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Bad Boys for Life

The Bad Boys are back in town! Will Smith und Martin Lawrence spielen fast 20 Jahre nach dem Vorgänger Bad Boys 2 wieder das ungleiche Duo, das mit unkonventionellen Methoden gegen die Unterwelt von Miami antritt. Ob die beiden auch 2020 in ihren Rollen noch funktionieren oder ob die gealterten Actionhelden “zu alt für den Scheiß” sind, klären wir in unserer Kritik zu Bad Boys for Life.

TitelBad Boys for Life
Jahr2020
LandUSA
RegieAdil El Arbi, Bilall Fallah
DrehbuchPeter Craig, Joe Carnahan, Chris Bremner, George Gallo
GenreAction,  Thriller
DarstellerWill Smith, Martin Lawrence, Vanessa Hudgens, Alexander Ludwig, Joe Pantoliano, Paola Nunez, Charles Melton
Länge123 Minuten
FSKab 16 Jahren freigegeben
VerleihSony Pictures
Das Cover zu Bad Boys for Life
Das Cover zu Bad Boys for Life © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Worum geht es in Bad Boys for Life?

Im dritten Teil der Actionreihe sind die beiden Detectives Mike Lowrey und Marcus Burnett beide mit der Herausforderung konfrontiert, dass man sich langsam mit der Frage auseinandersetzen muss, was wohl nach dem aktiven Dienst das Leben bereithält. Während Marcus (Martin Lawrence) weiß, dass auf ihn schon familiäre Aufgaben erwarten, klammert sich Mike (Will Smith) mit jeder Faser an seine Berufung, dem Kampf mit dem Verbrechen. Als Mike Opfer eines Attentats wird und nur knapp mit dem Leben davonkommt, ist für Marcus eigentlich die Entscheidung gefällt, seine Polizeikarriere zu beenden. Mike selbst kann allerdings noch immer nicht loslassen und sinnt danach, die Hintergründe der Attacke herauszufinden.

Nachdem immer mehr Menschen dem Attentäter zum Opfer fallen und auch die engsten Mitmenschen der Cops ins Visier geraten zu scheinen, werden Verbindungen zu Mikes Leben deutlich. Die Bad Boys müssen ein letztes Mal Zusammenhalt beweisen und sich mit der Unterstützung neuer Teammitglieder den Geistern der Vergangenheit stellen.

Das neue Team sitzt zusammen auf der Couch in Bad Boys for Life
Die neuen Teammitglieder senken den Altersschnitt deutlich © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Action oder Comedy?

Die Fortsetzung der Buddycop-Reihe macht keinen Hehl daraus, dass Martin Lawrence und Will Smith keine 35 mehr sind. Vielmehr spielt man mit dem Umstand des nahenden Karriereendes und versucht, nahezu jeden Dialog zwischen den Cops mit einem Gag, der auf das fortschreitende Alter anspielt, zünden zu lassen. Viele der Witze sind auch durchaus gut genug, um typische Vibes eines sich permanent kabbelnden Duos zu unterstreichen. Aber wie so oft bei Actionkomödien ist es eine Gratwanderung zwischen ironischer Brechung und Klamauk. Das gelingt hier mal mehr und mal weniger. Das Grundproblem beim Humor in Bad Boys for Life ist die eigentlich für das Witzlevel zu seriös und bodenständig angelegte Story. Zusätzlich ist eine Vielzahl der One-Liner von Martin Lawrence extrem deplatziert und von mal zu mal nerviger.

Nimmt man als Vergleichswert den zuletzt bei Netflix gestarteten 6 Underground, so ist sich diese Geschichte weniger selbst des Quatsches bewusst, den man eigentlich erzählen will. Man will einen klassischen Actionthriller machen, aber die lustigen Elemente nehmen der soliden Geschichte viel von der ohnehin schon geringen Glaubwürdigkeit.

Wo ist die übertriebene Action, wo ist der Geist von Michael Bay?

Wenn man sich dann allerdings schon in ein selbstironisches Fahrwasser begibt, warum dann nicht richtig auf die Kacke hauen? Das Actiongenre hat seit Bad Boys 2 ja keinen Winterschlaf gehalten. Da drängt sich der Vergleich mit aktuellen Reihen auf, die auf verschiedenen Ebenen Benchmark sind auf:

An erster Stelle muss man sich mit der Fast and Furious Reihe messen lassen, wenn man Autostunts, Verfolgungsjagden und wahnwitzige Actionsequenzen ins Zentrum rückt. Und während man bei den Filmen der Autoactionreihe von Teil zu Teil nochmals eine Schippe drauflegen konnte und sich fernab jeglicher physikalischen Gesetze etabliert hat, können die soliden Verfolgungen und die im Verhältnis minimalistischen Explosionen von Bad Boys for Life da kaum mithalten. Die entsprechenden Szenen sind trotzdem noch sehenswert. Aber um der Maßstab zu sein, fehlt die Innovation, der Grad an Übertreibung eines Michael Bay.

Und einen zweiten Vergleich muss sich wohl derzeit auch jeder Actionfilm gefallen lassen. Im Bezug auf Choreografie, Kampf und Waffeneinsatz hat John Wick spätestens mit dem dritten Teil den Zuschauern eindrucksvoll gezeigt, was theoretisch machbar ist. Auch in diesem Gegenüber haben Mike und Marcus eindeutig das Nachsehen. Die Kämpfe sind mittelmäßiger Actionfilmstandard und auf dem Niveau von Neunzigerjahrefilmen in diesem Genre – wenn überhaupt. Speziell beim finalen Showdown hat man nur Versatzstücke von anderen Filmen verwurstet, anstatt selbst ein neues Gimmick oder eine neue Idee einzuführen. Helikopter, Feuer und Handgemenge reißen 2020 in dieser Kombination leider keinen mehr vom Hocker.

Die beiden bad Boys stehen auf der Straße vor einem Auto
Mike und Marcus ermitteln nochmals in alter Gewohnheit © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Stimmt die Chemie im Team?

Auch wenn man mit der Geradlinigkeit der Geschichte und den durchschnittlichen Mitteln keine Bäume ausreißen kann, kann der Film aber dennoch an der ein oder anderen Stelle damit punkten, dass die Harmonie sowohl zwischen den alten als auch den neuen Cops ganz gut funktioniert. Nicht nur zwischen Mike und Marcus fliegen die Giftpfeile hin und her, auch die jungen Wilden geben dem überheblichen Mike Lowrey immer wieder Kontra. Und so gelingt es doch, im Laufe des Films die Merkmale der einzelnen Mitglieder herauszustellen und ein Team aufzubauen, bei dem jeder eine wichtige Rolle hat. Das AMMO-Team, bestehend aus Kelly, Dorn, Rita und Rafe (gespielt von Vanessa Hudgens, Alexander Ludwig, Paola Nunez und Charles Melton) macht immerhin Spaß und Lust auf mehr.

Mike mit erhobener Waffe und ernstem Blick
Mike Lowrey, gespielt von Will Smith © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Braucht man 2020 noch Bad Boys for Life?

Mein Hauptkritikpunkt am Film ist, dass die Reihe mit diesem Teil allenfalls auf der Stelle tritt und nahezu belanglos ist. Beverly Hills Cop hatte einst auch nur Eddie Murphy und ansonsten eine absolut austauschbare Geschichte und vergessenswerte Action. Das war allerdings in den Achtzigern. Heute braucht es für eine Daseinsberechtigung im Haifischbecken der Actionfilme mehr als ein gut eingespieltes Duo, bestehend aus Will Smith und Martin Lawrence. Wenn man ehrlich ist, könnte man sogar 1:1 den selben Film mit Jackie Chan und Chris Tucker machen und Rush Hour draufschreiben oder Eddie Murphy einen jungen Partner an die Seite stellen und das ganze mit Beverly Hills Cop 4 betiteln. Es fehlt der Bad Boys-Marke an der Großspurigkeit eines Michael Bay, wenn man schon keine so stimmige Parallelwelt wie bei John Wick, als Basis hat.

Dorn steht angelehnt an eine Wand, in der Hand eine Pistole, Bad Boys for Life
Dorn ist ein Teil im neuen Team © 2019 Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

Unser Fazit:

Am Ende muss ich leider sagen, dass die Wartezeit sich nicht wirklich gelohnt hat. Auch wenn das Verhältnis von Smith und Lawrence noch intakt ist, kann man hier weder etwas neues erzählen noch technisch punkten. Die stimmungsvolle Musik, die schönen Aufnahmen von Miami und eine nicht ganz zu erahnende Wendung in der Geschichte machen die 2 Stunden noch einigermaßen unterhaltsam. Wirklich Lust auf eine zweite Sichtung oder gar eine Fortsetzung konnte mir Bad Boys for Life nicht machen.

Der Film ist ab dem 16. Januar 2020 im Kino zu sehen!

Unsere Wertung:

 

 

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