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The Out-Laws

In The Out-Laws gibt es einen Ex-Bond als Schwiegerpapa mit Ganoven-Background, reichlich Slapstick und sogar Action. Doch ist das genug, um die Netflix-Krimikkomödie empfehlen zu können?

The Out-Laws | Official Trailer | Netflix

TitelThe Out-Laws
Jahr2023
LandUSA
RegieTyler Spindel
DrehbuchEvan Turner, Ben Zazove
GenreComedy, Action
DarstellerAdam Devine, Nina Dobrev, Pierce Brosnan, Ellen Barkin, Lauren Lapkus, Lil Rel Howery, Michael Rooker, Richard Kind
Länge95 Minuten
Altersempfehlungab 16 Jahren
VerleihNetflix
The Out-Laws: Pierce Brosnan als Billy, Adam DeVine als Owen, Ellen Barkin als Lilly, Nina Dobrev als Parker
The Out-Laws: Pierce Brosnan als Billy, Adam DeVine als Owen, Ellen Barkin als Lilly, Nina Dobrev als Parker © Netflix

Inhaltsangabe zu The Out-Laws

Owen Browning (Adam Devine) ist ein ganz gewöhnlicher Bankmanager und kurz davor, Parker (Nina Dobrev), die Liebe seines Lebens, zu heiraten. Doch als seine Bank in der Hochzeitswoche den berüchtigten „Geisterbanditen“ zum Opfer fällt, ist Owen fest davon überzeugt, dass seine zukünftigen Schwiegereltern (Pierce Brosnan, Ellen Barkin) hinter dem Überfall stecken.

Meet the Parents, die 923099.

Nachdem erst vor wenigen Monaten Eddie Murphy in You People als schräger Schwiegerpapa einen eher zu vernachlässigen Auftritt bei Netflix hatte, wagt nach dem ehemaligen Beverly Hills Cop nun sogar der Ex-Bond Pierce Brosnan den Schritt in dieses Comedy-Subgenre. The Out-Laws ist damit ein weiterer Beitrag zum Schwiegereltern-entpuppen-sich-als-xy-Film, wobei hier xy, also quasi der Innovations-Faktor, die Tatsache sein soll, dass Schwiegermama und -papa in spe Ganoven sind. Während vor allem der erste Teil der Meet-the-Parents-Filme mit Robert DeNiro seinerzeit weltweit zum Publikumsliebling und Comedy-Klassiker avancieren konnte, gelang im Anschluss kaum noch einem weiteren Versuch auch nur ansatzweise an die Frische, die Pointen- und Gag-Dichte heranzureichen. Dabei haben sich viele durchaus namhafte Stars daran die Zähne ausgebrochen, doch der Dynamik zwischen Stiller und DeNiro konnte nie wieder etwas das Wasser reichen.

Woran aber liegt das? Nun, im Grunde genommen steht und fällt ja jede Komödie (inzwischen) weniger mit ihrer Geschichte als mit ihrer Besetzung, der Dynamik zwischen den Darstellern und vor allem dem Treffen des Comedy-Zeitgeist. Vor gut zwanzig Jahren hat Ben Stiller da eben mehrfach und nicht nur mit dem schrägen Focker-Treffen voll ins Schwarze getroffen. Verrückt nach Mary funktioniert auch heute noch exzellent, Nachts im Museum kann man gut mit seinen Kindern schauen, wenn man ihn damals schon selbst als Jugendlicher mochte. Doch dann hat Stiller irgendwann erkennen müssen, dass seine beste Zeit hinter ihm liegt. Voll auf die Nüsse und Tropic Thunder waren zwar ebenfalls noch vollgepackt mit Gags für die Ewigkeit, aber diese Ära im Schaffen des Komikers stoß bei Weitem nicht mehr auf so eine allgemein positive Resonanz, eckte mit politisch fragwürdigem Humor schon ziemlich an und ist daher auch heute kaum noch ohne Beigeschmack genießbar.

Sandler nur im Hintergrund und doch omnipräsent

Warum diese ganze Ausführung zu einem Darsteller, der rein gar nichts mit diesem Film zu tun hat? Weil eben Ben Stiller irgendwann erkannt hat, dass sein Humor nicht mehr massenkompatibel ist und sich in andere Richtungen weiterentwickelt hat, Adam Sandler hingegen hat diese Wandlung nur bedingt geschafft. Während er zwar gelegentlich in Drama-Rollen zeigt, was er theoretisch als seriöser Charakterdarsteller drauf hat (Hustle), fällt er in seiner Comedy immer wieder zurück in alte Muster. Sandler ist zwar diesmal nicht direkt an The Out-Laws beteiligt, aber die Krimikomödie stammt aus seiner Schmiede Happy Gilmore, was man auch bereits nach wenigen Momente merken würde, sogar wenn das Logo der Firma nicht im Vorspann gezeigt würde.

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Plump, Plumper, Sandler. Vieles erinnert an die letzten direct-to-Netflix-Comedies des Amerikaners. Irgendwie ist der Film wie eine Blaupause ohne Seele und neue Ideen. Lediglich wahllos Schauspielgrößen in ein Fremdscham-Setting zu werfen, hat vielleicht mal funktioniert, ist inzwischen aber ein überholtes Geschäftsmodell. Über die Geschichte braucht man kaum eine Silbe verschwenden. Wer die Prämisse liest, kann sich ausmalen, welche Wege hier eingeschlagen werden, welche „Überraschungen“ hier womöglich warten und wohin man am Ende hinauswill.

Adam DeVine und Nina Dobrev in The Out-Laws. Sie sitzen in heiter an einem Tisch in einem Lokal.
Adam DeVine und Nina Dobrev in The Out-Laws © Netflix

Wenigstens die Stars haben Spaß

Pierce Brosnan hatte schon als 007 eine gewisse Süffisanz, die ihn eindeutig von seinem Nachfolger abgehoben hat. Dieser altersreife Lausbuben-Charme hat er zu seinem Markenzeichen gemacht und auch in der Post-Bond-Karriere zu konservieren geschafft. Dementsprechend ist er auch hier als smarter Ganove gut besetzt und da er sichtlich Spaß in der Rolle hat, funktionieren auch die Gags mit ihm überaus gut. Auch Ellen Barkin passt gut ins Konstrukt und das Schwiegereltern-Pendant bestehend aus Julie Hagerty und Richard Kind ergänzt das Gespann aus sympathisch-abgedrehten Eltern gut. Die Schwachstelle bzw. die Gretchenfrage im Cast ist, ob man mit der Körperkomik, der Mimik und der schrillen Art von Hauptdarsteller Adam Devine klarkommt. Ist man Fan des Pitch-Perfect-Stars, kann man zumindest auf Humor-Ebene mit The Out-Laws noch warm werden. Falls nicht, dann sollte man den Film komplett auslassen.

Denn diese Netflix-Produktion reiht sich im Großen und Ganzen ein in die Folge von belanglosen Durchschnitts-Komödien, die sich von einem mittelmäßigen Gag zum nächsten hangeln und sich auch überhaupt keine Mühe geben auch nur ansatzweise etwas erzählen zu wollen. On Top gibt es dann Slapstick aus der Mottenkiste und Dialoge zum Augenrollen. Es wird sicherlich ein Publikum für diese anspruchslosen Komödien geben, das eben nicht die geistigen Vorgänger von vor 10 bis 20 Jahren schon kennt und hier vielleicht noch etwas Neues entdeckt. Hat man aber auch nur eine Handvoll Komödien der 00er- und 10er-Jahre gesehen, kommt einem The Out-Laws wie ein filmisches Recyclingprodukt vor.

Unser Fazit zu The Out-Laws

Wirklich empfehlen kann man The Out-Laws maximal Fans von Adam-Sandler-Komödien, die vom immer gleichen Humor einfach nicht genug bekommen. Ansonsten ist diese Netflix-Produktion austauschbar, vorhersehbar und auch nur bedingt lustig. Einzig zugutehalten kann man womöglich noch, dass die Stars zumindest voll in ihren Rollen aufgehen und Spaß ein Stück weit aufs Publikum überspringen lassen, und dass der Film mit etwa anderthalb Stunde überschaubar lang ist.

The Out-Laws ist ab dem 7. Juli 2023 bei Netflix abrufbar.

Unsere Wertung:

 

 

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© Netflix

Jan Werner

Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen.

Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern.

Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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