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Celeste (Natalie Portnam) performt in einem extravagantem Kostüm und Glitzer auf der großen Bühne

Vox Lux

Mit Vox Lux wagt sich Brady Corbet an eine Studie über das Musikbusiness und unsere Gesellschaft. Ob es das Drama mit Natalie Portman und Jude Law schafft, diese Studie mit einer interessanten Geschichte zu verbinden, erfahrt ihr in dieser Kritik!

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TitelVox Lux
Jahr2018
LandUSA
RegieBrady Corbet
DrehbuchBrady Corbet, Mona Fastvold
GenreDrama, Musikfilm
DarstellerNatalie Portman, Jude Law, Stacy Martin, Jennifer Ehle, Raffey Cassidy, Willem Dafoe
Länge114 Minuten
FSKAb 12 Jahren freigegeben
VerleihKoch Films
Eine singende Natalie Portman und ernst schauender Jude Law auf dem Cover von Vox Lux
Offizielle Blu-Ray zu Vox Lux © Koch Films

Darum geht es in Vox Lux

Der Gesang ist die große Leidenschaft von Celeste, welche mit 14 Jahren einen Schulamoklauf überlebt. In einem Lied verarbeitet sie diese Tragödie und zieht so die Aufmerksamkeit von Musikproduzenten auf sich. Bereits in diesem jungen Alter nimmt sie ihr erstes Album auf und startet somit ihre Karriere als Pop-Sängerin. Allerdings bringt ihr Erfolg auch Schattenseiten mit sich. Sie legt ihr unschuldiges Image ab und provoziert einige Skandale. Parties, Drogen und Sex dominieren ihr Leben und belasten Celestes Psyche. Nach einem großen Zeitsprung hat die Sängerin bereits eine Tochter und steht nun vor einem großen Konzert, welches jedoch im Schatten einer erneuten Tragödie steht. Diese Handlung erzählt Vox Lux in mehreren Kapiteln, die insgesamt 18 Jahre abdecken.

Musik und Gesellschaftskritik

Filme über das Musikbusiness gibt es wie Sand am Meer. Deswegen versucht Brady Corbet, seinen Film zu etwas Besonderen zu machen. Leider macht er Vox Lux dadurch auch zu mehr, als es eigentlich ist. Der Film erzählt nicht nur die Geschichte eines aufsteigenden Popstars, sondern kombiniert es mit gesellschaftlichen Fragen, die ihn zumindest einzigartig machen. Doch was genau sind diese Fragen? Es ist schwer zu sagen, denn hier greift Corbet leider daneben. Es ist nicht deutlich, was uns Vox Lux eigentlich erzählen möchte. Terror spielt eine große Rolle und wird auch in gewissermaßen mit dem Personenkult in der Popmusik in Verbindung gesetzt. Doch es ist einfach nicht ausgearbeitet genug, sodass es am Ende unklar bleibt, wieso es überhaupt thematisiert wurde.

Die Kritik an dem Musik-/Showgeschäft ist dann wiederum weniger kryptisch gestaltet. Celeste wurde zu schnell berühmt, und ihre Psyche hält dem Druck nicht richtig stand, was sich auch in ihrer schwierigen Beziehung zur eigenen Tochter widerspiegelt. Jude Law spielt ihren Manager und verfällt glücklicherweise nicht in die Klischee-Rolle des Antagonisten, auch wenn er einiges an Celestes Situation verschlimmert. Doch auch hier ist der Film zu halbgar. Es wird noch einmal ein vermutlich symbolisch gemeinter Pakt mit dem Teufel erwähnt, doch ehe man sich versieht, kommt der Film schon zu einem sehr unbefriedigendem Ende. Vox Lux stellt seine Fragen nicht intelligent genug, um Interpretationen anzufachen, und nicht Präzise genug, um den Zuschauer zu beschäftigen. Er ist lediglich überambitioniert und kann sich nicht darauf festlegen, was für ein Film er nun eigentlich sein möchte.

In Vox Lux steht die junge Celeste (Raffey Cassidy) maskiert und im Lederoutfit vor einerm Bluescreen, um ihr Musicvideo aufzunehmen.
Celestes Imagewechsel als Symbol für Amerikas Wandel nach 9/11 © Atsushi Nishijima

Vox Lux und die bröckelnde Fassade

Es ist eigentlich ironisch, dass gleichzeitig mit Celestes Fassade als Pop Ikone auch der Film bröckelt. Vox Lux fängt unheimlich vielversprechend an. Der Amoklauf, der in den ersten 10 Minuten stattfindet, setzt einen unbehaglichen Ton für die Handlung. Es bereitet Gänsehaut und zieht den Zuschauer direkt in das Geschehen hinein. Es ist umso schmerzhafter, dass das Niveaus nicht ansatzweise gehalten wird. Bis zur Hälfte gestaltet sich Vox Lux noch durchaus interessant und gewinnt durch Raffey Cassidy, welche die junge Celeste verkörpert. Mit Willem Dafoes Erzählerstimme, schönen Bildern und einer fast schon mystischen Musik hätte so ein Film entstehen können, der nicht nur einzigartig, sondern auch regelrecht faszinierend ist.

Ab der Hälfte fällt die Handlung dann um einiges ab. Besonders der Zeitsprung bricht dem Drehbuch das Genick. Denn nun beginnt sich Corbet in seiner Unklarheit zu verrennen und gibt dafür seine Charaktere auf. Die Dialoge zwischen Natalie Portmans Celeste und ihrer Tochter, die auch von Raffey Cassidy gespielt wird, sind wahnsinnig plump und leider auch zu gestellt. Man hat zwei großartige Schauspielerinnen sich gegenüber sitzen, doch kauft man ihnen ihre Rollen trotzdem nicht ab. Besonders Natalie Portman ist zu Beginn doch recht gewöhnungsbedürftig und übertreibt es mit ihrer Mimik ein Stück zu sehr. Die fesselnde Stimmung der ersten Minuten löst sich in Luft auf, und das Geschehen scheint bedeutungslos. Es ist definitiv nicht katastrophal, doch verschenkt zu viel Potenzial, um die Erwartungen noch zu erfüllen.

Celeste (Natalie Portnam) performt in einem extravagantem Kostüm und Glitzer auf der großen Bühne, währed um sie herum beschminkte Tänzer hocken
“The show must go on” © Atsushi Nishijima

Unser Fazit zu Vox Lux

Vox Lux kann besonders durch seinen visuellen Stil punkten, da er wirklich gut aussieht. Hinzu kommen die ersten Minuten, die auf einen großartigen Film hoffen lassen, doch spätestens ab der Hälfte verliert die Handlung ihr Feuer und Stück für Stück auch das Interesse des Zuschauers. Brady Corbet hatte sichtlich große Ambitionen, schafft es jedoch nicht, diese zu einem runden Film zu vereinen. Vox Lux ist zwar einzigartig, doch leider auch kryptisch und alles in allem leider eher nichtssagend. Das macht ihn nicht zu einem schlechten Film, doch dafür leider auch zu einem enttäuschenden Erlebnis mit einem unbefriedigenden Ende, über das nicht einmal die talentierten Schauspieler hinwegtäuschen können.

Vox Lux ist ab dem 20. Mai 2020 als Blu-ray, DVD und VoD verfügbar!

Unsere Wertung:

 

 

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© Koch Films

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