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Billy steht mit einigen Insassen hinter einem Gitter, er sieht verzweifelt aus, die anderen lachen

A Prayer before Dawn

In A Prayer before Dawn muss sich ein junger Boxer im härtesten Knast Thailands durchschlagen. Er kennt weder die Sprache noch die Leute und ist aufgrund seiner Drogensucht extrem reizbar. Kann er die Hölle auf Erden unbeschadet durchstehen?

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TitelA Prayer before Dawn – Das letzte Gebet (OT: A Prayer before Dawn)
Jahr2017
LandGroßbritannien, Frankreich, China, Kambodscha, USA, Deutschland
RegieJean-Stéphane Sauvaire
DrehbuchJonathan Hirschbein, Nick Saltrese, Billy Moore
GenreDrama, Biografie, Thriller
DarstellerJoe Cole, Panya Yimmumphai, Vithaya Pansringarm, Cherry Miko, Nicolas Shake
Länge116 Minuten
FSKAb 16 Jahren freigegeben
Verleih© Ascot Elite Home Entertainment
Offizielles Poster zu A Prayer before Dawn, man sieht Joe oberkörperfrei von hinten, um ihn stehen Insassen des Gefängnisses
Offizielles Poster zu A Prayer before Dawn © Ascot Elite Home Entertainment

Worum geht’s in A Prayer before Dawn?

Der junge Brite Billy verdingt sich seinen Lebensunterhalt in Thailand als Boxer und gelegentlicher Drogendealer. Besonders letzteres wird ihm aber zum Verhängnis, denn in Thailand versteht die Polizei überhaupt keinen Spaß, wenn es um Drogen geht. Bei einer Razzia wird Billy kurzerhand in den härtesten Knast des Landes gesperrt und findet sich plötzlich zwischen gewaltbereiten Gangmitgliedern und immer wachsamen Gefängniswärtern wieder.




Billy versteht nicht einmal die Sprache der Insassen und wird außerdem wegen seiner Hautfarbe und seiner vergleichsweise muskulösen Statur von einigen Gefangenen ausgestoßen. Wieder andere helfen dem Junkie aber, sogar an Drogen zu kommen. Das Leben hinter Gittern ist ein ständiges Auf und Ab der Gewalt, bis Billy auch im Gefängnis ins Boxteam eintreten und seiner Wut ein Ventil geben darf. Doch kann das Ausreichen, um das Leben im Gefängins zu überstehen?

Billy steht mit einigen Insassen hinter einem Gitter, er sieht verzweifelt aus, die anderen lachen
Billy will nur eins: Raus aus dem Knast! © Ascot Elite Home Entertainment

Show, don’t tell

Ein Grundsatz des guten Drehbuchschreibens ist „Show, don’t tell“. Man soll dem Zuschauer also durch die gezeigten Bilder die Handlung und die Emotionen der Figuren vermitteln, statt die Charaktere jedes noch so kleine Detail für uns vorkauen zu lassen. In dieser Disziplin macht A Prayer before Dawn keiner etwas vor. Besonders der Anfang findet fast komplett ohne Worte und mit sowohl zeitlich als auch örtlich weit auseinanderliegenden Schnitten statt. Trotzdem verstehen wir beim Anschauen alles, was in dieser Situation wichtig ist, allerdings auch nicht mehr als Billy selbst.

Besonders letzteres wird über den ganzen Film hinweg deutlich. Es wird ziemlich viel und ziemlich wirr geredet, allerdings größtenteils in einer Sprache, die Billy nicht versteht. Und deshalb verstehen wir sie auch nicht. Ständig schreien irgendwelche Insassen irgendetwas durch den Knast, mangels Sprachkenntnissen (über die die wenigsten in diesem Fall verfügen dürften) und Untertiteln haben wir aber keine Ahnung, worum es geht. Lediglich die kurzen Fetzen in gebrochenem Englisch, die die Gefangenen ab und zu von sich geben, klären uns auf. Wir werden dadurch in dieselbe Situation versetzt wie unser Hauptcharakter, was zu einer ungeheuren Bindung führt und uns jederzeit genau die Lage des jungen Boxers nachvollziehen lässt.

Drei Insassen stehen in einem Halbkreis zur Kamera, sie alle lachen und sehen nach unten
Man kann sich nie sicher sein, was die Häftlinge im Schilde führen © Ascot Elite Home Entertainment

Eskalierende Gewalt

Dass es im thailändischen Knast nicht gerade rosig zugeht, kann man sich eigentlich denken. Die absolute Härte und Kompromisslosigkeit, mit der A Prayer before Dawn das Leben im Gefängnis aber darstellt, sorgt durchaus das ein oder andere Mal für Gänsehaut. Billy muss ums Wasser kämpfen, wird beim nächtlichen Toilettengang fast abgestochen und sieht sich ständig mit irgendeiner neuen Situation konfrontiert, in der man sich am liebsten nicht wiederfinden würde. Dazu kommt noch, dass der Boxer nicht einmal sonderlich schwächlich wirkt. Das Muskelpaket ist im Nahkampf geübt und gefürchtet und ist trotzdem schutzlos dem Willen seiner Mitgefangenen ausgesetzt.

Billy und ein anderer Häftling kämpfen im Boxring, beide sind sehr angespannt
Die Schlägereien in A Prayer before Dawn sind teils nur schwer anzuschauen © Ascot Elite Home Entertainment

 

Entsprechend hart werden auch die Kampfszenen inszeniert. So sehen wir beispielsweise einen Kickbox-Kampf zwischen dem Briten und einem anderen Insassen ohne Schnitt und in Echtzeit, die Kamera jederzeit nah am Geschehen. In A Prayer before Dawn fliegen zwar keine Zähne in Zeitlupe durch die Gegend und auch der geneigte Splatter-Fan dürfte hier enttäuscht werden. Es geht aber stattdessen viel mehr um die möglichst realistische Darstellung von Gewalt, die der Film absolut glaubwürdig und gewaltig einfängt.

Anti-Held im Drogenknast

Man merkt es vielleicht schon bei der Inhaltsangabe: Billy ist nicht gerade die typische Hauptfigur, mit der sich jeder Zuschauer sofort identifizieren kann. Der junge Mann ist von harten Drogen abhängig und verdient sich sein Geld mit seinen Fäusten. Besonders durch den ständigen Drogenkonsum, der auch hinter Gittern nicht aufhört, hat Billy eine ziemlich kurze Zündschnur und lässt sich sehr leicht provozieren. Er lässt sich auf jeden Streit ein und beißt sogar einem Wärter im Blutrausch ein Ohr ab, was ihm Zeit in Isolationshaft verschafft. Wie lange genau das ist, wissen weder wir noch Billy, denn im Knast verschwimmt jedes Zeitgefühl.

Doch es ist offensichtlich, dass seine Zeit in dieser wortwörtlichen Hölle den jungen Mann verändert. Nach einem besonders einschneidenden Ereignis beginnt der langsame Wandel, der Billy auch für uns zu einem nachvollziehbar handelnden Charakter macht. Auch wenn er nicht sofort wie ausgewechselt wirkt, scheinen immer öfter bestimmte Charakterzüge, Wünsche, Bedürfnisse durch, die man als Zuschauer nur allzu gut verstehen kann.

Billy sieht frontal in die Kamera, er hat blaue Flecken im Gesicht, er schaut nachdenklich
Hauptfigur Billy ist ein extrem interessanter und vielschichtiger Charakter © Ascot Elite Home Entertainment

Bis dieser Wandel dann aber eintritt, dauert es durchaus eine ganze Weile. Wo das Gefängnis zu Beginn noch wie eine völlig andere Welt wirkt und uns als Zuschauer somit interessiert bei der Stange hält, nutzt sich das Ganze im Laufe des Films ein wenig ab. Der Knast und das Leben darin sind zwar immer noch nicht schön anzusehen und fantastisch inszeniert, wirklich passieren tut aber eigentlich eher wenig. A Prayer before Dawn verlässt sich hier zu sehr auf den Schockfaktor und seine Atmosphäre, was für ein wenig Langeweile sorgt.

Unser Fazit zu A Prayer before Dawn

Auf dem Papier macht A Prayer before Dawn nahezu alles richtig. Die Schauspieler sind ausnahmslos glaubwürdig und verkörpern ihre Figuren fantastisch. Die Gewalt ist allgegenwärtig und wird dem Zuschauer auch als solche vermittelt. Der Film brauch keine Splatter-Einlagen oder superstylische Kamerafahrten, stattdessen sind wir einfach immer ganz nah dabei. Der Knast wirkt jederzeit real und wir fühlen größtenteils mit Hauptfigur Billy mit.

Allerdings verlässt sich A Prayer before Dawn zu sehr auf den Schockfaktor des Gefängnisses, was nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass eigentlich gar nicht so viel passiert. So zieht sich der Film besonders im zweiten Drittel etwas, kann aber glücklicherweise gegen Ende hin wieder überzeugen. Wer glaubwürdig dargestellte Gewalt vertragen kann und mit einem Thriller abseits der Genre-Konventionen kein Problem hat, sollte A Prayer before Dawn auf jeden Fall mal eine Chance geben.

Unsere Wertung:

 

 

 

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© Ascot Elite Home Entertainment

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