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Amityville Horror - Wie alles begann

Amityville Horror – Wie alles begann

Amityville Horror – Wie alles begann erzählt die Geschichte des wohl berühmtesten Horror-Hauses der USA. Ob Daniel Farrands dem Ganzen neue Facetten abzuringen vermag, erfahrt ihr bei uns.

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TitelAmityville Horror – Wie alles begann (OT: The Amityville Murders)
Jahr2018
LandUSA
RegieDaniel Farrands
DrehbuchDaniel Farrands
GenreHorror
DarstellerJohn Robinson, Chelsea Ricketts, Paul Ben-Victor, Diane Franklin
Länge98 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihTiberius Film
Cover zu Amityville Horror - Wie alles begann
Das deutsche Blu-ray-Cover © Tiberius Films

Worum geht es in Amityville Horror – Wie alles begann?

Die Familie DeFeo lebt in ihrem beschaulichen Heim im kleinen Städtchen Amityville. Hinter den Mauern des Hauses führt Patriarch Ronnie DeFeo (Paul Ben-Victor) ein eisernes Regiment. Gerade mit seinem ältesten Sohn Ronnie Jr. (John Robinson) gerät er immer wieder aneinander. Auch mit seiner Frau Louise (Diane Franklin) gibt es immer wieder Streit, weil sie den drogensüchtigen Zögling in Schutz nimmt.

Eine besondere Beziehung hat der junge Mann zu seiner Schwester Dawn (Chelsea Ricketts). Als sie ein altes Buch finden, lesen sie daraus alte Beschwörungen vor. Folgend zieht sich Ronnie Jr. immer weiter zurück. Dies steigert sich bis zur Katatonie und Selbstgesprächen. Und auch im Haus häufen sich unerklärliche Vorkommnisse, die auch Vater Ronnie immer wieder in Wutattacken treiben. Es scheint ganz so, als wären böse Kräfte am Werk…

John Robinson in einer Sexszene im Auto in Amityville Horror - Wie alles begnann
Sex & Drogen bestimmen das Leben von Ronnie Jr. © Tiberius Film

Das einträgliche Geschäft mit dem Grauen von Amityville

Der schreckliche Fünffach-Mord des jungen Ronald DeFeo Jr. an seiner Familie hat 1974 tatsächlich stattgefunden. Größere Bekanntheit als Horrorhaus erlangte es aber erst durch eine spätere Geschichte und deren Verarbeitung als Trivialliteratur.

Im Jahr 1977 veröffentlicht, bildet das Buch The Amityville Horror die Grundlage für eine Reihe von Filmen über das berühmte Horrorhaus. Erzählt wird die Geschichte der Familie Lutz, die ein Jahr nach den Morden 1975 das Haus kauften. Nach nur vier Wochen zogen sie wieder aus, denn angeblich spukte es dort. Der Roman wurde zum Bestseller und schon sehr bald unter gleichen Namen verfilmt. Der Film mit James Brolin und Margot Kidder wurde ein Hit, sodass eine weitere Verfilmung unausweichlich schien. Amityville 2 – Der Besessene vom italienischen Regisseur Damiano Damiani nahm sich auch der Vorgeschichte um die Familie DeFeo an. Die Mischung aus Poltergeist- und Exorzismus-Horror wurde von der Kritik zerrissen und war 1982 an der Kinokasse nicht sehr erfolgreich.

Familie DeFeo am Esstisch beim Tischgebet
Der Schein einer intakten Familie trügt © Tiberius Film

Dennoch entwickelte sich The Amityville Horror zu einer langlebigen Franchise, die bis dato zehn Einträge zählt. 2005 nahm sich Michael Bay mit seiner Produktionsschmiede Platinum Dunes eines Remakes des Originals an, welches sehr erfolgreich am Box Office war. Danach griffen natürlich noch andere Filme die Ereignisse in Amityville oder auch nur den zugkräftigen, aber nicht rechtlich schützbaren Namen auf.

Der Amityville Horror als True Crime Drama

Regisseur und Autor Daniel Farrands steht also nur am Ende einer inzwischen ziemlich abgearbeiteten Verwertungskette. Ähnlich dem Film von Damiani widmet er sich nun der Vorgeschichte des Horrorhauses, der Tragödie der Familie DeFeo. Anders als der 82er-Film verzichtet Amityville Horror – Wie alles begann allerdings auf allzu effektheischerische Poltergeist-Attacken oder einer angeschlossenen Exorzismus-Geschichte. Farrands legt sein Hauptaugenmerk auf das Familien-Drama, das immer mehr von gruseligen Vorkommnissen begleitet wird.

Im Zentrum der Handlung steht meist Ronnie Jr., der immer wieder gegenüber seinem Vater von Schwester und Mutter in Schutz genommen wird. Dabei scheint sich das Drehbuch nicht sicher, ob er nun Dreh- und Angelpunkt der Dramaturgie sein soll. Mit der Zeit spielen sich auch mal Dawn wie auch Ronnie Sr. in den Vordergrund. Erstere nimmt im Verlauf der Geschichte ob der Geschehnisse Kontakt zur Großmutter auf, die halbherzig Aufklärung über die böse Natur der Beschwörungen im Buch anbietet. Letzterer erweist sich als der eindeutig interessanteste Charakter. Das Familienoberhaupt neigt zu cholerischen Wutausbrüchen und betrachtet seinen Erstgeborenen ob seiner Unfähigkeit, sich alleine von der Sucht zu befreien, als Schwächling.

Allerdings muss sich das Skript ab der Hälfte eine andere Beschäftigung für ihn suchen, da sich der immer mehr in Katatonie verfallene Ronnie Jr. dramaturgisch kaum noch als Zielscheibe seiner Angriffe eignet. Dafür richtet sich seine destruktive Energie auf Dawn und die ihr nachgeifernden Jungs aus der Nachbarschaft.

John Robinson und Paul Ben-Victor im Streit
Das Verhältnis zwischen Junior und Senior droht zu eskalieren © Tiberius Film

Seichter Horror ohne Nachdruck

Die meiste Zeit plätschert der Film einfach so vor sich hin, kann leider nur in wenigen Szenen eine Vorstellung davon liefern, was in den Charakteren vor sich geht. Die Auseinandersetzungen innerhalb der Familie, sprich das dargebotene, anspruchslose Drama, dominieren den Film. Zwischendrin präsentiert man den Sohnemann als Drogenwrack, dessen Verhalten teils unberechenbar scheint. Allerdings geschieht dies eher episodisch, bildet auch keinen roten Faden in der Handlung. Irgendwann liegt er dann einfach nur noch im Bett und brabbelt unverständliches Zeug vor sich hin. Nächtlich klappert und klingelt es dann an der Tür der DeFeos, und immer wenn Ronnie Sr. entnervt öffnet, steht niemand davor.

Letztlich wird darauf verzichtet, den Horror zu benennen. Der Terror an der Tür könnte daher rühren, dass der Vater, wie angedeutet, sich mit den falschen Leuten eingelassen hat. Sein Sohnemann könnte tatsächlich über die Drogensucht verrückt geworden sein. Das Skript bezieht dazu nie eindeutig Stellung, weiß dies aber auch nicht zu nutzen, um in irgendeiner Weise Spannung aufzubauen.

Chelsea Picketts und John Robinson bei einer Beschwörung mit Kerzenschein
Eine spontane Beschwörung als Akt der Befreiung © Tiberius Film

Cast & Crew von Amityville Horror – Wie alles begann

Regisseur und Autor Dennis Farrands machte sich ursprünglich mit Dokumentationen zu Horrorklassikern einen Namen. Von ihm stammen u.a. Never Sleep Again  und die Crystal Lake Memories, in denen er sich den Filmen der Slasher-Ikonen Freddy Krueger und Jason Vorhees beschäftigt. Schon im Jahr 2000 erschien seine Doku Rätsel der Geschichte – Amityville: Der Spuk. Daher lag es für ihn wohl nahe, sich für sein Debüt als Spielfilm-Regisseur wieder diesem Thema zu widmen. Er offenbart dabei sichtlich Defizite, was den Aufbau eines Spannungsbogens und der Fokussierung auf seine Charaktere anbelangt. Insgesamt erreicht seine Inszenierung im besten Fall TV-Niveau, in dem Sinne, wie der Begriff noch vor 20 Jahren besetzt war.

Schauspielerisch sticht Paul Ben-Victor positiv hervor. Der routinierte Darsteller (True Romance, The Wire) liefert eine überzeugende Vorstellung ab, was den Film in seinen Szenen ein wenig aufwertet. John Robinson agiert als sein Sohn dagegen tranig, was auch an Farrands mangelnder Erfahrung in Schauspielerführung liegen mag. Seinem Charakter fehlen in der zweiten Hälfte aber auch die Reibungspunkte, an denen er sich wenigstens abarbeiten könnte. In Damianis Version von 1982 beginnt er eine Affäre mit seiner Schwester, davon ist man hier weit entfernt. Damals spielte Diane Franklin die Rolle der Dawn, ihre Besetzung als Mutter Lousie verweist dafür auf eben dieses Vorbild. Chelsea Ricketts rückt als Dawn auch immer mal wieder in den Fokus und schlägt sich dabei recht wacker.

Paul Ben-Victor, John Robinson und Diane Franklin klammern sich entsetzt aneinander in Amityville Horror - Wie alles begann
Irgendetwas stimmt nicht im Hause DeFeo © Tiberius Film

Unser Fazit zu Amityville Horror – Wie alles begann

Abgesehen von seinen ganzen Unzulänglichkeiten kommt man nicht umhin, den deutschen Titel des Films zu hinterfragen. Im Original sind schlicht von den Amityville-Morden die Rede, doch Tiberius Films dachte sich wohl, dass Amityville Horror – Wie alles begann verheißungsvoller klingt. Doch damit verspricht der Titel mehr als der Film einzuhalten bereit ist. Freilich kann er aber auch nicht als True Crime Drama überzeugen und sich somit genauso wenig für ein anderes Publikum empfehlen. Wer nach den 22 anderen Filmen rund um Amityville immer noch nicht genug hat, wird vielleicht zugreifen, zumal dieser sicherlich nicht der schlechteste unter ihnen ist.

DVD & Blu-ray von Tiberius Films ist seit dem 2. Januar 2020 im Handel erhältlich!

Unsere Wertung:

 

 

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© Tiberius Film

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