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Sonic the Hedgehog spielt mit einem Ball

Sonic the Hedgehog

Videospiel-affine Menschen eines gewissen Alters kann man im Grunde in zwei Lager teilen. Nintendo oder Sega. Mario oder Sonic. Nachdem wir über die bisherigen Versuche, dem italienischen Klempner einen Realfilm zu verpassen, besser den Mantel des Schweigens hüllen, versucht sich Regisseur Jeff Fowler nun daran, das Sega-Maskottchen auf die Kinoleinwand zu bannen. Wie eng hält er sich bei Sonic the Hedgehog an die Vorlage? Und macht der Film ähnlich viel Spaß wie ein Großteil der Spiele? Lest das und mehr in unserer Rezension.

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TitelSonic the Hedgehog
Jahr2020
LandJapan, Kanada, USA
RegieJeff Fowler
DrehbuchPatrick Casey, Josh Miller
GenreAnimations-/Kinderfilm, Action, Abenteuer
DarstellerJim Carrey, James Marsden, Tika Sumpter, Neal McDonough, Adam Pally, Debs Howard, Leanne Lapp, Michael Hogan, Bailey Skodje, Elfina Luk, Shannon Chan-Kent, Lisa Chandler
Länge100 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihParamount Pictures Germany GmbH
Das Filmplakat zu Sonic the Hedgehog
Das Filmplakat zu Sonic the Hedgehog © Paramount Pictures

Worum geht’s in Sonic the Hedgehog?

Der blaue Igel Sonic, in der deutschen Version von YouTube-Star Julien Bam gesprochen, kann einem wahrlich leidtun. Weil außerirdische Mächte nach seiner Fähigkeit gieren, sich pfeilschnell bewegen zu können, wird er aus seiner Heimatdimension vertrieben. Auf dem Planeten Erde gestrandet führt er zunächst ein einsames Leben im Schatten, bis die amerikanische Regierung auf ihn aufmerksam wird und ihn sofort als Bedrohung brandmarkt.




Die Jagd nach Sonic wird von dem genialen wie wahnsinnigen Dr. Robotnik angeführt, gespielt von Jim Carrey. Schon bald erkennt der kleine Igel, dass er dieser Bedrohung so ganz auf sich allein gestellt nicht Herr werden kann.

Sonic the Hedgehog hat einen seiner Ringe in der Hand und rennt
Sonic gibt ordentlich Gas © Paramount Pictures

Wer oder was ist Sonic?

Der kleine, blaue Igel blickt bereits auf eine bewegte Geschichte zurück. Im Jahr 1991 veröffentlichte Sega das Debütspiel von Sonic the Hedgehog. Das für die damalige Zeit pfeilschnelle 2-D-Jump ’n’ Run sollte die Leistungsfähigkeit von Segas‘ Mega Drive demonstrieren und zog in der Hauptserie drei weitere Spiele nach sich. In den späteren Jahren folgten unzählige Spin-offs, in denen Sonic nicht nur andere Konsolen, sondern auch andere Genre erkundete. Vor allem in Japan und den Vereinigten Staaten wurden zusätzlich eine Vielzahl von Comics und Zeichentrickserien veröffentlicht. Bis in die heutige Zeit gilt Sonic als das unumstrittene Maskottchen Segas und bildet damit das Äquivalent zu Nintendos Mario.

Seinen letzten qualitativ hochwertigen Auftritt in der Videospielwelt hatte Sonic im Jahr 2017 im Multiplattform-Titel Sonic Mania. Dieser griff als Hommage an die ersten Gehversuche des blauen Igels die altbewährten Tugenden auf und reicherte das Ganze mit moderner Spielbarkeit an.

Grundsätzlich kann man aber festhalten, dass Sonic bei dem jüngeren Publikum keinen so hohen Bekanntheitsgrad genießen dürfte wie beispielsweise Mario, der bis heute Jahr um Jahr in unterschiedlichen Videospielen auftritt. Es stellt sich also unweigerlich die Frage, welche Zielgruppe Jeff Fowlers Sonic the Hedgehog adressiert.

James Marsden als Tom steht vor seinem Polizeiwagen
Bald lernt Tom Sonic kennen © Paramount Pictures

Für jung oder alt?

Wie die Trailer und die FSK-Freigabe ab 6 Jahren vermuten lassen, richtet sich Sonic the Hedgehog grundsätzlich eher an ein jüngeres Publikum. Während die eigentliche Story ziemlich austauschbar und überraschungsarm daherkommt, verhandelt der Film in seinen 100 Minuten durchaus wichtige Themen wie den Umgang mit Einsamkeit, die Bedeutung von Freundschaft und das Überwinden von Ängsten. Dies geschieht auch fast ausnahmslos in genau der passenden Tiefe, sodass das junge Publikum nicht nur bunte Bilder, sondern auch wichtige Messages mitnehmen kann.

Um den erwachsenen Teil des Publikums abzuholen, bietet der Film allerdings zweierlei Dinge, die leider beide nicht so recht zünden wollen. Zum einen wäre da das letzte Drittel des Films, in welchem die Action-Schraube nochmal ordentlich angezogen wird. Dort kann man sich vor Explosionen und knallbunten Effekten kaum mehr retten. Das wirkt zum ansonsten eher gemäßigten Tempo des Films etwas befremdlich. Zum anderen wären da zahlreiche Anspielungen auf mal mehr, mal weniger bekannte popkulturelle Referenzen. Sei es ein Zitat aus Der Pate oder auch eine bekannte Szene aus Die nackte Kanone, die im Hintergrund auf einem Fernseher läuft. Mehr als ein müdes Lächeln können diese teils sehr gezwungen wirkenden Einschübe aber leider nicht hervorlocken.

Jim Carrey als Dr. Robotnik in seinem Hauptquartier in Sonic the Hedgehog
Jim Carrey als Dr. Robotnik © Paramount Pictures

Handwerklich sehr solide

In Sachen Computereffekte macht Sonic the Hedgehog eine ganze Menge richtig. Vor allem Sonic selbst macht, nach der Überarbeitung aufgrund eines Shitstorms nach dem ersten Trailer, eine überaus gute Figur. Lediglich zwei oder drei CGI-Effekte gegen Ende des Films wirken etwas unfertig. Aufgrund der geringen Anzahl fällt das aber nicht sonderlich negativ auf.

Akustisch macht der Film ebenfalls eine Menge richtig. Die Auswahl der Musikstücke passt wie die Faust aufs Auge und die Soundeffekte sind an den richtigen Stellen wuchtig und intensiv. Dass die musikalische Untermalung in den wenigen emotionalen Momenten ein bisschen zu dick aufträgt, ist da sehr einfach zu verkraften.

Auch schauspielerisch kann man dem Film und seinem Ensemble keinen Vorwurf machen. Jim Carrey ist eben Jim Carrey und geht in der Rolle des wahnsinnigen Dr. Robotnik voll auf. Und ebenfalls der etwas trottelig daherkommende Dorfmarshall Tom (James Marsden, bekannt als Cyclops aus den X-Men-Filmen oder auch aus Westworld), welcher sich im Laufe der Geschichte mit Sonic anfreundet, passt gut ins Bild und wird überzeugend dargestellt.

Sonic the Hedgehog spielt mit einem Ball
Humor kommt bei Sonic the Hedgehog auch nicht zu kurz © Paramount Pictures

Mein Fazit zu Sonic the Hedgehog

Man wird das Gefühl nicht los, dass es Sonic the Hedgehog allen recht machen will und dabei ein wenig seine eigene Identität aus dem Fokus verliert. Am Ende hat man als Zuschauer einen rasanten Familienfilm mit viel Quatsch, dosierter, aber wenn dann überbordender, Action, ein bisschen Herz und ein paar liebenswerten Charakteren gesehen, von dem nicht wirklich viel zurückbleibt. Als spaßige Familienunterhaltung eignet sich der Film aber allemal.

Unsere Wertung:

 

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