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Emily Blunt als Rosemary Muldoon und Jamie Dornan als Anthony Reilly verliebt im Regen

Der Duft von wildem Thymian

Mit Der Duft von wildem Thymian kehrt John Patrick Shanley mit einer neuen Liebesgeschichte zurück. Für die Filmadaption seines Theaterstücks holt er sich namhafte Schauspielgrößen wie Emily Blunt und Jamie Dornan an Bord. Ob er an einstige Oscar-Erfolge anknüpfen kann, erfahrt ihr hier.

DER DUFT VON WILDEM THYMIAN (2021) HD Trailer (Deutsch / German)

TitelDer Duft von wildem Thymian (Originaltitel: Wild Mountain Thyme)
Jahr2020
LandIrland, Großbritannien
RegieJohn Patrick Shanley
DrehbuchJohn Patrick Shanley
GenreDrama, Liebesfilm
DarstellerEmily Blunt, Jamie Dornan, Jon Hamm, Christopher Walken
Länge103 Minuten
FSKab 12 Jahren freigegeben
VerleihCapelight Pictures
 
Coverbild von "Der Duft von wildem Thymian". Zu sehen sind Rosemary Muldoon (Emily Blunt) und nthony Reilly (Jamie Dornan) im Regen.
Coverbild von „Der Duft von wildem Thymian“, erhältlich als VOD, DVD und Blu-Ray. © Capelight Pictures

Worum geht es?

In Der Duft von wildem Thymian dreht sich alles um die recht eigensinnige Farmerin Rosemary Muldoon (Emily Blunt), die seit Kindheitstagen unsterblich in ihren Nachbarn Anthony Reilly (Jamie Dornan) verliebt ist. Der etwas tollpatschige Sonderling scheint aber mehr mit sich selbst zu tun zu haben und nimmt ihre Zuneigung schlichtweg nicht wahr. Auch Anthonys Vater (Christopher Walken) sieht in seinem Sohn kein großes Potenzial, weshalb er seine Farm lieber dem amerikanischen Neffen Adam (John Hamm) verkaufen möchte, anstatt sie seinem Sohn zu überlassen.

Zu sehen sind Emily Blunt als Rosemary Muldoon und Jamie Dornan als Anthony Reilly bei einer Unterhaltung am Zaun in der "Duft von wildem Thymian".
Rosemary Muldoon (Emily Blunt) und Anthony Reilly (Jamie Dornan) © Capelight Pictures

Zu hohe Erwartungen an Der Duft von wildem Thymian?

Der erste Eindruck von Der Duft von wildem Thymian scheint vielversprechend: eine romantische Liebesgeschichte inmitten der malerischen Landschaft Irlands und noch dazu mit Top-Besetzung. Doch anstatt diese Gegebenheiten auszuschöpfen, hat man hier auf voller Länge Potenzial verschenkt.

Die Geschichte basiert auf der Theaterinszenierung „Outside Mullingar“ von Regisseur und Drehbuchautor John Patrick Shanely, was man dem Film leider anmerkt. Während der gesamten circa 100 Minuten kommt er nicht so richtig in Fahrt und wirkt wie eine Verknüpfung willkürlich gewählter Akte ohne klare Handlungslinie. So ist der Film extrem flach, hat keinerlei Spannungsbögen und es fehlt an jeglicher Tiefe. Letzten Endes wirft der Film zunehmend mehr Fragen auf als er beantwortet und bis auf die Tatsache, dass er in Irland spielt, wird man quasi sprichwörtlich im Regen stehen gelassen.

Rosemary (Emily Blunt) und Amerikaner Adam (John Hamm) bei einer Unterhaltung auf der Farm in "Der Duft von wildem Thymian"
Rosemary und Amerikaner Adam (Jon Hamm) bei einer Unterhaltung auf der Farm © Capelight Pictures

Hält der namhafte Cast was er verspricht?

John Patrick Shanley bedient sich bei Der Duft nach wildem Thymian an namhaften Hollywood-Stärken wie Emily Blunt, Jamie Dornan, Christopher Walken und John Hamm, wodurch man hier erwarten könnte, dass er an einstige Erfolge, wie dem von Oscar-Gewinner Mondsüchtig, anknüpft. Schauspielerisch ist das leider von keinem der Beteiligten eine Glanzleistung. Die Charaktere sind weder authentisch noch greifbar und alle Figuren sind, meiner Meinung nach, austauschbar. Der Film schafft keine Identifikation mit den Protagonisten und dementsprechend verfolgt man das Geschehen auch relativ emotionslos. In einem Liebesfilm sollte das definitiv nicht passieren.

Dazu ist der gesamte Film eine Aneinanderreihung seltsamer Vorkommnisse: die Dialoge sind stumpf und konzeptlos, sodass man hier schnell den Faden verliert. Auch die im Trailer angekündigte Liebesgeschichte muss man erst suchen – Harmonie zwischen Blunt und Dornan scheint vergebens.

Eins muss man dennoch zugeben, manche Szenen können durchaus zum Lachen bringen – ob beabsichtigt oder nicht, sei an dieser Stelle dahingestellt.

Die Besetzung löste übrigens kurz nach Veröffentlichung des Trailers auch in Irland und Großbritannien herbe Diskussionen aus. Man beklagte sich über die schlecht adaptierten irischen Akzente der Darsteller und einigen Klischees des Landes, derer sich der Film bedient. Wer plant den Film im Originalton anzusehen, wird dem definitiv zustimmen. In der Deutschen Version entkommt man zwar dem Sprach-Dilemma, aber so manches Klischee bleibt.

Ein wenig bestehen konnte Der Duft von wildem Thymian aber durch die vielen Landschaftsbilder – von gesättigten, grüne Weiden bis hin zur rauen Felsenküste Irlands ist einiges dabei und macht Lust auf den nächsten Kurztrip. Leider kann er damit den Rest nicht ausgleichen.

In "Der Duft von wildem Thymian" ist Anthony (Jamie Dornan) mit einem Metalldetektor unterwegs
Anthony mit einem Metalldetektor © Capelight Pictures

Unser Fazit zu Der Duft von wildem Thymian

Schaut man sich den Trailer von Der Duft von wildem Thymian an, weiß man eigentlich, was einen erwartet: eine relativ vorhersehbare Liebesgeschichte. Und genau darauf sollte man sich auch einstellen. Trotz der hochkarätigen Besetzung, ist dieser Film leider definitiv kein „Must-See“ und man sollte vielleicht lieber auf John Patrick Shanleys Klassiker zurückgreifen.

Der Duft von wildem Thymian ist ab dem 21. Mai als VOD und ab dem 28. Mai als DVD und Blu-ray erhältlich.

Unsere Wertung:

 

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© Capelight

3 Kommentare

  • Hallo Maria,
    von dem Cast hätte ich mir tatsächlich mehr erwartet, der Trailer wirkte noch vielversprechend – aber auf der gesamten Länge war der Film reinste Zeitverschwendung.
    Ich hätte deine Kritik vorher lesen sollen.

    Ich werde die Honigbiene Jamie Dornan nie wieder ernst nehmen können.

    Viele Grüße
    Anne

  • Ich fand in einfach herrlich!! Ich kann die negative Kritik nicht nachvollziehen. Er ist eben nicht Stereotyp! Ich habe mich köstlich mit meinen Mann amüsiert. Gerade weil er eine so ungewöhnliche Liebesgeschichte ist. Der Tiefgang lässt sich bei der Kritik vermissen. Nehmen wir mal an, dass Anthony das Asperger Syndrom hat, dann würde man den Charakter nachvollziehen können und Rosemarie als eine bodenständige Frau, die ihn trotz und gerade wegen seiner besonderen Art liebt?! Man muss manchmal über den Tellerrand hinaus blicken. Und die Szene mit der Biene(!) hat mich Tränen lachen lassen. Tolle Landschaftsaufnahmen. Wir fanden ihn herrlich „anders“!!

    • Guten Abend, dem stimme ich voll und ganz zu. Die Dialoge waren herrlich anders und die schauspielerische Leistung grandios. Leider werden diese Art von Filmen zu wenig geschätzt in einer Welt die aus influencern und groben Filmen.