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    Filme Thriller

    All Souls

    Louis Kiehlvon Louis Kiehl16. März 2025Keine Kommentare4 min Lesezeit
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    Als Oscarpreisträgerin ist Mikey Madison in aller Munde. Durfte sie in Anora als Sexarbeiterin der Unterschicht ihr schauspielerisches Talent voll ausschöpfen, schlüpft sie mit All Souls als alleinerziehende Mutter in einem verarmten Milieu zwischen Drogen und Prostitution erneut in eine Figur sozialschwacher Herkunft. Doch kann das die Zuschauer genauso begeistern?

    Cover des Films ©2025 Lighthouse Home Entertainment. All Rights Reserved.

    All Souls – Darum geht’s

    Die junge, alleinerziehende River (Mikey Madison) wird gezwungen für die Polizei als Informantin zu arbeiten, um den Vater ihres Kindes – einen berüchtigten Drogenbaron – auszuspionieren. Als ein jedoch ein Undercover-Einsatz schief geht, kämpft sie ums nackte Überleben und muss auf der Flucht auch ihre Tochter beschützen.

    Zwischen Realität und Fiebertraum

    All Souls beginnt mit einem überraschend mutigen Einstieg: Die Zuschauer werden direkt mit den Figuren in die Handlung geworfen – und keine Zeit wird verschwendet. Ohne viele Worte und ohne klassische Charakteretablierung. Stattdessen ziehen die Momente wie ein schnelllebiger Rausch aus Neonfarben, sowie Milieu- und Konsumkritik vorbei. Über die Figuren erfährt man nur wenig – und immer nur so viel, wie gerade benötigt wird. Wir erkennen die Lage, die Probleme und die Herausforderungen von Mikey Madisons Figur River zeitgleich mit ihr. In welcher Form die alleinerziehende Mutter zwischen Kriminalität und dem Wunsch nach einem besseren Leben changieren muss, um sich über Wasser zu halten, zeigt Regisseurin Emmanuelle Pickett mit viel Gespür.

    Besonders Picketts Händchen für visuelle Vielfalt überzeugt. Der Thriller ist audiovisuell überaus gelungenes Genrekino. Aus wenigen Mitteln wurde das Maximum herausgeholt. Das Spiel mit Perspektiven, wackeliger und statischer Kamera, Reflexionen über Autoscheiben und Regenpfützen, unterstützt durch Neonlichteffekte, funktioniert und sorgt für eine starke Immersion. Obgleich die Szenarien und Sets schnell an ihre Grenzen stoßen und begrenzt wirken, ist diese Reduzierung fürs Indie-Kino äußerst effektiv. Pickett fokussiert sich auf einen kleinen Konflikt in engem Rahmen, der jedoch emotional groß ausgetragen wird und sich durch eine angenehm steigernde Eskalationsspirale mit jeder weiteren Minute intensiviert.

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    Die Santa Muerte von All Souls

    Seitens der Darsteller ist All Souls keinesfalls von schlechten Eltern. Mikey Madison hat sich mit Anora nicht ohne Grund einen Oscar verdient und zeigt auch hier, was facettenreiches Schauspiel ausmacht. Sie lässt ihre emotionale Ader durchscheinen und bereichert das Sujet mit Tiefe. Die Zuschauer werden auf eine kurzweilige, intensive Reise mitgenommen und fiebern mit. Der Hauptdarstellerin wird dabei körperlich einiges abverlangt: Sie schreit, rennt und kämpft sich durch die Szenenfolge. Die Bedrohung, verkörpert von G-Eazy, schneidet schauspielerisch deutlich schwächer ab und wird von Madison regelrecht an die Wand gespielt.  Trotzdem ist seine Figur noch ein angenehmer, wenn auch sehr generisch gezeichneter Antagonist.

    Pickett kann sich auch leider nicht vollständig von Klischees lösen, versucht diese jedoch durch die Schauspieler und die Santa Muerte-Mythologie auszugleichen. Diese Figur soll Randgruppen wie Armen, Kriminellen oder Prostituierten – den Menschen in schwierigen Lebenslagen – Schutz bieten. Pickett weist dabei nicht unbedingt subtil auf die Mythologie der weiblichen Personifikation des Todes und deren Bedeutung hin – besonders, da Madison selbst als Skelett mit sichtbar aufgemalten Zähnen und großen, tiefen Augenhöhlen im Gesicht auftritt. Wie eine Schutzpatronin ihrer Tochter zieht Madison durch All Souls. Sie verkörpert eine gerechte Instanz, die Illegales tut, um das Richtige zu bewirken, ihre Ambivalenz zwischen den Stereotypen „gut und böse“, zwischen Polizei und Drogenhandel, ist stets spürbar.

    Mehr Schein als Sein

    All Souls ist erzählerisch leider wenig mutig. Die Handlung orientiert sich stark an klassischen Thriller- und Überlebensfilm-Mustern, was zwar zunächst spannend inszeniert ist, im weiteren Verlauf aber zunehmend vorhersehbarer wird. Sobald man gemeinsam mit  River Handlung und Konflikte durchschaut, offenbart sich, dass hier wenig Neues zu erwarten ist: ein simpler Konflikt, ein generischer Antagonist in einem altbekannten Gangmilieu und ein klassischer „Hide-and-Seek“-Plot bilden das Grundgerüst. Mit 81 Minuten Laufzeit ein kurzweiliges, spannendes Erlebnis, doch fehlt es an Raum, um die Figuren und Schauplätze wirklich plastisch werden zu lassen. Und Überraschungen bleiben auch komplett aus. Obwohl die Regisseurin im Verlauf  zunehmend Einzelheiten und kleine Bausteine offenbart, bleibt die emotionale Bindung zu den Figuren oberflächlicher Natur. In dieser Form überzeugt der Streifen vor allem durch seine Bilder und die audiovisuelle Gestaltung.

    Mikey Madison in All Souls ©2025 Lighthouse Home Entertainment. All Rights Reserved.

    ©2025 Lighthouse Home Entertainment. All Rights Reserved.

    Louis Kiehl

    Schon seit jungen Jahren filmverrückt: Viel zu früh Genrefilme aller Art konsumiert und mit 14 Jahren begonnen, regelmäßig Kino+ zu schauen – obwohl er zu diesem Zeitpunkt kaum einen der besprochenen Filme selbst gesehen hatte. Geprägt wurde seine Leidenschaft maßgeblich von seiner Oma bei Star Wars: The Clone Wars und dem Schauen „alter Schinken“ vor der Glotze, seinem Vater und seinem großen Bruder mit dem er alles teilte – außer eine gleiche Meinung. Film-Begeisterung wurde beim Schauen von E.T., Jurassic Park, Zurück in die Zukunft und Indiana Jones und der Tempel des Todes entfacht, die bis heute zu den Lieblingsfilmen gehören – ab diesem Moment war klar: Filme werden ihn ein Leben lang begleiten. Er versucht, wöchentlich ins Kino zu gehen, ist sich dabei aber nie zu schade, auch den trashigsten DTV-Untiefen von Action bis Horror eine Chance zu geben oder auch mal ins indische Kino abzudriften. Bekannt aber vor allem für eines: „Alle geben 4 oder 5/5 – und er gibt ’ne 1/5, du weißt genau, da is‘ er, der Louis.“

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