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Chicken Run: Operation Nugget

Chicken Run: Hennen rennen ist bis heute einer der erfolgreichsten Stop-Motion-Filme aller Zeiten. Eigentlich ist es eine Überraschung, dass erst nach all den Jahren Netflix auf die Idee kam, zu diesem Hit eine Fortsetzung zu machen. Kräht heute noch ein Hahn nach Chicken Run: Operation Nugget?

Chicken Run: Operation Nugget | Offizieller Trailer | Netflix

TitelChicken Run: Operation Nugget
Jahr2023
LandGroßbritannien
RegieSam Fell
DrehbuchKarey Kirkpatrick, John O’Farrell, Rachel Tunnard
GenreAnimation
SprecherThandiwe Newton, Bella Ramsay, Imelda Staunton, Zachary Levi, David Bradley, Nick Mohammed, Lynn Ferguson
Länge100 Minuten
Altersempfehlungab 6 Jahren freigegeben
StreamingdienstNetflix
Englisches Poster zu Chicken Run: Operation Nugget
Englisches Poster zu Chicken Run: Operation Nugget © Netflix

Chicken Run: Operation Nugget – Die offizielle Handlungsangabe

Nach ihrer todesmutigen Flucht von Tweedys Bauernhof hat Ginger endlich ihren Traum verwirklicht und einen friedlichen Rückzugsort auf einer Insel gefunden, an dem die Hühnerschar vor den Gefahren der Menschenwelt sicher ist. Als sie und Rocky ein kleines Küken namens Molly ausbrüten, scheint Gingers Glück perfekt. Doch als es die Hühner auf dem Festland mit einer schrecklichen neuen Bedrohung zu tun bekommen, gibt es für Ginger und ihr Team nur eins – auch wenn sie damit ihre eigene so hart erkämpfte Freiheit aufs Spiel setzen – dieses Mal brechen sie ein.

Knetet sich direkt ins Herz

2000 war die Filmlandschaft, aber insbesondere die Animations-Filmwelt noch eine ganz andere. Die Sprünge, die zwischen Toy Story 1 und der Jahrtausendwende in jedem Jahr technisch erreicht wurden, waren gigantisch. Immer fotorealistischer wurden die Computereffekte in der Folge bis sich vor wenigen Jahren, spätestens mit dem Erfolg von Into the Spider-Verse die Trendwende hin zu künstlerischerem Look und der Kombination verschiedenster Stile auftat. Von all den Ups and Downs und Trends der CGI schwammen die Aardman Studios mit ihren Knetfiguren seither gegen den Strom – oder besser gesagt in einem ganz anderen Gewässer. 2000 erschien auch der Vorgänger zu diesem Film, doch während Toy Story 1 und 4 optisch Galaxien auseinanderliegen, wirkt der Claymation-Style von Aardman zeitloser, sodass man den riesigen Sprung von 23 Jahren gar nicht so sehr sieht. Inhaltlich hingegen hat man sich natürlich weiterentwickelt.

Diesmal brechen wir ein!

Denn das Sequel knüpft mit einem Generationswechsel an die bisherige Geschichte an und führt damit direkt das Thema „Generationenkonflikt“ als zentrale Baustelle ein. Darüber hinaus ist die Handlung aber typisch für die kleinen Aardman-Abenteuer familiengerecht an der Oberfläche und immer wieder bissig darunter, wenn man als erwachsener Zuschauer die Anspielungen auf Popkultur und Gesellschaft zu lesen vermag. Was von Bild eins an aber wie eh und je funktioniert ist, dass die Liebe zum Detail, die die Macher in ihre Projekte einfließen lassen, aufs Publikum überspringt.

Spaß bis der Hahn schreit

Klar: Man könnte den Plot als Kritik an Massentierhaltung lesen, aber wirklich kritisch wollen die Hühner nicht sein. Es geht um Familie, Freundschaft, Mut und vor allen Dingen um Spaß! Die typischen Gadget-Gags, die man auch von Shawn – das Schaf oder Wallace & Gromit kennt, funktionieren ausnahmslos. Die bebilderten Anspielungen auf Heist-Filme etc. verstehen Filmfans und werden sie zu schätzen wissen. Genauso gut sind auch die Figuren ausdifferenziert und damit echte Charaktere, wie man sie in vielen Disney-Produktionen beispielsweise in der letzten Zeit vermisste.

Können wir mal da rüber, auf die andere Seite des Wassers?

Ohne zu viel über die Handlung zu verraten, wird man hier nicht die Neuerfindung des Abenteuer-Rads bekommen. Vielleicht wirkt der ein oder andere Moment auch schon bekannt aus anderen Geschichten. In dieser Welt und vor allem dieser Optik hat man es nun mal aber noch nicht gesehen, weshalb man jede Reminiszenz auch als Referenz oder Hommage verstehen kann. Von daher ist es ein großer Vorteil Chicken Run: Operation Nugget als „Nerd“ zu sehen und damit alle Ebenen zu durchdringen.

Rocky und Ginger sind zurück © Netflix

Hoffentlich nicht der letzte Knet-Film

Just dieser Tage machte eine Schlagzeile die Runde: Die Knetmasse, die Aardman für die Filme verwendet, soll sich dem Ende zuneigen, Alternativen gibt es wohl – Stand jetzt – keine. Dementsprechend heißt es für Fans des Stils nun Daumen drücken, damit man noch eine neue Lösung findet. Denn ansonsten könnte dies tatsächlich der letzte Spielfilm im geliebten Look gewesen sein. Das wäre extrem Schade ob der Einzigartigkeit, der Kreativität und der Liebe, die man einfach in jeder Szene sieht.

Weil ein glückliches Huhn ein leckeres Huhn ist.

Chicken Run: Operation Nugget wäre aber kein schlechter Abschied, falls es denn so kommen mag. Das rasante Abenteuer macht extrem viel Spaß, hat intelligente Gags en masse und darüber hinaus auch die ein oder andere Botschaft, die die Herzen erweicht. Die Sprecher, ob auf Deutsch oder im O-Ton passen genauso gut zum Anspruch und transportieren die Witze so, wie sie am besten zünden. Ein stimmiges Gesamtbild aus leichtfüßiger Geschichte, die genau so viel Messages mit sich bringt, dass es nicht aufgezwungen wirkt, und all den Elementen der Aardman-Studios, die man in den rar gesäten, aber immer charmanten Spielfilmen seit dem Erstling vor über 20 Jahren ins Herz geschlossen hat.

Unser Fazit zu Chicken Run: Operation Nugget

Da brat mir doch einer …! Ach lassen wir das. Chicken Run: Operation Nugget ist ein gelungener Film in liebevoller Optik, der Kinder aufgrund des spannenden Abenteuers und der optischen Gags verzaubern wird und der auch die Erwachsenen durch Anspielungen und Botschaften voll in den Bann zieht. Per se ist die Geschichte natürlich kein Meilenstein, aber die Art und Weise muss man einfach honorieren: Hunderte Stunden Arbeit, tonnenweise Knetmasse und unendlich viel Herzblut haben sich gelohnt.

Chicken Run: Operation Nugget läuft ab dem 15. Dezember 2023 bei Netflix!

Unsere Wertung:

 

 

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Zuletzt aktualisiert am 23. November 2023 um 18:45 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.
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© Netflix

Jan Werner

Daheim in Oberfranken und in nahezu allen Film- und Serienfranchises, schaut Jan mehr als noch als gesund bezeichnet werden kann. Gäbe es nicht schon den Begriff Serienjunkie, er hätte bei über 200 Staffeln im Jahr für ihn erfunden werden müssen.

Doch nicht nur das reine Konsumieren macht ihm Spaß, das Schreiben und Sprechen über das Gesehene ist mindestens eine genauso große Passion. Und so ist er inzwischen knapp fünf Jahre bei Filmtoast an Bord und darf hier seine Sucht, ähm Leidenschaft, ausleben. Die wird insbesondere von hochwertigen HBO- und Apple-Serien immer wieder aufs Neue angefacht und jeder Kinobesuch hält die Flamme am Lodern.

Es fällt Jan, wie ihr euch bestimmt wegen der Masse an Geschautem vorstellen könnt, schwer, Lieblingsfilme, -serien oder auch nur Genres einzugrenzen. Er ist und bleibt offen für alles, von A wie Anime bis Z wie Zack Snyder.

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