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Eine alternde Suzi Quatro rockt die Bühne mit Bass und im Catsuit

Suzi Q

Die Dokumentation Suzi Q wirft einen Blick auf das Leben und Wirken von Rockmusikerin Suzi Quatro, die eine Vorreiterrolle für Frauen im von Männern dominierten Rock-Business einnahm.

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TitelSuzi Q
Jahr2019
LandAustralien
RegieLiam Firmager
DrehbuchLiam Firmager
GenreDokumentation
DarstellerSuzi Quatro, Cherie Curie, Joan Jett, Alice Cooper, Debbie Harry
Länge98 Minuten
FSKab 0 Jahren freigegeben
Verleih375 Media/good!movies
Eine junge Suzi Quatro in Pose auf dem Cover von Suzi Q
Das DVD-Cover von Suzi Q © good!movies

Suzi Q – Ein Mädchen aus Detroit will ganz nach oben

Suzi Quatro wurde 1950 in Detroit geboren, wuchs neben drei Schwestern und einem Bruder in einer musikalischen Familie auf. In ihren ersten Bands in den 60ern, als es noch kaum Mädchen-Bands gab, spielte sie noch zusammen mit ihren Schwestern. Bis sie 1971 vom Produzenten Mickie Most (The Animals, Donovan) entdeckt wurde und mit ihm nach England ging, um von dort aus die Welt des Rock zu erobern – ausgenommen den USA, ihrer Heimat, wo ihr der große Erfolg verwährt blieb.

Suzi Q zeichnet den Werdegang der Musikerin nach: persönliche Hintergründe, wichtige Entscheidungen, Stationen ihrer Karriere. Neben ihr selbst kommen auch Familie, Wegbegleiter und einige Persönlichkeiten des Rock-Business zu Wort…

Suzi Quatro und The Pleasure Seekers posieren neben ihrem Drumkit in Suzi Q
Suzi und die Geschwister Quatro als The Pleasure Seekers © good!movies

Der erste weibliche Rockstar

Girl-Bands und Rock-Sängerinnen waren in den 60er-Jahren, als sich die Geschwister Quatro in der Band Pleasure Seekers formierten, Mangelware. Als sie sich 1971 in Cradle umbenannten, galt ersteres zwar schon nicht mehr, doch Suzi Quatro war als Frontfrau, Bassistin und Sängerin in Personalunion ein Unikum. Sie verließ noch 1971 ihre Familie und ihre Heimat, um von England aus eine Solo-Karriere zu starten. Dafür schrieb sie zwei Jahre lang Songs und verbrachte viel Zeit im Aufnahmestudio, bis endlich das erste Album in den Startlöchern stand.

In Deutschland landete Suzi Quatro schon 1973 einen Nummer-1-Hit mit „Can the Can“. Auch ihr selbstbetiteltes Debüt-Album und weitere Single-Auskopplungen waren hier sehr erfolgreich. Heute dürften vor allem die Ballade „If You Can’t Give Me Love“ und das Duett „Stumblin‘ in“ mit Chris Norman, beide von 1978, ihre bekanntesten Hits sein. In Europa konnte die Bass spielende Sängerin durchstarten, galt auch in Asien und Australien als die Queen des Rock’n’Roll. Doch in den USA, in der der von ihr gespielte Glam-Rock, den sie eher musikalisch denn als Image bediente, keinen solch hohen Stellenwert erlangte, blieb der große Durchbruch aus. Trotzdem gilt sie heute noch als der erste weibliche Rockstar, der vielen, die ihr nachfolgten, ein großes Vorbild war.

Alice Cooper zeigt ein Bild mit ihm und Suzi Quatro
Alice Cooper plaudert aus dem Nähkästchen © good!movies

Eine chronologische Aufarbeitung

Dabei hat Suzi Q nicht den künstlerischen Anspruch wie Martin Scorseses Shine a Light (2008) über die Rolling Stones oder Tom Di Cillos The Doors-Porträt When You’re Strange (2009). Regisseur Liam Firmager lässt vor allem Suzi Quatro selbst, inzwischen 70 Jahre alt, zu Wort kommen. Daneben halten Weggefährten wie Ex-Mann Len Tuckey und Songwriter Mike Chapman einige Anekdoten parat. Fehlen dürfen natürlich auch nicht einige weitere Größen aus dem Business, die entweder ihren Weg kreuzten oder von Suzi Quatro beeinflusst wurden. Alice Cooper weiß von ihrer professionellen Einstellung während der gemeinsamen US-Tour zu berichten, Donita Sparks von L7 und Debbie Harry schwärmen von ihrer Vorbild-Funktion. Und dann ist da noch Joan Jett, die Ende der 70er einer ihrer größten Fans war und wahrscheinlich durch Suzis Vorreiterrolle den Durchbruch in den USA geschafft hat, der ihrem Idol nie vergönnt war.

Eine alternde Suzi Quatro rockt die Bühne mit Bass und im Catsuit
Rockt auch im Rentenalter noch: Suzi Quatro © good!movies

Unterstützt durch Archivaufnahmen, u.a. TV-Interviews, Live-Mitschnitte und allerlei Privates, wird eine Chronologie von Leben und Wirken der Ikone gezeichnet. Das setzt nur wenige Akzente, erweist sich aber als umfassend und teils sehr persönlich. Rein formell gibt sich Suzi Q wie viele andere Dokumentationen, das ist Standard. Doch das soll in keinster Weise abwertend gemeint sein, denn dies ist halt eine adäquate Methode, solch eine Biografie zu inszenieren und präsentieren. Das hat schon in jüngster Vergangenheit bei The Rise and Fall of the Clash (2012) und Bad Reputation (2018) über eben Joan Jett genauso gut funktioniert.

Dass Suzi Q im Vergleich tatsächlich etwas unspektakulärer wirkt, liegt in der Person selbst. Suzi Quatro war abseits ihrer Rolle als erster weiblicher Rockstar eben kein Mensch für Ausschweifungen und Skandale. Etwas Würze bringen aber die Interviews mit ihren Schwestern Nancy und Patti, die Suzi ihren Weggang nach London 1971 scheinbar nie verziehen haben.

Unser Fazit zu Suzi Q

Als Rockstar erfüllte Suzi Quatro sicher nicht alle Klischees, aber gerade die Konsequenz, mit der sie über die Jahre unbeirrt ihren Weg gegangen ist, nötigt Respekt und Bewunderung ab. Alleine deshalb ist die Dokumentation Suzi Q sehenswert. Ihre Person hebt sich durch ihre Bodenständigkeit von vielen anderen Stars ab. Auf der anderen Seite fehlen ihrer Biografie das Spektakel und die Skandale, die in anderen Lebensgeschichten für Spannung sorgen. Rock-Fans und in Musik-Historie Interessierten wird dies wohl egal sein, zumal die Doku durch das Archivmaterial und die Anekdoten der Weggefährten eine Menge Zeitkolorit einfängt. Fans von Suzi Quatro sollten ohnehin zuschlagen.

Suzi Q ist am 14. August 2020 über 375 Media/good!movies auf DVD erschienen!

Unsere Wertung:

 

 

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© 375 Media/good!movies

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