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In Yes, God, Yes - Böse Mädchen beichten nicht sieht man Alice, wie sie leicht schockiert aber gespannt auf ihren Bildschirm schaut und dabei ihren Kopf und Hals mit der Hand stützt

Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht

Nachdem Karen Maine mit ihrem Kurzfilm für Aufsehen gesorgt hat, kommt die gleichnamige Coming of Age Komödie Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht in die deutschen Kinos. Stranger Things Darstellerin Natalia Dyer gelangt hier in den Zwiespalt zwischen Religion und sexuellen Gelüsten. Ob der Film auch als Langfilm das Glückszentrum der Zuschauer stimulieren kann, erfahrt ihr hier.

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TitelYes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht
Jahr2020
LandUSA
RegieKaren Maine
DrehbuchKaren Maine
GenreKomödie, Drama
DarstellerNatalia Dyer, Francesca Reale, Alisha Boe, Allison Shrum, Timothy Simons, Parker Wierling, Wolfgang Novogratz
Länge78 Minuten
FSKN/A
VerleihCapelight

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Darum geht es in Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht

Alice (Natlia Dyer) geht als brave Schülerin auf eine streng katholische Schule in den USA. Dort lernt sie, dass Sex vor der Ehe eine Sünde und Masturbation der direkte Weg in die Hölle sei. Doch dieses Wissen kann ihre Neugier nicht beeinträchtigen, weswegen sie sich bei einem Online-Chat auf erotische Gespräche einlässt und die Sex-Szene in Titanic in Dauerschleife abspielen lässt. Doch der wahre Ärger beginnt im Kirchlager, wo sie sich zwischen Gruppenbeichten und Gebeten auch mit ihrer sexuellen Zuneigung für den Footballspieler Chris auseinandersetzen muss. Die Angst, dass ihre Fantasien auffliegen könnten, wächst ebenso stark wie ihre Zweifel an der katholischen Erziehung und der damit einhergehenden Doppelmoral ihrer Mitmenschen.

Religionskritik oder Klamauk

Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht behandelt mit seiner Thematik ein tatsächlich präsentes Problem in streng religiösen Gegenden der USA. Leider schafft es der Film nicht, das Potenzial seiner Prämisse auch richtig auszunutzen. Der Fokus liegt ganz klar auf einer Feel Good Atmosphäre und daher schlägt Regisseurin Karen Maine auch kaum unangenehme Töne an. Gerade bei Religionskritik in so einer satirischen Form hätte es sich angeboten, etwas weiterzugehen, um das religiöse Verhalten auch wirklich anzuprangern und große Probleme dieser Erziehung zu zeigen. Eine Szene spielt beispielsweise in einer LGBTQ+ Bar, doch Maine traut sich nicht, weiter darauf einzugehen und die Diskriminierung verschiedener Sexualitäten zu kritisieren.

Es ist auch im Grunde in Ordnung, wenn eine Komödie nur unterhalten und nicht wirklich kritisieren möchte. Allerdings entsteht dadurch das Problem, dass es dem Drehbuch an Ideen fehlt. Nach 40 Minuten zerfällt der Film Stück für Stück, da die Grundidee schon ausgespielt ist und die Handlung keinen Schritt weiter geht. Es wird ab da zwar versucht, sich stärker auf die Doppelmoral einiger Christen zu beziehen, doch ein plumpes Aufzeigen, dass auch sie einen Sexualtrieb haben können, reicht nicht, um den Zuschauer bei Stange zu halten. Dadurch ist die Handlung leider auch ziemlich nichtssagend, denn die große Moral, die im Finale übermittelt werden soll, ist quasi nicht vorhanden. Allerdings schlachtet der Film seine Idee auch nicht aus oder setzt auf Witze unter der Gürtellinie. Es ist hauptsächlich Situationskomik, die immer relativ dosiert eingebaut wird.

Alice steht gemeinsam mit einer Schülerin vor ihrem Spind. Beide halten Bücher in der Hand und eine Pupe im Kinderkorb liegt auf dem Boden in Yes, God, Yes - Böse Mädchen beichten nicht
Sex ist auf der katholischen Schule ein klares Tabu ©capelight pictures

Charmante Komödie mit sympathischen Darstellern

Die Handlung des Films erzählt also nichts Neues, ist mit 78 Minuten aber auch ziemlich kurz und daher fällt es für den Unterhaltungswert nicht so stark ins Gewicht, dass dem Drehbuch die Ideen ausgehen. Das liegt ganz besonders an Hauptdarstellerin Natalia Dyer, die ihre Rolle mit viel Charme verkörpert. Man kauft ihr das Mädchen, das gerade ihre Sexualität entdeckt, ab und in dem Aspekt bewegt sich der Film auf gutem Coming of Age Niveau. Die Figuren sind alle leicht überzeichnete Archetypen aber sie werden ebenfalls so gut von sympathischen Darstellern verkörpert, dass sie nicht langweilig herüberkommen. Die Interaktionen zwischen den Darstellern machen Spaß und bringen die Witze gut herüber. Sie sorgen dafür, dass man Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht an einem gemütlichen Abend schauen kann, wenn man etwas Leichtfüßiges schauen möchte und generell gerne Coming of Age Komödien schaut.

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Unser Faziz zu Yes, God, Yes –  Böse Mädchen beichten nicht

Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht ist eine kleine Coming of Age Komödie, die ihr Potenzial leider nicht ansatzweise ausnutzt. Wo sich Provokation angeboten hätte, fährt der Film mit stark angezogener Handbremse und verpasst es, eine starke Satire zu sein. Das Thema der streng katholischen Schule ist eher ein Vorwand, um eine Geschichte über ein Mädchen zu erzählen, welches ihre Sexualität erkundet. Während eine aussagekräftige Botschaft des Films ausbleibt, schafft er es zumindest diese Entwicklung der Schülerin glaubhaft zu vermitteln. Die Witze sind nicht zu dick aufgetragen und verzichten auf pubertären Fäkalhumor, wodurch sich hier ein charmanter Film ergibt, der als nettes Sonntag-Nachmittagsprogramm für Coming of Age-Fans gut geeignet ist, aber ansonsten nicht weiter in Erinnerung bleibt.

Yes, God, Yes – Böse Mädchen beichten nicht wird in den deutschen Kinos zu sehen sein, allerdings ist der Kinostart vorerst unbefristet aufgeschoben.

Unsere Wertung:

 

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