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Da scheiden sich die Geister

Mit einem namenhaften Cast rund um Judi Dench, Dan Stevens und Leslie Mann wird Noël Cowards Stück Geisterkomödie von 1941 als Da scheiden sich die Geister neu aufgelegt. Ob die einstige Theateradaption auch für die heutige Leinwand taugt, erfahrt ihr in unserer Filmkritik!

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Titel Da scheiden sich die Geister (Originaltitel: Blithe Spirit)
Jahr 2020
Land Großbritannien
Regie Edward Hall
Drehbuch Nick Moorcroft, Meg Leonard
Genre Komödie, Liebesfilm
Darsteller Dan Stevens, Isla Fisher, Leslie Mann, Aimee-Ffion Edwards
Länge 95 Minuten
FSK ab 12 Jahren freigegeben
Verleih Koch Films
Filmplakat zu "Da scheiden sich die Geister" - zu sehen sind v.l.n.r. Leslie Mann als Elvira, Dan Stevens als Charles, Isla Fisher als Ruth und im Vordergrund Judi Dench als Madame Arcati.
Filmplakat zu „Da scheiden sich die Geister“ © Koch Films

Worum geht es in Da scheiden sich die Geister?

Der Erfolgsautor Charles Condomine (Dan Stevens) befindet sich in einer kreativen Krise, und leider zieht sich diese Durststrecke schon etwas hin. Denn seit seine Frau Elvira (Leslie Mann) vor circa sieben Jahren verstorben ist, bringt er kaum etwas zu Papier.

Allerdings scheint zumindest sein Privatleben einen positiven Wandel aufzuweisen. So hat er inzwischen sogar wieder geheiratet. Seine zweite Frau Ruth (Isla Fisher) versucht, ihn in dieser Phase bestmöglich zu unterstützen und ihm neue Kreativität einzuhauchen. Folglich besuchen sie eine spirituelle Vorstellung bei Madame Arcati (Judi Dench). Die Darbietung scheint zunächst eher wie ein Schwindel und nicht sehr wirksam. Aber Charles gibt die Hoffnung auf neue Inspiration nicht auf und bittet das Medium um eine private Séance. Wenngleich dieses Event eher der persönlichen Belustigung dienen sollte, so wird es jedoch das Leben der Eheleute grundlegend verändern.

Infolge dieser spiritistischen Sitzung erscheint Charles, noch an gleichem Abend, seine verstorbene Frau Elvira. Das Seltsame daran: Nur er kann sie sehen und noch dazu mit ihr sprechen.
Wie vorzustellen ist, zeigt Elvira wenig Begeisterung für seine Entscheidung, erneut zu heiraten. Somit ist eine Dreiecksbeziehung der etwas anderen Art vorprogrammiert. Doch wo soll das hinführen? Und wird Charles so seine Kreativität zurückgewinnen?

Charles (Dan Stevens) und seine Frau Ruth (Isla Fisher) haben eine private Séance bei Madame Arcati (Judi Dench) in Da scheiden sich die Geister. Sie sitzen im Kreis an einem Holztisch. Es ist dunkel und in der Mitte des Kreises steht ein Licht.
Charles und seine Frau Ruth haben eine private Séance bei Madame Arcati © Koch Films

Die gewisse Portion Extravaganz

Besonders punkten kann Da scheiden sich die Geister durch seine wertige Szenengestaltung. Mit seiner sehr detaillierten und farbenfrohen Art lässt er den Zuschauer direkt in die 1930er Jahre eintauchen. Dementsprechend finden wir authentisches Mobiliar sowie pompöse Kostüme en masse vor. Wobei vor allem letzteres bis in kleinste Details Hingucker sind. Besonders Judi Dench als spirituell angehauchte Madame Arcati mit Federhut und Spitzenhandschuhen kann überzeugen. Nichtsdestotrotz wird mit der imposanten Optik nicht übertrieben. Vielmehr wird eine gelungene Balance zum Gesamtbild geschaffen.

Mit Leslie Mann, Isla Fisher, Judi Dench und Dan Stevens kommt Da scheiden sich die Geister mit einem stattlichen Cast daher. Somit schürt er sicherlich schon vorab Erwartungen. Unbeschadet dessen machen sie alle einen tollen Job und verleihen ihren Figuren die nötige Portion Extravaganz. Zwar sei angemerkt, dass alle Figuren deutlich überspitzt agieren, was aber auf unterhaltsame Weise geschieht. Insoweit stimmt die Harmonie zwischen allen Beteiligten und es macht Freude zuzusehen.

In diesem Sinne wird hier ein solider Unterhaltungswert mit köstlichem schwarzen Humor geboten. Wohingegen der inhaltliche Kontext vielleicht ein wenig zu kurz kommt. Somit hat die Geschichte einen relativen vorhersehbaren Spannungsbogen, der letztendlich auch mit viel Witz nicht vollständig aufgewogen werden kann. Weiterhin sind auch die Spiritualität und die damit einhergehenden Zaubertricks als ausbaufähig anzusehen.

Von der Bühne auf die Leinwand

Übrigens basiert der Film auf dem Theaterstück Blithe Spirit (dt. Geisterkomödie) von Noël Coward, das in seiner ersten Version auf fast 2000 Aufführungen kam. Dementsprechend vererbt dieses auch dem heutigen Originaltitel seinen Namen, wogegen der deutsche Verleih mit Da scheiden sich die Geister einen komplett neuen Titel ersann. Kurze Zeit nach der unverhofft erfolgreichen Uraufführung im Jahr 1941, griff erstmals David Lean den Stoff 1945 für eine Kinoproduktion auf. Ungeachtet dessen bedient sich Edward Hall nunmehr 80 Jahre später erneut an der okkulten Liebeskomödie. Da er aber weder versucht die Handlung umzukrempeln, noch zu modernisieren, bleibt die Grundstruktur des Dreiakters erhalten. Abschließend sei gesagt, dass er dadurch aber keineswegs an Attraktivität verliert.

Charles (Dan Stevens) begegnet seiner verstorbenen Ehefrau Elvira (Leslie Mann) in einem Garten in Da scheiden sich die Geister. Er sitzt rechts im Bild und schaut verblüfft. Elvira beugt sich fordernd zu ihm hinüber.
Charles begegnet seiner verstorbenen Ehefrau Elvira © Koch Films

Unser Fazit zu Da scheiden sich die Geister

Diese altmodische Theaterverfilmung kommt mit einem herausstechenden Look daher. Die Szenengestaltung im typischen 30er Jahre Look gibt dem Zuschauer viel zu bestaunen. Dennoch sollte nicht zu viel Tiefgang erwartet werden. Der Fokus liegt bei Da scheiden sich die Geister klar auf dem Unterhaltungswert. Und das gelingt ihm eindeutig! Daher kommt er mit einer angenehmen Leichtigkeit daher und nimmt sich vielleicht auch manchmal selbst nicht so ernst.
Wer also ein leichtes Filmerlebnis mit harmonierendem Cast, authentischer Anmutung sowie einer Portion Humor sucht, sollte sich den Film nicht entgehen lassen!

Da scheiden sich die Geister ist ab 22. Juli 2021 im Kino zu sehen!

Unsere Wertung:

 

 

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© Koch Films

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