Mit Der Auserwählte wagt man sich seitens Netflix an einen weiteren Mark-Millar-Stoff. Ist die Serienadaption von American Jesus möglicherweise von mehr Erfolg gekrönt als die bisherigen Kooperationen?

Darum geht’s in Der Auserwählte
Der 12-jährige Jodie aus Santa Rosalía in Baja California Sur überlebt einen tragischen Unfall und entdeckt Kräfte, die denen von Jesus ähneln. Er kann Wasser in Wein verwandeln, verhilft den Lahmen wieder zum Gehen und kann vielleicht sogar Tote auferstehen lassen. Doch ist er seiner Bestimmung gewachsen, die Welt durch einen sich seit Tausenden von Jahren zusammenbrauenden Konflikt zu geleiten?
Erster Eindruck zu Der Auserwählte
Der Beitrag befasst sich mit den ersten beiden Folgen der Netflix-Serie und soll Anhaltspunkte liefern, ob der Auftakt genug bietet, um Zuschauer zum Dranbleiben zu motivieren.
Mark Millar und Netflix: Liebe auf den dritten Blick?
Die neue Miniserie aus Mexiko ist die Adaption von American Jesus von Mark Millar und Peter Ross. Millar hat einige der bedeutendsten Comicserien und Graphic Novels der vergangenen Dekaden kreiert. Auch einige Verfilmungen wurden wohlwollend aufgenommen. Kick-Ass oder die Kingsman-Reihe entstammen der Feder des Autoren. Doch seit Netflix sich mit dem Unternehmen Millarworld arrangiert hat, war die Zusammenarbeit noch nicht mit viel Gegenliebe gesegnet. So wurde Jupiter’s Legacy teils medial zerrissen und nach einer Staffel und offenem Ende begraben. Die Zeichentrick-Adaption Super Crooks hat im Anschluss auch kaum Aufmerksamkeit erregen können. Die Erwartungen an die neue Kooperation sind dementsprechend nun auch mit dem Druck verbunden, dass man nicht mehr allzu viele Pfeile im Köcher hat.
Religiöser Humbug oder zeitgemäße Bibel-Annäherung?

Wer sollte sich Der Auserwählte nicht entgehen lassen?
Es ist angenehm zu sehen, das Netflix den Machern hier recht freie Hand gelassen hat, was ihre kreative Vision betrifft. Dementsprechend frisch und vor allem im Netflix-Katalog einzigartig sind die ersten Eindrücke zu Der Auserwählte. Wer hier wegen den christlichen Motiven neugierig wurde, darf sich auf eine ganz andere Betrachtung wie bei der ebenfalls von Netflix produzierten Serie Messiah freuen. Darüber hinaus erinnert der Look an Mid90s und die Road-Trip-Aspekte wecken Erinnerungen an klassische Teenie-Abenteuer. Die mystischen Aspekte schwingen immer mit und sind das Salz in der Suppe. Es sollte also jeder, der bei all den Netflix-Produktionen im Einheitslook Lust auf eine etwas andere Miniserie hat, zumindest einmal einen Blick wagen.
Unser vorläufiges Fazit zu Der Auserwählte
Ein weiteres Mal ist es recht knifflig, bereits nach zwei Folgen abzuschätzen, ob das Konzept der Miniserie am Ende komplett aufgehen kann. Die kreativen Freiheiten stehen Der Auserwählte jedoch gut zu Gesicht und halten das Publikum am Ball. Mit Sicherheit wird auch diese Mark-Millar-Adaption kein Massenpublikum erreichen, aber Coming-of-Age-Genre-Fans und Kenner der Vorlage dürften einen Blick nicht bereuen. Die Tendenz deutet nach dem ersten Drittel in Richtung Geheimtipp.
Der Auserwählte ist ab dem 16. August 2023 bei Netflix abrufbar.
© Netflix
Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

