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    Serien

    Ein ganzer Kerl

    Jan Wernervon Jan Werner2. Mai 2024Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    A Man in Full. Jeff Daniels as Charlie Croker in episode 103 of A Man in Full. Cr. © 2024
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    Ein ganzer Kerl ist die Verfilmung eines Romans von 1998. Doch während die Geschichte damals brandaktuell war, stellt sich nun die Frage, ob man es schafft die Essenz dessen zu modernisieren und ins Jahr 2024 zu übersetzen. Ob das gelungen ist, klären wir in dieser Kritik.

    Poster zu ein ganzer Kerl: Jeff Daniels sitzt hinter einem Schreibtisch. Im Hintergrund eine Skyline auf dem Kopf stehend.
    Poster zu Ein ganzer Kerl © Netflix

    Darum geht’s in Ein ganzer Kerl

    Als der Immobilienmogul Charlie Croker aus Atlanta plötzlich vor dem Bankrott steht und sein Imperium gegen all jene verteidigen muss, die aus seinem Sturz vom Thron Profit schlagen wollen, kollidieren politische mit geschäftlichen Interessen.

    Spoilerfreie Kritik zu Ein ganzer Kerl

    Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der ganzen Staffel der Miniserie, die Netflix en bloc am Starttag veröffentlicht. Ob sich auf Basis des Gesamteindrucks ein Blick lohnt, erfahrt ihr bei uns ohne Spoiler zu Handlungsdetails.

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    Die Dekonstruktion des Businessman-Archetypus

    Die Vorlage ist von US-Literatur-Legende Tom Wolfe. Und wer die Werke des Autoren kennt, der weiß, was das Kernthema ist, das sich durch dessen Schaffen zieht: Wolfe war ein exzellenter Beobachter des Zeitgeist, ein kritischer Geist, der den Finger gern in die offenen Wunden legt, die in der amerikanischen Gesellschaft ohnehin schon weit offen klaffen. So ist zweifelsohne Fegefeuer der Eitelkeiten sein bekanntester Roman, aber Ein ganzer Kerl hat seinerzeit bei Veröffentlichung genauso für Furore gesorgt. Doch während es bei Erscheinen 1998 sich dem damaligen Status Quo zuwandte, hat sich die Welt seither in vielen Bereichen extrem weiterentwickelt. Dementsprechend bedurfte es einiger moderner Feinjustierung, um dem Ansinnen Wolfes auch heute noch gerecht zu werden.

    Um diese Aktualität nun zu gewährleisten hat man mit David E. Kelley einen extrem erfahrenen Autoren gewonnen, um einerseits die Essenz zu behalten und andererseits den Unterhaltungsfaktor der Vorlage ins Jetzt zu transkribieren. Was die Serie nun ist – und womit der Finger in die metaphorisch gleiche Wunde wie Ende der Neunziger gelegt wird – ist ein verhalten pessimistischer Abgesang auf die Selfmade-Männer, die über Jahrzehnte das Bild des lebendigen American Dream prägten – und irgendwann aufgrund ihrer Sattheit und Selbstgerechtigkeit zu Karikaturen ihrer selbst verkamen. Mit Sicherheit kommt diese Serie nicht zufällig in einem US-Wahljahr heraus, wo im Herbst ein Donald Trump ein weiteres Mal ins Weiße Haus einziehen will. Doch zum Glück ist Ein ganzer Kerl nun nicht eine weitere plumpe Trump-Bashing-Serie durch die Hintertür, sondern weit weniger satirisch als man befürchten durfte.

    Seriöses Drama mit zynischem Unterton

    Es ist keine schwarzhumorige Business-Satire im Stile eines Adam Mckay, die uns von den Regisseuren Regina King und Thomas Schlamme hier vorgesetzt wird. Wenngleich trotzdem auch überhöhte, humoristische Momente vorkommen, so ist die Geschichte alles in allem äußerst ernsthaft und kommt ohne parodistische Überhöhungen aus. Ein ganzer Kerl schlägt nicht in die Succession-Kerbe, um sich auf köstliche Art und Weise über das Leben der Reichsten zu amüsieren. Vielmehr bleibt der Protagonist angenehm lebensecht, weder Lachnummer noch Genie à la Billions-Charakter.

    Tonal, und was Look and Feel betrifft, hingegen merkt man die Federführung von Kelley deutlich. Die Familienkonstellation zwischen Charlie und seiner neuen und alten Frau ist ebenfalls plausibel und kommt ohne klischeehafte Gut-Böse-Zuweisungen aus, nur die Tom Pelphrey Figur und der Bill Camp Charakter sind ab und an etwas überzeichnet. Das fällt jedoch kaum ins Gewicht, da für nur sechs kompakte Folgen sehr viele wichtige Figuren auftauchen und nicht jeder Strang sein ganzes Potenzial ausschöpfen kann.

    Speziell der Handlungsstrang rund um einen Angestellten Charlies, der sich gegen Polizeigewalt währt und anschließend in die Mühlen der US-Justiz gerät, ist ein augenöffnender Kommentar, der nicht zu plakativ vorgetragen wird, aber im Gesamtkonstrukt als Nebenkriegsschauplatz fast unterzugehen droht. Dass auch hier die starken Szenen in Erinnerung bleiben, ist den Darstellern und auch den zitierfähigen Dialogen zu verdanken. Der Zynismus, der hier wie ein Damoklesschwert über allen Einzelgeschichten schwingt und diese so miteinander verbindet, steht der Produktion äußerst gut zu Gesicht.

    Kann man zu viele Stars an Bord haben?

    Wie beschrieben, ist diese Miniserie gespickt mit Hochkarätern, von denen natürlich Jeff Daniels, Tom Pelphrey und Bill Camp den zentralen Konflikt austragen, der sehr klug aufgebaut, exzellent gespielt und spannend ausgetragen wird. Dass es daneben aber auch in den Nebenhandlungen so viel Starpower gibt, ist nicht immer zuträglich. Ob Lucy Liu, Diane Lane oder William Jackson Harper: Alle Geschichten hätten genug Fleisch am Knochen, um eigene Serien damit zu machen. Im Schatten der Charlie-Crooker-Story gehen sie fast ein wenig unter. Fast, denn die Macher haben ein gutes Gespür für Momente bewiesen, die für sich stehen können und im Gedächtnis bleiben. Daraus resultiert zwar, dass das große Ganze vielleicht kurzzeitig ausgebremst wird, aber dennoch nie Leerlauf aufkommt.

    Auch die Beziehungsebene funktioniert, die romantischen Szenen sind glaubhaft, die Familiendramen gehen zu Herzen. Ein Stück weit erinnert der Einblick in ein Milieu der oberen Gesellschaftsschicht an den Blick in die Anwaltskanzleien in The Good Fight, einer Serie, die ebenfalls trotz immer wieder spaßiger Einschübe nie den Fokus auf der Aussageebene vernachlässigte. Ein bisschen Wirtschaftsthriller, ein bisschen Politkrimi und Gerichtsdrama und eine große Portion „Amerika, eine Großbaustelle des 21. Jahrhunderts“ – all das bringt diese Romanadaption unter einen Hut und erweist somit Tom Wolfe posthum die Ehre.

    William Jackson Harper als Wes Jordan
    William Jackson Harper als Wes Jordan © Netflix

    Wer sollte sich Ein ganzer Kerl nicht entgehen lassen?

    Wie geschrieben, dürfen Fans von Großstadt-High-Society-Dramen hier getrost einschalten. Wer The Good Fight, Billions oder Diplomatische Beziehungen mochte, wird mit den sechs Folgen eine gute Zeit haben. Auch Fans von Jeff Daniels und Bill Camp kommen auf ihre Kosten, denn die beiden liefern sich ein böses Duell darstellerisch auf Augenhöhe und mit einigen Momenten, bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt. Wer For Life gesehen hat, darf sich auch aufgrund des Subplots um die POC-Charaktere auf Ein ganzer Kerl einlassen. Nicht zuletzt ist – in Sachen Bissigkeit zwar nicht ganz so forciert – auch eine Schnittmenge mit Beef nicht zu unterschlagen. Wer also im vergangenen Jahr dem Kleinkrieg zwischen den beiden Protagonisten der A24-Serie mit Genuss verfolgt hat, der wird hier auch  manch vergleichbaren Moment kredenzt bekommen – und ein Ende, das – ohne zu viel zu verraten – ähnlich dramatische Ausmaße hat.

    © Netflix

    Unser Fazit zu Ein ganzer Kerl

    3.0 Okay

    Ein ganzer Kerl ist als Buchadaption gelungen, aber für sich genommen auch einfach eine gute Serie: Stark gespielte, ambivalente Charaktere, köstliche Dialoge und auch nahbare Momentaufnahmen. Die sechs Folgen schauen sich im Nu weg und hallen Dank eines Paukenschlags am Ende nach.

    Ein ganzer Kerl: die Miniserie ist ab dem 2. Mai 2024 bei Netflix abrufbar.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

    • Jan Werner
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