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    Startseite » Mr. & Mrs. Smith
    Serien

    Mr. & Mrs. Smith

    Jan Wernervon Jan Werner1. Februar 2024Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Maya Erskine
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    Donald Glover und Maya Erskine treten in die Fußstapfen von „Brangelina“. Ist die bestbesetzte Neufassung von Mr. & Mrs. Smith von Amazon eine Action-Comedy bei der es kracht oder knirscht?

    Key-Art der neuen Prime-Show
    Key-Art der neuen Prime-Show © Amazon Studios

    Mr. & Mrs. Smith – Die offizielle Handlungsangabe

    Zwei einsame Fremde bekommen einen Job bei einer mysteriösen Spionageagentur, der ihnen ein glorreiches Leben voller Spionage, Reichtum, Weltreisen und ein traumhaftes Brownstone-Haus in Manhattan bietet. Der Haken: neue Identitäten in einer arrangierten Ehe als Mr. & Mrs. John und Jane Smith. Jetzt, da sie verheiratet sind, bewältigen John und Jane jede Woche eine risikoreiche Mission und stehen gleichzeitig vor einem neuen Meilenstein in ihrer Beziehung. Ihre komplexe Titelgeschichte wird noch komplizierter, als sie echte Gefühle füreinander entwickeln. Was ist riskanter: Spionage oder Heirat?

    Langer Vorlauf, voller Cast, hohe Erwartungen

    Anfangs sollten Donald Glover und Phoebe Waller Bridge das Erbe von Pitt und Jolie antreten, doch wegen kreativer Differenzen stieg die Fleabag–Schöpferin aus dem Projekt aus. Nun ist Maya Erskine an der Seite von Glover zu sehen. Der Wechsel hat erstmal die Hoffnungen einiger Fans gedämpft, hat doch „PWB“ in Kombination mit Childish-Atlanta-Gambino eine extrem spannende Humormischung für die Neuadaption versprochen. Darstellerisch zumindest ist aber der Wechsel zu Erskine (Blue Eye Samurai) kein Rückschritt, kommt es letztlich bei dieser Geschichte primär darauf an, dass die beiden Titelfiguren eine spannende Dynamik zusammen ausstrahlen. Zu den Verzögerungen wegen Umbesetzung kamen dann noch etliche andere Verspätungsfaktoren, sodass Mr. & Mrs. Smith anstatt 2022 nun erst im Februar 2024 starten konnte.

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    Wenige Wochen vor dem Start ließ Prime dann die Katze aus dem Sack und sorgte mit der Liste von Beteiligten in Nebenrollen für teils ungläubiges Staunen. Wer aber – ohne an dieser Stelle zu spoilern – von bestimmten Darstellende mehrere Szenen erwartet, der wird mitunter ebenfalls ungläubig darüber staunen, wie kompakt und Cameo-artig die Aufritte doch sind. Allein schon die Eröffnungsszene frühstückt einen absoluten Topstar in Sekundenschnelle ab. So macht die Action-Comedy-Serie bevor überhaupt die Hauptfiguren eingeführt werden schon klar, mit welcher Gangart hier zu rechnen sein wird.

    Get together – the secret agent way

    Nach dem überraschend brutalen Opening tritt Mr. & Mrs. Smith dann prompt auf die Bremse und führt Glover und Erskine in aller Seelenruhe, aber mit viel Detailtreue ein. Schon die Antworten bei einer Form von Einstellungstest charakterisieren die beiden Protagonisten. Im Verlauf der ersten Folge entwickelt die Dynamik zwischen den beiden schnell einen Sog, da von Anfang an „etwas“ zwischen ihnen in der Luft liegt während aber schon der Missionsalltag seinen Lauf nimmt. Ein weiterer Reiz entsteht dadurch, dass über die Arbeitgeber des neuen Paares kaum etwas bekannt ist und so ein gewisses Mysterium darum aufgebaut wird. Teil des Kennenlernprozesses ist auch die gemeinsame Rätselei der beiden über ihren Auftraggeber – und das gegenseitige Ausfragen über die Motivation zu dieser Form von Lebensstil.

    I’m not your wife – actually.

    Jäh unterbrochen wird das Get together jedoch auch schon innerhalb der ersten Folge. Schnell spielen ursprüngliche Absichten keine Rolle mehr und die Serie wird noch deutlicher ins Spionage-Terrain bugsiert. Interessant dabei ist, wie doch stoisch und überlegt die zwei Agenten mit dem Unvorhersehbaren umgehen und eine Intuition im Miteinander entwickeln, die – auch das sehr spannend – nicht behauptet, sondern glaubhaft wirkt. Das liegt natürlich an der natürlichen Lässigkeit eines Donald Glover, aber auch Maya Erskine spielt genauso so „cool“ wie man es ihr als Zuschauer:in abkaufen kann.

    Maya Erskine und Donald Glover sind Mr. & Mrs. Smith
    Maya Erskine und Donald Glover © Amazon Studios

    Action, Ehealltag und wieder Action

    Gemeinsame Nahtoderfahrungen schweißen zusammen. So könnte die Devise hier lauten, die die Quasi-Ehetherapie der vor kurzem noch Fremden ein Stück weit ersetzt. Die einzelnen Missionen pro Folge haben „Mission of the Week“-Anmutung, womit sich in der Art und Weise der Erzählstruktur Mr. & Mrs. Smith recht klassisch anfühlt. Auch die Aufträge sind nicht besonders ausgeklügelt und leben dann mehr von den Akteuren, die – wie gesagt – namhafter kaum besetzt sein könnten. Modern hingegen ist die Serie in puncto zeitgemäßer Beziehungsführung, da die beiden extrem gleichberechtigt sind und offen und respektvoll miteinander umgehen, dabei aber immer auch ihr eigenes Heil noch zu schützen wissen. Die richtige Dosis an Geheimnissen hält die Dynamik spannend. In diesem Aspekt kehrt sich dann vor allem die Handschrift Glovers als Writer heraus, denn wie in allen bisherigen Arbeiten ist auch Mr. & Mrs. Smith angefüttert mit Popkultur- und Gesellschaftsbeobachtung.

    Die Schwerpunktsetzung sowie der extreme Kontrast zwischen den ruhigen, dialoglastigen Szenen und den Actionsequenzen positionieren die Serie im prallvollen Haifisch-Becken der Agenten-Action-Serien in einer exponierten Lage. Durch wesentlich besseres Schauspiel knipst die neue Version des Pitt-Jolie-Films der hausinternen Konkurrenz Citadel in vielen Belangen das Licht aus – und das bei wahrscheinlich einem Bruchteil des Budgets, das die Russo-Brüder dort verprassen durften. Der charmante, süffisante Humor Glovers, absurd-komische, aber keinesfalls karikatureske Figuren und das Knistern zwischen den Hauptfiguren stechen dann auch andere Konkurrenten aus.

    Wer sollte sich Mr. & Mrs. Smith nicht entgehen lassen?

    Die klassische Struktur gepaart mit den prominenten Gaststars greift das Erfolgsrezept von Poker Face aus dem vergangenen Jahr auf. Und auch die Tonalität ist dem Johnson-Format nicht unähnlich. Daneben gibt es einen Rätselpart, der sich durch die Staffel zieht, der mitunter an Rabbit Hole erinnert und einen Hang zum Schwarzhumorigen, der Killing Eve ausgezeichnet hatte.

    © Amazon Studios

    Unser Fazit zu Mr. & Mrs. Smith - Staffel 1

    4.0 Stark

    Mr. & Mrs. Smith macht Spaß, sorgt für Lacher und entschädigt Prime-Abonnenten für den Genre-Fehlschlag Citadel im letzten Jahr. Die Neuauflage punktet mit schrulligen Einfällen und wenigen, dann aber überzeugenden Action-Tiraden. Ob man damit Brangelina würdig beerben konnte? Nun, das muss jeder für sich beantworten, aber eigentlich könnten die Herangehensweisen kaum unterschiedlicher sein. Bis auf den Titel teilen sich beide Versionen kaum etwas und können koexistieren. Zeitgeistiger ist aber ohne jeden Zweifel die neue Version.

    Mr. & Mrs. Smith - Staffel 1 läuft bei Amazon Prime Video. Staffel 2 ist bestellt und kommt Ende 2025.

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    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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