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American Horror Story: Hotel

Das fiktive Hotel Cortez und deren Bewohner wandern in der fünften Season von AMERICAN HORROR STORY durch die Jahrzehnte. Dabei rezitiert Hotel besonders die Genre-Klassiker The Hunger und Shining.

TitelAmerican Horror Story: Hotel
Jahr2015
ProduktionslandUSA
RegieBradley BueckerRyan MurphyLoni PeristereMichael GoiMichael Uppendahl
DrehbuchRyan Murphy, Brad Falchuk, John J. Gray, James Wong, Ned Martei, Jennifer Salt
GenreDrama, Horror
DarstellerWes BentleyAngela BassettSarah PaulsonDenis O’HareEvan PetersKathy Bates, Lady Gaga, Matt Bomer
Länge618 Minuten in 12 Episoden
FSKAb 18 Jahren freigegeben
Verleih20th Century Fox

 

DIE SHOW

Creator und executive Producer von AMERICAN HORROR STORY sind Ryan Murphy und Brad Falchuk, die schon zusammen an Nip/Tuck und Glee arbeiteten. AHS ist eine anthologische Horror Serie, des Kabelsenders FX und umfasst bislang sieben Staffeln. Besonders ist die weitesgehend gleichbleibende Besetzung, welche in immer anderen Rollen zu sehen ist. Allerdings taucht nicht jeder Schaupieler in jeder Season auf. Bislang sind nur drei Darsteller immer auf der Besetzungliste zu finden (Evan Peters, Sarah Paulson, Lily Rabe).
Was anfänglich nicht eindeutig hervor ging, dass alle Staffeln im selben Universum spielen. Inzwischen werden Querverweise eingebaut um den Zuschauer dies zu verdeutlichen. So tauchten in
Freak Show (Season 4) die Figuren Sister Mary und Pepper wieder auf, die der Fan bereits aus Season 2 kennt (Asylum). In dieser Season tritt das bewusste Murder House aus Season 1 wieder in Erscheinung, ebenso wie das Medium Billie Dean Howard. Queenie (Coven) steigt ebenfalls im Cortez ab.

In den Staaten versuchen Fans von AMERICAN HORROR STORY aufgrund des Marketing im Vorfeld das Thema abzuleiten. Denn jede Season gibt sich eine andere Variante des Horror hin. Es kann das Haunted-House Motiv sein mit den verbundenen Möglichkeiten ehemaliger Einwohner, der Psycho-Horror den eingesperrte Seelen erleiden müssen, die Furcht vor Vodoo und Okkultismus oder was auch immer. Unter der Prämisse, was einem Angst einjagen kann, widmen sich die Macher einem Oberbegriff, der jedem Genre-Liebhaber etwas sagen sollte. Aber, wie der Titel der Show schon sagt, sind das zum Teil stark US-amerikanische Themen. Besonders bei Freak Show wurde das sehr deutlich.


HISTORISCHER HINTERGRUND

Die Autoren von AMERICAN HORROR STORY griffen diesmal auf H. H. Holmes zurück, der 1893 zur Weltausstellung in Chicago ein Hotel eröffnete in dem er bis zu 200 Menschen ermordet haben soll. Evan Peters Rolle des James P. March beruht teilweise auf Holmes. Ebenso ließ man sich durch die Geschichte des Cecil Hotel beeinflussen, in dem der „Night Stalker“ zeitweise wohnte. Das Cortez besitzt auch einige augenscheinliche Ähnlichkeiten zum Winchester Mystery House. Weitere Serienkiller, die in in der Season auftauchen, sind: John Wayne Gacy, das „Milwaukee Monster“ Jeffrey Dahmer, Richard “Night Stalker” Ramirez und der „Zodiac Killer“. Sowie Aileen Wuornos, die bereits eindrucksvoll durch Charlize Theron in Monster verkörpert wurde.

Plakat von FX Networks zu “Hotel”, Staffel 5 von AHS.

DIE SEASON

Mit Hotel konzentriert sich der Plot um das Murder Castle zwar auf die Thematik des Mordens, allerdings bedient man sich hauptsächlich zwei ganz unterschiedlicher Genres. Zum einen dem Vampirismus und zum anderen dem Slasher. Wobei letzteres, durch das Auftreten bekannter Serienkiller, hier sehr viel mehr Hintergrund bekommt als üblich. Doch wie der AHS-Zuschauer inszwischen wissen sollte, gehört es zum Stil der Show, sowohl weitere Sub-Genres und die dazu gehörigen Horrorelemente einfliessen zu lassen als auch zusätzliche Sub-Storys. Und oftmals wird nicht alles auserzählt, sondern dient dem schaurigen Moment. Es wird also viel auf Atmosphäre gesetzt. Dieses Konzept klappt für mich manchmal gut, wie in Murder House oder Asylum. Kann aber auch in die Hose gehen, wie in Coven.

Inhaltlich geht es um Detective John Lowe (Wes Bentley), der versucht dem Ten Commandments Killer auf die Schliche zu kommen. Bei seiner Arbeit landet er im Hotel Cortez. Dies birgt nicht nur allerlei merkwürdigen Besuchern Unterschlupf, sondern wird zusätzlich von der Countess regiert. Die Story folgt nun zum einen den Ermittlungen von Lowe und was er dabei erlebt, als der Regentschaft der Countess (Lady Gaga) und wie es dazu kam. Natürlich ist es schon vorher absehbar, dass die Storylines sich dabei mehrmals begegnen. Der erfahrene AHS-Zuschauer ahnt bereits, dass man sich in einigen Folgen ausgiebig Zeit für Nebenfiguren nimmt.

Vermutlich wollen die Macher von AMERICAN HORROR STORY ihren Figuren mit diesem Vorgehen Tiefe verleihen. Vorteilhaft gelungen ist das im Falle der Countess, des Detective und den beiden „Empfangsdamen“. Überflüssig erscheint es mir im Falle des Hotelbesitzers March, der mit Evan Peters nicht nur fehlbesetzt wurde, sondern im Kontext zum gesamten Plot zuviel Raum einnimmt. Letzteres gilt auch für die Prostituierte Sally. Stattdessen hätte ich mir mehr über den namenlosen Dämon gewünscht, der ebenfalls im Cortez haust, aber nur am Rande Erwähnung findet. Er soll dafür verantwortlich sein, weshalb ein Bewohner, der im Cortez stirbt, als Untoter dort auf ewig wohnen muss. Allerdings wird auf diesen Dämon, den man nur kurz sieht, kaum weiter eingegangen. Stattdessen widmet man sich den zwischenmenschlichen Beziehungen der Toten und der Lebenden.

© FX

Mit den Hintergrundinfos zu den Figuren begründet Hotel auch die immer wieder auftauchenden Flashbacks innerhalb der Season. Aus Zuschauersicht empfinde ich die gewählte Dramaturgie über zwölf Episoden hinweg, inklusive der Zeitsprünge, gelegentlich als langatmig wirkend und recht anstrengend. Hinzu kommt die bedächtige Erzählweise und das die eigentliche Geschichte nach Episode 11 auserzählt ist. Episode 12 fungiert als Epilog. Wie schon bei Freak Show, beschleicht mich erneut das Gefühl, dass man auf biegen und brechen mehr Episoden füllen wollte als Material vorhanden war. Vielleicht in der nächsten Season einfach weniger Episoden und dafür effektiver erzählen.

Fazit

Abschließend möchte ich bemerken, visuell ist Hotel über jeden Zweifel erhaben. Sei es die beeindruckende Ausstattung, die Kostüme, das Make Up oder die Kameraführung. Erzählerisch und darstellerisch kann Hotel für mich nicht immer punkten. Positiv bleiben mir im Kopf Denis O’Hare, Wes Bentley, Kathy Bates und eine überraschend gute Lady Gaga.

Dieser Text basiert auf Sichtung von Staffel 5 der Serie.

© FX
© FX
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Alle Bildrechte: © FX Networks

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