Close Menu
    Facebook Instagram YouTube
    Facebook Instagram
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    • Startseite
    • Kritiken
      • Filme
      • Serien
    • Features
    • News
    • Über uns
      • Wer sind wir?
      • Unsere Autor*innen
      • Filmtoast auf Social Media
      • Werde Teil des Teams
      • Finanzielle Unterstützung
    Filmtoast.de – Filmkritiken mit Biss
    Startseite » Der geheime Garten
    Filme

    Der geheime Garten

    Andreas Krasseltvon Andreas Krasselt26. Februar 2021Keine Kommentare7 min Lesezeit
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Reddit LinkedIn Copy Link
    Idylle: Am Teich im geheimen Garten finden die Kinder zu sich selbst. © Studiocanal
    Share
    Facebook WhatsApp Twitter Pinterest Email Telegram Copy Link

    Die elfte Verfilmung des klassischen Kinder- und Jugendbuchs Der geheime Garten kommt als farbenprächtiges Fantasymärchen mit einigen Gruselelementen daher. Ob dieses Modernisierung gelungen ist, erfahrt Ihr in unserer Rezension.

    Das Blu-ray-Cover von Der geheime Garten zeigt Mary, gespielt von Dixie Egerickx, umrahmt von Blumen und Rankgewächsen. Rechts unten steht Colin Firth als Lord Archibald Craven vor dem Hintergrund seines dunklen Herrensitzes, links oben Haushälterin Mrs. Medlock, gespielt von Julie Walters. Im Hintergrund sitzen Dickon, gespielt von Amir Wilson, und Colin, gespielt von Edan Hayhurst, neben dem Hund Jemima.
    Das Blu-ray-Cover von Der geheime Garten. © Studiocanal

    Darum geht’s in Der geheime Garten

    Es ist das Jahr 1947. In Indien herrscht die Cholera. Die junge Mary Lennox (Dixie Egerickx) verliert ihre Eltern an die Krankheit. Verwahrlost aufgefunden wird sie in Der geheime Garten nach England zu ihrem Onkel Lord Archibald Craven (Colin Firth) geschickt. Der will sie zunächst nicht sehen. Empfangen wird das Mädchen von der strengen Haushälterin Mrs. Medlock (Julie Walters), die Mary sofort klar macht, wo der Hammer hängt: Nicht rumstöbern, keinen Lärm machen – und am besten immer auf dem Zimmer bleiben.

    Mary wehrt sich mit hochnäsiger Arroganz gegen die Anfeindungen der lieblosen Umgebung. „Ich will keine Freundin“, erklärt sie brüsk dem Dienstmädchen Martha (Isis Davis). Tagsüber streift sie durch die Landschaft. Als ihr ein streunender Hund begegnet, beginnt sie, emotional aufzutauen. Sie nennt ihn Jemima. Als sich Jemima verletzt, flüchtet er. Bei der Verfolgung entdeckt Mary hinter einer hohen, efeuüberwucherten Mauer einen wunderschönen Garten. Der offenbar magische Heilkräfte besitzt. Gemeinsam mit Dickon (Amir Wilson), dem Bruder von Martha, versorgt sie Jemimas Wunde. Und am nächsten Tag ist der Hund wieder gesund.

    Mary, gespielt von Dixie Egerickx, wird in Der geheime Garten von Mrs. Medlock, gespielt von Julie Walters, durch das dunkle Haus geführt.
    Ankunft: Mary (Dixie Egerickx) wird von Mrs. Medlock (Julie Walters) durch das Haus geführt. © Studiocanal

    Die Heilung im Garten

    Im Haus ihres Onkels entdeckt sie ihren versteckt gehaltenen Cousin. Colin (Edan Hayhurst) glaubt, durch einen Buckel entstellt und zusätzlich gelähmt zu sein. Colin ist verschlossen und nicht weniger arrogant als Mary anfangs. Auch er hat seine Mutter verloren, die Zwillingsschwester von Mary Mutter. Mary findet Briefe der beiden, die ihr die wahre Geschichte ihre Familie verraten. Sie überredet Colin, sie und Dickon in Den geheimen Garten zu begleiten. Und dort blüht auch der Junge auf. Doch sein Vater muss erst versehentlich das Herrenhaus in Brand stecken, bevor er bereit ist, seinem Sohn im Garten zu begegnen. Colin hat seinen Rollstuhl verlassen und geht ihm entgegen. „Wie kann es sein, dass wir von unseren Kindern lernen?“ fragt sich Lord Archibald schließlich in später Einsicht.

    Klassische Vorlage, vielfach verfilmt

    Wen dieser Plot ein wenig an Der kleine Lord erinnert, der liegt damit nicht ganz falsch. Schließlich wurde die Romanvorlage von Der geheime Garten ebenfalls von der britischen Autorin Frances Hodgson Burnett geschrieben und 1911 veröffentlicht – 15 Jahre nach Little Lord Fauntleroy. Vielleicht liegt es an der späteren Entstehungszeit, dass Der geheime Garten stärkere spirituelle Elemente enthält, die in der nunmehr elften Verfilmung des Stoffes durch Marc Munden ins magisch-fantasyhafte abdriften. In früheren Versionen, insbesondere der von Agnieszka Holland aus dem Jahr 1993, sind die psychologischen Komponenten der Erzählung stärker präsent.

    Mary, gespielt von Dixie Egerickx, begegnet dem Hund, den sie Jemima nennen wird.
    Begegnung: Mary freundet sich mit einem streunenden Hund an. © Studiocanal

    Aber vermutlich braucht jede Generation ihre eigene Fassung, und in dem aktuellen Film erblüht Der geheime Garten im wahrsten Sinne des Wortes zu einem zauberhaften Ort. Munden arbeitet in seiner Version des klassischen Kinder- und Jugendstoffes von Anfang an mit Kontrasten und Verweisen. Es geht um Fluchtorte, Gebiete, in die sich die Menschen, egal ob Kind oder Erwachsener, zurückziehen, um der Wirklichkeit zu entgehen. Mary flüchtet sich zu Beginn in Geschichten und indische Schattenspiele, und immer wieder hat sie Visionen glücklicherer Zeiten und liebevoller Umgebungen. Ihre Mutter aber flüchtete sich in Depressionen, die wiederum Marys Kindheit überschatteten. Denselben Weg beschreitet auch Lord Archibald Craven seit dem Tod seiner Frau, und Colins Ausweg ist die Krankheit. Irrwege allesamt.

    Der Horror im Herrenhaus

    Die Reise aus Indien führt Mary ins Moor von Yorkshire, einem dunklen und feuchten Ort, an dem, wie es heißt, nur Ponys und Schafe überleben. Doch schon zu ihrer Begrüßung flattert ein gekonnt animiertes CGI-Rotkehlchen auf sie zu, als würde es in dieser Düsternis doch noch Farbe geben. Dunkel und unheimlich ist auch das Herrenhaus mit seinen langen, kalten Gängen und den verblassten Tapeten. Hier bedient sich Munden aus der Bilderkiste des Horrorkinos. Marys Zimmer ist so groß, dass sich das Kind einsam in dem Raum verliert. Nur ihre übersprudelnde Fantasie, die auch gemalte Tapetentauben lebendig werden lässt, vermag das Erdrückende zu lindern.

    Mary, gespielt von Dixie Egerickx, steht zwischen riesigen und sich bewegenden Farnen.
    Lebendige Natur: Mary steht zwischen riesigen und sich bewegenden Farnen. © Studiocanal

    Als Kontrast zu dieser Düsternis ist Der geheime Garten ein lichtdurchflutetes Farbenmeer. Der Weg hinein führt zwar zunächst zwischen moosbewachsenen Felshängen hindurch auf scheinbar verwunschenen Pfaden. Doch als Mary den Schlüssel zum Tor entdeckt – übrigens wieder mit Hilfe des Rotkehlchens – explodieren dahinter geradezu die Farben im überquellenden Gelb eines baldachinartigen Blütendachs. Alles wirkt lebendig, auch riesige Farnblätter bewegen sich nach eigenem Willen. Wenn sie in einem Moment der Krise hinter den aus dem Garten rennenden Kindern im Zeitraffer verwelken, ist das ein faszinierendes Bild, das einen nicht so schnell loslässt. Die visuelle Kraft des Films ist gewaltig. Vielleicht ein bisschen zu gewaltig.

    Colin, gespielt von Edan Hayhurst, sitzt in seinem Rollstuhl zwischen den antik anmutenden Tempelruinen im geheimen Garten. Hinter ihm steht Dickon, gespielt von Amir Wilson.
    Erkundung: Colin besucht zum ersten Mal den Garten mit seinen antik anmutenden Tempelruinen. © Studiocanal

    Der geheime Garten von Effekten erdrückt

    Denn unter der Opulenz visueller Tricks und optischer Effekte droht die Poesie der Vorlage manchmal zu ersticken. Wenn in Marys Visionen die Zwillingsmütter in Zeitlupe durchs Schloss tanzen, ist das ziemlich dick aufgetragen. Und wenn Mary Colin im Rollstuhl erstmals durch das Tor in Den geheimen Garten schiebt, erinnert das sehr an eine Fahrt durch die Geisterbahn. Wobei der Geist im Spektakel abhanden kommt. Farbeffekte nutzte auch schon die stilvolle Verfilmung von 1949, die, ansonsten in schwarz-weiß gehalten, den Garten in Farbe abbildete. Doch die poetische Dimension der Vorstellungskraft wurde dadurch eher noch verstärkt. In Mundens moderner Version geht sie leider manchmal baden.

    Lord Archibald Craven, gespielt von Colin Firth, sitzt verzweifelt auf dem Boden im Zimmer seiner verstorbenen Frau und betrachtet ein ates Foto von ihr.
    Verzweiflung: Lord Archibald Craven (Colin Firth) kommt über den Verlust seiner Frau nicht hinweg. © Studiocanal

    Auch sind die Charakterentwicklungen nicht wirklich nachvollziehbar. Zu schnell wandelt sich Mary vom arroganten Ekel zur liebevoll-mitfühlenden Jugendlichen, zu schnell weicht am Ende die Verzweiflung Lord Archibalds. Um diese inneren Reinigungen zu dynamisieren, erlauben sich Munden und sein Drehbuchautor Jack Thorne auch einige Freiheiten gegenüber der Buchvorlage. Ein Feuer hat es dort wie auch in den anderen Verfilmungen nicht gegeben. Der geheime Garten von 2020 legt mehr Wert auf Effekte denn auf psychologische Tiefenschärfe. Auch Colin Firth ist in seiner Rolle als Lord Archibald zwar gewohnt überzeugend, aber doch unterfordert. Herausragend aber ist Dixie Egerickx als Mary, die ihre Rolle mit unaufdringlicher Natürlichkeit vollkommen ausfüllt und sowohl mit snobistischer Attitüde als auch als mitfühlende Freundin glaubhaft rüberkommt.

    Mein Fazit zu Der geheime Garten

    Marc Mundens neue Version des klassischen Kinder- und Jugendstoffs ist ein bildgewaltiges Spektakel voll visueller Spielereien und mit einer zauberhaften Atmosphäre. Was an manchen Stellen zu viel des Guten ist. Bezirzt die Vorlage von Der geheime Garten wie auch die Vorgängerfilme durch eine Magie der Poesie, setzt Munden hier zu stark auf die Magie. Die Poesie verblasst. Dennoch ein sehenswertes Filmerlebnis. Eben eine moderne Fassung des alten Stoffes mit seiner ewig gültigen Botschaft der Heilung durch die Kraft des Geistes. Ob der Film aber wirklich für Kinder ab 6 Jahren geeignet ist, könnte aufgrund der Gruselelemente fraglich sein.

    Der geheime Garten ist seit dem 25. Februar 2021 auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich.


    © Studiocanal

    Andreas Krasselt

    Andreas lebt im Raum Hannover. Er ist Journalist und fest angestellter Redakteur bei einer Tageszeitung – und nebenbei Musiker in einer Bluesrock-Band. Bei Filmtoast schreibt er seit 2019 Rezensionen. Filmfan ist er, seit er im zarten Alten von sechs Jahren von seiner Mutter jeden Sonntag in die Kindervorstellung des Stadtteilkinos abgeschoben wurde (so was gab es damals noch). Lieblingsgenre: Western, insbesondere die italienische Variante. Daher ganz klar der Lieblingsfilm: Spiel mir das Lied vom Tod, den er mit 12 schon dreimal im Kino gesehen hatte. Aber es gibt kaum ein Genre, dem er nichts abgewinnen kann. Weitere Favorites: Der Tod in Venedig, Im Zeichen des Bösen, 2001 sowie Leichen pflastern seinen Weg. Tja, und sein Guilty-Pleasure-Favorite ist Predator 2 von dem total unterschätzen Stephen Hopkins. Filme guckt er zwar gerne im Kino, ist aus Zeitmangel aber auf das Heimkino gewechselt, weshalb seine private Filmsammlung auch mehr als 1000 Titel umfasst.

    • Andreas Krasselt
      https://www.filmtoast.de/author/andreas-krasselt/
      Locked
    • Andreas Krasselt
      https://www.filmtoast.de/author/andreas-krasselt/
      The Ritual (2025)
    • Andreas Krasselt
      https://www.filmtoast.de/author/andreas-krasselt/
      Der Lehrer, der uns das Meer versprach
    • Andreas Krasselt
      https://www.filmtoast.de/author/andreas-krasselt/
      Im Kopf des Killers – A Wounded Fawn
    Vorheriger BeitragNeu auf Netflix im März 2021
    Nächster Beitrag Neu bei Prime im März 2021

    Weitere Beiträge

    4.5

    Sentimental Value

    von Luca Mattys
    2.0

    Stromberg – Wieder alles wie immer

    von Felix Knorr
    4.0

    Im Schatten des Orangenbaums

    von Luca Mattys
    2.5

    Dead of Winter

    von Jan Werner
    4.5

    Wake Up Dead Man: A Knives Out Mystery

    von Jan Werner
    2.0

    Wake Up

    von Louis Kiehl
    Kommentar hinzufügen
    Hinterlasse einen Kommentar Cancel Reply

    Neueste Beiträge

    Sentimental Value

    5. Dezember 2025

    The Mighty Nein

    4. Dezember 2025

    The Abandons

    4. Dezember 2025

    Stromberg – Wieder alles wie immer

    3. Dezember 2025
    We are social
    • Facebook
    • Instagram
    Über uns
    Über uns

    Filmkritiken, Serien-Reviews und Streaming-Tipps. Wir bieten Einblicke, aktuelle Besprechungen und ehrliche Meinungen zu allem, was auf Leinwand oder Bildschirm läuft. Einfach, direkt und ohne Hype.

    Links
    • Über uns
    • Filme
    • Serien
    • Features
    • News
    Facebook Instagram
    • Datenschutzerklärung
    • Impressum
    © 2025 Filmtoast.de

    Suchbegriff eingeben, um zu starten. Tippe X, um die Suche zu schließen.