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    Startseite » Bonhoeffer
    Drama Filme Historienfilm

    Bonhoeffer

    Louis Kiehlvon Louis Kiehl9. Februar 2025Keine Kommentare5 min Lesezeit
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    Mit Bonhoeffer startet ein neues historisches Epos im Kino. Doch gibt dieser Film auch die Geschichte der Titelfigur akkurat wieder – oder werden die Zuschauer erneut vom umstrittenen Studio manipuliert?

    Key-Art zu Bonhoeffer © 2025 Kinostar Filmverleih GmbH

    Bonhoeffer – Darum geht’s

    Dietrich Bonhoeffer wächst in einer wohlhabenden Familie auf, doch der Erste Weltkrieg reißt eine tiefe Wunde in sein Leben. Jahre später wird er ein brillanter Theologe, der in den USA durch die Bürgerrechtsbewegung neue Impulse erhält. Zurück in Deutschland erkennt er die Gefahr der Nationalsozialisten und widersetzt sich ihrem Einfluss auf die Kirche. Doch Worte allein reichen nicht – Bonhoeffer schließt sich dem Widerstand an, gerät ins Visier der Gestapo und steht vor der schwersten Entscheidung seines Lebens.

    Warum die Angel Studios umstritten sind

    Nicht erst seit 2023 tritt das US-Studio groß in Erscheinung, welches sich mit eher konservativen und christlich-fundamentalistischen Themen einen Namen gemacht. Angel Studios setzen dabei auf „Crowdfunding“ und das sogenannte „Pay-It-Forward“-Modell, bei dem Zuschauer Tickets für andere spenden können. Und damit wird das auf sehr bestimmte Zielgruppen zugeschnittene Programm, welches durch den Namen „Angel Studios“ regelrecht „geheiligt“ wird, unterstützt. Nur gerät das Studio selbst zunehmend in eine wirtschaftlich profitable Bredouille: Viel Umsatz und noch mehr Kontroversen dominieren das Modell, das mit religiösen Titeln, massentauglichen Themen und politischen Kontroversen ebenso streitbaren Gruppierungen den Zugang zu den Filmen ermöglichen möchte. Damit ist für Aufregung an den Kinokassen gesorgt.

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    Besonders dadurch stand der obszöne Film Sound of Freedom im Rampenlicht: Von rechtsextremen Verschwörungstheorien bis Kritik an der Verharmlosung realer Kinderausbeutung und Faktenverfälschung stand dieser dem grundlegenden Meinungsbild der Zuschauerschaft gegenüber. So polarisierten Propaganda und Kritikerstimmen das Bild der Zusehenden, während sich Angel Studios durch profitable Kinohits nach oben schaukelt. Nur bleibt die Annehmbarkeit dieser Strategie, bereits in ersten Trailern neuester Filme oder mit QR-Codes innerhalb des Abspanns mit Darstellern oder Texttafeln zu werben, weiterhin äußerst kritisch zu betrachten.

    Zwischen authentischer Geschichte…

    Nun aber – möglichst unvoreingenommen – zum Film: Die irisch-belgische Produktion entzieht sich zwar weitgehend der propagandistischen Handschrift von Angel Studios, aber ganz ohne Tendenzen bleibt Bonhoeffer nicht. Das führt nun leider zu einer fehlerhaften Vermarktung: Lassen Plakate und Trailer nämlich auf schlechtes bis historisch Mangelhaftes schließen, ist die Umsetzung ein erstaunlich versierter, vielschichtiger und spannend durchstrukturierter Film über Dietrich Bonhoeffers Werdegang als aufsteigende historische Persönlichkeit, die zwischen die Fronten und in das Visier des NS-Regimes gerät. Zwischen dem Glauben und einem moralischen Kampf probiert er das Richtige zu tun. Und während Trailer-Ausschnitte besonders zu der Zeit des Amtswechsels des Präsidenten in den USA wie eine entsprechende Anbiederung wirken und mit den Studio-Intentionen d’accord gehen würden, ist der Historien-Thriller ein dazu ziemlich konträrer Film – jedoch nach wie vor hochaktuell.

    …und aktueller Politik

    Bonhoeffer stellt sich dem Ringen um demokratische Werte, äußert sich aktiv gegen Rassismus und beleuchtet charakterliche Ambivalenzen. Es geht um die Wertigkeit der Religionen über verschiedene Kulturen hinaus. Dietrich Bonhoeffer zeigt diese innere Zerrissenheit auf, die in seinem Widerstand kulminiert. Und das ist ein hochspannendes Unterfangen, weil immer wieder ein negativ ausgerichtetes Gefühl des Studios mitschwingt. Die Religion in Reden wirkt heroisiert und der Weg zum Bekenntnis des Glaubens erweckt den Eindruck, als ob mit dem Schlaghammer über die Zuschauer hergezogen wird. Ebenfalls inszeniert Regisseur Todd Komarnicki Szenen fast als Analogie eines Jesus Narrativs, wenn  beispielsweise die drei symbolischen Kreuze mit den der drei Galgen innerhalb der letzten Momente von Bonhoeffer gleichgesetzt werden.

    „It will all be over in 100 years“

    Bonhoeffer stützt sich jedoch auf ein Fundament, das sich dem kontroversen Drumherum entgegenstellen kann. Das sind der Cast, die visuelle Erzählung und die Familie. Bis in jede kleine Nebenrolle  gut besetzt: Jonas Dassler spielt als Hauptdarsteller hervorragend, während August Diehl, ein spannend aufspielender Moritz Bleibtreu und Flula Borg jeweils  Eindruck hinterlassen. Die Essenz und den spannendsten Part entlockt jedoch Alien Romulus-Star David Johnson dem Werk: Seine Präsenz und die Arbeit mit entsprechenden Themen wirken als intellektuelle Bereicherung.  Die politisch aktuell wirkende Lage, die immer wieder durchscheint, sorgt überraschend positiv für Gänsehaut. Mit den Worten „Hate comes in every color“ und weiteren spannenden Diskussionen gelingt Komarnicki mit Johnson ein Porträt über die Zeit und damit ein Film zwischen den historischen Ereignissen, die Vergangenheit und Gegenwart vereinen.

    Auch die visuelle Qualität trägt die Inszenierung ungemein gut: Der Set-Aufwand, die Dimension der Bilder und die akkuraten Kostüme ergänzen die Wucht der Themen und Figuren, während Komarnicki immer wieder stimmig die Atmosphäre und die Emotionen transportiert. Für 25 Millionen US-Dollar Budget hat Bonhoeffer eindeutig viel Gutes zustande gebracht – eher jedoch in der Opulenz der Szenen als in der Aufarbeitung der Inhalte. Zu oft wirkt der Historienfilm gehetzt, unsauber auserzählt und inkonsequent durchstrukturiert, während die Dramaturgie und der Erzählfluss äußerst gelungen den Weg ebnen und wenig Langeweile neben machen überflüssigen Passagen zulassen.

    Bonhoeffer mit Jonas Dassler © 2025 Kinostar Filmverleih GmbH

    © 2025 Kinostar Filmverleih GmbH

    Unser Fazit zu Bonhoeffer

    3.5 Sehenswert

    Bonhoeffer ist ein historisches Epos zwischen Spionage-Thriller und Pastoren-Drama. Komarnickis Film ist mit 132 Minuten Laufzeit sehr lang und langsam erzählt, aber nicht unspannend oder uninteressant. Die Inszenierung liefert den guten Darstellern das Sprungbrett für einen gelungenen und interessanten Film. Das Konzept des Studios und die Arbeit mit aufdringlicher Werbung im Abspann führen jedoch zu einem leicht faden Beigeschmack. Szenen erscheinen teils sehr aufgesetzt und oft mit musikalischen Stücken überstilisiert, die zu „over the top“ wirken. Die inhaltliche Arbeit über Glauben und weitere brennende Themen ist grundlegend gelungen und prägt die Figuren. Es wandelt aber auf dem schmalen Grat zwischen treffend ausformuliert und bewusst auf Kontroverse ausgelegt.

    Bonhoeffer läuft am 13. März 2025 in den deutschen Kinos an.

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    Louis Kiehl

    Schon seit jungen Jahren filmverrückt: Viel zu früh Genrefilme aller Art konsumiert und mit 14 Jahren begonnen, regelmäßig Kino+ zu schauen – obwohl er zu diesem Zeitpunkt kaum einen der besprochenen Filme selbst gesehen hatte. Geprägt wurde seine Leidenschaft maßgeblich von seiner Oma bei Star Wars: The Clone Wars und dem Schauen „alter Schinken“ vor der Glotze, seinem Vater und seinem großen Bruder mit dem er alles teilte – außer eine gleiche Meinung. Film-Begeisterung wurde beim Schauen von E.T., Jurassic Park, Zurück in die Zukunft und Indiana Jones und der Tempel des Todes entfacht, die bis heute zu den Lieblingsfilmen gehören – ab diesem Moment war klar: Filme werden ihn ein Leben lang begleiten. Er versucht, wöchentlich ins Kino zu gehen, ist sich dabei aber nie zu schade, auch den trashigsten DTV-Untiefen von Action bis Horror eine Chance zu geben oder auch mal ins indische Kino abzudriften. Bekannt aber vor allem für eines: „Alle geben 4 oder 5/5 – und er gibt ’ne 1/5, du weißt genau, da is‘ er, der Louis.“

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