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Der Coach (Colin Farrell) und Ray (Charlie Hunnam) öffnen in The Gentlemen einen Kofferraum

The Gentlemen

Nach seinen ausgiebigen Ausflügen in den Blockbuster-Gefilden ist Guy Ritchie zurück auf der Insel und der dortigen Unterwelt. Mit nahmhaften Stars, u.a. Matthew McConaughey und Hugh Grant, begibt er sich zurück zu seinen Wurzeln. Trifft er mit The Gentlemen den Stil seiner Erstlinge? 

TitelThe Gentlemen
Jahr2020
LandGroßbritannien, USA
RegieGuy Ritchie
DrehbuchGuy Ritchie
GenreKrimi, Action
DarstellerMatthew McConaughey, Charlie Hunnam, Hugh Grant, Michelle Dockery, Colin Farrell, Henry Golding, Jeremy Strong, Eddie Marsan, Lyne Renee, Tom Wu
Länge113 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihUniversum Film
Kinoposter zu The Gentlemen
Kinoplakat zu The Gentlemen © Universum Film

Abgang mit Stil 

Mit Cleverness, Durchsetzungsvermögen und einer harten Hand hat sich der Exil-Amerikaner Mickey Pearson (Matthew McConaughey) in London ein enorm profitables Marihuana-Geschäft aufgebaut. Doch mittlerweile hat er genug davon und möchte aussteigen, um sich mit den schönen Dingen des Lebens zu beschäftigen. Mit dem exzentrischen Milliardär Matthew Berger (Jeremy Strong) hat er auch schon einen potentiellen Käufer an der Angel. Nur gerät der Deal nun ins Wanken und will nicht so über die Bühne gehen, wie erwünscht. Denn kleinkriminelle Gruppen mischen sich ein und bringen Mickey ordentlich in Bredouille. Dabei verlässt er sich auf seine loyale rechte Hand Ray (Charlie Hunnam), der versucht, all die Probleme vom Tisch zu bekommen. Unter anderem den schmierigen Privatdetektiv Fletcher (Hugh Grant)...

Der Starpower auf der Lauer 

Schon seit über 10 Jahren trägt Guy Ritchie die Idee zu The Gentlemen mit sich herum. Zwischenzeitlich sollte der Stoff sogar in Serienform realisiert werden, fand jetzt aber doch als Film den Weg zu uns. Und dazu wurde auch mit Matthew McConaughey, Hugh Grant, Charlie Hunnam, Collin Farrell, Jeremy Strong und Michelle Dockery eine illustre Runde an namhaften Darstellern zusammengetrommelt. Klotzen statt kleckern heißt es hier für den Regisseur und auch für seine Figuren. Im elitären Kreis der High-Society in London angekommen, möchte sich der Marihuana-Baron Mickey Pearson eben nur noch auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren und aus dem Geschäft aussteigen. Schon die erste Szene des Films macht deutlich, was so ein Entschluss für Folgen haben kann. In Zeitlupe und mit einem stimmungsvollen Song unterlegt bekommt er direkt eine Kugel in den Kopf gejagt.

Mickey Pearson (Matthew McConaughey) verhandelt in The Gentlemen mit Matthew Berger (Jeremy Strong) um sein Marihuana-Imperium
Mickey Pearson (Matthew McConaughey) verhandelt mit Matthew Berger (Jeremy Strong) um sein Marihuana-Imperium © Universum Film

Ein Start mit einem Knall, dessen Brisanz nach dem darauffolgenden Intro durch einen Zeitsprung in die Vergangenheit genommen wird. Denn nun entwickelt sich ein Gespräch zwischen dem Privatdetektiv Fletscher und Mickey Pearsons rechter Hand Ray zum Fixpunkt des Films, in welchem die Handlung spielerisch vorangetragen und –getrieben wird. Ein smarter und belebender Move von Guy Ritchie, der die im Kern einfach gestrickte Crime-Story so erzählerisch interessanter verpackt. Dem Zuschauer werden so nur die Informationen zugeworfen, die er zu dem jeweiligen Zeitpunkt haben soll. So entspinnt sich in dessen Kopf ein charmantes “Wer mit wem und warum und wieso”-Spielchen, dass den großen Reiz von The Gentlemen ausmacht. Der Einstieg ist so zwar etwas holprig, und es dauert etwas, bis man alle Fäden und Figuren erkennt, doch das zahlt sich während, und besonders zum Finale des Films voll aus.  

Elegant zum konstruierten Abschluss 

Erzählerisch bringt Guy Ritchie frischen Wind in seine Crime-Story, und auch inszenatorisch versucht er Akzente zu setzen. So bekommt man interessante Kamerafahrten- und perspektiven geboten, doch übertrieben wird es ganz sicher nicht. Es ist nämlich schon eher dezent, wie sich der Brite hier austobt. Ganz im Gegensatz zu den Figuren, die er sich hier ausgedacht hat und aufeinander loslässt. Während Matthew McConaughey als Exil-Amerikaner anfangs noch wie aus seiner Lexus-Werbung entnommen scheint, punktet seine Figur genauso wie alle anderen mit verrückten Eigenheiten und Handlungsmustern. Diese zu entdecken und zu erleben machen The Gentlemen auch so unterhaltsam. Denn egal wie brisant es wird und hart man miteinander ins Gericht geht, ihre gehobene Attitüde lassen sich so manche Gentlemen hier nicht nehmen. Ein Aspekt, bei den Guy Ritchie von seinem starken Cast profitiert und auf hochklassige schauspielerische Leistungen bauen kann.

Colin Farrell als der Coach mit seiner Gang in The Gentlemen
Der Coach (Colin Farrell) mit seinen Jungs © Universum Film

Das Ensemble der Stars, die Story und all die obskuren Momente in The Gentlemen machen richtig Spaß, doch wird man stets das Gefühl nicht los, dass das alles arg konstruiert und hingebogen wirkt. Denn viele Handlungsverläufe sind nur möglich, weil Person X gerade genau in diesen Moment so handelt und sich so Spannungsmoment Y für den Zuschauer ergibt. Zufälle können durchaus dynamischer Treiber einer Geschichte sein, doch dafür wirkt das hier zu inhomogen. Gerade bei den Wendungen im letzten Drittel wird das sehr offensichtlich, und die Geschichte nimmt teils unlogische Züge an, um eine bestimmte Wirkung zu erzeugen. Komplett rund ist diese somit freilich nicht, und auch die Auflösung zum Ende ist nicht wirklich smart. Das trübt den Spaß schließlich schon etwas, dennoch weiß The Gentlemen insgesamt zu unterhalten und entlässt den Zuschauer mit wohlig nostalgischen Guy-Ritchie-Gefühlen. 

Mein Fazit zu The Gentlemen 

Das ist schon ganz schön lässig, was der gute Guy Ritchie hier mit The Gentlemen abliefert. Ganz im Stil seiner Crime-durchtränkten Anfänge tobt sich der Brite wieder in der Londoner Unterwelt aus. Mit einem namhaften und starken Cast sowie einer flott und kreativ inszenierten Geschichte trifft er quasi schon ins Schwarze. Verrückte Figuren und unerwartete Wendungen sorgen neben einigen actionreichen Momenten für Unterhaltung. Ganz rund will das alles aber irgendwie nicht wirken, und so trifft er dann doch nicht voll ins Schwarze. Denn im Kern ist die Handlung ziemlich simpel, wird aber auf smarte Weise aufgepeppt. Leider ist hier aber nicht alles so smart gelöst, und so wirkt vieles arg konstruiert, das Finale gar plump. So spielt Ritchies neuester Streich trotz der Stars zwar nicht in der Liga von Snatch und Bube, Dame, König, Gras mit, sorgt aber dennoch für lässige Momente und diebische Unterhaltung.

The Gentlemen startet am 27.02.2020 in den deutschen Kinos!

Unsere Wertung:

 

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© Universum Film

Onno

Als Kind in einen Topf aus VHS-Kassetten gefallen und kann seitdem nicht mehr wegschauen.

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