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    Startseite » Secret Invasion
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    Secret Invasion

    Jan Wernervon Jan Werner14. Juni 2023Keine Kommentare6 min Lesezeit
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    Samuel L. Jackson as Nick Fury in Marvel Studios' Secret Invasion, exclusively on Disney+. Photo courtesy of Marvel Studios. © 2022 MARVEL.
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    Nach She-Hulk: Die Anwältin war es einige Zeit still im Serienbereich des Marvel Cinematic Universe in diesem Jahr. Nun kommt mit Secret Invasion endlich die neue Serie zu Disney+, die ungleich ernstere Töne anschlägt als alles, was hier im vergangenen Jahr lief. Hier nun der erste Eindruck zum Agenten-Thriller.

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    Das Poster zeigt in schwarzweiß Nick Fury gespielt von Samuel L. Jackson.
    Das Poster der Miniserie Secret Invasion © 2023 MARVEL

    Secret Invasion – Die offizielle Handlungsangabe

    In der neuen Marvel Studios‘ Serie Secret Invasion, die in der MCU Gegenwart spielt, erfährt Nick Fury von einer geheimen Invasion der Erde durch eine Fraktion der formwandelnden Skrulls. Fury schließt sich seinen Verbündeten an, darunter Everett Ross, Maria Hill und der Skrull Talos, der sich ein Leben auf der Erde aufgebaut hat. Gemeinsam kämpfen sie gegen die Zeit, um eine drohende Skrull-Invasion zu vereiteln und die Menschheit zu retten.

    Erster Eindruck zu Secret Invasion

    Dieser Beitrag beschäftigt sich ausschließlich mit den ersten beiden Folgen der Serie. Dementsprechend ist die Kritik auch nur auf den Auftakt bezogen und soll dazu dienen, den Lesern eine Hilfestellung bei der Entscheidung zu geben, ob sich auf Basis der ersten Eindrücke ein Blick rentiert.

    !!! Kleine Spoilerwarnung!!!

    Es wird in diesem Artikel allerdings auf konkrete Handlungen der ersten beiden Folgen eingegangen. Wer diesen Beitrag also liest bevor er die Episoden selbst gesehen hat, der sei an dieser Stelle vor Spoilern hierzu gewarnt!!! 

    Einmal mehr laufen verschiedene Fäden in einer neuen MCU-Geschichte zusammen

    Secret Invasion geht nicht nur auf eine beliebte Comic-Serie von Marvel zurück. Nein, die neueste Disney-Plus-Ergänzung zum Marvel-Kosmos verbindet auch mehrere lose angelegte Story-Stränge aus vorangegangenen Serien und Filmen. Dabei tauchen Figuren aus diesen Werken in der neuen Show in kleineren oder auch bedeutend größeren Rollen auf. Was man auf jeden Fall gesehen haben sollte, um Anschluss zu finden, sind die Filme Spider-Man: Far From Home und Captain Marvel, denn dort wurden die hier wichtigen Skrull und einige andere Dinge in die Lore aufgenommen. Darüber hinaus schadet es nicht, das Wissen zu Wakanda Forever mitzubringen und vor allem auch bei den Serien auf dem aktuellen Stand zu sein. She-Hulk und Moon Knight vielleicht noch am wenigsten, aber alles was im Jahr 2021 bei Disney Plus veröffentlicht wurde, hat mittelbar mit der neuen Serie zu tun.

    Was für Fans der ersten Stunden des MCU noch weitaus wichtiger sein dürfte, ist, dass Nick Fury nach all den Jahren in der Nebenrolle und im Hintergrund (abgesehen von Captain Marvel) nun endlich zum Protagonist befördert wurde. Denn Secret Invasion ist die erste Spionage-Geschichte in der Marvel-Filmgeschichte und der Shield-Agent ihr Dreh- und Angelpunkt. Neben Samuel L. Jackson ist hier nun auch Colbie Smulders als Maria Hill weiter ins Zentrum gerückt. Darüber hinaus kehrt Ben Mendelsohn als Skrull Talos zurück. Ergänzt wird der Cast mit neuen Figuren, die von den bekannten Stars Olivia Colman, Emilia Clarke und Kingsley Ben-Adir gemimt werden.

    Verschwörungsthriller á la Marvel

    Wie das Publikum spätestens seit der Einführung der Skrull ins MCU weiß, kann diese Alienrasse zu den Gestaltwandlern gezählt werden. Dieses Element ist im Kern der Grund für sämtliche Paranoia-Atmosphäre, die in Secret Invasion von Beginn an schwelt: Wer ist tatsächlich Mensch – und wer ein Skrull in geheimer Mission?! Damit entsteht natürlich ein Grundmisstrauen, das auch auf die Zuschauer überschwappt und zum Miträtseln verführt. Gibt es Doppelagenten? Welche Agenda verfolgen die Skrull und ihr möglicherweise feindlich gesinnter Anführer? Wem kann man trauen? Diesen Fragen gilt es wohl in den sechs Episoden auf den Grund zu gehen. In den ersten beiden Folgen gibt es darauf noch nicht allzu viele Antworten, wahrscheinlich sogar eher noch mehr Fragen.

    Schlüsselrollen spielen in der ohnehin komplizierten Konstellation die neuen Charaktere Sonya Falsworth (Colman) und Gi’ah (Clarke). Während Colman eine politische Komponente in die Geschichte bringt, wie beispielsweise Robert Redford es in The Return of the First Avenger vorgemacht hatte, bringt Clarke neue persönliche Verwebungen mit, da sie die Tochter des Skrull-Überläufers Talos spielt, und zumindest zu Beginn die Frage noch nicht geklärt ist, auf welcher Seite sie steht.

    Fury macht Fury Sachen, ansonsten wenig Witz

    Verglichen mit allen Serien des MCU hat Secret Invasion mit Abstand die erwachsenste Gangart. Bis auf den ein oder anderen passenden Gag durch Jackson in seiner ihm auf den Leib geschneiderten Rolle, spart man sich glücklicherweise die oft belächelten Comedy-Brechungen ernster Szenen. Somit wird der Thriller-Charakter noch glaubhafter. Man könnte – zumindest auf Basis der ersten beiden Episoden – geneigt sein, zu sagen, dass diese Geschichte das Pendant zu Andor im Star-Wars-Serienkosmos sein soll.

    Sowohl Andor als auch der neuesten MCU-Show ist gemein, dass man im Vergleich zu vielen anderen Geschichten der Franchises Fallhöhe hat, Konsequenzen nicht scheut und gewissen Aspekten durch einen seriösen Blick Tiefe verleiht, die man vorher vor lauter Gags nie sehen konnte. Spätestens mit dem Paukenschlag zum Ende der Pilotepisode wird dies nachdrücklich unter Beweis gestellt…

    Olivia Colman als Special Agent Sonya Falsworth. Secret Invasion
    Olivia Colman als Special Agent Sonya Falsworth © 2022 MARVEL.

    Noch viele offene Fragen, doch die Neugier ist gesät

    Für den Rezensenten war She-Hulk im vergangenen Spätsommer der vorläufige Tiefpunkt des MCU. Die Gags hatten kaum gezündet, die Effekte waren mies, die Story quasi non-existent. Größer konnte also der Kontrast mit dem direkt darauf veröffentlichte, neuen Serienprojekt kaum sein. Aber genau diese Distanz war auch nötig, um den Fans zu zeigen, dass man immer noch inhaltlich etwas vorantreiben und nicht nur beliebte Figuren der Lächerlichkeit preisgeben kann. Nach den ersten Eindrücken ist es schwer abzusehen, ob Secret Invasion tatsächlich die erhoffte Qualitätsoffensive und Frischzellenkur ist, die die Serienfront des MCU dringend braucht. Doch zumindest ist der Auftakt mehr als solide und macht Lust zum Dranbleiben.

    Die Versatzstücke, die man aus dem Spionage-Thriller-Bereich kennt werden gut in die Marvel-Welt übertragen. Die Superhelden-Komponente spart man bislang fast komplett aus. Dazu kommt, dass man einen passenden Score zum Stimmungsaufbau unterlegt hat, der sich noch ein Sonderlob verdient hat. Genauso wie der Dreh an realen Schauplätzen, was dem Realismus-Aspekte ebenfalls in die Karten spielt. Ja, die Marvel-Produktion erinnert in vielen Momenten tonal und auch inszenatorisch stark an die Mission: Impossible-Reihe. Doch speziell im übervollen Agenten-Haifischbecken kann die Devise auch nur lauten: besser gut kopiert als schlecht erfunden.

    Unser Fazit zum Auftakt von Secret Invasion

    Secret Invasion beginnt stark und macht Hoffnung, dass es doch noch spannende Geschichte in der Marvel-Welt zu erzählen gibt, die abseits des großen Helden-Brimborium stattfinden. Die politische Dimension ist überraschend ausgefeilt, die emotionale Komponente stimmig und schauspielerisch wird die Serie den großen Namen im Cast auch gerecht. Ob das Gesamtwerk am Ende stimmig abgerundet wird, kann man nach dem ersten Drittel zwar noch nicht sagen, aber lange war man nach nur zwei Folgen nicht mehr so hungrig direkt zu erfahren, wie es weitergeht. Daher unterstreicht die vorläufige Wertung ein Stück weit auch die Hoffnung, dass den Genre-erfahrenen Machern der Serie gelungen ist, das Spionage-Thriller-Konzept erfolgreich ins MCU zu übersetzen.

    Secret Invasion startet am 21. Juni mit der ersten Folge bei Disney+. Danach geht es jeweils am Mittwoch mit einer neuen Folge weiter!


    © 2023 Disney/Marvel

    Jan Werner

    Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen. Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern. Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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