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Die Freunde Mike und Kyle blicken während der Fahrradtour einander an. Hinter ihnen nähert sich ein rotes Auto.

The Climb

In mehreren, zeitlich auseinander liegenden Segmenten porträtiert die Indie-Tragikomödie The Climb das komplizierte Verhältnis zweier sehr ungleicher Freunde.

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TitelThe Climb
Jahr2019
LandUSA
RegieMichael Angelo Covino
DrehbuchMichael Angelo Covino, Kyle Marvin
GenreKomödie, Drama
DarstellerMichael Angelo Covino, Kyle Marvin, Gayle Rankin, Judith Godrèche, Talia Balsam, George Wendt
Länge98 Minuten
FSKab 6 Jahren freigegeben
VerleihProkino
Das Kinoplakat von The Climb zeigt die beiden Protagonisten auf dem Fahrrad einander zublickend. Im Hintergrund nähert sich ein rotes Auto.
Das Kinoplakat zu The Climb © Prokino

Berg und Talfahrt – Die Handlung von The Climb

Es hätte ein schöner Ausflug werden können. Der leidenschaftliche Rennradfahrer Mike (Michael Angelo Covino) nimmt seinen sichtlich bemühten Freund Kyle (Kyle Marvin) auf eine bergige Fahrstrecke mit. Doch während der Fahrt gesteht Mike, mehrmals mit Kyles Verlobten geschlafen zu haben. Kurz darauf fordert das Karma seinen Tribut und Mike wird von einem aggressiven Autofahrer verprügelt, nachdem der die beiden im Straßenverkehr genötigt hatte. Im Krankenhaus treffen der verletzte Mike und die Verlobte Kyles aufeinander. Zunächst stellen sie klar, ihre Affäre sei bedeutungslos und beendet. Ihrer eigenen Worte wenig konsequent erwischt Kyle die beiden Turteltauben beim abbusseln und ihre Freundschaft zerbricht. Erst auf der Beerdigung der Frau treffen die beiden ehemaligen Freunde wieder aufeinander und fortan begleitet der Film ihr kompliziertes Leben und Zusammenleben in mehreren Episoden.

Die Freunde Mike und Kyle blicken während der Fahrradtour in The Climb einander an. Hinter ihnen nähert sich ein rotes Auto.
Keine Rücksicht bei der Fahrradtour © Prokino

Ein Ziel vor Augen? – Um- und Abwege einer Freundschaft

Besser hätte das Langfilmdebüt der im wahren Leben befreundeten Filmemacher und Schauspieler Michael Angelo Covino und Kyle Marvin nicht beginnen können. Wie auf ihrer Fahrstrecke zu Beginn des Films bewegt sich ihre Freundschaft auf und ab: Sich bemühen, ins Schleudern geraten, stürzen und einander aufhelfen, trotz der Verfehlungen. Zugegeben, der egoistische Mike und der herzensgute und leicht nachgebende Kyle sind stereotyp gezeichnet. Zudem ist das gegensätzliche Gespann innerhalb des Buddy-Movie-Subgenres wenig innovativ. Dennoch funktioniert die Chemie der beiden Darsteller zueinander und wird glaubwürdig dargeboten. Schwieriger ist es hingegen, Identifikationspotential in den Hauptfiguren zu finden. Dafür sind sie zu eindimensional und zeigen kaum nennenswerte Entwicklungen ihres Charakters. Hinzu kommt, dass die Beleuchtung ihrer Lebensumstände wenig zur Nachvollziehbarkeit ihres Wesens beiträgt. Einerseits ist es fokussiert, sich auf das Verhältnis zwischen den Freunden zu konzentrieren und dies zu vertiefen, andererseits hält es die Zuschauer*innen auf Distanz.

Die Protagonisten von The Climb sitzen zusammen in einer Skigondel und blicken einander an. Mit dabei Kyles genervte Freundin.
Wärme und Kälte – Beides gibt es im Leben der Freunde © Prokino

Auf einer langen Tour bleibt so manches auf der Strecke

Es ist offensichtlich, dass zugunsten des Vorhabens, ein Freundschaftsverhältnis über mehrere Jahre zu begleiten, eine Rahmenhandlung in den Hintergrund gerückt wird. So wird Zuschauer*innen, die großen Wert auf die Geschichte legen, das Geschehen vermutlich weniger zusagen. Zwischen den einzelnen für sich stehenden Segmenten, die die Figuren in verschiedenen Lebenssituationen zeigen, liegen unterschiedlich große Zeiträume. Zugutezuhalten ist es dem Film, das Freundschaftsverhältnis nachvollziehbar zu gestalten und den beobachtenden Blick der Zuschauer*innen auf die irrwitzigen Situationen zu lenken. Dabei ist die Gefühlslage der Akteure fassbar gezeichnet und die schauspielerische Darbietung durchaus glaubhaft.

Mit interessanten Dialogen kann der Film allerdings leider wenig punkten. Vielmehr liegt das Interesse darauf, absurde Situationen zu kreieren, mit denen sich Mike und Kyle konfrontiert sehen. Trotz der größtenteils alltäglichen Geschehnisse wirken manche Szenerien etwas befremdlich. So erscheinen einzelne Elemente – beispielsweise die Gesangparts – oftmals albern und deplatziert. Auch die Art des Humors reicht von subtil bis zu grotesk und dürfte nicht jeden Geschmack treffen.

Der größte Gewinn des Films ist Zach Kupersteins kreative Kameraarbeit. In langen Plansequenzen fängt die Kamera das Leben der Freunde ein. Ob eine virtuose Kamerafahrt während der Radtour oder als distanzierter Beobachter durch die Fensterscheiben während der Weihnachtsbescherung. Dabei fasziniert Kuperstein mit Ideenreichtum, aussagekräftiger Bildsprache und handwerklichem Geschick.

Auf der Hochzeit in The Climb blicken Kyle und Marissa einander tief in die Augen. Hintergründig steht Mike zwischen ihnen.
Mike steht zwischen den Verlobten © Prokino

The Climb schwankt, doch bleibt auf der Spur – ein Resümee

The Climb dürfte sicherlich nur ein kleines Publikum vollumfänglich ansprechen. Zu speziell gestaltet sich die Machart des Films hinsichtlich seiner Fokussierung auf die Höhen und Tiefen einer von Skurrilitäten umrahmten Freundschaft. Die Stärke des Films ist zugleich seine Schwäche, da ein emotionaler Zugang zum Geschehen und den Akteuren durch die eigenartige Erzählweise häufig verwehrt bleibt. Die kreative Kameraarbeit jedoch sticht deutlich positiv heraus. Wie in einem der stärksten Segmente des Films geht diese auf Distanz, beobachtet von außen und verwehrt sich einer Bewertung der Agierenden. Eine Empfehlung sei für alle ausgesprochen, die sich vom Independent-Kino angesprochen fühlen – und die werden mit inszenatorischem Können belohnt.

The Climb läuft seit dem 20. August in den deutschen Kinos.

Unsere Wertung:

 

 

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