von Joe Barton (Black Doves, Giri/Haji) adaptiert. Die bildgewaltige Neuinszenierung ergründet den kometenhaften Aufstieg und den sagenumwobenen Untergang eines der berühmtesten Komponisten der Geschichte – und Rockstar-Virtuosen des 18. Jahrhunderts: Wolfgang Amadeus Mozart.
Darum geht’s in Amadeus
Wien, 18. Jahrhundert: Mit fünfundzwanzig Jahren kommt Amadeus in der pulsierenden Stadt an – nicht länger das gefeierte Wunderkind, sondern ein Künstler auf der Suche nach kreativer Freiheit Doch seine Welt prallt auf zwei prägende Figuren: die leidenschaftlich loyale Constanze Weber, seine zukünftige Frau, und Antonio Salieri, den strenggläubigen Hofkomponisten. Während Amadeus‘ Brillanz trotz seiner persönlichen Dämonen, seines zweifelhaften Rufs und der Skepsis des konservativen Hofs immer weiter erblüht, wird Salieri zunehmend von dieser scheinbar göttlichen Gabe gequält. Für ihn wird Mozart zur Bedrohung von allem, was ihm lieb und teuer ist – seinem Talent, seinem Ansehen, ja sogar seinem Glauben an Gott. Getrieben von Neid und Verzweiflung schwört Salieri, Amadeus zu Fall zu bringen. Was als berufliche Rivalität beginnt, entwickelt sich zu einer zutiefst persönlichen Obsession, die über 30 Jahre andauert. Diese gipfelt in einem Mordgeständnis – und dem verzweifelten Versuch, sich für immer mit Mozarts Erbe zu verbinden.

Auf den Spuren von Miloš Forman?
Mit dem gleichen Titel wurde bereits 1984 das Leben von Mozart verfilmt: Amadeus von Miloš Forman gewann acht Oscars, gilt als Klassiker – warum also eine Neuverfilmung, werden sich viele Fragen. Nun ja, Sky hat bei seiner Original-Strategie scheinbar ein Faible für solche „Remakes“, denn bereits The Day of the Jackal war eine neue Verfilmungen eines bereits (mehrfach) adaptierten literarischen Vorbilds mit Das Boot und Django fuhr man eine ähnliche Agenda.
Hellhörig im Fall von Amadeus machen nun aber vor allem die „Zutaten“ für die Wiederverfilmung, denn nicht nur die Besetzung ist für geneigte Serienfans Grund genug für Neugier, auch die Tatsache, dass Joe Barton sich ausgerechnet dieser Geschichte zugewandt hat, liegt nach dessen vorigen Projekten zwar nicht auf der Hand, aber dürfte durchaus die Vorfreude hochtreiben. Mit The Lazarus Project, Black Doves und Giri/Haji war der Brite bislang in Krimigefilden erfolgreich unterwegs. Nimmt sich so ein Crime-Spezialist also nun der berüchtigten Rivalität zwischen Mozart und Salieri an, dann werden die Kenner von Bartons Werk hier auch mehr eine Art Historienkrimi erwarten als ein Kostümspektakel à la Bridgerton im österreichischen Hof-Setting.
Mehr Antonio als Amadeus
Wie schon im Forman-Klassiker lautet der Titel zwar „Amadeus“, aber eigentlich ist vielmehr der psychopathisch gezeichnete Antonio Salieri die Hauptfigur. Entsprechend liegt auch der Fokus fast etwas mehr auf der Performance von Paul Bettany (WandaVision), der hier auch – wie bei Forman – wieder als Erzähler auftritt. Und Bettany liefert voll ab! Man nimmt ihm die manische Eifersucht auf den jungen Virtuosen komplett ab, ohne dass er zu sehr den „Psycho“ raushängen lässt. Nur die Maske in der älteren Version seiner selbst ist vielleicht etwas unfreiwillig komisch geraten, aber darüber lässt sich hinwegsehen, tritt er in dieser Gestalt doch nur in wenigen Szenen auf. Dafür hallen die Wutausbrüche und die Momente, in denen er sich komplett in seinen (unbegründeten) Hass hineinsteigert, umso länger nach.
Will Sharpe (The White Lotus) ist für die Rolle des bis heute überlebensgroßen Musikgenies eine interessante Wahl. Insbesondere in den sinnlichen Momenten und wenn er sich voll der Musik hingibt, geht die Besetzung auch voll auf, weil der junge Brite den Spagat zwischen Genie und Kindskopf exzellent meistert. Alles in allem aber ist er vielleicht für den ein oder anderen dann aber doch eine etwas „zahme“ Wahl, wenn es um die exzessive Komponente des damaligen, dekadenten Hoflebens anbelangt. Hier merkt man auch am ehesten, die Handschrift Bartons, der die Thriller-Note hier gut anbringt, dafür aber das Lustvolle, das Überdrehte verglichen mit anderen Serien, die in dieser Zeit spielen, merklich zurückschraubt.
Mehr Historienthriller als Exzessschau
Wer also tatsächlich so etwas wie Bridgerton, Mary und George, The Great oder Emma nur eben in Österreich statt England antizipiert, der wird von der Bodenständigkeit ernüchtert werden. Wer hingegen aber eine wirklich seriöse Auseinandersetzung mit einer berühmt gewordenen Rivalität sehen möchte, der wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Der Nebendarsteller-Cast ist hochklassig, wobei man im Prinzip Gabriele Creevy (Black Doves) als Constanze Weber noch als dritte Protagonistin sehen muss. Sie wird als starke Frauenfigur etabliert – ob das historisch korrekt ist, ist natürlich wie Vieles in dieser Adaption unklar. Ihr gebühren auch mit die besten Einzelmomente im Zusammenspiel mit ihrem Geliebten Mozart. Und natürlich darf abschließend nicht unerwähnt bleiben, dass man sich mit den Kostümen definitiv nicht hinter den derzeitigen Benchmark-Serien wie The Gilded Age und besagtem Netflix-Hit Bridgerton verstecken muss.
©2025 Sky
Unser Fazit zu Amadeus
Amadeus ist eine gelungene, moderne Historienserie, die die berüchtigte Musikerfehde in tollen, rauschhaften Bildern vermittelt und dabei den drei Hauptfiguren eine gebührende Bühne bietet. Die Musik und vor allem die Passion der Titelfigur zu selbiger bleibt dabei nicht auf der Strecke und trotz der etwas handzahmen Inszenierung hat die Miniserie durchaus lustvolle, exzessive Momente. Ein Grundinteresse an den zeitlichen Kontexten sollte man aber auf jeden Fall mitbringen.
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

